Zusammenhang Schulbildung und Instrument?

Zusammenhang zwischen Schulbildung und Instrument

  • Hauptschulabschluss

    Stimmen: 2 3,0%
  • Realschulabschluss

    Stimmen: 3 4,5%
  • Gymnasium / Abitur

    Stimmen: 33 49,3%
  • Studium

    Stimmen: 28 41,8%
  • etwas anderes

    Stimmen: 1 1,5%

  • Umfrageteilnehmer
    67
H
Hacon
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Es ist auf jeden Fall auch so, dass bei Pianisten der Teil des Gehirns der für die Wahrnehmung von Musik verantwortlich ist mit dem für Bewegungsabläufe verschmolzen ist.
Bereits nach 20 Minuten Klavier spielen erreicht ein bisher nicht musikalisch aktiver Mensch eine leichte Aneinanderschmelzung der Gehirnteile.

Wiederum werden absolte Höchstleistungen in Musik oder anderen Bereichen nur erreicht, wenn ein bestimmte andere Teile des Gehirns ausgeschaltet sind.
Man vermutet , dass bei Mozart, Beethoven und anderen Genies, solche Fehlschaltungen vorlagen.

@amfortas: Hab mein abi auch noch nicht:D , habs aber trotzdem angeklickt.
 
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Rachmaninov22
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Das korreliert sicherlich. Lässt sich überhaupt nicht in Abrede stellen. Schon aus finanziellen Aspekten. Und man mag es nicht glauben, auch aus intelektuellen Aspekten. Es wirklich häufig so, dass die "höheren" Schulen meistens auch von kulturell begeisterteten Menschen besucht werden, als die Haupt- und Realschulen.
 
S
Späteinsteiger
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Noch ein Grund mehr und die Bestätigung, das Klavierspiel noch mehr
zu intensivieren um Demenz und Altersstarrsinn vor zu beugen.

Ich hoffe es hinterlässt bei mir dann auch Spuren.

Übrigens bzl. des Erlernen eines Instrumentes liegt meines erachtens in erster Linie am Elternhaus und natürlich auch die finanziellen Mittel die für diese Dinge zur Verfügung stehen.
Hier entsteht doch der Teufelskreis, wenig finanzielle Mittel keine Bildung und und und.
Was soll eine Familie machen, wenn sie von Hartz 4 oder 6 lebt.

Der Späteinsteiger
 
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Guendola
Guendola
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Ich glaube nicht, daß die Instrumentenauswahl viel mit der Schulbildung zu tun hat.

Erst mal kommt es auf das Elternhaus an, spielen die Eltern, Verwandte etc.? Welche Musik hören die Eltern, welche Ansprüche haben die Eltern an ihre Kinder, wie engagieren sich die Eltern hinsichtlich der Erziehung (kaufen sie gleich einen Flügel wenn das Kind die ersten Töne singen kann oder muß es erst mal einen Monat lang Staubsaugen, damit es Blockflöte spielen darf). Das sind die ersten Erfahrungen, die Kinder mit Musik haben und das prägt auf jeden Fall.

Hier meine Theorie zur musikalischen Schullaufbahn:

Was in der Grundschule abläuft, weiß ich nicht so genau, Interesse an Musik ist aber schon vorhanden und wenn die Eltern es merken und willig sind, wird JETZT die Instrumentenwahl getroffen. Interessant wird es vermutlich, wenn die Hormone angreifen. Ab sofort dürfen nur noch Mädchen Geige spielen, Jungs greifen natürlich zur E-Gitarre und spielen Death-Metal (oder was auch immer). Hier fallen Entscheidungen, die häufig mit verstaubten Instrumenten enden. Hat man die Pubertät endlich überwunden, melden sich die wirklichen musikalischen Interessen wieder und jetzt kommen die Erlebnisse aus der Vorschulzeit zum tragen. Man ist endlich in der Lage zu bekennen, daß man Abba, Beethoven oder Stockhausen liebt. Diese Phase kommt definitiv nach der Pubertät, möglicherweise aber erst Jahrzehnte später. Wer sich jetzt entscheidet, ein Instrument zu lernen, tut das selbstverantwortlich und kümmert sich nicht mehr darum, was andere dazu sagen.

