Improvisieren

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Pianonurse

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Hallo zusammen!

Jetzt habe ich schon lange nichts mehr geschrieben, sondern nur ein wenig mitgelesen, aber jetzt bräuchte ich mal wieder Tips von euch.
Ich spiele jetzt seit 2 Jahren Klavier mit wenig Unterricht.

Jetzt bin ich mit meinem Klavierlehrer mit Improvisation angefangen und ich muss sagen, das scheint was für mich zu sein. Ich finde es faszinierend, wie er sich einfach an das Klavier setzt und losspielt. Und das hört sich auch noch super an. Das möchte ich auch können.
Was mich nicht interessiert ist Begleitung. Ich werde nämlich nicht mit anderen zusammen musizieren.

Jetzt habe ich ein wenig mit den Grundlagen angefangen. Ich kenne die verschiedenen Tonleitern, den Quintenzirkel, wie man Dreiklänge bildet und ich weiss was Tonika, Subdominante und Dominante ist.
Jetzt habe ich ein bisschen angefangen, mit der rechten Hand einfache Kadenzen zu spielen (z.b. in C-Dur, G-Dur und A-moll) und mit der linken mal die Bassnoten dazu. Ein bisschen variert, ein bisschen versucht, die Akkorde in den verschiedenen Umkehrungen zu greifen...aber jetzt? Das hört sich ja schon ein bisschen nach Musik an, aber das ist ja noch gar nichts
Jetzt sitze ich vor dem Klavier und weiss nicht, wie ich weiter machen soll. Ich spiele immer wieder die selben Rhythmen und habe das Gefühl, ich bin nicht kreativ genug, mir eigene Sachen auszudenken. Aber das kommt ja vielleicht noch.

Habt ihr Ideen? Ich möchte das gern richtig lernen mit dem Improvisieren. Von der Pieke auf quasi. Ich habe mir auf Empfehlung meines KL jetzt noch das Buch Piano basics dazu gekauft. Die ersten Seiten hauen mich jetzt allerdings noch nicht um.
Da geht es wieder darum, dass für die rechte Hand eine Melodie vorgegeben wird und ich mit der linken Hand die verschiedenen Akkorde dazu spielen soll. Ich möchte aber eigentlich gern beide Hände selbst improvisieren und ganz ohne Noten spielen. Nicht, dass ich nicht Noten lesen kann, aber gerade das Spiel ganz ohne Noten finde ich so cool.
Oder muss ich so anfangen, damit die Akkorde richtig in Fleisch und Blut übergehen? Viele Akkorde kann ich auch noch nicht. Ich bin jetzt einfach mal mit den gängigsten und einfachsten Dreiklängen angefangen und den Gsus4 und Gsus2 hat mein Klavierlehrer mir auch schon gezeigt.

Aber ich wüsste jetzt echt zu gern, wie ich weiter machen soll. Ich bin total motiviert, fleissig und gern bereit, mich jeden Tag 30 Minuten oder mehr ernsthaft hinter das Thema zu klemmen.

Ich habe leider nirgendwo einen Thread gefunden, der wirklich zu meinem Anliegen passt. Zumindest mit der Suchfunktion habe ich nicht das Passende gefunden.

Also über jegliches Input würde ich mich mega freuen. Vielleicht auch noch andere Buchempfehlungen oder Youtubeempfehlungen. (Da gibt es auch viel,aber fast zu viel. Da weiss ich auch nicht recht, was für mich als Anfänger auf dem Gebiet jetzt passt).

Liebe Grüsse aus der schönen Schweiz, Pianonurse
 
hasenbein

hasenbein

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"Hallo, ich habe gestern bei uns im Freibad Seepferdchen gemacht. Schwimmen ist toll. Ich schaff auch schon 1x ums Becken.

Kann mir jemand jetzt mal Tipps geben, wie ich Salto vom Fünfer mache?"
 
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Pianonurse

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Na das ist ja mal eine nette Antwort.
Ist mir schon klar, dass ich nicht von heute auf morgen Weltklasseimprovisation am Piano kann, wenn ich gerade die ersten Schritte gemacht habe.
Ich bin ja nicht blöd.

Ich wollte nur wissen, mit welcher Methode man da weiter macht oder ob jemand ein gutes Buch zu dem Thema empfehlen kann. Oder wie eure Erfahrungen mit der Improvisation so sind.

Also gern ernst gemeinte Antworten, ansonsten kann man sich den Tipaufwand sehr gern sparen.

Danke schön!
 
hasenbein

hasenbein

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Mach einfach das, was Dein Klavierlehrer mit Dir so macht.

Und frag IHN.

Wenn er Dir nicht das Erforderliche an Tipps geben kann und Du dafür ein Forum brauchst - ja, was ist das denn dann für ein Lehrer???
 
Peter

Peter

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Wo er Recht hat...

Ich wollte nur wissen, mit welcher Methode man da weiter macht
Nimm Dir von Anfang an alle Tonarten vor! Jetzt! Transponiere das, was Du jetzt schon so vor Dich hin improvisierst, nach G-Dur, D-Dur, F-Dur, B-Dur... gehe den ganzen Quintenzirkel durch. Nicht, dass Du am Ende so ein Weiße-Tasten-Klimperer wirst wie ich. ;)

Zum Improvisieren selber:
Da geht es wieder darum, dass für die rechte Hand eine Melodie vorgegeben wird und ich mit der linken Hand die verschiedenen Akkorde dazu spielen soll
Das ist erst mal eine sehr gute Übung. Damit hast Du für den Anfang reichlich zu tun. Du kannst Dir für die linke Hand verschiedene Rhythmen, Umkehrungen, Bassläufe, Begleitmuster ausdenken und diese üben. Und auch hier: Immer alles transponieren. Wenn das sitzt, kannst Du rechts die Melodie ein wenig variieren.
Damit hättest Du eine Beschäftigung für Monate.
 
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Barratt

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Mal von Anfänger zu Anfänger:

An diesem Thema bin ich auch gerade dran. Ich bin eigentlich ein vollkommen notenfixierter Mensch und habe meinen Bruder immer sehr beneidet um sein wunderbares Improvisieren, das er schon als Jugendlicher drauf hatte. Was ich nicht wusste und was er in dieser Deutlichkeit auch erst kürzlich artikulierte: Er hat es gelernt. So "richtig". Er war an einem musischen Gymnasium (damals schon ganztags) und hatte parallel zum "normalen" Klavierunterricht Unterricht in Improvisation.


Ich kenne die verschiedenen Tonleitern, den Quintenzirkel, wie man Dreiklänge bildet und ich weiss was Tonika, Subdominante und Dominante ist.
Jetzt habe ich ein bisschen angefangen, mit der rechten Hand einfache Kadenzen zu spielen (z.b. in C-Dur, G-Dur und A-moll) und mit der linken mal die Bassnoten dazu. Ein bisschen variert, ein bisschen versucht, die Akkorde in den verschiedenen Umkehrungen zu greifen...aber jetzt?
...das ist die Grundvoraussetzung. Die Septakkorde werden Dir dann sicher auch schon geläufig sein. Improvisieren setzt profunde Kenntnis und (daraus entwickelt) ein solides Gespür für Harmonielehre voraus.

Eine vorgegebene Melodie harmonisch korrekt begleiten kann ich schon von früher her (hatte mal eine halbe Organistenstelle, dafür sind solche Fertigkeiten überlebensnotwendig :D). Seit neustem habe ich mir angewöhnt, zum Warmspielen nicht nur die üblichen Tonleitern zu spielen, sondern frei auf den Tasten zu experimentieren.

Parallel dazu analysiere ich (mit Unterstützung der KL) sowieso genau die Literaturstücke hinsichtlich ihrer harmonischen Ausgestaltung und der Gestaltung der Übergänge.

Bewusstmachen und Rumexperimentieren. Mehr isses noch nicht. Aber "es" klingt schon teilweise irgendwie gut. :)
 
alibiphysiker

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Heyho,

also meine Empfehlungen sind:

1. Soviel Musiktheorie lernen wie geht
2. Das ganze Zeug gleich in praktischen Uebungen ausprobieren, gerne auch mal was niederschreiben
3. Sehr viel (gute) Musik hoeren (also ich bemerke, dass meine Improvisationen besser werden, wenn ich sehr viel Klassik hoere, z.B. Mahler Symphonien, Beethoven Sonaten, etc. lustigerweise hat sich dieser Effekt auch bei Messiaens Orgelwerken eingestellt)
4. Keine Angst haben vorm Ausprobieren. Wenn man neue Dinge ausprobiert klingen sie, zumindest bei mir, anfaenglich ziemlich kacke. Aber das Gehirn lernt... Ausserdem ist es volkommen unnoetig sich vor sich selbst zu schaemen, wenn es mal doof klingt.

Also, die eben genannten Punkte helfen zumindest mir.

Liebe Gruesse,

P.S. Meine Buchempfehlungen fuer Harmonielehre sind: Wolf - Die Musikausbildung Band 2 und der de La Motte.
 
Steinbock44

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Ja, der liebe Hasenbein … der mit der Kritik meistens gegenüber KL nicht zurückhaltend ist und jetzt soll plötzlich ein Lehrer alleswissender sein. Der Schüler soll nur das machen, was der KL predigt … wo sind wir dann den …. in Nordkorea?

Es gibt es (leider) auch Lehrer, (vor allem diejenige, die aus der Klassikecke kommen), die nur stur das Spielen nach Noten unterrichten. Alles andere bezeichnet sie als Beleidigung des Komponisten und sich z.T. abschätzig über Jazz, Pop etc äussern. Solche Lehrer würden kaum Improvisationen Unterrichten können bzw. wollen.
 
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Pianonurse

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Hallo ihr Lieben!

Vielen Dank für die vielen Antworten. Es waren einige super hilfreiche Sachen dabei. Mir fehlt(e) einfach ein bisschen ein sinnvolles Lernkonzept, ein sinnvoller roter Faden. Aber es waren einige Anregungen dabei und werde mich gleich mal an die Tasten setzen und weiter ausprobieren, transponieren, Tonleitern und Akkorde üben. Und vermutlich hat Hasenbein doch ein bisschen recht gehabt(vielleicht war ich heute morgen nach einem stressigem Nachtdienst nicht ganz fair :)) ....ich wollte mich ja nur ein bisschen austauschen, wie ihr das mit der Improvisation so seht, wie ihr das trainiert. Ich werde versuchen, mit meinem Klavierlehrer ein Lernkonzept zu erarbeiten. Bin gespannt, wie das weiter geht. LG, Pianonurse
 
 

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