Chinesische Klaviere

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fisherman

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... gelten gemeinhin nicht als der Traum eines Pianisten. Allerdings wird hier im Forum immer wieder Wendl & Lung empfohlen.

Wir als Verbraucher haben Macht. Ein wenig nur, aber wenn sich viele zusammentun, können auch wir kleinen Würstchen viel bewirken. Heutzutage generell Empfehlungen für chinesische Klaviere auszusprechen, halte ich für politisch inkorrekt.

Ob die Haltung des IOC vernünftig ist, mag ich nicht beurteilen. Dass unsere Politiker Angst haben, sich mit dem Dalai Lama zu treffen, erhärtet nur meine Meinung zum Thema "Rückgrat & Politik". Dass aber nun China (unkommentiert von Presse & Politik) die Zügel im Umgang mit Deutschland anzieht, weil wir uns erdreisten, den Dalai Lama als Gast willkommen zu heißen, sollten wir nicht einfach so hinnehmen.

Gerade hatte ich ein Telefonat mit einem Kunden, der ab jetzt nur noch ein Visum bekommt, wenn er a) eine bereits bezahltes Hin- und Rückflugtik vorweisen kann und b) für jeden Tag seines Aufenthalts eine vorausbezahlte Hotelbuchung nachweisbar ist. Diese Bestätigung muss der jeweilige Hoteldirektor erstellen. Das ist ein nettes Reisen. George Dabbeljuhs feuchteste Träume!

Sämtliche deutsche Studenten, die zur Zeit in China studieren, erhalten für das nächste Semester kein Visum mehr.

Wollen wir wirklich dafür brav "Danke" sagen und Wendl & Lungs (oder Chings & Chongs) kaufen? Ich nicht. Lieber trommel ich mit Stöckchen auf nem hohlen Baumstamm...
 
M

Melodicus

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Ich stimme dir absolut zu!!!

Genau genommen sind "die Chinesen" = die chinesische Regierung für unfaßbar viele übelste Dinge auf der Welt verantwortlich. Das betrifft die Arbeits- und Lebensbedingungen im Land, die Umweltzerstörung (auch in anderen Ländern, wo skrupellos die Natur ausgebeutet wird zwecks Profit), und die politische Einflußnahme. Das Elend in Birma findet nur statt, weil die Chinesen diese Verbrecher-Junta unterstützen.
Mann, ich könnte mich schon wieder aufregen...!!!

Was die Möglichkeit von uns Konsumenten angeht: bei einer Marke die eindeutig aus China kommt, wo's quasi draufsteht, ist das noch relativ einfach. Problematisch wird es bei den vielen vielen Produkten und Herstellern, wo man's nicht weiß oder nicht mal ahnt! Wem welche Firma gehört, oder ob/was eine deutsche Firma in Wahrheit in China (vor-)fertigen läßt, das weiß man nicht und bekommt es auch häufig nicht gesagt.
Man müßte also eigentlich eine Liste haben, wer was in China fertigen läßt. Die wäre erschreckend lang. Und für manches Produkt gäbe es vermutlich keine (bezahlbare) Alternative zur China-Produktion.

Nichtsdestotrotz: so weit man es selbst in der Hand hat und die Informationen dazu, sollte man diesen Herrschaften nicht noch das Geld in den gierigen Rachen werfen.

Melodicus
 
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Pflaume

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Die Ursache allen Übels liegt doch aber nicht an China!

China wurde anfangs von den großen westlichen Unternehmen als Marionette gesehen, die man nutzen kann um den eigenen Profit zu steigern.
Billige Arbeitskräfte, keine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz, tolle firmenfreundliche Arbeitszeiten, was möchte eine Aktiengesellschaft, deren Hauptziel es ist ihren Gewinn jedes Jahr aufs neue zu maximieren um den lieben Anlegern eine gute Dividente zu schenken, denn mehr?
China war das Schlaraffenland schlechthin.

