Klavier stimmen für Dummies

Henry

ehemals Alb/Styx
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
9.781
Reaktionen
6.489
Ach ja, vielleicht wäre hier noch eine kleine Anmerkung zur Motorik wichtig, ich gehe ja da von aus, des spürt man schon wie weit man drehen muß....jedoch kann ich berichten daß ich meinen Kleinen mal anwies den Ton a´auf 440 Hz zu stimmen - selbstverständlich mit Gerät. Im ersten anlauf war es auf 486 im zweiten auf 344 hz gedreht :lol:
Daher; hier sind wirklich bloß sehr minimale Drehungen gefragt, und zwar so lange bis der Ton etwas darüber passt, wenn jetzt bei starkem Anschlag der Ton sitzt, paßt er - ist er noch immer zu hoch, bei starken Anschlag unmerklich herablassen.

LG
Henry
 
Dabei seit
Nov. 2010
Beiträge
967
Reaktionen
477
Ich kenne da eigentlich nur drei bzw. 4 mit dem CTS5: Verituner, Tunelab oder eben das neue Entropie.
Zusätzlich gibt es noch Dirk's Piano Tuner. Der Piano Tuner und der Entropie Tuner sind aber vom Konzept und Zeitbedarf her nur für zu Hause geeignet. Um eine Stimmung in (übertrieben gesagt) endlicher Zeit zu erstellen, sind nur die drei erst genannten sinnvoll.
 
P

pppfff

Guest
Na ja, ich merke schon: nichts ist unmöglich, alles machbar, aber es muss einem halt Spaß machen ;->
Welche Bauteile eines Klaviers sind für Verstimmungen in erster Linie zuständig? Welchen Anteil hat daran die Mechanik der Tastatur? Oder geht es immer nur um Stimmstock, -wirbel und Saiten? Was ich immer besonders spannend finde ist, dass manche Klavier stimmstabiler sein sollen als andere. Ist das ein Mythos oder ist da etwas dran?
 
Dabei seit
Nov. 2010
Beiträge
967
Reaktionen
477
Das ist kein Myhos. Kann man aber nicht an einzelnen Merkmalen fest machen. Holz reagiert hauptsächlich auf Feuchtigkeit, Metall auf Temperatur. Die Stimmung hängt aber von der ganzen Konstruktion ab. Zu einer stabilen Bauweise mit guten Materialien kommen auch noch konstruktive Merkmale dazu, z.B. wie die Saiten geführt werden, wie lange die nicht klingenden Saitenstücke sind und wie die Reibung an den Umlenkstellen ist.
 
P

pppfff

Guest
Das ist kein Myhos. Kann man aber nicht an einzelnen Merkmalen fest machen. Holz reagiert hauptsächlich auf Feuchtigkeit, Metall auf Temperatur. Die Stimmung hängt aber von der ganzen Konstruktion ab. Zu einer stabilen Bauweise mit guten Materialien kommen auch noch konstruktive Merkmale dazu, z.B. wie die Saiten geführt werden, wie lange die nicht klingenden Saitenstücke sind und wie die Reibung an den Umlenkstellen ist.
Dann ist Kawai mit der ABS-Mechanik ja auf dem richtigen Weg und die Pianos müssten stimmstabiler als 100%-Holzvarianten sein, richtig?
 

Henry

ehemals Alb/Styx
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
9.781
Reaktionen
6.489
Zusätzlich gibt es noch Dirk's Piano Tuner.
Das Weltnetz bietet da schon einiges - nicht zu vergessen die Frequenzmesser, mit welchen man auch ein Klavier irgendwie stimmen könnt, so man die Frequenzen der einzelnen Töne weiß.(aber auch da für gibt es Tabellen).
Interessanterweise weicht die Gehörstimmung immer etwas von der Elektronik ab, es ist also nicht von Nachteil beides einzusetzen. Die Temperaturlegung mit einem Stimmgerät, geht recht schnell, beim CTS5 könnt man sie sogar als zufriedenstellend bezeichnen - aber nach Gehör scheinen ned alle Quinten gleich zu schweben - da muß man immer noch ein wenig nachbessern. Hier könnt der Anfänger sich im Gehör stimmen üben, so er die (durchaus geringen) Unterscheidungen bemerkt. Ganz witzig ist beim CTS5 die Pianizerfunktion - hier stellt man die Übergänge ein, und das Gerät berechnet die optimale Spreizung - hab ich mal bei einer Werkstimmung ausprobiert - mich hat es jetzt persönlich nicht überzeugt, aber Kunden empfanden es als gut gestimmt.

LG
Henry
 

Henry

ehemals Alb/Styx
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
9.781
Reaktionen
6.489
Weit verbreitet unter Profis ist auch der Reyburn CyberTuner. Kostet allerdings bei iTunes 999.- der Verituner "nur" 599.- und Tunelab 299.-.
Bei den Stimmapps sind allerdings auch sehr gute Micros gefragt, da einige Bereiche ansonsten nimmer genau erkannt werden. Da muß ich mir des CTS5 schon loben, daß es selbst ohne externes Micro von Subkontra C bis zum c5 noch alles recht gut erkennt - wobei ich bei Werkstimmungen ab c4 das Teil abschalte...die letzte Oktave geht nach Gehör einfach mal einfacher.