Ich glaube nicht, daß die Schulart auf diesen Ablauf großen Einfluss hat. Zu meiner Schulzeit spielte man in "edleren" Instituten wohl eher Funk-Rock während die "Prolls" natürlich Hard Rock spielten, Gymnasiasten schwenkten möglicherweise in der Oberstufe zu Jazz um während die Hauptschüler schon ihre Lehre machen mußten und nebenbei ihre Rockband gründeten. Die Mädchen spielen immer noch Geige...

Zu behaupten, die Schulbildung beeinflusse die Instrumentenwahl wäre aus meiner Sicht in etwas so sinnvoll wie die These, das Wetter wäre für die Klimakatastrophe verantwortlich.
 
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Hacon
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Interessant wird es vermutlich, wenn die Hormone angreifen. Ab sofort dürfen nur noch Mädchen Geige spielen, Jungs greifen natürlich zur E-Gitarre und spielen Death-Metal (oder was auch immer). Hier fallen Entscheidungen, die häufig mit verstaubten Instrumenten enden
Ich denke bei vielen(vor allem bei Jungen) die das Spielen des Instruments nicht als richtig tolles Hobby ansehen führt das wahrscheinlich eher des Beenden der musikalischen Karriere.

Zu behaupten, die Schulbildung beeinflusse die Instrumentenwahl wäre aus meiner Sicht in etwas so sinnvoll wie die These, das Wetter wäre für die Klimakatastrophe verantwortlich.
Wer hat das denn behauptet?! Die Frage ist eher, ob Kinder und Jugendendliche die aus einer Familie mit niedrigerer Bildung stammen und die Hauptschule besuchen, sich überhaupt musikalisch betätigen.
 
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Christoph
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Zu behaupten, die Schulbildung beeinflusse die Instrumentenwahl wäre aus meiner Sicht in etwas so sinnvoll wie die These, das Wetter wäre für die Klimakatastrophe verantwortlich.
Ja, genau.

Die Frage ist eher, ob Kinder und Jugendendliche die aus einer Familie mit niedrigerer Bildung stammen und die Hauptschule besuchen, sich überhaupt musikalisch betätigen.
Einen Zusammenhang zwischen "Intelligenz" oder Schulbildung und Musikalität bzw. Freude an der Musik und am Musik machen gibt es nicht. Das ist ein ein bornierter Irrglaube der vermeintlich Intelligenteren. Den Beweis hab ich vor unsrere Haustür in unserm ortsansässigen Musikverein in dem die Mehrheit "nur" Quali oder Mittlere Reife hat und trotzdem wird mit Freude und Begeisterung Musik in verschidensten Facetten gelebt.

Das die Klassik (auch in "gebildeteren Kreisen"!) so auf Abstand gehalten wird, liegt wohl eher an ihrem verstaubten Image. Jedenfalls bleibt jeder Mensch egal welcher Bildungsschicht und Intelligenz stehen, wenn er die Gelegenheit bekommt bekannten Werken wie der Toccata und Fuge d-moll zu lauschen, auch wenn er vielleicht nicht Name und Komponist des Stückes kennt.
 
thepianist73
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Einen Zusammenhang zwischen "Intelligenz" oder Schulbildung und Musikalität bzw. Freude an der Musik und am Musik machen gibt es nicht. Das ist ein ein bornierter Irrglaube der vermeintlich Intelligenteren. Den Beweis hab ich vor unsrere Haustür in unserm ortsansässigen Musikverein in dem die Mehrheit "nur" Quali oder Mittlere Reife hat und trotzdem wird mit Freude und Begeisterung Musik in verschidensten Facetten gelebt.