Aber es kam anders :D, die Unternehmen kamen, brachten ihr Know-How, die Chinesen aber wollten eben verständlicherweise auch ein Stück der Torte (es ist schließlich ihr Land, ihre Arbeitskraft, ihre Zeit) und begannen sich auf außergewöhnliche Art und Weise das Know-How der westlichen Unternehmen anzueignen (gut, sie haben es gestohlen, aber ein Wolf denkt auch nicht nach ob das Huhn nun vom Bauer Fritz oder wildlebend ist).

Man sollte die Chinesen vielleicht auch versuchen ein wenig zu verstehen, denn hätten die westlichen Unternehmen das ganze ein wenig anders aufgezogen, wäre es zu den heutigen Umständen wohl nicht gekommen.

Ausbeuten der Natur für Profit tut jedes Land, da sind wir nicht besser, wir haben nur nicht soviel Einwohner wie China und dementsprechend ist unser Anschluss an die Zapfsäule kleiner.
China hat ca. 20x soviele Einwohner wie wir, wenn wir pro Jahr 2 Millionen Tonnen (einfach eine Zahl) Sprit brauchen, brauchen die bei gleichem Lebensstandard (und den wollen sie definitiv irgendwann haben!) schon 40! Millionen Tonnen.

Das muß irgendwo herkommen, drängt doch jetzt plötzlich jemand auf den Markt, der soviel abzieht, das die Gefahr besteht das es anderen irgendwann fehlt.
Ich bin ja immer noch der Meinung, das dies irgendwann böse enden wird.

Als Deutschland im Wirtschaftswunder war, haben unsere Chemiefabriken, die Kohlewerke, die Stahlhütten und viele mehr auch nicht auf die Natur geachtet!
Die wollten den Bedarf decken und gleichzeitig ihren Geldbeutel füllen.
Das ist nur an die 50 Jahre her und in diesen 50 Jahren wurde mehr kaputt gemacht als in 1 Millionen Jahren von der Natur aus repariert werden könnte.

Ein großes Übel, außer für Großanleger, sind Aktiengesellschaften. Denn die achten auf nichts anderes, als jedes Jahr eine Gewinnmaximierung zu erreichen, die die des Vorjahres übersteigt. Irgendwann sind Produktmaximierung und Ausbeutung billiger Arbeitskräfte ausgeschöpft, dann müssen neue Ideen her und die heißen dann Stellenabbau im eigenen Land, Verkauf diverser Sparten uvm. trotz Millionengewinnen!
Wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, wird der Blick nach China ziemlich trübe, weil man erkennen muß, das die Prediger von Wasser im eigenen Land doch eigentlich selbst immer nur den Wein trinken.

Liebe Grüße
Pflaume
 
K

Klavierbaumeister

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Zustimmung auch meinerseits, allerdings straft hier fisherman W&L stellvertretend und als einzige namentlich genannt für ihre Offenheit ab, dass sie in jedes Instrument reinschreiben, dass es aus China kommt.
Das in dem Ursprungs-Thread genannte Steinmann-Klavier kommt genauso aus China wie May, Irmler, Biese, Steinbach, Römhild, Palatino, Pearl River, Ravenstein, Essex - und unzählige andere Produkte von Adidas, Nike, Olympus, IBM, Dell, Siemens, Bosch, etc., etc.
Danaben vermutlich 80% des Sortimentes der örtlichen Baumärkte wie Praktiker, Obi, Hornbach, Bauhaus, Toom, etc.
Auch befinden sich drei der insgesamt 9 Klavierfabriken von Yamaha in China.

Hauptproblem ist doch der Kunde mit seiner Preisvorstellung:
Keiner würde hier W&L empfehlen, wenn ein Thread gestartet würde mit "Ich möchte meinem Kind das Klavierspiel ermöglichen. Das Instrument sollte von ordentlicher Qualität sein, einen schönen Klang haben, der zum musizieren ermuntert, darf jedoch nicht über 12.000,- Euro kosten."

Stattdessen kommen Anfragen wie:
"Ich suche ein Klavier, es muss schwarz poliert sein, Konsolen haben, und darf nicht über 3000,- Euro kosten. Was ist besser, ein neues Instrument oder ein Yamaha Reimport vom Versandhandel?"

