Klavier für 6 Jahre alten buben

Dieses Thema im Forum "Forum für Anfängerfragen" wurde erstellt von kub0815, 8. Okt. 2018.

  1. kub0815
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    kub0815

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    Hallo,

    was sind so die empfehlungen für ein Klavier würdet ihr für einen 6 Jährigen zum üben empfehlen. Ein richtiges Klavier was mir die Kalvierlehrerin empfohlen hat ist irgentwie zu teuer.

    Mal so was ich mir so überlegt haben.
    Was mir wichtig ist. Sollte nicht zu teuer sein 1000-1200 Euro, Sollte man auch mit Kopfhöhrern spielen können. Falls es er nach kurzer Zeit merkt das er keinen Bock hat sollte man es wieder verkaufen können.

    Im Musikladen in der nähe wurden mir unter diesen vorraussetzungen die folgende Instrumente als set empfohlen.

    Arius YDP-143 ~ 800 Euro
    Arius YDP-163 ~1000 Euro
    Clavinova CLP-625 ~ 1300 Euro

    Was ist die meinung lohnt sich die Investition in die teueren Gerät?

    Ein bekannter von mir hat seinem Buben vor 2 Jahren ein P35 gekauft der kann für mein verständniss schon super Spielen. Das gibt es jetzt nicht mehr der nachfolger P45 kostet als set mit Pedalen 600 Euro wäre das auch schon gut genug zum beginnen? Die Musiklehrerrin hat von dem Gerät eher abgeraten weil es ihrer meinung nach nur für die ersten 3 monaten taugt.

    Was wäre euer rat?

    Viele Grüsse
    Jürgen
     
  2. Riesenpraline
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    Riesenpraline

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    Roland FP-30

    Für viele das beste Einsteigergerät bis 1000€
    Ein Yamaha P-45 für denselben Preis kann da nicht mithalten von der Tastatur und der Ausstattung.

    Ein Yamaha YDP-143 ist grundsätzlich auch nicht schlecht, aber von der Tastatur auch eher schlechter als das Roland FP-30.

    Ab YDP-163 und die noch teureren Clavinova verbaut Yamaha eine relativ "schwere" Tastatur vom Spielgefühl, die meiner Meinung nach ziemlich unrealistisch ist im Vergleich zu einem akustischen Klavier/ Flügel, weil eben zu schwer.

    Für einen 6- jährigen Anfänger für mein Empfinden deshalb erst recht ungeeignet.

    Wenn Yamaha, dann das P-125, S52 oder eben das YDP-143.
    Deren Tastaturen sind leichter vom Spielgefühl.

    Man kann natürlich auch deutlich mehr Geld ausgeben (Kawai CA-78 ab 2700€), aber das halte ich für nicht notwendig.

    Für 739€ ist das Roland FP-30 genau richtig für deinen Sohn.

    Alternativ vielleicht noch ein Kawai ES-110 oder ein Casio AP-470.


    Ich kenne jetzt seine Klavierlehrerin nicht, aber die Aussage, dass ein Yamaha P-45 nur die ersten 3 Monate geeignet wäre, halte ich für absoluten Quatsch, mit Verlaub.

    Natürlich gibt es Eltern, die ihrem Jüngling gleich einen großen Flügel hinstellen in Vatis Villa, aber ich nehme an, das willst du erstmal nicht... :-D

    Mit den oben genannten Digitalpianos wird dein Sohn die ersten Jahre vollkommen ausreichend bedient sein.
    Falls er sich dann doch noch zu einem kleinen Mozart entwickelt, kannst du ihm immer noch etwas anderes kaufen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Okt. 2018
  3. mberghoefer
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    mberghoefer

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    Ich hätte ja gemeint, dass man bei einem "6jährigen, der nach kurzer Zeit merkt, dass er keinen Bock mehr hat" erstmal nicht gleich ans Verkaufen des Instrumentes denkt, aondern daran, dass man im Leben auch lernen muss, mal durch etwas schwierigere Phasen zu gehen usw und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen.