Ich befürchte da muss ich widersprechen. Es geht nicht darum, zu sagen die intelligenteren sind die geilen Kerle und die andern alle doofe Holzköpfe.
Es geht darum, dass gewisse Lebensumstände, -gewohnheiten und -voraussetzungen ganz klar Konsequenzen haben.
Genau gleich wie die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, in dessen Familie die Menschen im Schnitt sehr gross sind, eher als Hobby Basket-, Volleyball spielt oder Hochsprung, Schwimmen macht als Unihockey oder Gewichtheben.

Was sagst du dann zum folgenden Abschnitt (ist aus meiner immerhin von Dozenten als "ausgezeichnet" bewerteten Liz-Arbeit)?

Musik beinhaltet – nebst der emotionalen, klanglichen und künstlerischen Ebene – gewisse rationale, an mathematische Gesetzmässigkeiten anlehnende Muster. So weisen sehr gute Musiker mit grösserer Wahrscheinlichkeit eine überdurchschnittliche Intelligenz auf. Umgekehrt kann man davon ausgehen, dass Menschen mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz vermehrt eine Affinität zu Musik an den Tag legen.

Diese These soll mit einer (aufgrund der nicht sehr hohen Anzahl und der bei der Vergleichsgruppe zufällig erzielten Streuung) nicht sehr repräsentativen Umfrage untersucht werden:

Fast 4% (3,75) der 773 Mitglieder von Mensa Schweiz (Menschen mit einem IQ über 132) üben einen musikbezogenen Beruf aus (29). Zudem gaben äusserst viele (217) das Spielen mindestens eines Instrumentes und/oder Singen als Hobby an; das sind rund 28%.
Annähernde Werte erzielten Umfragen bei 248Akademikern (Anwalts-, Ärztekammer, Akademiker sowie Hochschulstudenten phil. 1 & 2 und Gymnasiallehrern). Also eindeutig eine Gruppe, die gebildeter ist als der Durchschnitt.

Ein Wert, der in der Vergleichsgruppe nicht erreicht wurde: Bei einer Umfrage in verschiedenen Vereinigungen (Turn-, Tennis-, Fussball-, Hunde-, Fischer-, Modelleisenbahn-, Billard-, Gewerbe-, Optiker-, Computer-, Foto-, Aquarium-, Elternvereinigung, Tierschutzverein, dazu rund 160 beliebige Befragungen auf der Strasse, wobei alle mit höherer Schulbildung explizit ausgeschlossen wurden) haben bei 361 Antworten 7 einen musikalischen Beruf angegeben (<2%) und 78 Singen und/oder das Spielen eines/mehrerer Instrumente als Hobby (<22%).


Ich will damit gar nichts behaupten und niemanden bewerten. Das ist einfach eine Feststellung.

Weisst du, mir bringts nämlich nicht viel, wenn die Hochintelligenten lieber und mehr Musik machen als die andern. Denn rein wirtschaftlich gesehen ist meine Zielgruppe (als Klavierlehrer) dann relativ klein.
Aber ich habe es auch als Lehrer (10J Erfahrung) gemerkt: Der Anteil Kinder aus bildungsmässig höheren Familien ist deutlich grösser als 50% (gefühlte 65-75%, also 2/3 bis 3/4). Die Kinder aus bildungsfernen Schichten sind klar in der Minderheit, und das obwohl bei uns der Klavierunterricht staatlich und von der Gemeinde stark subventioniert wird. Die Finanzen sind kein Argument. 1 Jahr Klavierunterricht kostet bei uns für ein Kind weniger als ein Snowboard inkl. Hose...
Zudem habe ich sehr wohl Kinder aus sozial und bildungsmässig tiefen Schichten. Die leisten es sich (Gott sei Dank) auch. Es gibt sie schon, diese Leute. Ein Albanerbub (7 Kinder, Vater Arbeiter) ist zB äusserst begabt und clever.

Bedenkt man dann, dass die überdurchschnittlich gebildeten Eltern/Familien deutlich weniger als 50% aller ausmachen, aber deutlich über 50% der Kinder ins Klavier schicken, dann ist diese These eigentlich schon bewiesen.