Dass dem Kunden empfohlen wird, erst mal ein W&L anzuspielen, wenn die Alternative ein Steinmann-Klavier wäre, ist aus meiner fachlichen und musikalischen Sicht absolut korrekt.
Niemand würde aber ein Chinesisches Klavier als Alternative zu einem deutschen Klavier empfehlen, wenn da nicht der Preisunterschied wäre.
 
Tastenscherge

Tastenscherge

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ich halte nichts davon, Produkte eines Landes zu boykottieren, da es meist die falschen trifft, nämlich die Bevölkerung und nicht die jeweilige Regierung. Außerdem dürften dann die Leute keine amerikanischen Produkte kaufen, die den Irakkrieg und die US-Umweltpolitik für falsch halten. Usw. etc. pp. Da so ziemlich jedes Land mehrere Leichen im Keller hat, bleiben wahrscheinlich nur noch tibetische Produkte ;)

Allerdings hat der Verbraucher tatsächlich eine gewisse Macht, die er bei der Produktwahl auspielen kann. Wenn ein Unternehmen sich nicht so verhält, wie ich es erwarte bzw. für richtig halte, kaufe ich deren Produkte nicht. Bei mir persönlich sind z.B. folgende unten durch: Nokia, Siemens, Continental, Allianz, Deutsche Bank, Schlecker und etliche andere. Eigentlich kann man sich heutzutage fast schon sicher sein, dass jede Aktiengesellschaft nur dem Profitstreben ihrer Anleger verpflichtet ist und sich einen Dreck um die eigene Belegschaft kümmert.

Andererseits bin ich irgendwie auch froh, dass ich nicht alles weiß, denn sonst würde ich wahrscheinlich verhungern und in Leinensäcken rumlaufen ;) Außerdem ist so ein soziales Gewissen auch nicht gerade billig, im Gegensatz zu z.B. Lidl.
 
fisherman

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Außerdem ist so ein soziales Gewissen auch nicht gerade billig, im Gegensatz zu z.B. Lidl.
Wobei es schon ein kleiner Unterschied ist, ob Lidl nun seine Mitarbeiter bespitzelt oder Shell kaltblütig Kleinkriege anzettelt... Von China ganz zu schweigen.

Es gibt aber einen kleinen Unterschied zum Irakkrieg und den derzeitigen chinesischen Umtrieben. Bei ersterem haben wir Deutschen, resp. unsere Politiker (größtenteils) Flagge gezeigt. Und wir wurden dafür nicht mal bestraft, sondern haben in großen Teilen der amerikanischen Bevölkerung Zuspruch erhalten.

Es geht nur darum, eindeutige, klare Positionen zu beziehen - in welcher Form dies jeder für sich macht, sei ihm überlassen. Müssen wir uns Pandas in Zoos ansehen, die die Chinesen für Millionenbeträge "verleihen"?

Eigentlich kann man sich heutzutage fast schon sicher sein, dass jede Aktiengesellschaft nur dem Profitstreben ihrer Anleger verpflichtet ist und sich einen Dreck um die eigene Belegschaft kümmert.
Leider wahr. Aber wir alle können Nokias Umsatz in D kräftig abstüzen lassen. Dann sehen wir mal weiter :D.

Ohne den massiven Widerstand aus Teilen der Öffentlichkeit und spürbare Umsatzeinbußen hätte Shell anno dunnemal ganz locker die bekannte Bohrinsel versenkt.

Es geht also. Und ein ganz klein wenig ist besser als gar nix!
 
Petz

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Dann sollten mal die Politiker mit gutem Beispiel vorangehen und den Dalai Lama nicht praktisch (mit einer Ausnahme) unter, an den Haaren herbeigezogenen Begründungen ausladen.
Falls die chinesischen Regierungsvertreter dann wieder schmollen werden sie das nicht lange durchhalten denn dazu ist für sie der europäische Markt einfach zu wichtig.