    Natürlich ist es aber prinzipiell ja nicht schlecht, sich über so etwax wie "Wiederverkauf" oder "Investition" Gedanken zu machen. Ich würde annehmen, dass der Wertverlust bei allen diesen Geräten in etwa ähnlich ist. Bei Yamaha vielleicht etwas geringer als bei Casio. Prinzipiell würde ich die Yamahas auch für sehr geeignet finden, da wird dein Bub nicht der erste sein, der damit hervorragend zurecht kommt.

    Mietklavier, also ein echtes akustisches, kommt nicht in Frage?
     
  4. Barratt
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    Dass "kein Bock" und "gleich wieder verkaufen" bereits als Option im Raum steht, ist kein gutes Omen... :konfus:


    Von den Instrumenten im preislichen Rahmen unter 1000 € wird das Roland FP 30 von vielen Leuten als konkurrenzlos hinsichtlich Preis-Leitungsverhältnis genannt.
     
  5. Gefallener
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    Gefallener

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    Also ich plädierte auch für ein akustisches Mietklavier. Im Endeffekt eine win win Situation:

    - Klang
    - In Raten nicht teuer.
    - Kaum Wertverlust
    - Rundum Betreuung (i.d.R.)
    - Bei Gefallen hat man es abbezahlt.
    - Bei Nichtgefallen geht es zurück und man liegt ggf. noch unter dem Neupreis des E-Pianos.

    Ich weiß halt nicht wie gut man diese E-Pianos wieder los wird.

    Es gibt viel mehr Menschen die "mal Keyboard/ E- piano gespielt haben" . Alle anderen spielen (noch) Klavier.

    Unterschätzt bitte den Klang nicht! Egal wie gut es imitiert wird, es ist nur ein Imitat und ersetzt imho nicht das Wesen eines physisch erzeugten Klangs. (Für mich völlig unbefriedigend eine Session auf einem E-Piano. Aber selbst auf einem abgehalfterten 100 jährigen "Ziermöbel" fühle ich mich hinterher besser.)
     
  6. fisherman
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    fisherman

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    Wenn ich 6 wäre, dann würde mich ein elektronisches Teil weit mehr schärfen. Dann würde ich alle Sounds durchprobieren und danach das Ding wieder vergessen.

    Mit einem akustischen (Miet-)Klavier schaffst Du mehr Klarheit. In jeder Hinsicht!
     
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  7. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Wenn ich sechs wäre, hätte ich nach einer halben Stunde am E-Piano alle Hubschraubersounds ausprobiert und dann keine Lust mehr.
    Mein Rat als ehemalige sechsjährige Klavierspielerin, Klavierlehrerin und Pianistin:
    Miete oder Mietkauf.
     
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  8. herr_zog
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    herr_zog

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    Habt ihr euch etwa abgestimmt? :-D
     
  9. Synkope
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    Synkope

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    Hallo Jürgen,

    auch ich empfehle die Mietkaufvariante. Geh mal mit dem Kind in ein richtiges Pianohaus und du wirst Mühe haben, ihn zu überzeugen, dass es nicht gleich ein Flügel sein muss. :-)
    Mein Sohn hat mit knapp 6 auf eigenen Wunsch (das ist auch wichtig in dem Alter!) mit dem Klavier begonnen, weil ihn die Hämmerchen fasziniert haben beim Instrumentenschnuppern der Musikschule. Dem hätte ich nicht mit einem Digi kommen dürfen.

    OffTopic, weil es mich interessiert:
    Spielt einer von Euch Klavier oder hat vor, es auch zu lernen? In dem Alter brauchen die Kinder Hilfe/Unterstützung - selbst wenn keiner das Instrument kann, ist es gut, wenn sich einer mit dem Unterrichtsinhalt befasst und sich die Zeit nimmt, mit dem Kind zu üben, und sei es „nur“, sich dafür zu interessieren, sich dazuzusetzen und zuzuhören. Wie ist er überhaupt aufs Klavier gekommen, wenn Ihr so keinerlei Berührungspunkte damit habt? Dein Beitrag liest sich (und ich hoffe, dass ich da falsch liege!) nicht gerade nach hoher Motivation auf Eurer Seite...
     
