Fingersatz Klassisch vs. Jazz

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Wu Wei, 18. Juni 2006.

  1. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Peter Deneff und andere schreiben, dass im Jazz teilweise andere Fingersätze verwendet werden als im klassischen Klavier üblich. Mich interessiert, ob und wo es da wirklich Unterschiede gibt. Wie würdet ihr z.B, ganz nach eurer Provenienz, RH im folgenden Ausschnitt (aus Danielsson, Per: "Jazz Etudes") befingern? [​IMG]
     
  2. akura89
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    akura89

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    Hallo,

    hier zwei Varianten von mir
    [​IMG]

    Wie gefällt es ?

    musisch
    Akura89
     
  3. Wu Wei
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    Wu Wei

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    @akura89
    Gefällt mir gut. Mal sehen, ob die Jazzer anders ran gehen. Vielleicht volle Hand durch und dann gesamt umsetzen?

    Du grüßest mit dem Beginn eines alten deutschen Volksliedes? :wink:

    Kalauernd
    Wu Wei
     
  4. pianomobile
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    pianomobile

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    Also, auf die Schnelle:

    1235 1354 3123 1421 3453 1

    Kann sich aber innerhalb einer Improvisation wieder völlig anders ergeben. Ich versuche Patterns oft bewusst mit verschiedenen Fingersätzen, um in der Improvisation auf möglichst viele Situationen "gefasst" zu sein.
     
  5. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Hallo pianomobile,

    erstaunlich: Das ist der Fingersatz, den mein Klavierlehrer – klassischer Pianist mit eingestandenem Jazzdefizit – vorgeschlagen hatte. Er war der Meinung, dass Jazzer mehr dazu neigen würden, bei Läufen 1212- oder 1313-Wechsel durchzuziehen.

    Tschüss
    Wu Wei
     
  6. pianomobile
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    pianomobile

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    Kann ich jetzt höchstens bei der Halbton-Ganzton-Skala nachvollziehen.
    Aber wie gesagt die Fingersätze hängen sehr von der Situation ab, in der du dich beim Improvisieren begibst.
     
  7. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Klar, ich wollte bloß die Jazzetüden gleich möglichst mit einem jazztypischen Fingersatz üben. Gibt es denn nun eurer Meinung nach Unterschiede?

    Tschüss
    Wu Wei
     
  8. pianomobile
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    pianomobile

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    Ich weiss nicht, ob es wirklich einen "jazztypischen" Fingersatz gibt. Fingersätze sind doch etwas sehr Individuelles und hängen letztendlich auch von der Handgröße ab. Ich persönlich bevorzuge Fingersätze, die mir in Bezug auf die harmonische Struktur logisch erscheinen.
    Meine Denkweise:
    Takt 1 ist für mich Fmaj und Em über D. Ergibt Dm7. Takt 2 ist eine Mischung aus G mixolydisch und G-Pentatonik (G7 (13)) und Takt 3 ist Em über C (Cmaj).
     
  9. pocoloco
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    pocoloco

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    Hallo Wu Wei,
    ich nenne die Jazz-Spieltechnik "Positionstechnik" im Gegensatz zu "Lagentechnik" in der Klassik. Tatsächlich springen die Hände im Jazz viel mehr. Siehe: Boogie Woogie oder Salsa. Daumen auf schwarzen Tasten ist erlaubt. Kleine Finger springen auch gerne mal hin und her.
    Der Unterschied kommt wohl auch durch die unterschiedliche Phrasierung. Will man in der Klassik etwa alles binden oder staccato spielen, so hast Du im Jazz oft ein Bebop-Phrasierung (z.B. 2 und 4). So würde ich denn auch die Jazz-Übungen machen: Langsam super-groovig spielen. Dementsprechend würde ich den Fingersatz wählen.
    Soviel meine Gedanken zum Thema.
    Viele Grüße von PocoLoco.
     
  10. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Hallo PocoLoco,

    vielen Dank für deine Gedanken. Erscheinen mir recht plausibel. Die Eigenart der Jazzfingersätze habe ich mir ja auch nicht zusammengereimt, sondern so bei Peterson und Deneff gelesen. Da fällt mir ein, in Schmitz' „Jazz-Parnass“ sind ja auch Fingersätze angegeben, werde mal schauen, inwieweit die deine Theorie stützen.

    Tschüss
    Wu Wei
     
  11. pianomobile
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    pianomobile

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    Lagentechnik und Positionstechnik finde ich gut definiert.
    Daumen auf schwarzen Tasten stimmt natürlich, war mir aber als Hanon-Praktizierender nicht wirklich als jazzige Besonderheit im Bewußtsein.
    Der Fingersatz wird auch letztendlich davon abhängen, an welchen Stellen einer line man atmet bzw. absetzt.
     
  12. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Ist denn der Schwarze Daumen bei den Klassikern noch so verpönt? Habe gerade gestern im "Klavierspielerbüchlein" von Walter Georgii gelesen, dass er den auch auf schwarzen Tasten für durchaus berechtigt hält, und das war 1953.

    Wu Wei
     
  13. pianomobile
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    pianomobile

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    Kann´s am ehesten bei Tonleitern nachvollziehen. Deshalb meinte ich ja, dass ich den schwarzen Daumen nicht wirklich als besonderen Jazz-Fingersatz sehe. Auch bei klassischen Fingerübungen im Fünftonraum kommt beim Wechsel der Tonarten immer wieder der Daumen auf die schwarzen Tasten.
     
  14. Asteroid
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    Asteroid

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    Wenn man sich neue Notenausgaben von Bach oder Händel kauft dann ist da doch heutzutage bei den Fingersätzen des Herausgebers auch immer Daumen auf schwarzen Tasten dabei...

    ... und ich möchte denjenigen spielen hören, der Chopin ohne Daumen auf schwarzen Taten spielt! :wink: