Kadenzen und Akkorde

N

newbie123

Dabei seit
Nov. 2007
Beiträge
261
Reaktionen
6
Hallo

ich versuche gerade die Kadenz Tonika, Subdominante, Dominante, Tonika und die entsprechenden Akkorde mittels eine Übung zu lernen die mir meine Klavierlehrerin gezeigt hat. Und zwar hat sie mir einen "Kreis" aufgeschrieben, nachdem, nach dem Grundakkord die 2. Umkehrung kommt, danach immer die 1. Umkehrung.

Das heißt, wenn ich z.B. die mit dem C-Dur Grundakkord anfange (Tonika, I. Stufenakkord), kommt danach die 2. Umkehrung von F-Dur (Subdominante, IV. Stufenakkord) und dann die erste Umkehrung von G-Dur (Dominante, V. Stufenakkord). Man könnte wohl z.B. ebenso die Tonika mit der 2. Umkehrung spielen, wobei danach dann die Subdominante in der 1. Umkehrung und die Dominante als Grundakkord gespielt wird. Die linke Hand spielt dann eine Oktave tiefer immer den Grundton des jeweiligen Akkordes (als "Begleitung").

Der Sinn für mich ist, jeweils zu einer bestimmten Tonart (z.B. Am) die dazugehörigen Subdominanten und Dominanten zu erlernen und die entsprechenden Akkorde, um sie dann in einem Stück irgendwann mal schnell in einem Stück zu erkennen.

Nun hätte ich dazu Fragen:

Könnte ich als Übung auch erstmal nur Tonika, Subdominante und Dominante aller Tonarten als Grundakkord spielen? D.h. ich würde z.B. einfach hintereinander D-Dur (Tonika) danach G-Dur (Subd.) dann A-Dur (Dom.) immer wiederholen.

Meine Klavierlehrerin sagte mir, das bei Molltonarten die I. und IV. Stufe immer ein Durakkord ist und die V. Stufe immer ein Mollakkord (wurde mir hier im Forum auch schon gesagt). Wenn ich mir nun aber z.B. Am-Tonart anschaue (oder Dm), dann habe ich auf der V. Stufe ein Mollakkord (Em). Also ist das eine Ausnahme?

Sie hat mir auch in einem Stück, das in Am-Tonart geschrieben ist, zu einem E-Dur-Akkord geschrieben, das es sich bei diesem um die Dominante handelt. Aber die Dominante von Am ist doch Em?! Von daher verstehe ich das nicht.
 
N

newbie123

Dabei seit
Nov. 2007
Beiträge
261
Reaktionen
6
Auch mit dem E-Dur als Dominante von a-moll liegt sie ganz richtig. (Harmonisch moll) Durchforste einfach mal das Forum nach dem Wort "moll".
Harmonisch-Moll bedeutet das die 7.Stufe um einen Halbtonschritt erhöht wird. Das wäre bei Am-Tonart dann g zu gis. Also wäre das mit dem E-Dur richtig. Danke.

Allerdings ist in dem Stück auch ein E-Moll-Akkord. Dazu hat sie gesagt, das es sich auch um eine Dominante handelt (Dominante-Moll hat sie dazugeschrieben). Aber geht denn beides? Ich meine wenn sich bei Am-Tonart um harmonisch-moll handelt, dann ist doch wiederum der Em-Akkord nicht die Dominante, da die Stufenakkorde sich doch immer nur aus den Tönen der Tonart-Tonleiter (Am) bilden dürfen und der Ton g ja nicht dazugehört?!
 
.marcus.

.marcus.

Dabei seit
Apr. 2007
Beiträge
3.727
Reaktionen
1.163
Meine Klavierlehrerin sagte mir, das bei Molltonarten die I. und IV. Stufe immer ein Durakkord ist und die V. Stufe immer ein Mollakkord (wurde mir hier im Forum auch schon gesagt). Wenn ich mir nun aber z.B. Am-Tonart anschaue (oder Dm), dann habe ich auf der V. Stufe ein Mollakkord (Em). Also ist das eine Ausnahme?
Hast du dich da verschrieben? Das ist ja mehr als paradox :)

Sie hat mir auch in einem Stück, das in Am-Tonart geschrieben ist, zu einem E-Dur-Akkord geschrieben, das es sich bei diesem um die Dominante handelt. Aber die Dominante von Am ist doch Em?! Von daher verstehe ich das nicht
In Mollwerken findet man oft eine Mollsubdominante und eine Durdominante, denn die Durdominante enthält den Leitton zur Tonika, weshalb Kadenzen mit Durdominante schlüssiger klingen, als wenn die Dominante in Moll wäre.

marcus

P.S: Vlt klärt dieser Thread einige Fragen.
 
