Blattspielen systematisch lernen

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mick

mick

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Sollte man die Noten für das 'vom Blatt spielen lernen' nicht schon vor dem eigentlichen Spiel am Instrument in Augenschein nehmen und sich Gedanken machen, rsp. lesen, welche Sequenzen, Besonderheiten, Bekanntes, Unbekanntes etc. im Notentext vorhanden sind?
Unbedingt. Wenn ich Probespiele oder Vorsingen begleite und das Stück nicht wenigstens vom Hören kenne, überfliege ich die Noten in jeder dafür bleibenden Sekunde (z.B. kann man den Charakter des zweiten Satz eines Konzertes kennenlernen, während der Geiger noch die Kadenz des ersten Satzes in die Saiten kratzt). Bei einfachen Stellen kann man weit vorauslesen und sich schon mal die harmonischen Progressionen merken.

Wenn allerdings eine Elektra zum Vorsingen kommt und man das Stück nicht kennt, ist man trotzdem am Arsch... :blöd:
 
Tastatula

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Ich sehe es wie @mick bei komplexen Werken. Allerdings liebe ich es geradezu, wenn ich - vor allem mit anderen Musikern zusammen, sei es z.B. Trio oder Kunstlied, - Musik spiele, die ich vorher weder gehört noch gesehen habe.
Es berauscht mich geradezu, welche Welt sich plötzlich vor und in mir darstellt, von der ich überhaupt keine Ahnung hatte. Es ist eins der Geheimnisse von Musik, dass sie aus schlichten schwarzen Punkten auf vergilbtem Papier einen ganzen Kosmos zaubert...
 
GeneralBass

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Mal zu Bartoks Microkosmos - mich hat es als junger Klavierschüler eher vom Blatt spielen abgebracht.

Ich schaute auf die Noten, ich schaute auf die Tasten - ja, das kam schon hin.

Aber was ich hörte, paßte irgendwie nicht so recht zusammen - so habe ich dann angefangen es nach meinen Vorstellungen "zu glätten" was natürlich nicht mehr mit den Noten paßte.
Hallo Henry,

ja Bartok ist für viele Klavierschüler auch teilweise eher abschreckend. Hab hier schon öfter mal gelesen, dass viele den Bartok in ihrem Unterricht aus der Kindheit nicht so toll fanden :D Ich würde den vielleicht auch wirklich nicht empfehlen, wenn jemand eine Klavierschule sucht, und kaum bis noch nie gespielt hat. Fürs Blattspiel finde ich ihn aber ziemlich toll.

Zu dem "Glätten" fällt mir folgendes ein: Bartok stellt da aber auch gewisse Sachen vor, die einem tatsächlich zum improvisieren motivieren könnten, er beschäftigt sich direkt im ersten Band schon mit den Kirchentonarten, oder mit Synkopen oder so, und es macht irgendwie viel Spaß zu versuchen das etwas abzuwandeln. Bei anderen Klavierschulen wäre mir nie der Gedanke dazu gekommen, aber bei Bartok kam das immer wieder mal vor.
 
Piassion

Piassion

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Habe heute mal Bartoks Mikrokosmos zum Blattspielen rausgesucht und dabei gleich mit einer YT-Aufnahme mitgespielt. Da hört man sofort jeden "Patzer" (auch die, die mir ohne Vergleich gar nicht auffallen würden ;-)), ist aber auch angehalten, (rhythmisch korrekt) weiterzuspielen.
Macht Spaß und fordert einen auch, aufmerksam dabei zu bleiben.
 
 

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