Wie verbindlich sind Fingersätze?

  • Ersteller des Themas Ninja70
  • Erstellungsdatum
N

Ninja70

Dabei seit
23. Jan. 2012
Beiträge
75
Reaktionen
0
Ich bin grad an FürElise. Und hab da ein Problem mit den Fingersätzen. Es geht um den Anfang mit der linken Hand dieser Sprung e-e-gis.
Ich hab eine Version, also ein Notenblatt, die ich auch auf Youtube gesehen haben (also die Fingersätze).Bei mir steht da 5-1-2, das greift sich für mich fürs Blindspielen gut. Meine KL hat eine Version wo steht 5-5-2, sie meint das solle ich so machen, da muß ich aber immer hinschauen.
WIe spielt ihr das?
Normalerweise lässt sie mich die Fingersätze selber aussuchen bzw. wir entwickeln sie zusammen. Diesmal meint sie aber, der Komponist habe das so vorgesehen (wenn ich das für diese Stelle richtig verstanden habe).:confused:
Also ich will mich mit ihr nicht streiten wegen so einer Kleinigkeit und ich denke, sie lässt da auch mit sich reden, wenn es bei mir gar nicht geht.
 
hasenbein

hasenbein

Dabei seit
13. Mai 2010
Beiträge
8.662
Reaktionen
7.589
5-5-2 ist total der Quatsch.

Es handelt sich um eine Legato-Linie, und die sollte demzufolge auch mit einem legato-geeigneten Fingersatz gespielt werden.

5-1-2 ist möglich; probier auch mal 5-1-3, das fühlt sich sehr angenehm und "zentriert" an.

Wichtig ist, daß der 1. Finger nicht "in die Taste reinpiekt", sondern mit seiner Seite auf der zu spielenden Taste aufliegt (dadurch hält man auch die Hand flacher).

Leider gibt es, wie hier schon öfter erwähnt wurde, massenhaft schlechte Klavierlehrer; wenn Deine so was vertritt, muß man leider vermuten, daß sie zu dieser traurigen Mehrheit dazugehört.

Wie kommt die denn auf den Unsinn, Beethoven habe diesen Quatsch-Fingersatz "so vorgesehen"? Das hat die bestimmt nur gesagt, damit Du endlich die Klappe hältst...

LG,
Hasenbein
 
violapiano

violapiano

Dabei seit
12. Aug. 2008
Beiträge
3.964
Reaktionen
10
Hallo Ninja70,

es gibt oft mehrere Möglichkeiten für Fingersätze.
Vllt ist deine YT-Ausgabe keine Urtextausgabe, die von deiner KL aber doch? Frag doch mal.

Im Übrigen schadet es nicht, wenn man verschiedene Fingersätze lernt. Das erweitert einfach die Möglichkeiten für dein Klavierspiel.

LG
VP
 
hasenbein

hasenbein

Dabei seit
13. Mai 2010
Beiträge
8.662
Reaktionen
7.589
Aber unsinnige Fingersätze zu lernen kann man sich sparen.
 
R

Rudl

Guest
Kennt jemand Arraus Fingersätze der Beethovensonaten? Er hat fast 10 Jahre mit seinem Assistent dran gearbeitet.

Frage deshalb, weil ich mir überlege diese Ausgabe zuzulegen, und wissen wollte, ob es sich rentiert.
Gruss Rudl
 
C

Curby

Guest
Wer will dir vorschreiben welche FInger zu benutzen hast? Der Fingersatz kommt idr nicht vom Komponisten.
Es gibt oft Fingersätze, die sofort Sinn ergeben, oder sich bewährt haben. Aber wenn du einen Fingersatz entwickelst, bei dem du gut gebunden spielen kannst, ohne zu verkrampfen, im beabsichtigten Tempo, dann wähle diesen.

Im Übrigen schadet es nicht, wenn man verschiedene Fingersätze lernt. Das erweitert einfach die Möglichkeiten für dein Klavierspiel.
Das sehe ich anders, es gibt genug Literatur, wo man verschiedene Fingersätze wählen kann, als beim selben Stück. Wenn man ein genügend großes Repertoire spielt - was irgendwann von selber kommt, wenn man es ernst nimmt - erübrigt sich das meiner Meinung nach. Aber bei mir ist ein Klavierstück mit einem Fingersatz abgehackt.
 
rolf

rolf

Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.139
Reaktionen
18.269
rentiert sich, ist aber keine heilige Schrift ;) d.h. man muss nicht alles genauso machen, wenn man für die eigenen Hände angenehmere Lösungen hat - auf jeden Fall ist das anregend, ebenso wie die Fingersätze von Liszt, von Bülow (!), Schenker

zum Thema selber:
ist 5-5-1 wirklich für E-e-gis l.H. gedacht, und nicht für e-e-e1 ???
 