Ich halte einen Boykott speziell chinesischer Waren nicht für sinnvoll (bei irgendwelchen kapitalistischen Aktionen ala Shell hingegen sehr wohl) weil sich speziell hier durch das Wirtschaftswachstum und die, dadurch zunehmenden internationalen Kontakte der Bevölkerung auch eine spürbare Änderung der chinesischen Politik ergibt (z. B. die Zulassung internationaler Hilfe im Erdbebengebiet und das Angebot eines Dialos mit Tibet). Denke, daß die Medienpräsenz im Falle von Tibet sicher auch ihre Auswirkungen zeitigte, längerfristig gesehen finde ich den Weg Chinas einer langsamen Öffnung als richtig auch wenn sich in Punkto Menschenrechten sicher wesentlich schneller was verbessern sollte. Aber nur so besteht auch ne gewisse politische Kontrollfunktion die gewährleistet, daß nicht dem Raubtierkapitalismus dort ungebremst Tür und Tor geöffnet wird.

Bezüglich Birma würde ich ganz anders und mit der gleichen Skrupellosigkeit und Brutalität wie die Regierungskaste vorgehen. Mit Agentenspezialkommando mal einige der ganz hohen Generäle auf Radieschenebene bringen (Verkehrsunfall, Flugunfall, die Leute radioaktiv verseuchen oder ähnliches); wenn die sehen das es ihnen ob ihrer Kompromißlosigkeit persönlich an den Kragen geht ändert sich dann unter Umständen sehr schnell was; glaube aber auch nicht, daß sich die birmanische Generalität von China besonders viel sagen lässt.
 
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Quertreiber

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Ich finde, dass China derzeit sehr unrecht getan wird. Es ist ein aufstrebendes Land, in dem sich aber in den letzten Jahren sehr viel getan hat. Und ich denke, dass sich auch in den nächsten Jahren viel tun wird. Natürlich gibt es dort noch sehr viele Mißstände bezüglich

- der Menschenrechte
- der Meinungsfreiheit
- der Gesundheitsversorgung
- des Umweltschutzes etc.

Aber warum ist das so? Warum müssen die Menschen dort von Hungerlöhnen leben? Warum sind die Sicherheitsbestimmungen in Bergwerken so schlecht? Weil wir es möglichst billig haben wollen! Man muss es ganz klar sagen - die westliche Welt kann den Lebensstandard nur halten, weil sie andere Länder ausbeutet. Nicht nur China, auch Afrika, Indien etc.

In Indien steht Kinderarbeit an der Tagesordnung und dank dem Kastensystem haben manche Menschen quasi per Gesetz/per Religion so gut wie gar keine Rechte/keine Lebenschancen? In Afrika gibt es zahlreiche diktatorische Regieme, die nicht nur brutal gegen ihre Bevölkerung vorgehen, sondern auch noch von der westlichen Welt unterstützt werden (bzw. früher unterstützt oder sogar eingesetzt wurden). In Südamerika werden die noch vorhandenen Indianerstämme als Touristenatraktion mißbraucht. Sie haben so gut wie alle Landrechte abgeben müssen, leben auf durch Ölfelder verseuchten Böden und werden jetzt auch noch geächtet, weil sie den Regenwald abbrennen um Lebensmittel anzupflanzen. Warum schaut die Welt nicht darauf?

Klar geht China im Moment "unsanft" mit den Tibetern um und versucht sie zu assimilieren. Aber was macht denn USA mit seinen "Kolonien"? Wie ist man mit den Ureinwohnern um 1900 umgegangen? Was passiert in Irak, insbesondere in den Gefängnissen? Meint Ihr, dass USA ihre "Problemkinder" mit Samthandschuhen anfasst? Vor 150 Jahren war in den USA noch die Sklaverei erlaubt!

Generell würde mich der Vergleich China-USA sehr interessieren. Z. B. "Pro-Kopf-Umweltverschutzung", Todesstrafen, Menschen in Armmut etc. Dabei muss man bedenken, dass in China 1,3 Milliarden Menschen leben, in den USA nur 0,3. Oder der Vergleich China - "Musterland" Indien.

Meiner Meinung nach ist China jetzt noch nicht reif für eine westliche Demokratie. Und wenn man damit nicht umgehen kann, kann es auch nach hinten losgehen - Beispiele sind Deutschland in den 30er Jahren oder derzeit Palästina, mit seiner Hamas.