Guendola

Guendola

Dabei seit
Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
6
Es gibt mehrere Moll-Tonleitern:

natürliches Moll, Dominante ist Moll
harmonisches MOll, Dominante ist Dur
melodisches Moll, Dominante kann Dur oder Moll sein, aber nicht willkürlich
 
N

newbie123

Dabei seit
Nov. 2007
Beiträge
261
Reaktionen
6
Sie hat mir auch in einem Stück, das in Am-Tonart geschrieben ist, zu einem E-Dur-Akkord geschrieben, das es sich bei diesem um die Dominante handelt. Aber die Dominante von Am ist doch Em?! Von daher verstehe ich das nicht
In Mollwerken findet man oft eine Mollsubdominante und eine Durdominante, denn die Durdominante enthält den Leitton zur Tonika, weshalb Kadenzen mit Durdominante schlüssiger klingen, als wenn die Dominante in Moll wäre.
Also das Stück ist wohl in harmonisch-moll geschrieben in der Tonart Am. Ich habe jetzt verstanden, das die Dominante E-Dur sein kann, da die 7. Tonstufe um einen halbtonschritt erhöht wird.

Aber ich habe noch nicht verstanden, warum gleichzeitig E-Moll auch die Dominante sein kann. Denn wenn ich eine harmonisch-moll-Tonleiter mit Grundton a habe, dann ist doch der Ton g (von E-Moll-Akkord) nicht Tonleitereigen. Ich habe jetzt noch entdeckt, das meine Lehrerin im Stück auch D-Dur also Subdominante gekennzeichnet hat, obwohl doch der Ton fis (von D-Dur-Akkord) ebenfalls nicht auf der harmonisch-moll-Tonleiter mit Grundton a enthalten ist.

Ich dachte bisher immer das sich die Stufenakkorde, also die Tonika, Subd., Dom., immer nur aus den Tonleitereigenen Tönen der Tonart in der das Stück geschrieben ist zusammensetzen.

Ich habe mir die verlinkten Threads kurz angeschaut, aber die verwirren mich erstmal noch mehr.

Dann noch eine Frage, und zwar steht beim Stück "Greensleeves" über jedem Takt das jeweilige Akkordsymbol, hier kann man ja relativ einfach herausfinden, um welchen Stufenakkord es sich handelt. Nun übe ich aber im Moment das Stück "Für Elise" und hier steht über keinem der Takte ein Akkordsymbol. Aber auch dieses Stück müsste doch in einer Tonart geschrieben sein (ich nehme mal an C-Dur oder Am, da kein Vorzeichen) und es müsste doch auch hier eine bestimmte Kadenz mit entsprechenden Akkorden vorliegen. Was bedeutet es nun, das keine Akkordsymbole über dem Takt in dem Stück stehen?
 
Haydnspaß

Haydnspaß

Dabei seit
Feb. 2007
Beiträge
5.134
Reaktionen
101
Es gibt mehrere Moll-Tonleitern:

natürliches Moll, Dominante ist Moll
harmonisches MOll, Dominante ist Dur
melodisches Moll, Dominante kann Dur oder Moll sein, aber nicht willkürlich
Sorry, die letzte Bemerkung stimmt nicht. Die Dominante ist immer DUR.

Und auch wenn sich irgendjemand mal ausgedacht hat, daß es angeblich drei verschiedene Molltonleitern gibt, so gibt es doch kein Stück das in einer von diesen Tonleitern geschrieben ist. Moll ist moll, und es können alle Töne der verschiedenen (theoretischen) Molltonleitern in ein und demselben Stück vorkommen.
 
.marcus.

.marcus.

Dabei seit
Apr. 2007
Beiträge
3.727
Reaktionen
1.163
Ich dachte bisher immer das sich die Stufenakkorde, also die Tonika, Subd., Dom., immer nur aus den Tonleitereigenen Tönen der Tonart in der das Stück geschrieben ist zusammensetzen.
Bei Durtonleitern ist diese Regel problemlos umsetzbar, aber bei Mollwerken können wie Haydnspaß sagte, auch die Töne vorkommen, die in den anderen Molltonleitern (z.B. harmonisch) vorkommen.