LG
Henry
 

Henry

ehemals Alb/Styx
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
9.781
Reaktionen
6.489

Dabei seit
Aug. 2013
Beiträge
1.224
Reaktionen
1.484
Verstehe ich das recht: du machst die Oktaven etwas größer als den Faktor 2 in der Frequenz, also nicht 440 Hz - 220 Hz sondern 440 Hz - 219,7 Hz. Um das pythagoräische Komma durch Anpassung der Oktaven aufzuheben, müßtest du sie um ca. 3,35 ct spreizen, also nur wenig mehr als angegeben.
Ich dachte, man dreht mehr an den Quinten als an den Oktaven: die Quinten ein wenig enger.
 
Dabei seit
Nov. 2015
Beiträge
196
Reaktionen
69
Die Temperaturlegung mit einem Stimmgerät, geht recht schnell, beim CTS5 könnt man sie sogar als zufriedenstellend bezeichnen - aber nach Gehör scheinen ned alle Quinten gleich zu schweben - da muß man immer noch ein wenig nachbessern. Hier könnt der Anfänger sich im Gehör stimmen üben, so er die (durchaus geringen) Unterscheidungen bemerkt.
LG
Henry
Cool dann kauf ich mir das CTS5 und der Betrag von 600 Euro ist nach 4 x Stimmen wieder bezahlt und nebenbei kann ich das Gehör trainieren und es klappt dann immer besser. Dann kann ich mein Klavier immer selber stimmen wenn ich das Gefühl habe es passt nicht mehr so. Sehe ich das richtig???
 
Dabei seit
Jan. 2011
Beiträge
8.563
Reaktionen
4.775
Cool dann kauf ich mir das CTS5 und der Betrag von 600 Euro ist nach 4 x Stimmen wieder bezahlt und nebenbei kann ich das Gehör trainieren und es klappt dann immer besser. Dann kann ich mein Klavier immer selber stimmen wenn ich das Gefühl habe es passt nicht mehr so. Sehe ich das richtig???
dann stell Dich darauf ein, daß die erste Stimmung nicht mal eben in einer Dreiviertelstunde erledigt ist...
- auch nicht die Zweite...
usw...
 

Henry

ehemals Alb/Styx
Dabei seit
Jan. 2016
Beiträge
9.781
Reaktionen
6.489
Cool dann kauf ich mir das CTS5 und der Betrag von 600 Euro ist nach 4 x Stimmen wieder bezahlt und nebenbei kann ich das Gehör trainieren und es klappt dann immer besser. Dann kann ich mein Klavier immer selber stimmen wenn ich das Gefühl habe es passt nicht mehr so. Sehe ich das richtig???
Im Grunde genommen ja. Aber zum einen wirst Du wesentlich mehr Zeit brauchen als die Kollegen welche ein Klavier in 90 min komplett durchgestimmt haben, weiterhin wird die Stimmung nicht so haltbar sein (was aber in dem Fall ganz gut ist, kann man öfter stimmen) , und es wird auch nur eine "Lagerstimmung" werden - das soll jetzt nicht heißen, daß eine Lagerstimmung nur eine halbe oder arg schlechte Stimmung wäre, wenn es sorgfältig mit dem CTS5 gemacht ist, ist die Stimmung genau so gut wie auf einem Digi.
Den optimalen Klang durch das stimmen zu entfalten, das können leider nur sehr erfahrene Kollegen, welche auch ihr Gehör da zu einsetzen, ganz gleich ob mit oder ohne Stimmgerät.

LG
Henry
 

Peter

Bechsteinfan
Mod
Dabei seit
März 2006
Beiträge
21.401
Reaktionen
20.313
Der Piano Tuner und der Entropie Tuner sind aber vom Konzept und Zeitbedarf her nur für zu Hause geeignet.
Ich vermute mal, das bezieht sich auf die Einmessung, weil ja jeder einzelne Ton vorher eingemessen werden soll / muss.
Frage dazu: Ist es überhaupt möglich, diese Software bei einem Neubezug zu verwenden? Ich stelle mir das so vor, dass man erst mal nach Gehör stimmt* und dann einmisst. Kann die Software eine erste laienhafte Gehörstimmung überhaupt richtig messen und bereechnen?

* oder könnte man hier für den Anfang chromatisch stimmen (dafür gibt es ja wieder andere Apps)?
 
Dabei seit
Nov. 2010
Beiträge
967
Reaktionen
477
Beim Neubezug würde ich an Deiner Stelle Tunelab in der Demo-Version nutzen und mit der "Average" Stimmkurve die Saiten hochziehen. Die Demo gibt es für Windows und Android.
 

Klavierretter

vormals GSTLP
Dabei seit
Apr. 2008
Beiträge
1.216
Reaktionen
1.240
...du machst die Oktaven etwas größer als den Faktor 2 in der Frequenz, also nicht 440 Hz - 220 Hz sondern 440 Hz - 219,7 Hz. Um das pythagoräische Komma durch Anpassung der Oktaven aufzuheben, müßtest du sie um ca. 3,35 ct spreizen, also nur wenig mehr als angegeben...
Die "gespreizten" Oktaven haben nichts mit dem pythargoräischen Komma zu tun... die sind lediglich in der Inharmonizität (vom theoretischen Ideal abweichende Obertöne) begründet...
LG Georg




Der Ton macht die Musik...
 
 

Top Bottom