  10. kub0815
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    kub0815

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    Ich weiss zwar nicht ob du Kinder hast aber ich sehe das lieber erst mal realistisch und kaufe mir keinen Klavier für meherer Tausend Euro...

    Gegen Mietkauf eines "richtigen Kalviers" spricht immer noch die Anforderung das man auch mit Kopfhörer üben kann.

    Ich werde mir jetzt mal das Roland FP-30 auch noch ansehen.
     
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  11. kub0815
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    kub0815

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    Ich habe als ich jung war Melodica, Zieharmonika und Orgel gespielt. Noten Lesen kann ich. So richtig spass hatte ich damals nicht dabei.

    Das mit dem Klavier wa eine Idee meiner Frau, die war mit ihm bei der Musikschule. Da hat er sich ein paar Instrumente angeschaut und wollte dann Klavier.

    Ich unterstütze das weil es erwiesen ist das es gut für das Gehirn und die Motorik ist. Da ich einen "netten" etwas lärmempfindlichen Nachbarn habe habe ich auch die anforderung das man auch mit Kopfhörer üben kann. Deswegen ePiano.
     
  12. Leberwurst
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    Leberwurst Guest

    Lass es. Er kann doch Kreuzworträtsel lösen und für die Motorik vielleicht einen schnellen Egoshooter? Geht beides auch lautlos.
     
  13. Barratt
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    Barratt Lernend Mod

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    Ehrliche Worte. :-)


    :super: Was Dein Sohn jetzt lernt, in diesem günstigen Alter, wird er lebenslang nicht wirklich verlernen.

    Mist. Dieses Argument muss man leider ernst nehmen. :-(

    In vorauseilendem Gehorsam muss man sich aber nicht den (hypothetischen) Bedürfnissen von Nachbarn unterwerfen. Der Gesetzgeber gestattet Hausmusik. Falls der limitierende Faktor wirklich die Sorge vor dem vielleicht sich gestört fühlenden Nachbarn sein sollte, könnte man versuchen, Absprachen zu treffen. Kommunizieren. Miteinander reden. ;-)
     
  14. Synkope
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    Synkope

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    Wenn er sich das Instrument selbst ausgesucht hat, ist das ein wichtiger Pluspunkt. Man kann auch Silentklaviere über Mietkauf testen.
     
  15. mberghoefer
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    mberghoefer

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    Dass es "Silentklaviere" gibt, also akustische Klaviere, die stumm geschaltet und dann über Kopfhörer gespielt werden können, das muss man ja auch erst einmal wissen.
     
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  16. Riesenpraline
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    Riesenpraline

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    Der TO hat doch oben bereits geschrieben, dass ihm ein Klavier zu teuer ist und er höchstens 1200€ für ein Digitalpiano ausgeben will.

    "Mieten" schön und gut, aber unter'm Strich ist das Mieten eines akustischen Klaviers (wohlmöglich noch mit Silent System, welche auch nie absolut lautlos sind) natürlich trotzdem teurer, als wenn er sich für 700€ einmalig ein Digitalpiano kauft, was auch noch weniger Platz wegnimmt, mobiler ist und später zur Not mit ca. 200€ Verlust wieder verkauft werden könnte.

    Gezahlte Miete kriegt er nicht wieder, wenn der Sohn nach 6 Monaten merkt, dass es nichts für ihn ist.

    Selbst, wenn er die Miete später bei einem Fortsetzen des Klavierspielens auf den Kaufpreis angerechnet bekommt, muss man bei einem Klavier von wenigstens 3000-4000€ Kaufpreis ausgehen.

    In der Tat erlaubt die Rechtsprechung außerhalb der Ruhezeiten 90-180 Min. (je nach Urteil) Musizieren in der Mietwohnung.
    Aber will man sein Recht wirklich mit der Brechstange durchdrücken, wenn es der Nachbar nun mal nicht gut findet, das Geklimper von einem blutigen Anfänger täglich mehrere Stunden ertragen zu müssen?