Also noch mal zusammengefasst: Klar ist in China vieles nicht in Ordung, allerdings ist es auch nicht einfach ein so großes, bevölkerungsreiches und nicht besonders wohlhabendes Land zusammenzuhalten.
Will man der Welt helfen, so gibt es sicherlich viele andere Regionen, die es nötiger hätten.

Schönen Abend
Tom
 
fisherman

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@ petz: Gefällt mir, was Du schreibst. Die Unterscheidung zwischen "politischen und kapitalitischen" Aktionen macht Sinn. Das unerschreib ich gerne! Besonders gut hat mir als altem Radikalski natürlich die "Radieschenebene" gefallen - erinnert mich an meine Jugendzeiten, als wir uns immer eine Panzerfaust im Auto wünschten, um die Klopapierrollenimrosahäkelhutaufderablage-Fahrer von der Straße zu pusten ...:D

@Quertreiber: Dir geb ich auch recht. Sehr durchdacht - bis auf eines: die typisch deutsche Selbstanklage:
Aber warum ist das so? Warum müssen die Menschen dort von Hungerlöhnen leben? Warum sind die Sicherheitsbestimmungen in Bergwerken so schlecht? Weil wir es möglichst billig haben wollen!
Sorry, aber Du darfst gerne das Zehnfache für chinesische Produkte bezahlen, aber glaube bitte nicht, dass auch nur ein Cent bei denen ankommt, die es bräuchten. N.B. Das wäre bei uns (leider) auch nicht anders.
 
klaviermacher

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Ich bedaure sehr, daß wir in Europa von den Medien "eingekocht" werden. Die "Gelbe Gefahr" ist ja schon seit Jahrzenten ein bis weilen auf kleiner Flamme gehaltenes Dauerthema. Wer die Menschen kennt, der würde sich schämen mitzumachen. Wer sie kennen lernen will, der braucht nicht weit gehen. Ins China Restaurant. Ja, das sind ganz normale Menschen, höfliche Menschen.

Stellt Euch vor, die Märkel wäre den chinesischen Medien unsymphatisch, und alle Chinesen kaufen dann keine deutschen Produkte mehr - was ungefähr das Selbe wäre. Was kann das helfen? Wem kann das helfen? Na den Medien!!! Die hätten dann wieder ein Thema um die Rassen aufeinander zu hetzen. Pfui Teufel mit der ganzen Hetzkampagne.

Warum sollten wir auf einen Zug aufspringen, der nirgendwo hinfährt, außer in ein Trauma. Wem bringt das Knete?

Im Übrigen: Chinesen lieben die europäische Musik - ählich wie die Japaner!

Um zu den Klavieren zu kommen - ja, die Qualität ist noch nicht dort, wo die europäischen Hersteller sind, aber sie verbessern sich stetig.

Wenn hier nicht geschlafen wird, dann wird man den Abstand durchaus halten.
Ich weiß, daß ich als Wahrsager gelte, aber aus Erfahrung kann ich prognostizieren, daß die heimischen Marken wesentlich haltbarer sind - um GENERATIONEN haltbarer, wenn ich mir die Yamaha-Threads ansehe -mit 25 oder 30 J. Schrottklaviere.

Die Zeit reift angesichts viel größerer Umweltprobleme für nachhaltige Produkte und Kostenwahrheit bzw. wird über kurz oder lang angewandte Umwelttransparenz in die Preiszusammenstellung einfließen (vielleicht steuerlich? co2 Abgabe od. ähliches)- dann wirkt sich ein Festhalten an Qualität und Haltbarkeit, sowie geringe Transportwege etc. sofort aus - auch für die heimischen Betriebe.

Ja, dann lohnen sich plötzlich wieder simple Reparaturen an einem Kawai-Basssteg und man muss nicht traurigerweise mit nem Stöckchen auf nen hohlen Baum schlagen:D.

Es lebe das Klavier -
I live for piano!

LG
Klaviermacher
 
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Zitat von fisherman:
Sorry, aber Du darfst gerne das Zehnfache für chinesische Produkte bezahlen, aber glaube bitte nicht, dass auch nur ein Cent bei denen ankommt, die es bräuchten. N.B. Das wäre bei uns (leider) auch nicht anders.
Nein, das würde ich nicht - hab ich nie behauptet.