rolf

rolf

Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.139
Reaktionen
18.269
Du hast bei von Bülow ein Ausrufzeichen gemacht, ist das deine favoritisierte Ausgabe?
da werden teilweise spezielle Fingersätze und damit Bewegungsmuster erläutert - das ist gelegentlich hilfreich, besonders dort (späte Sonaten), wo Fingersätze a la Liszt empfohlen werden; wenn dich also praktische Erklärungen interessieren, dann wird die von Bülow Ausgabe für dich sehr aufschlußreich sein - das heißt aber nicht, dass diese Fingersätze partout auch überall verwendet werden müssen oder sollten

meine favorisierte(n) Ausgaben enthalten gar keine Fingersätze (es sei denn, sie sind von Beethoven und gehören quasi zum Urtext dazu) - aber ich kenne die erwähnten Ausgaben (manches mache ich nach diesen Lösungsvorschlägen, manches nicht)
 
N

Ninja70

Dabei seit
23. Jan. 2012
Beiträge
75
Reaktionen
0
Entschuldigt, dass ich so lange nicht geantwortet habe, ich war total beschäftigt und die Tage nicht zu Hause.

ist 5-5-1 wirklich für E-e-gis l.H. gedacht, und nicht für e-e-e1 ???
Genau so war es auch...... denn auch da stand 5-1-2 und das finde ich auch sehr unpraktisch.

Ich hatte nun wieder Klavierstunde (Freitag) und ich hab mich beklagt, dass ich das so unpraktisch finde und es war tatsächlich so, dass ich sie gründlich missverstanden habe, ich hätte schwören können, dass sie es mir so gezeigt hat..... *rotwerd* Es tut mir leid, dass ich da alle so aufgescheucht habe. Entschuldigt bitte.

Ich war immer sehr zufrieden mit ihr, wir entwickeln die meist zusammen: ich probiere und ggf. schlägt sie was vor, was ich probieren könnte, ob das für mich besser ginge, aber ich entscheide dann, was mir mehr liegt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
rolf

rolf

Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.139
Reaktionen
18.269
Genau so war es auch...... denn auch da stand 5-1-2 und das finde ich auch sehr unpraktisch.

das verstehe ich jetzt nicht

ich empfehle dir in der linken Hand:
bei E-e-gis 5-1-2
(Der Daumen ist nach links und rechts beweglich, also ohne das Handgelenk zu verdrehen)
bei E-e-e1 5 (hüpf) 5-1
(das liegt an der Bogensetzung, schau dir diese Stelle einfach nochnmal genau an: erst ist das tiefe E allein, dann aber immer kleine Bögen, welche z.B. e-e1, e1-e2 verbinden (immer abwechselnd links und rechts))
 

N

Ninja70

Dabei seit
23. Jan. 2012
Beiträge
75
Reaktionen
0
Danke für deine genauen Beschreibungen!

das verstehe ich jetzt nicht
ich empfehle dir in der linken Hand:
bei E-e-gis 5-1-2
(Der Daumen ist nach links und rechts beweglich, also ohne das Handgelenk zu verdrehen)
bei E-e-e1 5 (hüpf) 5-1
(das liegt an der Bogensetzung, schau dir diese Stelle einfach nochnmal genau an: erst ist das tiefe E allein, dann aber immer kleine Bögen, welche z.B. e-e1, e1-e2 verbinden (immer abwechselnd links und rechts))
Ja, genau, so wie du es geschreiben hast, machen wir es, hab mich da vielleicht missverständlich ausgedrückt bzw. zitiert. Bei dem E-e-e1 steht bei mir im Skript 5-1-2 ! Das geht irgendwie gar nicht.
Aber das mit dem Bogen erst über der 2. + 3. Note relativiert sich doch eh, wenn das Pedal gedrückt wird oder?:confused:


Ganz was anderes: wann wird denn im 1. Teil mit Pedal gespielt bzw. eher die Frage, wann nicht in diesem 1. Teil? Irgendwie sind in meiner Ausgabe da nur lückenhafte Angaben und ich bin totaler Pedalneuling, da ich erst seit Freitag mein Klavier habe (vorher Keyboard...).

Vielleicht ist das Stück noch zu schwer für mich, die KL hat es vorgeschlagen, dass ich das nun schon könnte, aber mehr als den 1. Teil trau ich mir noch nicht zu, den Rest werd ich erstmal bis nach der Sommerpause vertagen. Ich spiel ja erst seit Februar.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Similar threads

J
Antworten
222
Aufrufe
22K
Peter
S
Antworten
2
Aufrufe
851
sephilosophia
S
 

Top Bottom