Was nichts Gutes oder Schlechtes heisst und mir rein emotional auch völlig egal ist, aber aus bildungspolitischer und -psychologischer Sicht höchst interessant und wichtig. Deshalb müssten eigentlich ganz genaue Zahlen her.

Mich würde zB auch mal interessieren, was hier grundsätzlich falsch läuft, wenn massenhaft Leute 9 Jahre zur Schule gehen aber nicht die grundlegendsten sprachlichen Kompetenzen haben und nicht mal richtig die Grundrechenoperationen beherrschen. Man braucht sich nur etwas umzusehen, man sieht täglich nicht wenige Leute, die sind nicht imstande, nur einen korrekten deutschen Satz zu sprechen (geschweige denn schreiben) oder einfachste sonstige Bildungsaufgaben zu lösen.
Dazu muss man nicht mal die sog. "White Trash Shows" gucken (Talk Shows um den Mittag rum) :D

DAS müssten Bildungspolitiker mal zum Thema machen!
 
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thepianist73
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Bedenkt man dann, dass die überdurchschnittlich gebildeten Eltern/Familien deutlich weniger als 50% aller ausmachen, aber deutlich über 50% der Kinder ins Klavier schicken, dann ist diese These eigentlich schon bewiesen.

Nicht zu vergessen die statistisch / demografisch erwiesene Tatsache, dass Menschen aus sozial/finanziell/bildungsmässig tieferen Schichten pro Elternpaar mehr Kinder haben als die gebildeten/studierten. Das liegt auch ganz klar an der Lebensplanung, Lebensinhaltsfrage und an den Ansprüchen.

Achtung: es folgen statistische Äusserungen (nicht wertend oder absolut gemeint)!!!

Viele ungebildete Frauen werden früh und oft Mütter, Väter gehen früh arbeiten (<20J). Ungebildete leben (zwangsläufig) mit weniger Einkommen, haben aber auch weniger Ausgaben (zB weniger Bücher, Konzerte, teurere Reisen, Theater, weniger gute Kleider, Möbel, Nahrungsmittel, weniger Hobbies, weniger Musikinstrumente, tiefere Versicherungen und Vorsorgen etc).

Akademiker und Akademikerinnen studieren, haben Assistenzjobs, steigen auf und arbeiten sehr viel. Sie haben mehr Verantwortung, sie haben oft auch mehr mentale Identifikation mit ihrem Job (mehr als nur Geldbeschaffungsmethode). Sie bekommen viel später und vor allem weniger Kinder. Auch, weil diese nicht der alleinige wesentliche Lebensinhalt sind.



Man müsste eigentlich mal den Versuch mal starten, Sozialhilfeempfängern (ungebildeten sowie studierten, jaja auch die gibts) 30000 Euro und ein halbes Jahr Zeit zu geben und zu schauen, was die Leute damit machen resp wie sie damit leben. Das wäre mal eine interessante Doku à la Big Brother oder Frauentausch oder was es sonst so gibt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Geld im Durchschnitt erstens für deutlich verschiedene Dinge und zweitens wahrscheinlich auch deutlich verschieden nachhaltig verwendet wird (ein Spanischkurs oder eine Renteneinlage ist wohl besser investiert als eine Woche Saufen und F.... auf Malle oder ein neuer PC zum Gamen).

So, nun genug der Allgemeinplätze, jetzt darf die Herde wieder über meine Schreibe herfallen :cool:
 
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Irrlicht
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Was glaubst Du denn, was sich in einem halben Jahr so gravierend aendert? Wenn arme Leute immer knausern mussten, werden sie es wohl auch mal geniessen (zu Recht) das Geld fuer schoene,vielleicht fuer Dich sinnlose, Dinge auszugeben. Das kann dann eine Reise nach Mallorca sein. Vielleicht auch mal ein Sofa von Ikea, statt von Poco oder Roller (falls Dir das als Schweizer was sagt ;) ). Dieser Versuch ist, meiner Ansicht nach, ziemlich sinnlos.