Was ich aufzeigen wollte ist, dass die Situation nicht so schwarz-weiß ist, wie sie in den Medien dargestellt wird (China=böse, Tibet=heilig).

Von wegen "freies Tibet". In Tibet gibt es auch viele Kräfte, die sich mit Gewalt von China lösen wollen und auch Gewalt anwenden (die Situation dieses Jahr ist so eskaliert, weil Tibeter durch die Straßen gezogen sind und chinesische Geschäfte demolierten). Der Dalai Lama hat sich nie von solchen Gruppierungen distanziert. Ich wäre wirklich mal gespannt, wie die USA mit einer Situation umgehen würden, wenn sich die amerikanischen Ureinwohner von den USA unabhängig machen wollten und beispielsweise North Dakota, South Dakota und Wyoming für sich beanspruchen würden. Oder wenn die schwarze Bevölkeung eine unabhängige Region haben wollte. Ich denke, man würde sie auch ziemlich bald als Terorristen oder Verfassungsfeinde verfolgen und auch friedliche Organisationen dieser Art verbieten. Wie geht denn Spanien mit den Basken um? Wie die Türkei mit den Kurden?

Ich denke, dass man sich derzeit maßvoll ggü. China verhalten und das Land nicht als den Buh-Mann der Welt hinstellen sollte.

Der Standpunkt der westlichen Welt was die Chinainnenpolitik angeht ist eindeutig und den Chinesen auch klar. Das bekommen auch die vielen chinesischen Studenten mit (es dürften zig Tausende sein), die im Ausland studieren und zukünftig die Elite des Landes darstellen werden. Sie lernen jetzt was Demoktarie und Freiheit bedeutet und werden es in den nächsten Jahrzehnten in China sicher umsetzen. Wobei der Westen ja nicht das Maß aller Dinge ist. Vielleicht machen es die Chinesen es ja sogar mal besser. Es geht halt nicht von jetzt auf gleich, ohne das Land komplett zu destabilisieren.

Um noch mal zu den Klavieren zu kommen: Von einem Boykott Chinas halte ich gar nichts. Wenn man ein gutes Klavier kaufen möchte und das nötige Kleingeld hat, kauft am besten ein deutsches Instrument, das wahrscheinlich auch das nächste Jahrhundert erleben wird. Wenn man das nötige Geld jedoch nicht hat oder es nicht ausgeben will, muss man wohl oder übel auf ein Gerät zurückgreifen, das in Billiglohnländern prodiziert wurde (China oder andere - in denen Menschenrechte, Umweltschutz etc. größtenteils auch nicht erste Priorität haben) und tut es nach 30 Jahren weg. Aber für 3000 Euro darf man auch nicht mehr erwarten.

Viele Grüße
Tom
 
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robimarco

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Also, ich verstehe die Aufregung nicht wirklich.
Wenn ich als Konsument ein Instrument finde, dass meinen Anforderungen sowohl preislich als auch qualitativ entspricht, ist mir die Herkunft relativ egal.

In meinem konkreten Fall schwankte ich auch zwischen einem Wendl & Lung um 3.500,- und einem Schimmel um 7.800,- . Sowohl der klangliche als auch der spieltechnische Unterschied kann meiner Meinung nach niemals 4.300,- Euro wert sein. Ich entschied mich aber dennoch für das Schimmel-Klavier, weil mir eben der (doch geringe) klangliche Unterschied und vor allem die zu erwartende Lebensdauer den Mehrpreis wert war. Aber - die Entscheidung ist mir trotzdem nicht leicht gefallen.

Hätte ich ein Budget von nur 4,000,- zur Verfügung gehabt, hätte ich mich wohl für das Wendl & Lung entschieden und mich damit abgefunden, daß die Lebenserwartung halt nicht so hoch ist wie bei einem deutschen Markenklavier.

Natürlich kann man jetzt über die Qualität eines chinesischen Klaviers diskutieren, aber nun mal abgesehen davon habe ich in dieser Preisklasse kein klanglich vergleichbares Klavier gesehen.