    Und wer denkt an die Eltern??? :angst:
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Okt. 2018
  17. Frau Dorri
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    Frau Dorri

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    Mein mittlerweile sechsjähriger Sohn hat beide Varianten. Er nutzt das akustische Klavier (mit Silent)definitiv jeden Tag, sein Digi hingegen wird umgewandelt zum DJ-Pult. Euch sollte klar sein, dass auch ihr als Eltern dahinterstehen solltet. Für mich bedeutet das nicht die Helikopter-Variante, sondern eher die gesunde Unterstützung (gemeinsames Musizieren, Noten-Memory spielen, nach Gehör witzige Melodien üben, Klavier präsent ins Wohnzimmer stellen, gemeinsam Spaß haben mit diesem Instrument). Klavier fördert die Motorik und die Intelligenz, doch alles hat mit Üben zutun. Auch diesen Faktor dürft ihr nicht übersehen. Versucht die Motivation oben zu halten, so dass er von alleine gerne (täglich!) übt und nicht von euch daran erinnert werden muss. Auch ein sehr guter Lehrer wird die Motivation oben halten können. Diese Sorte Lehrer sind leider rar und kosten ein wenig mehr....auch ein Punkt, den ihr mit einkalkulieren solltet. Wenn ihr das alles so (über einen längeren Zeitraum) unterstützen möchtet, dann mietet euch ein akustisches Klavier (mit Silent)....so ein Yamaha B1 kostet im Monat nicht viel an Rate. Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann schafft euch ein Digitalpiano an. Bei Ebay-Kleinanzeigen gibt es richtig viele Gebrauchte zu einem guten Preis.
     
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  18. Leberwurst
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    Leberwurst Guest

    So ein Sexjähriger spielt maximal ne halbe Stunde am Tag. Wenn
    Papi dann noch regelmäßig überprüft, ob sich das Geklimper bezüglich Gehirnleistung überhaupt gelohnt hat, wird der Bub noch weniger Lust haben.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. Okt. 2018
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  19. kub0815
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    kub0815

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    Also ich frag mich gerade was bei dem Sohn von meinem bekannten mit dem P35 so falsch gelaufen ist das der so gut Kalvier spielen kann. Trotz Digital Piano :-)
     
  20. dilettant
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    dilettant

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    Wie Du siehst, ist die Grundhaltung vieler Foristen ähnlich.

    Ein vernünftiges akustisches Klavier ist eine feine Sache. Noch schöner ist ein Flügel. Ich kann nachvollziehen, dass beides für Euch nicht in Frage kommt. Nun, ich finde, heutige Digitalpianos können mit schlechten Klavieren durchaus mithalten. Dass ein akustisches Instrument auch eine (mentale) Auszeit aus unserem digitalisierten Alltag bietet, zählt für Deinen Sohn vermutlich eher nicht. Insofern: Dann kauf halt ein Digi. Es gibt viele Kinder, die auf Digis lernen.

    Als nächstes kommt die Frage, was es kosten darf. Ganz ehrlich, "Einsteigergeräte" sind bei Digis wie überall sonst auch eher Wegwerf- und Abwöhngeräte. Das beginnt mit wackligen Gestellen, setzt sich fort bei fehlenden Pedalen, schlechten Sounds und schlechter Wiedergabestrecke und hört bei schlechten Tasten nicht auf.

    Nun wachsen Bäume nicht in den Himmel, und keiner weiß, was Ihr Euch leisten könnt und wollt. Aber das billigste Gerät, das von sich behauptet, ein Piano zu sein, ist sicher keine gute Wahl. Insofern wäre ich mit dem P-45 skeptisch.

    Wenn es Dir allerdings primär um Gehirnjogging und Motorik geht ... Wie wäre es mit Sport? Will denn Dein Sohn Klavierspielen? Klang nicht unbedingt so.

    Und wenn ich den Gehirnjogging- und Motorik-Gedanken zu Ende denke: Soll Dein Sohn auch lernen, dass der liebe Gott den Schweiß vor den Erfolg gestellt hat und dass man auch mal Durststrecken überwinden muss? Dann solltest Du die Ausstiegsoption nicht gleich in den Vordergrund stellen. Auch wenn es natürlich immer passieren kann, dass man früher oder später feststellt, dass man zum Pianisten nicht geboren ist.
     
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