Blues in c dur. Welches tonmaterial kann ich benutzen?

nitram00

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hallo leute.

versuche mich momentan am blues. das einfache blues schema in c-dur sieht ja bekanntermaßen so aus:

C/ F/ C/ C F/ F/ C/ C G/ F/ C/ G

im stufensystem (also unabhängig von der tonleiter) so:

I / IV / I / I IV / IV / I / I V/ IV / I / V

soweit so gut. wenn ich nun ein stück in c dur spiele kann ich die c-bluestonleiter benutzen. das sind folgende töne:

C / ES / F / GES/ G / Bb / C

diese töne kann ich auch wunderbar zu den anderen akkorden spielen. nur sind mir diese töne iwie zu wenig. welches tonmaterial kann ich denn neben dieser tonleiter benutzen? wenn ich die bluestonleitern der anderen akkorde (hier: F und G ) spiele, hört es sich nicht gut an.

ich hab herumexperimentiert aber es klingt nicht wie oscar peterson :)

wäre schön wenn mir jmd helfen könnte.
 
Tastenjunkie

Tastenjunkie

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Den Blues auch nur annähernd so zu spielen wie Oscar Peterson ist eine Lebensaufgabe!

Ein Anfang wäre, dass Du Dir eine nicht zu schnelle und nicht zu virtuose Blues-Aufnahme von Oscar aussuchst, sie raushörst und aufschreibst. Dann siehst Du ja welche Töne er benutzt.

LG

TJ
 
hyp408

hyp408

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Was Blues bestimmt NICHT ist: Zu irgendwelchen Schemen irgendwie dazu passende Töne zu spielen.

Ich glaube, man kann sich dem Blues am besten nähern (wenn man nicht mit schwarzer Hautfarbe auf Baumwollfeldern gearbeitet hat und im Mississippi Delta unter ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist - Achtung: Scherzhaft gemeint) indem man so viel wie möglich hört. Die Skalen analysiert, sich fragt, warum jetzt was wie gespielt wird ...

Wer sich dem Thema unterhaltsam nähern will, dem sei der Film "Crossroads" empfohlen.
Da wird eine weitere Methode vorgestellt, den Blues zu bekommen ... einen Deal mit dem gehörnten ...:geheim:

Grüße

M
 
Häretiker

Häretiker

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Moin!

Es gibt ja nahezu unzählige Möglichkeiten für einen Blues. Dein oben angegebenes Schema ist quasi so 'ne Art Grundblues mit Quick Change (2. Takt) und Turnaround (12. Takt).

Welche Töne kann man spielen? So ziemlich alle ... siehe 'Straight no Chaser':

- Pentatonik kann man als Startpunkt nutzen, aber muss man irgendwann wieder loslassen, sonst ist man in der Pentatonikfalle.
- Man braucht nicht viele Töne. Aber ohne Blues-mäßiges Phrasieren, ohne das Timing, klingt's nicht nach Blues. Oscar Peterson war ein ganz harter Swinger. :-)

Also kannst Du Dich in der Anfangsphase gerne auf Pentatonik beschränken, aber lausche mal auf Timing und Phrasierung. Es ist nicht was Du spielst, sondern wie. :-)

Grüße
Häretiker
 
hasenbein

hasenbein

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Dass immer gesagt wird, "bei Blues einfach die Mollpentatonik spielen", ist eine in der Jazzpädagogik verbreitete Seuche.

Weil es einfach an der Realität vorbeiführt.

Pentatonische Melodiebildungen sind zwar sehr wichtig, damit die Melodien bluesig klingen; aber es werden verschiedene Pentatoniken verwendet:

Dur-Pentatonik (C D E G A)

"Dur-Pentatonik" mit erniedrigter 3. Stufe (C D Eb G A), z.B. immer wenn's auf die Subdominante geht

Dur-Pentatonik mit zusätzlichem Durchgangston kleine Terz (C D D# E G A)
(hier ist die kleine Terz also NICHT "blue note")

Moll-Pentatonik (C Eb F G Bb)

Moll-Pentatonik mit zusätzlicher b5 (C Eb F Gb G Bb)

Man kann auch alle Tonleitern zu einem Gesamt-Tonpool zusammenschmeißen :-):
C D D# E F F# G A Bb

Man schaue sich einfach unterschiedlichste Blues-Themen oder Solo-Transkriptionen an, dann wird das sehr offensichtlich.

Ein erfahrener Pianist macht natürlich überdies noch andere Sachen wie z.B. Akkord-Arpeggien spielen, weitere chromatische Zwischentöne etc.pp.

LG,
Hasenbein
 
Manuela

Manuela

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Ich habe mich missverständlich ausgedrückt, ich meinte den überflüssigen Werbelink, nicht diesen Thread.
 
P

Pianist685

Guest
Hallo, nitram00,

wenn du zum Bluespattern einfach nur irgendwelche Töne spielst, ist das nur ein Herumdaddeln, bei dem nichts Vernünftiges herauskommt (es sei denn, man ist Oscar Peterson). Versuche doch mal, einen bekannten Blues mit einer richtigen Melodie zu spielen.
 
Carmen

Carmen

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Hallo nitram00,

es ist ja einige Wochen her, dass Du dieses Thema angeschnitten hast und womöglich bist Du inzwischen weiter gekommen. Aber falls Du noch offen bist für Ratschläge/Tipps:
Es wurde schon weiter oben erwähnt, dass ausgiebiges Hören dieser Musik sehr unterstützend ist. Albert Ammons, Pete Johnson, Jimmy Yancey usw. um nur ein paar der "Alten" zu nennen. Das Tonmaterial ist da noch überschaubarer als z. B. bei vielen heutigen Spielern (oder gar dem respektablen O. Petersen ;-)
Ich habe mir z. B. Boogies und Blues immer wieder transkribiert, um danach die Stücke zu üben. Das war ganz schön mühsam, aber effektiv.
Und dann könnte ich Dir noch empfehlen, hier mal reinzuschauen:
http://www.helge-barabas.de/Home.htm
Helge macht gute Kurse, er holt Dich genau da ab, wo Du stehst, geht auf Wünsche des TN ein und das Ganze ist auch preislich im Rahmen. Viel Glück ;-)
 
 

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