Es ist meiner Meinung nach alles eine Frage des verfügbaren Budgets und für den kleinen Geldbeutel ist das W & L bestimmt eine gute Wahl, egal von wo es herkommt.
 
Petz

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@ petz: Gefällt mir, was Du schreibst. Die Unterscheidung zwischen "politischen und kapitalitischen" Aktionen macht Sinn. Das unerschreib ich gerne! Besonders gut hat mir als altem Radikalski natürlich die "Radieschenebene" gefallen - erinnert mich an meine Jugendzeiten, als wir uns immer eine Panzerfaust im Auto wünschten, um die Klopapierrollenimrosahäkelhutaufderablage-Fahrer von der Straße zu pusten ...:D
Ich bin völlig ernsthaft der Meinung, daß man sich in manchen Fällen ganz skrupellos auf derselben Ebene wie diejenigen bewegen sollte an deren Verhalten man was zu ändern beabsichtigt weil sie keine andere Sprache verstehen. Noch dazu geht in diesem Falle um Beihilfe zum Massenmord durch vorsätzliche Verhinderung internationaler Hilfe und da wäre mir jedes Mittel recht.
Allerdings käme z. B. die schnellste Lösung, nämlich ein Abwerfen von Hilfsgütern aus, von Kampfjets gegen eventuelle Angriffe der birmesischen Armee gesicherten Frachtflugzeugen direkt über den birmesischen Katastrophengebieten wieder aus Gründen internationaler Proteste kaum in Frage.

Da bin ich wirklich der Meinung besser schnellstmöglich geheimdienstlich auf eine Art durchzugreifen, daß einem internationale Gremien nichts am Zeug flicken können.
Vor den internationalen Menschenrechtsgerichtshof kann man den übrigbleibenden (hoffentlich möglichst kleinen Teil) der Banditentruppe dann später immer noch schleppen.



Hätte ich ein Budget von nur 4,000,- zur Verfügung gehabt, hätte ich mich wohl für das Wendl & Lung entschieden und mich damit abgefunden, daß die Lebenserwartung halt nicht so hoch ist wie bei einem deutschen Markenklavier.

Es ist meiner Meinung nach alles eine Frage des verfügbaren Budgets und für den kleinen Geldbeutel ist das W & L bestimmt eine gute Wahl, egal von wo es herkommt.
Aufgrund der offensichtlich fruchtbaren Zusammenarbeit hätte ich da aber auch keine Befürchtungen bez. geringerer Lebenserwartung. Wenn ausreichend abgelagerte Hölzer verwendet und diese mit dem nötigen Know - How verarbeitet wurden seh ich keinen Grund warum die Lebensdauer eingeschränkt sein sollte.

Nachdem die Chinesen andere Märkte erobern wollen und sie sicher die Erfahrungen der Japaner überdacht haben die ja in den Sechzigerjahren Europa zuerst mit Billigstprodukten überschwemmten und die westlichen Märkte so erobern wollten (welches sich als böser Boomerang erwies und sie lange schmerzhafte Jahre brauchten um das Billigmüllproduktimage dann wieder mühevoll loszuwerden), versuchen es die Chinesen meiner Beobachtung nach mit möglichst guter Qualität zu günstigen Preisen.
Manchmal sind sie noch etwas zu billig (auf Kosten der Qualität) aber meiner Beobachtung nach hat sich das schon ganz gut eingependelt. Gerade bei technischen Artikeln hat die Vorgehensweise, z. B. ältere Maschinen mittels aufgekaufter Produktionsanlagen nachzubauen, durchaus Vorteile weil man ein einfaches, ausgereiftes, nicht technisch überkandideltes und weniger störanfälliges
Produkt in vergleichbarer Qualität aber zu einem Bruchteil des früheren Originalpreises bekommt.
 
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fisherman

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@ petz

Du machst Deinem Nick alle Ehre: Wo Du hinlangst, wächst kein Gras mehr :D.
Wundert mich ehrlich, dass Dich hier noch kein Softie angeschossen hat - aber die haben wohl alle Respekt...