Die Rahmenbedingungen muessen geandert werden. Es bringt nichts, das Pferd von hinten aufzuzaeumen...
 
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Nicht ändern. Es ginge u.a. auch darum, zu schauen, ob es wirklich am Geld liegt, dass gewisse Leute gewisse Dinge weniger tun und machen als andere.

Das wäre natürlich ein sehr umstrittenes sozialpsychologisches Experiment, das wahrscheinlich zT grotesk rüberkommen würde.
Und wohl v.a. bei Leuten aus gewissen politischen Richtungen auf Ablehnung stiesse, weil damit vielleicht ihre ewige Leier von wegen "es liegt am Geld dass ärmere Leute weniger Bildung haben" dann vielleicht mächtig widerlegt würde... ;)

ich sage ja: das ist politisch!
 

Irrlicht
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Es liegt nicht daran wieviel Geld jemand hat. Es kommt darauf an, welche Moeglichkeiten bzw. Chancen geboten werden. Das ist ein himmelweiter Unterschied.
Du verbeisst Dich zu sehr ins Materielle.
 
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Es liegt nicht daran wieviel Geld jemand hat. Es kommt darauf an, welche Moeglichkeiten bzw. Chancen geboten werden. Das ist ein himmelweiter Unterschied.
Du verbeisst Dich zu sehr ins Materielle.

Nein. Deine Sicht ist sozialistisch-verklärt. Es hat einfach mit der Realität nix zu tun.
Genau dieses Liedchen singen gewisse Politträumer immer. Alle andern sind Schuld daran, dass es viele desinteressierte, unmotivierte Leute gibt, die nichts leisten wollen aber vom Staat profitieren wollen.

Hast du die Dok-Sendung (Pro7? weissesnichmehr) kürzlich gesehen, wo 2-3 Lehrer/Sozialpädagogen in einer Hauptschule in einer Klasse stundenlang jeden Tag nur damit beschäftigt waren, Störenfriede zu bemuttern und bitten, doch den Unterricht nicht zu stören und den Rest zur Vernunft zu bringen und mal hinzuhocken und die Schnauze zu halten? Oder Schwänzer zuhause abholen? Oder Vandalen am zerstören von Staatseigentum hindern? Ich habe nichts gesehen, was nur annähernd wie eine Schulstunde aussah.

Diesen Menschen wird Schulbildung geboten. Warum nehmen sie es dann nicht an??? Null Bock? Weshalb muss dann der Staat Bock haben, diesen Leuten fürs Arsch-Nicht-Hochkriegen auch noch Geld zu geben?

Das hat doch nichts mit Chancen/Möglichkeiten zu tun. Das hat damit zu tun, dass man mit solchen Leuten zu lange zu lasch umgegangen ist. Es kann nicht sein, dass studierte und erfahrene Pädagogen sich dafür hergeben müssen, irgendwelchen 15jährigen hinterherzulaufen und ihnen ständig zu sagen "zerschneid bitte diese Landkarte nicht" oder "setz dich jetzt hin" oder "komm doch morgen bitte mal bereits am Vormittag zur Schule" oer "hör bitte auf in aller Lautstärke mp3-Player zu hören" etc.

Es gibt genug Möglichkeiten/Chancen. Nur wollen viele sie nicht annehmen, weil es sie nicht interessiert (oder ihre intellektuellen Möglichkeiten aus welchem Grunde auch immer nicht ausreichen).

Wer ständig geschwänzt hat und sich cool fand, nie die Aufgaben zu machen oder je ein Buch zu öffnen oder ein Theater "schwul" und "asozial" findet, der kann nicht in Anspruch nehmen, die Gesellschaft habe ihm keine Möglichkeiten gegeben.

Ich kenne etliche eher ungebildete/bildungsferne Eltern, die schicken ihre Kinder ins Ballett, ins Schultheater, ins Fussball und ins Klavier! Und das Telefonbuch ist bei denen auch nicht das einzige Buch das sie besitzen/in die Hand nehmen.

