Eltern untersagen selbstbezahltes Digitalpiano - was nun?

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von Wiemalte, 4. Sep. 2013.

  1. fisherman
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    fisherman

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    Heia Barratt, da hattest Du es noch gut! Mir hat man DAS LESEN verboten! Nein, das ist jetzt kein Witz. Und daher rate ich Malte auch - wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sin (!!!) - zur kleinen Revolte. Irgendwann müssen auch reife Menschen noch kapieren können, wenn sie Sch... bauen und mächtig auf dem Holzweg sind.

    Aber was reden wir. Jetzt kommt doch ohnehin erst mal die Schulleitung und gibt Malte KOSTENLOS ein Leih-Digi. Da wird man mit den Zähnen knirschen, aber vermutlich wirds gutgehen. Lehrer haben oft genug mit Problem-Eltern zu tun, die werden dafür ein Händchen haben. Und wenn der HERR (!!!) DIREKTOR (!!!) höchstpersönlich ...
     
  2. Wiemalte
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    Wiemalte

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    Es hat doch nix mit den Eltern zu tun, auf welcher Schule man ist - es gibt heutzutage kein Gymnasium/keine Schule mit Abi mehr, die keine Ganztagsschule ist!
     
  3. hasenbein
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    hasenbein

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    Hattest Du das vorher auch schon geschrieben, daß ab 18.00 Deine Schwester üben muss, Wiemalte??? (Hab keine Lust, den ganzen Thread durchzusuchen.)

    Dann ist die Sache doch mal so was von klar, daß ein Digi her muss, und zwar gemeinsam für Deine Schwester und Dich.

    Wer gerade nicht ans Klavier kann, weil das belegt ist, kann am Digi was machen.

    So wie momentan ist das doch nun wirklich eine blöde Situation.
     
  4. fisherman
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    fisherman

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    Ich würde heute kein Kind mehr auf eine Regelschule schicken. Aber die Hintergründe für diesen Schmarrn sind andere. Vor allem: Bei anderen fremde Schulsysteme abkupfern, ohne sie zu kapieren (USA, etc). Abkehr (!!!) von der Leistungsgesellschaft, aber DENNOCH "Super-Abschlüsse geliefert bekommen". Frei Haus, ohne dass man die Kinder eigens motivieren oder gar erziehen muss. Große Gleichmacherei - das steckt dahinter. Funzt aber so nicht. Heute sind die Schichten deutlich undurchlässiger als z.B. in den 70ern. Wenn nämlich alle ein Abi haben (zu meiner Zeit gingen vom Dorf pro Klasse 1-2 Schüler aufs Gym), dann zählen später nämlich wieder Dinge, die wenig mit Leistung zu tun haben: Genug Geld für eine elitäre Privatuni, viele Auslandspraktika ohne Verdienst, Vitamin B und natürlich: (überzogenes) Selbstbewusstsein (früher nannte man das Standesdünkel).
     
  5. Wiemalte
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    Schön wärs... Das Schulsystem der USA ist gar nicht mal so schlecht... Hasenbein - du hast recht...
     
  6. fisherman
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    fisherman

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    Leider doch. Es gibt durchaus Schulen/Gymnasien, wo im Ganztagesprogramm sehr viel Raum für Spass, Spiel, Sport, Kunst und Musik eingerichtet ist. Ich hab allerdings keine Ahnung, woher diese Unterschiede kommen, denn m.W. ist das ja alles vorgeschrieben. Ich weiß aber, dass an diesen Schulen dann (fast) immer Chefs/Chefinnen sitzen, die ganz herausragende Persönlichkeiten sind. Vermutlich haben die genug Arsch in der Hose, um das harte System betont lebensfreundlich auszugestalten.
     
