Hammerfilze bearbeiten?

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Moderato
Moderato
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Hallo,

kann man an Hand der Bilder erkennen, ob man die Hammerfilze, vielleicht auch die Flucht der Hämmer, bearbeiten sollte.

2010-01-07_1_b.jpg


2010-01-07_4_b.jpg


Ich möchte das auch noch mit meinem Klavier-stimmer/bauer besprechen. Mein Klavier ist in 20 Jahren nur gestimmt worden, nix anderes.
Mir ist es etwas zu laut geworden. Besser gesagt, mein Spiel ist mir zu laut, wenn es kontrolliert sein soll. Das kann aber auch an einer geänderten Höhr- oder Spielsensibilität liegen.

Gruss
Manfred
 
J
jensen1
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Tiefe Rillen sind das nicht, aber natürlich verändert sich der Ton etwas, durch die Kompression des Filzes. Ich würde dir raten, die Hammerköpfe mal abziehen und wieder in Form bringen zu lassen.

Dein Spiel ist dir zu laut, wenn es kontrolliert sein soll: Wenn ich dich richtig verstehe, dann heißt das im Umkehrschluss, dass du Schwierigkeiten hast, die Mechanik im piano oder pianissimo zu kontrollieren.

Dafür ist oft zu viel Reibung an allerlei Stellen in der Mechanik verantwortlich. Du solltest hier nach 20 Jahren der Nutzung die Mechanik mal durchsehen bzw. grundlegend überarbeiten lassen, und zwar von den Tasten beginnend (alle Tasten raus, Staub ausblasen, Stifte polieren, usw.), in der Mechanik Überprüfung der Achsen auf normale Gängigkeit, Halbgang der Dämpfung prüfen, Mechanik ggfs. nachregulieren. Eine zu weite Auslösung kann auch das piano-Spiel erschweren. Das wären so die Dinge, nach denen ich zuerst sehen würde.
 
klaviermacher
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Tiefe Rillen sind das nicht, aber natürlich verändert sich der Ton etwas, durch die Kompression des Filzes. Ich würde dir raten, die Hammerköpfe mal abziehen und wieder in Form bringen zu lassen.

Dein Spiel ist dir zu laut, wenn es kontrolliert sein soll: Wenn ich dich richtig verstehe, dann heißt das im Umkehrschluss, dass du Schwierigkeiten hast, die Mechanik im piano oder pianissimo zu kontrollieren.

Dafür ist oft zu viel Reibung an allerlei Stellen in der Mechanik verantwortlich. Du solltest hier nach 20 Jahren der Nutzung die Mechanik mal durchsehen bzw. grundlegend überarbeiten lassen, und zwar von den Tasten beginnend (alle Tasten raus, Staub ausblasen, Stifte polieren, usw.), in der Mechanik Überprüfung der Achsen auf normale Gängigkeit, Halbgang der Dämpfung prüfen, Mechanik ggfs. nachregulieren. Eine zu weite Auslösung kann auch das piano-Spiel erschweren. Das wären so die Dinge, nach denen ich zuerst sehen würde.
Hallo Moderato,

Ich kann mich jensen1 vollinhaltlich anschließen. Möglicherweise geht es aber auch ohne Hämmer abziehen - je nach Filzbeschaffenheit und Korrekturwünschen.

LG
Michael
 
Moderato
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Hallo jensen1, hallo Michael,

vielen Dank für Eure Stellungnahmen. Ich werde das auch prüfen lassen. Nachdem ich bei piano-e-forte etwas über Niederdruck und Aufgewicht gelesen habe und auch die Münzmethode ausprobiert habe, war ich erstmal erschüttert, daß die Aufgewichte zwischen 10 und 20 g lagen, natürlich mit einer Toleranz von mehreren g. Die Niederdruckgewichte waren so um die 50 g, also ok. Nun habe ich aber danach gehört, daß dies bei einem S&S V 125 normal sein soll und nicht nur auf zu viel Reibung hindeutet. Aber die Tasten kommen schon schneller hoch als ich spielen kann, zumindest so mein Gefühl.
Der Techniker hat mir jetzt auch schon einen Termin genannt, erstmal nur zur Kontrolle.
Dank nochmal an Euch für Eure Einschätzung.

Gruss
Manfred
 
Moderato
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Heute war nun auf meinem Wunsch der Klaviertechniker zur Inanscheinnahme des Innenlebens meines Klavier da.
Bei den Hammerfilzen hält er es nicht für notwendig, diese zu überarbeiten. Ich habe mir vorher selbst einige Stifte, die die Tasten führen, angesehen. Sie sahen wie neu aus und fühlten sich auch so an. Eine Versuchspolitur an einem Stift brachte auch keinen Effekt.
Das niedrige Aufgewicht hält er durch den "Vorderfall" für steinwaytypisch.
Die Mechanik soll aber nun im März in seiner Werkstatt in einen besseren Zustand versetzt werden. Danach werden am Instrument bei mir weitere Regulierungen an der Tastatur stattfinden.
Er hat festgestellt, daß die Köpfe (sagt man das so?) der Piloten matt und nicht mehr hochglänzend sind und so vielleicht etwas zu viel Reibung haben. Da wird er eine Teflonpolitur machen.
Die Hämmer kommen nach Tonanschlag bei gedrückter Taste nicht auf eine gleiche Linie zurück(Bild). Und an einigen Stoßhebeln (stimmt das? siehe Bild) gleiten die Teile nicht so richtig gut.

2010-01-13_56_b.jpg
2010-01-13_39.jpg


Gruss
Manfred
 
klaviermacher
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Hallo Manfred,

Ich kann mir kein Szenario vorstellen, warum nach Deinen Schilderungen die Mechanik nicht an Ort und Stelle überarbeitet werden könnte. Wenn nicht mal die Filze abzuschleifen sind, was ich schon vermutet habe. Mit Teflonpuder kann man die Stoßzungen und das Leder zum gleiten bringen, aber dazu muss die Mechanik nicht zerlegt werden. Die Dämpferfedern muss man sicher einstellen und dann regulieren, was auch ganz leicht vor Ort zu tun ist. Eine leicht laufende Klaviatur stellt man ebenso vor Ort ein - und das bringt viel. Einzig mit der Pressluft den alten Staub weg blasen ist in einer Wohnung nicht günstig. Dazu habe ich für den Fall ein tragbares Pressluftgerät dabei und gehe mit der Mechanik vors Haus oder auf dem Balkon.

LG
Michael
 
Moderato
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Hallo Michael,

Du bist ja sowas gewohnt, wenn Du auf Reisen bist. Der Mann hat aber sein Geschäft und seine Werkstatt nur 20 Autominuten weit weg und ich bin 3 Wochen im März nicht zu Hause, da passte das ganz gut auch für mich. Ich habe also gar nicht erst gefragt, ob er es auch bei mir machen kann.
Ich werde ihm mal vertrauen, er hat schon die erste Stimmung vor 20 Jahren gemacht, da war er noch Angestellter eines Pianohauses in Duisburg, wo ich das Klavier gekauft habe. Das ist längst pleite und nun ist er schon lange selbstständig und hat viel zu tun.

Gruss
Manfred
 
 

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