Es gibt genug Chancen. Man muss sie aber auch wirklich wollen!
 
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Irrlicht
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Nein. Deine Sicht ist sozialistisch-verklärt. Es hat einfach mit der Realität nix zu tun.
Genau dieses Liedchen singen gewisse Politträumer immer. Alle andern sind Schuld daran, dass es viele desinteressierte, unmotivierte Leute gibt, die nichts leisten wollen aber vom Staat profitieren wollen.[/B]

Sozialistisch-verklärt? Da muss ich mir jetzt aber mal wirklich ein echt fettes Grinsen verkneifen. Wieso hat mein Argument nichts mit der Wirklichkeit zu tun?? Wo siehst Du denn, bitteschoen, Chancen?? Vielleicht in den Studiengebuehren, damit nur noch die Elite studiert? Oder in der Versteuerung von Renten? Oder in den fehlenden Ausbildungsstellen (besonders in Ost-Deutschland)? Ich weiss nicht, ob Du Dich mit der deutschen Politik schon mal genauer befasst hast...anscheinend nicht wirklich. :rolleyes:

Diesen Menschen wird Schulbildung geboten. Warum nehmen sie es dann nicht an??? Null Bock? Weshalb muss dann der Staat Bock haben, diesen Leuten fürs Arsch-Nicht-Hochkriegen auch noch Geld zu geben?
Das hat doch nichts mit Chancen/Möglichkeiten zu tun. Das hat damit zu tun, dass man mit solchen Leuten zu lange zu lasch umgegangen ist.[/B]

Schon mal an Perspektivenlosigkeit gedacht? Die Aussichten sind nicht wirklich rosig. Und wenn Eltern ihren Kinder noch dazu was falsches vorleben, ist alles im Eimer.
Ich habe selbst Lehramt studiert, da ist es fuer mich nicht wirklich notwendig, dass ich mir irgendwelche komischen Sendungen im Privatfernsehen ansehe um erleuchtet zu werden....

Ich kenne etliche eher ungebildete/bildungsferne Eltern, die schicken ihre Kinder ins Ballett, ins Schultheater, ins Fussball und ins Klavier! Und das Telefonbuch ist bei denen auch nicht das einzige Buch das sie besitzen/in die Hand nehmen.[/B]

:confused: So ungebildet oder bildungsfern koennen diese Eltern doch dann gar nicht sein?? Und wenn besagte Eltern dieses Verhalten durchziehen, kommt am Ende meistens auch ein halbwegs vernuenftig denkender Mensch dabei raus, der nicht so oft (vielleicht auch gar nicht) die Schule schwaenzt.
 
A
Astrid
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Da gab es doch mal dieses Projekt in Berlin, wo so ein "Stardirigent" mit ein paar Helfern eine Choreographie mit Hauptschülern auf die Beine gestellt hat.

Die mussten da plötzlich zum Proben und mussten sich zur Musik bewegen, es war natürlich klassische Musik (leider weiss ich überhaupt nicht mehr, wie das alles hiess :rolleyes: irgendwas mit "Printemps" glaube ich).

Die hatten am Anfang doch alle absolut keinen Schimmer und auch erstmal nicht unbedingt "bock" auf das ganze. Und sie wurden dann auch mal so richtig zusammengesch...., wenn sie nicht zugehört hatten oder so.

Später kam da ein recht passables Stück bei heraus.

Allerdings glaube ich nicht, dass das die Jugendlichen verändert hat. Denn als das alles fertig war, gingen sie ja wieder nach hause und alles war wieder wie immer. Wenn das Umfeld, sprich das Elternhaus, nicht stimmt und von da nichts kommt, dann hat das Kind eigentlich schon verloren, oder?

Liebe Grüsse
Astrid
 
Irrlicht
Irrlicht
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@Astrid

Jep, genauso sieht es leider aus. Wenn das Elternhaus versagt, ist es fuer das Kind um so schwieriger...leider versagen sehr viele Eltern :|
 
M
matt bellamy
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Wenn man jetzt noch einen kleinen Beitrag aus einem etwas älteren Spiegel dazunimmt(30.7.07)
("Neuronen sind nicht böse") , ist die Erklärung perfekt.