  7. Curby
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    Das ist ja grade das Schlimme..

    Ich habe gehört, dass von dem meisten Friseuren auch Abi verlangt wird (und anderen Berufen). Wenn das so ist, kann ich mein Abitur ja gleich vergraben.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. Sep. 2013
  8. hasenbein
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    hasenbein

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    Guckt man hinter die Kulissen, Fisherman, dann sind an diesen "tollen" Schulen jedoch oft genug die Lehrer völlig überlastet und haben keine Freizeit mehr. Denn von ihnen wird dort ständiges Überengagement verlangt. Das muss man auch sehen.

    Die einzige Lösung wäre, wenn alle gemeinsam einen Gang zurückschalteten und einsähen, daß, ob man das fürs Leben und die Bildung Wichtige lernt, nicht davon abhängt, daß man mehr und mehr Zeit aufwendet - sondern von ganz anderen Faktoren.

    Genauso wie einer, der pro Tag 12 Stunden arbeitet, ja keineswegs dadurch unbedingt mehr schafft oder bessere Qualität abliefert.

    Aber davon können wir wohl noch lange träumen. Im Moment gibt es nur Schwachsinnsreformen, die in Wirklichkeit alle nur dazu da sind, Geld einzusparen (G8, in manchen Bundesländern Integrationsunterricht oder Abschaffung des Sitzenbleibens).

    LG,
    Hasenbein
     
  9. Wiemalte
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    Wiemalte

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    Ganz ehrlich - in ganz Nordfriesland, also in meinem ganzen Einzugsgebiet gibt es keine solchen Schulen... Und von solchen habe ich auch nie gehört - wenn es keine Privatschule ist.
     
  10. fisherman
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    @ Curby: Ja! ;-)

    @ Hasenbein: Ne, an den Schulen, die ich kenne und an denen die Chefs wirkliche Chefs sind, sind die Lehrer begeistert und motiviert. Ist wie in Unternehmen. Stell ne gute Person an die Spitze und alle fühlen sich wohl. Nur die Faulen nicht.
    Ne, die grundlegenden Ideen sind oft verdammt gut, aber wie immer hapert es in der Ausführung. Ist eine Krankheit in D. Integrationsunterricht ist sehr gut für die Sozialisation, aber wenn man eben mehr als 2-3 "Problemkinder" in eine Klasse steckt, kehrt sich alles um. Sitzenbleiben abschaffen? Aber gerne - jedoch nur das pauschale Sitzenbleiben. Weshalb soll ein Schüler, der ine 6 in Mathe hat und sonst brauchbare Noten, ALLE Fächer wiederholen? Wieder ein Fall, wo man abei anderen abguckt (hier konkret USA), aber nix rafft.
     
  11. fisherman
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    fisherman

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    Malte, come to Bavaria - better: Franconia ;-). Da gibts sowas, aber auch eher selten. An einer dieser Schulen stellt sich der Direx am ersten Tag nach den Ferien an die Treppe und begrüßt JEDEN Schüler mit Namen. Die Schule hat über 1.000 Schüler. Muss ich mehr sagen?
     
  12. chiarina
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    chiarina Guest

    Lieber fishi,

    ich kenne allerdings nur ziemlich schlimme Geschichten aus den Highschools der USA und zwar, was das Niveau betrifft. Auch das Lernen dort soll anders sein und eher ein Auswendiglernen beeinhalten als Transferdenken und lösungsorientierte Ansätze. An privaten Schulen sieht das dort natürlich dann ganz anders aus.

    Liebe Grüße

    chiarina

    P.S.: Ich bin sehr für Inklusion und Integration, allerdings nur bei guten Rahmenbedingungen, die z.B. auf dem Land fast nie gegeben sind. Diese Rahmenbedingungen kosten eine Menge Geld, oft sind noch nicht mal Förderschullehrer an Ort und Stelle.
     
