Bösendorfer BJ 1928 - Flügel restaurieren

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Chabalaja

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Hallo Forengemeinde,

habe schon eifrig einige Beiträge verfolgt, dass ich nun zum Entschluss gekommen bin mich hier auch anzumelden. =)

Ich war jetzt auf einigen Online Klavierbauerseiten, wo es um die Komplett Restauration von A-Z ein Betrag von ca 20-30.000 € fällig wird, wo ich bei weitem nicht bereit bin das auszugeben.

Also Meine Frage ist was lohnt sich überhaupt zu machen? Welches Restauration verbessert den Klang am meisten? Was kann ich vorab selber machen?

Meine Punkte:

- Lackierung:
Mein Nachbar ist Schreiner und Lackierer der unterstützt mich beim restaurieren des Korpus, ausbessern von Fehlerhaften stellen, abschleifen und neu mit Schellack lackieren.

- Resonanzboden:
weißt Risse auf, die Verleimungen mit den Teilen wo die Saiten gespannt sind sind Fest mit dem Resonanzboden verleimt. Hab gelesen das die Risse selbst kein Problem sein sollten?

- Gußeisen:
Das Gußeisen ist nicht gebrochen keine Risse.
Lackieren und schleifen könnt ich es selber, jedoch wird das nicht so einfach gehen da die Saiten darüber gespannt sind.

-Saiten:
Saiten sind alle Intakt, keine gerissen. Kann man die wiederverwenden wenn ich das Gußeisen lackieren sollte? Welche Saiten sind eig. die besten, bzw. geben den schönsten Klang?

-Klaviatur:
hab einen Elfenbeinbelag der zu 90% intakt ist, den Belag würde ich gerne selber auswechseln. Wo bekomm ich einen Ersatzbelag in Elfenbein her? Kann ich die Filze unter der Klaviatur selber wechseln?
Wie bleicht man Elfenbeinbelag am besten?

Hammerwerk:
Meine Hammerfilze sind alle eingedrückt das man überall die Saiten daran erkennt. wenn man das Hammerwerk erneuert, wann muss man die stiele auch mit aus wechseln, bzw. welchen sinn hat es die Stiele auch zu wechseln? Welche Funktion haben die Hammerröllchen auf den Stielen?

Hab jetzt glaub selbst etwas den überblick verloren, ich Post das jetzt einfach mal und hoffe auf einen Guten Dialog, nehmt es mir nicht übel wenn ich die Fachbegriffe nicht kenne und daher vllt. etwas vertausche.

Grüße Chaba
 
C

Chabalaja

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als Ergänzung, es ist eine "Renner" Mechanik
 
Peter

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Bechsteinfan
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Hi Chaba und willkommen.

Das sind ne Menge Fragen. Du findest auf alle mehrere Antworten, Erfahrungen, Ansichten. Stöber erst mal in den diversen Fäden herum (hier sind einige Restaurationen gut dokumentiert) und dann kannst Du noch mal spezieller fragen.

Was ich bisher gelesen habe (bin selbst auch kein Klavierbauer), kurz und knapp:
Risse Reso: Kommt drauf an. "Risse sind kein Problem" ist zu pauschal. Außerdem ist Stegdruck wichtig und muss ggf. erhöht werden.

Saiten wiederverwenden: Eher nicht. Entweder drauf lassen oder erneuern
Saiten Hersteller: Bass: Heller, Blankbezug z.B. Rößlau oder Pauello ("bester Klang" ist wieder zu pauschal)

Elfenbeinbelag: Schwierig, am besten Klavierbauer nach Restbeständen fragen. Bleichen z.B. mit anschleifen und Wasserstoffperoxid (diverse Anleitungen findest Du hier im Forum).
Filze kannste selbst wechseln.

Da ich gerade selbst ein ähnliches Projekt habe kann ich Dir auf jeden Fall eines mit auf den Weg geben: Du wirst Fehler machen und es besteht das Risiko, ein womöglich sehr gutes Instrument zu versauen. Dessen solltest Du Dir bewusst sein. Ist das Risiko jedoch überschaubar (z.B. Marktwert=null), kann man viel dabei lernen. Und es ist wirklich sehr viel Arbeit. Die aufgerufenen Preise für Restauration haben ihre Berechtigung; das wird einem schnell bewusst, wenn man das selbst mal probiert.
 
Einflügler

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Wenn der Flügel noch gut klingt (Klangvolumen), und eine gute Stimmhaltung hat würde ich den Reso nicht machen und auch die Saiten nicht wechseln. Ich habe den Reso vor allem gemacht, weil die Stimmhaltung nicht mehr gut war. Wenn einige Bassaiten nicht mehr schön klingen kann man sie drehen oder einzeln wechseln.
Am meisten bringt wohl erstmal Intonation und Regulation, evtl. wechseln der Hämmer.Das ist eine sehr komplexe Angelegeneit über die man Problemlos ein Buch schreiben könnte. Wenn man bloss neue Hämmer reinhängt und dann nicht sauber nachbearbeitet wirds evtl. nur schlechter. Wie fühlt sich die Mechanik denn an?
Mach mal ein Foto der Hämmer
Evtl. kann ich dir dann Tipps geben wie du Abziehen Intonierten kannst, wenn du dich gründlich einarbeitest kannst du auch das Regulieren versuchen, aber das ist auch ziemlich eine komplexe Sache. (Ich habe Jahre gebraucht bis ich es einigermassen konnnte).
 
