Akkorde empfinden

  • Ersteller des Themas Normalo
  • Erstellungsdatum


S
StefanN
Dabei seit
24. Mai 2021
Beiträge
674
Reaktionen
313
"O Tannebaum" wimmelt von Vorhalten, die man sogar ohne Begleitung schon hören kann oder zumindest hören sollte.
"Wimmeln" ist gut. Gerade hier kann man die "Vorhalte" auch selbständig harmonisieren.
Das "g" am Anfang von Takt 4 in Hasis Version (@hasenbein: warum nicht durchgängig in 2/4?),
Ginge auch selbständig mit C-Dur.
konsonanter Vorhalt zur dissonanten Septime? das ist irgendwas anderes... die Singstimme geht in die Dominantsept b', das ist dann Vorhalt zum a'
Über sowas kann man als Anfänger leicht stolpern, wenn man den ersten Ton eines Taktes harmonisieren will.
In der falsch tradierten Version kann man jede Takt-Eins stumpf harmonisieren bis auf das b' (<- echter Vorhalt) beim "wenn es schneit"
(...)

Am Beispiel Takt 4 (in Hasis Beispiel):
Da gibts ein g, ein f, ein c und ein a (ohne Tonwiederholungen) ... f-c-a steht schon da (wenn auch in anderer Reihenfolge) ... nur ein Ton "stört" ... also ist das der Vorhalt, der nicht zum Begleitakkord passt sondern sich in einen passenden Ton auflöst (in dem fall das f).
Die Störung (g) kann der Guitarrist einfach mit C harmonisieren. Ein Viertel ist für einen Vorhaltston zu lang. Wenn dann schon F-Dur erklingt, knackt es im Tannenbaum,

@Normalo macht es wie ein Kirchenmusiker: im Frühherbst beschäftigt er sich schon mit Weihnachten. Ich schüttele ihm die Tannenzapfen, dass er seine Lieben bei diesem Lied mit seiner eigenen Harmonisierung begleiten kann. :super:
 
N
Normalo
Dabei seit
5. Aug. 2021
Beiträge
153
Reaktionen
53
Interessante Antworten. Dominante der Dominante, das waere bei F-Dur -> C-Dur -> G-Dur? Aufgeloest nach C-Dur? Was, wenn man noch zwei Takte hat, die auch eine Tonika-Dominante-Beziehung haben, was nimmt man da dann? Geht man da einfach den Quintenzirkel weiter?

Wann nutzt man eigentlich bei einer Dominante die Septime und wann nur den normalen Dur-Klang?

Dass Verbindungstoene (Vorhalte?) keinen eigenen Akkord bekommen, ist mir bewusst.
 
W
Wolf
Gesperrt
Dabei seit
30. Sep. 2022
Beiträge
16
Reaktionen
9
N
Normalo
Dabei seit
5. Aug. 2021
Beiträge
153
Reaktionen
53
Hab grad zwei Stunden Unterricht hinter mir, in denen wir mind. eine Stunde lang Akkorde fuer verschiedene Melodien ausgearbeitet haben, O' Tannenbaum war auch dabei.

Mann, das geht von einfach bis kompliziert, hoert sich alles geil an, man kann sich da anscheinend vollkommen verausgaben. Ich muss das nochmal Revue passieren lassen und ueben. Es hakt noch an vielen Stellen, z.b. Umkehrungen ohne nachdenken zu finden oder die Melodie aus dem Kopf fehlerfrei auf die Klaviatur zu bringen. Begleitfiguren muss ich auch ueben.

Fuer den mittleren Teil von O' Tannenbaum (in C-Dur) haben wir ausgearbeitet die Akkordfolgen A->Dm und G->C, also zweimal Dominante-Tonika. Wuerde es von euch jemand anders spielen? Das waere die einfache Version. Ich glaube, sie hat recht, wenn sie sagt, dass das erstmal reicht und ich mehr an der Artikulation und so arbeiten soll als an komplizierten Akkorden.

Was unheimlich Spass macht ist, einfach mal eine Septime einzubauen, wenn sich ein Akkord wiederholt, also z.b. in den ersten beiden Takten C->C7.

Das Schöne ist, daß man mittlerweile passend dazu schon Spekulatius und Lebkuchen im Supermarkt bekommt.
Leider nicht in China :016:
 
W
Wolf
Gesperrt
Dabei seit
30. Sep. 2022
Beiträge
16
Reaktionen
9
W
Wolf
Gesperrt
Dabei seit
30. Sep. 2022
Beiträge
16
Reaktionen
9
Hier eine Veröffentlichung für Laute (Steingräber Verlag) von 1920, auch im 3/4-Takt:
Unbenannt.JPG
findet man dieses Liederbuch online?
 
W
Wolf
Gesperrt
Dabei seit
30. Sep. 2022
Beiträge
16
Reaktionen
9
Dankeschön.
 
Henry
Henry
ehemals Alb/Styx
Dabei seit
19. Jan. 2016
Beiträge
12.236
Reaktionen
7.719
Ich versuche gerade herauszufinden, wie ich Akkorde mit den Gehoer bestimmen kann. Mir geht's dabei nicht um das Erhoeren der einzelnen Toene, sondern eher um das abstrakte Gefuehl, das jeder Akkord vermittelt. Wenn man sich ein Lied anhoert, dann loest das ja bestimmte Empfindungen aus, kann man auf diesem Weg zu den Akkorden kommen?

Mit I-IV-V hab ich mich bisher am meisten beschaeftigt und finde die drei Akkorde gut zu bestimmen. Bei anderen tu ich mir sehr schwer.

Zum Spass hab ich den Song "Oh Tannenbaum" versucht, nach Klangvorstellung zu rekonstruieren. Melodie ist kein Problem, aber die Akkorde im zweiten Teil des Lieds lassen mich verzweifeln. Selbst beim stupiden Rumprobieren krieg ich keine Akkordfolge hin, die sich gut anhoert. Ich weigere mich bisher, mir Noten dazu anzuschauen, weil ich es gerne selber rausfinden wuerde.

Als Theoriewissen hab ich zur Hand, dass der Melodieton im Akkord vorkommen sollte, ich kann alle 7er Akkorde, Moll und Dur Akkorde bilden. Was braucht's denn noch?

Also so ganz versteh ich jetzt Deine Frage ned.

Fang doch erst einmal mit dem Generalbaß an, da hast schon mal den Grundton.

Mal ganz einfach von C-Dur ausgehend.....bei C-E-G nimmst die Tonika, mit Grundton C, bei D-G-H nimmst die Domina, Grunton G, bei C-F-A nimmst die Kontrante, Grundton F
 
Axel
Axel
Dabei seit
13. Feb. 2007
Beiträge
1.367
Reaktionen
786
Fuer den mittleren Teil von O' Tannenbaum (in C-Dur) haben wir ausgearbeitet die Akkordfolgen A->Dm und G->C, also zweimal Dominante-Tonika. Wuerde es von euch jemand anders spielen? Das waere die einfache Version. Ich glaube, sie hat recht, wenn sie sagt, dass das erstmal reicht und ich mehr an der Artikulation und so arbeiten soll als an komplizierten Akkorden.
Sieht eher wie eine Quintfallsequenz aus. Da versagen eigentlich Funktionen, das geht besser in Stufen.
 

Sven
Sven
Dabei seit
31. Mai 2015
Beiträge
2.113
Reaktionen
1.357
Sieht eher wie eine Quintfallsequenz aus. Da versagen eigentlich Funktionen, das geht besser in Stufen.

Haben Stufen eigentlich auch eine Funktion, oder taugt die Stufentheorie nur zur Beschreibung?

Hm, schwer zu formulieren.
Was ich mit der Frage herausfinden will:
Die Funktionstheorie macht (wie ich sie verstanden habe) Aussagen darüber, wie es nach (zumindest einigen Funktionen) typischerweise weiter geht.
Gibt es sowas auch in der Stufentheorie?

Ich muss zu geben, in diesem Punkt untergebildet zu sein.
 
Tastatula
Tastatula
Super-Moderator
Mod
Dabei seit
21. Juni 2018
Beiträge
1.697
Reaktionen
3.442
Funktionstheorie klingt in jedem Fall teurer. Subdominantparallele klingt wertvoller als: ii.
Wenn man ein Werk analysieren möchte, ist die Funktionstheorie vielleicht präziser in der Beschreibung. Die Stufentheorie macht einem aber das adhoc Spielen viel leichter, weil man weniger Hirn braucht.
Siehe obiges Beispiel. Wenn mir jemand sagt: Spiel mir mal eben die Subdominantparallele von B-dur, brauche ich viel mehr Gedankenaufwand, als wenn mir jemand sagt: Spiel mal eben die ii von F.
 
D
DerOlf
Dabei seit
20. Feb. 2021
Beiträge
1.521
Reaktionen
791
Funktionstheorie klingt in jedem Fall teurer. Subdominantparallele klingt wertvoller als: ii.
Ach wie herrrlüsch.
Spiel mir mal eben die Subdominantparallele von B-dur, brauche ich viel mehr Gedankenaufwand, als wenn mir jemand sagt: Spiel mal eben die ii von F.
Das geht mit noch viel weniger Aufwand. "Spiel mal g-Moll".
 
D
DerOlf
Dabei seit
20. Feb. 2021
Beiträge
1.521
Reaktionen
791
A-Dur ist an der Stelle recht effektvoll. Die Melodie macht statt "Quinte, Terz, Sexte, Quinte" (Begleitung mit C-Dur) dann eben "Septim, Quinte, Oktav, Septim" (Begleitung mit A-Dur). Es ändert sich neben dem Bass (A statt C) nur eine Stimme (Cis statt C).
Geschickt "was anderes als die Tonika" gesucht und gefunden.

Der Rest ist halt ii-V-I ... natürlich ist A-d-G-C eine Quintfallsequenz ... für Jazzer eventuell etwas zu kurz ... keine Ahnung, ich bin keiner.
 
 

Top Bottom