  13. Curby
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    @fisherman
    So ein Dreck, da bemüht man sich halbwegs grammatikalisch korrekt zu schreiben und dann ist dieses dumme M neben dem dummen N und schon ändert sich alles. Aber hey, ich hatte auch nur n 3,4er Abitur ;)
     
  14. gubu
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    gubu Guest

    ...womöglich gar in Berlin! :D
     
  15. fisherman
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    @chiarina:
    Zunächst mal: Auch an den staatlichen HS ist das Niveau nicht so niedrig, wie man in D. immer glaubt. Dort hängt alles noch in stärkerem Maße vom Bundesstaat (liberal/konservativ), von der Lage der Schule (Stadt/Land) und nicht zuletzt von der Ausrichtung (musisch/sportlich) ab. Auch die Größe ist nicht unwesentlich. Ich hatte nun zwei Töchter dort, einmal "rechts oben" und einmal "links unten" - einmal an einer STAATLICHEN Schule in einer Kleinstadt mit musischer Ausrichtung (600 Schüler) , einmal in einer rel. großen Stadt mit extremer sportlicher Ausrichtung (3.000). Beide waren - verglichen mit deutschen Regelschulen, verdammt gut - die kleinere Schule allerdings DEUTLICH besser. Das Engagement der Lehrer ist mit D. überhaupt nicht zu vergleichen - die Lehrer sind meist 24h mit Lust und Liebe dabei! Wieviele ausländische Austauschschüler kehren aus D. heim und haben einen Sack voller höchst persönlicher Referenzschreiben im Koffer? Wir reden hier nicht von Standardschreiben, sondern von bis zu 6 Seiten langen Elaboraten! Unsere Lehrer jaulen auf, wenn sie statt einer Note zwei vorgefertigte Sätze aus dem Computer quetschen sollen!

    Und gelernt wird genau so, wie es in deutschen REFORM(!!!)schulen ist (haha): Man erarbeitet sich das Wissen selbst - unterstützt von Lehrern und Schulfreunden. Meine große Tochter war in Physik z.B. eine Null. In den USA wurde sie auf eine 1 gebracht. Und DIESER Stoff sitzt immer noch bombenfest - Jahre danach! Von Auswendiglernen keine Spur! DAS findet hier, in D statt! Auch das Prüfungssystem ist besser: Da permanent geprüft und benotet wird, lernt man nicht einmal kurz vor der Schulaufgabe (es soll, habe ich erfahren, in D. Bundesländer geben, wo man keine "Exen" - unangekündigte Prüfungen kennt...), sondern permanent. Und wenn man einen schwachen Tag hatte, dann ist dieser nicht so bedeutsam wie eine versaute Schulaufgabe. Das wirkt sich sehr positiv auf Angstvermeidung und Selbstbewusstsein aus.

    Aaaaaber:
    Da die Schüler sich Ihre Kurse (teils absonderliches Zeug) selbst zusammenstellen, ist es in den USA durchaus möglich, eine gute HS zu absolvieren und als Doofie ins Leben zu treten. Vielleicht rührt daher der negative Ruf? Ich könnte mir gut vorstellen, dass vor allem Austauschschüler das nutzen, um ein geiles Jahr zu haben. (Ich habs meinen Töchtern sogar nahegelegt und weiß bis heute nicht, wieso sie es mir "zeigen" wollten, indem sie sich die schwierigsten Fächer ausgesucht haben. Wenn Kinder lernen WOLLEN (und das wollen am Anfang eigentlich alle), dann sind sie an US-HS (außerhalb sozialer Brennpunkte) besser aufgehoben als hier. Davon bin ich mittlerweile fest überzeugt. Genauso, wie ich glaube, dass unser Bildungssystem kurz vor dem Abgrund steht und mit Sicherheit auch abstürzen wird.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. Sep. 2013
  16. Curby
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    Ne, auf einem Internatsgymnasium ;) im Norden der Republik.
     
  17. Wiemalte
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    Ist es das nicht schon längst? :D
     
  18. Wiemalte
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    Wo? :D :D :D
     
  19. fisherman
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    Nee, das fällt noch viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeel tiefer. Wetten?
     
  20. Curby
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    Bad Bederkesa.