Henry

Henry

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Saiten runter, dann mit einem Bindfaden nachmessen.
Quatsch, da zu brauchst die Saite ned runterzunehmen. Man kann auch ein Stück altes Lineal nehmen, legt es auf die Saite welche über den Steg führt, läßt es sich ein wenig kippeln, ist noch Druck da, wenn ned, ist der Druck weg.
Abgesehen da von hört man es auch ob noch Druck drauf ist - steht der Klang des Tones in der Luft, ist der Druck in Ordnung, verebbt er recht schnell, ist kein Druck mehr vorhanden (wohlgemerkt bei abgehobener Dämpfung)

LG
Henry
 
C

Chabalaja

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Also jetzt erst mal die Fotos, ich hab unglaublich viele gemacht, weil ich nicht weiß welche jetzt von Relevanz sind
 

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Henry

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Also jetzt erst mal die Fotos, ich hab unglaublich viele gemacht, weil ich nicht weiß welche jetzt von Relevanz sind
Macht jetzt von den Fotos her erst einmal gar keinen so schlechten Eindruck. Freilich, die Hammerköpfe sind ein wenig abgespielt, könnt man aber durchaus noch abziehen - freilich, ne Neubefilzung ist immer besser (und auch immer teurer).
Aber mal ganz unter uns Pastorentöchterchen - eine Generalüberholung (sofern sie hier überhaupt notwendig ist) sollten wenn schon ein Klavierbauer vornehmen, als Laie/Amateur kannst hier mehr Schaden anrichten als wenn Du das Instrument einfach mal im Originalzustand beläßt.

LG
Henry
 
Henry

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Ist das normal das die hämmer aufgestellt nicht gleich sind? Die stehen alle mal weiter vorn oder hinten?

Die hammerröllchen sind auch schon alle sehr zerdrückt.

machen die Filze am Klang und am Spiel viel aus?

Ich hab mal ein Lineal am Resonanzkörper aufgelegt, im hohen Ton hab ich ne Wölbung im Bass eher flach.

Aber ich hab jetzt nicht das Gefühl das kein Sound aus dem Flügel kommt, er ist schon sehr laut wenn ich ordentlich rein haue
 

C

Chabalaja

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Henry

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Was ist da der Unterschied von den Preisen?
Ist ned groß, macht aber nie und nimmer 20 - 30.000 € aus. Gut, die Optik ist ned billig und Schellackpolitur ist mit die teuerste. Polyester bekommst schon sehr viel preiswerter um die 4000 €.
Aber die Optik allein ist es ja ned, wichtig ist die fachgerechte Überholung mit den besten Materialien.

LG
Henry
 
Einflügler

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Sieht alles original aus und nicht schlecht, ist ein 150cm Flügel oder? Der Stegdruck ist im Bass im weniger, das ist normal, solange er Stegdruck hat ist gut.
Ich haben den Steinway von meinem Grossvater von der Firma "Klavieratelier" machen lassen, wirklcih super gute Arbeit:
View: https://www.youtube.com/watch?v=uGpOfm6cd84&t=85s

Eine Überholung kostet bei ihm nicht viel mehr als 5000 Euro (ohne Lackierung).
 
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Chabalaja

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Ok das hört sich wirklich nicht schlecht an, Max 5000€ wäre es mir sogar wert.
Lackierung mach Ich wie gesagt selbst.

weis nicht wie du die Länge misst? Also mit Tastatur ist der 170 cm lang
 
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Klavieratelier macht den Transport meistens selber und sehr günsitg. Der Flügel sieht auf dem Foto irgendwie kleiner aus, aber wenn er 170cm lang ist wird das schon so sein (man misst einfach von ganz vorne bis ganz hinten).. 5000.- mit Transport, neuen Hammerköpfen, neuen Saiten, Tastengarnierungen, Röllchen, Tastenbeläge reparieren.... wird schon sehr eng, aber vielleicht kannst du ja nur die Akustik machen lassen oder die Basssaiten wiederverwenden und die Hämmer vorerst behalten.
 
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Also das ist zwar immer noch viel Geld, aber für eine komplett Restaurierung der Wahnsinn.
 

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welche Aufgabe hat eig. das Hammer Röllchen? das ist bei mir schon ziemlich Hart und eingedrückt?
Woran liegt das eig. das meine Tasten sich so leicht spielen lassen, bei den neuen Flügel sind die Tasten alle etwas härter?

Bei mir geht die linke Taste der Lyra "hoffentlich richtig geschrieben" nicht, als ich gestern die Mechanik der Klaviatur ausgebaut habe, hab ich gesehen das der Hebel lose darunter lag.
Wie ist den der Hebel normal befestigt, nur mit Leim? Bei der Feder die da angebracht wurde, kann ich mir kaum vorstellen das das Leim halten soll?
 
 

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