Dann noch eine Frage, und zwar steht beim Stück "Greensleeves" über jedem Takt das jeweilige Akkordsymbol, hier kann man ja relativ einfach herausfinden, um welchen Stufenakkord es sich handelt. Nun übe ich aber im Moment das Stück "Für Elise" und hier steht über keinem der Takte ein Akkordsymbol. Aber auch dieses Stück müsste doch in einer Tonart geschrieben sein (ich nehme mal an C-Dur oder Am, da kein Vorzeichen) und es müsste doch auch hier eine bestimmte Kadenz mit entsprechenden Akkorden vorliegen. Was bedeutet es nun, das keine Akkordsymbole über dem Takt in dem Stück stehen?
Das liegt am grundsätzlichen Unterschied zwischen Greensleeves und "Für Elise". In allen Werken der "ernsten Musik" wirst du nur die Noten und keine Akkordsymbole vorfinden. Warum sollten sie auch notiert sein? Der kundige Spieler erkennt die Harmonien und da sie als Noten ausgeschrieben sind, muss er sie so und so spielen.
Greensleeves könnte man auch spielen, wenn die linke Hand nicht ausgesetzt ist, da die Akkordsymbole vorhanden sind und es nicht so sehr auf die Begleitung ankommt.

Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen. :)

marcus
 
Mindenblues

Mindenblues

Dabei seit
Juni 2007
Beiträge
2.595
Reaktionen
105
Könnte ich als Übung auch erstmal nur Tonika, Subdominante und Dominante aller Tonarten als Grundakkord spielen? D.h. ich würde z.B. einfach hintereinander D-Dur (Tonika) danach G-Dur (Subd.) dann A-Dur (Dom.) immer wiederholen.
In Ergänzung zu dem, was bisher geschrieben wurde, will ich nur noch auf diese Frage antworten.
Es ist nicht empfehlenswert, die Tonika, Subdominante und Dominante hintereinander als Grundakkord zu spielen. Weil man damit ständig Quintparallelen hat, und das klingt ziemlich dröge und einfallslos. Die schulmäßigen Kadenzen enthalten keine Quintparallelen, und das klingt eben einfach schöner.
 
M

Marcel Petzold

Dabei seit
März 2008
Beiträge
49
Reaktionen
0
Die Molldominante wird häufig als vorbereitendes modulatorisches Element genutzt. Spiele mal folgendes (als Akkorde) auf dem Klavier: a-c-e ... g-h-e ... f-d-a ... e-h-gis.

Wenn du großes Interesse an solchen Fragen hast, solltest du unbedingt Schönbergs Harmonielehre lesen. Es ist mit Abstand das beste Buch über diese Thematik.
 

N

newbie123

Dabei seit
Nov. 2007
Beiträge
261
Reaktionen
6
In Ergänzung zu dem, was bisher geschrieben wurde, will ich nur noch auf diese Frage antworten.
Es ist nicht empfehlenswert, die Tonika, Subdominante und Dominante hintereinander als Grundakkord zu spielen. Weil man damit ständig Quintparallelen hat, und das klingt ziemlich dröge und einfallslos. Die schulmäßigen Kadenzen enthalten keine Quintparallelen, und das klingt eben einfach schöner.

Ok, es wäre also besser Tonika, Subdominante und Dominante so zu spielen wie meine Lehrerin empfohlen hat (also erst Grundakkord, dann 2. Umkehrung, dann 1. Umkehrung), richtig?

Die Molldominante wird häufig als vorbereitendes modulatorisches Element genutzt. Spiele mal folgendes (als Akkorde) auf dem Klavier: a-c-e ... g-h-e ... f-d-a ... e-h-gis.

Wenn du großes Interesse an solchen Fragen hast, solltest du unbedingt Schönbergs Harmonielehre lesen. Es ist mit Abstand das beste Buch über diese Thematik.
Also ich lese gerade "Die neue Harmonielehre" von Frank Haunschild. Also ich habe das Buch zur Hälfte durch. Ich habe schon etwas Interesse an dem Thema, weil ich auch irgendwann improvisieren können möchte und ohne Harmonielehre geht das wohl kaum richtig. Vielleicht lege ich mir das Buch was du empfiehlst irgendwann mal zu. Aber ich denke ich fange erstmal mit diesen einfachen "Kadenübungen" an.
 
 

Top Bottom