Der Artikel beschreibt dass wir nicht schuld sind für das was wir tun("ich kann nichts dafür dass ich kein Bankräuber geworden bin")

Und dass wir alles was wir tun, nur als Auswirkung unserer Umgebung tun.

Daher entscheidet das Elternhaus und die Umgebung(Freunde,...) indirekt wie wir uns verhalten.

Bedeutet: Wenn das Elternhaus versagt nimmt das starke Wirkung auf das Kind!

Hoffe geholfen zu haben!:p
 
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rappy
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Der Artikel ist allerdings Schwachsinn. Natürlich verantworten wir das, was wir tun. Wo bitte ist die Neuigkeit darin, dass unser Wille unserem Gehirn entspringt? Wo soll er sonst herkommen? Und natürlich, wenn unser Verhalten abnormal ist (Bankräuber z. B.), ist auch irgendein Teil des Gehirns abnormal - irgendwoher muss dieses Verhalten ja kommen.
Aber deswegen zu sagen, dass wir nichts dafür können, ist totaler Unsinn. Das Gehirn sind doch gerade "wir". Wir sind nicht mehr - ok, unser Körper noch -, deswegen verantworten wir auch, was "wir", also unser Gehirn, tun. Punkt ;-)
 
Kathi
Kathi
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Das wär ja einfach wenn man z.B.einen Mord begeht und dann sagen kann dass man das eigentlich ja gar nicht wollte und freigesprochen wird.

Also ich finde man ist beim Großteil von seinem Handeln selbst schuld, aber die Umgebung in der man lebt ist auch ein sehr wichtiger Aspekt.
 
C
Christoph
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Also von Hirnforschung hab ich wenig Ahnung, weswegen ich mal eine vorstelle die es wissen muss. (Prof. Dr.) Hannah Monyer, ärztliche Direktorin der klinischen Neurobiologie an der Universitätsklinik Heidelberg, Empfängerin zahlreicher Preise für ihre wissenschaftlichen Leistungen auf diesem Gebiet, macht mit anderen Forschern in der Fachzeitschrift Gehirn und Geist klar, die Hirnforschung wird "nicht in einem Triumph des neuronalen Reduktionismus (=Mensch ist nicht mehr als sein Hirn) enden." Denn "auch eine Fuge von Bach verliert nichts von ihrere Faszination, wenn man verstanden hat, wie sie aufgebaut ist." (was für ein Vergleich!;))
Damit hebt sich Monyer wohltuend von manch männlichen, präpotenten Wissenschaftlern ab "die glauben auf alles eine Antwort zu haben". "Weiter sagt sie, dass die heutige Datenlage keine wissenschaftlichen Aussagen darüber zulassen, ob es Willensfreiheit gebe, ob wir also nur notwendig den Impulsen unseres Gehirns folgen oder frei aus deren Vorschlägen wählen können. Überlegungen, das Strafrecht zu ändern, weil auch ein Mörder nach neuesten Erkenntnissen ein willenloses Opfer seiner Hirnströme sei, könne sie nicht ernst nehmen. "Subjektiv empfinden wir alle die Freiheit, unser Leben zu gestalten." Sie glaubt (man beachte eine renomierte Neurobiologin!) "an etwas Gottähnliches in uns" und versucht deshalb, Kunst, Religion und Wissenschaft im Gespräch zu halten." "
Also ein Mensch auf sein Gehirn oder sogar unter sein Gehirn zu reduzieren, ihm Seele und eigenen Willen abzusprechen, ist wissenschaftlich in etwa so kurzsichtig wie dass die Erde im Mittelalter für flach befunden wurde, weil man sie nur als flach wahrnahm.

Leider bin ich jetzt dann für drei Wochen weg und kann mich nicht weiter an den spannenden Diskussionen beteiligen.
 
 

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