So gut ich Deine Denke nachvollziehen kann (Sie geistert auch in meinen heimlichen Träumen); so muss ich doch eines zu bedenken geben: Sich auf das Niveau des "Bösen" zu begeben, birgt stets die Gefahr des Abfärbens.
(Ein zentralen Thema in vielen Mythen - bis hin zu Star Wars).

Aber: Wenn man 10.000 retten kann, indem man 10 den Radieschen näherbringt, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als zuzustimmen.
 
Petz

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Bei der Gefahr des Abfärbens gebe ich aber zu bedenken, daß auch die Militärjunta in Birma zumindest für einige kranke Hirne ne Vorbildfunktion haben könnte je länger sie dem internationalen Druck standhält. Und auch um diese Gefahr hintanzuhalten und zu signalisieren, daß solche Verbrecher im 21. Jhdt. keinen Bestand in irgendwelchen Führungspositionen haben halte ich die Radieschenebene für äußerst angebracht nachdem alle nur möglichen politischen Versuche, sie von der brutalen Mißachtung der Menschenrechte abzubringen bis dato ohne jede Wirkung blieben.
 
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fisherman

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petz, irgenwann müssen wir uns mal auf ein Viertele zusammensetzen. Aber obacht an alle, wenn dann die beiden Rambos aus der Beiz marschieren :D
 
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Ein Rambo und aufgrund meines Nicks ein Bär mit Tollwut; könnte ein beeindruckendes Erlebnis werden.......und wir landen sicher in der Bildzeitung......

Bezüglich Boykott gibt´s momentan eine, meiner Ansicht nach sinnvollere Alternative als den betreffend chinesische Erzeugnisse.

Im Netz kursiert ein Aufruf zwei große Ölgesellschaften (eine davon hat schon Erfahrungen damit - Stichwort Ölbohrinsel....) zu boykottieren weil man damit rechnet, daß dann diese und in Folge die anderen auch mit den Produktpreisen runtergehen müssen. Könnte funktionieren wenn dieses konsequent befolgt wird - ich bin jedenfalls dabei.
 
K

Klavierbaumeister

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Im Netz kursiert ein Aufruf zwei große Ölgesellschaften (eine davon hat schon Erfahrungen damit - Stichwort Ölbohrinsel....) zu boykottieren weil man damit rechnet, daß dann diese und in Folge die anderen auch mit den Produktpreisen runtergehen müssen.
Den größten Anteil am Kraftstoffpreis machen Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer aus.
Petz, willst Du nicht lieber den Staat boykottieren? :rolleyes:
 
Petz

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Den größten Anteil am Kraftstoffpreis machen Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer aus.
Petz, willst Du nicht lieber den Staat boykottieren? :rolleyes:
Wollen schon aber das Können ist leider ziemlich eingeschränkt; solange in Italien ne Linksregierung war hab ich wenn möglich, Dinge in Italien eingekauft um die Mehrwertsteuer dem italienischen Fiskus zu überantworten; jetzt mit "Mafiasconi" ist das allerdings für mich striktest verboten!!!
Nebenbei gibt es etliche Unternehmen auf meiner Boykottliste; wer mit seinen Mitarbeitern nicht halbwegs vernünftig umgeht, exzessive oder volksverdummende Werbung macht, produktionslandbezogen Hungerlöhne zahlt oder aus Profitgier Arbeitsplätze verlagert kriegt von mir wenn irgend möglich keinen Cent mehr.
Die Konsumenten sollten sich ihrer diesbezüglichen Macht in weitaus stärkerem Maße bewußt werden (wie ja der Fall der Shellbohrinsel vor Jahren klar bestätigt hatte), wenn die große Mehrheit ihr Geld gezielter ausgäbe könnte man viele Dinge sehr schnell ändern.
 
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Modest

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Wer kann denn ermessen, wieviele deutsche Klaviere wirklich gekauft würden, wenn es die Chinesen nicht gäbe? Oder umgekehrt, wieviele Leute erst durch das Klimpern auf einer Asia-Drahtkommode zum Schimmel oder Seiler gekommen sind?
Nach jedem Spielen auf meinem Asienklavier werfe ich 2 Euro in das Sparschwein obendrauf - schon in 23 Jahren werde ich mir deshalb mein deutsches Markntraumklavier kaufen können...
 
 

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