Wie findet man einen guten Flügel oder ein gutes Klavier?

  • Ersteller des Themas chopinfan
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chopinfan
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Hallo liebe Clavio-Gemeinde,

nach vielen Jahren der (aus akustischen Gründen notwendigen) Digitalpiano-Zeit möchte ich mir einen bezahlbaren Flügel oder ein Klavier zulegen.
Vom Klang her gefallen mir Bechstein, Yamaha, Blüthner und natürlich Steinway sehr gut. Im Steinway-Haus konnte ich einmal gar nicht mehr aufhören zu spielen, so gut hat es mir gefallen :-), am liebsten hätte ich dort übernachtet.... leider ist dort alles viel zu teuer ;-). Glockenhelle hohe Töne, bei gleichzeitig sehr vollem Klang in den tiefen Bereichen wäre mein Wunsch. Für temperamentvolles Spielen von Chopin, Rachmaninoff, Haydn, Beethoven (meine Lieblingskomponisten).

Ich stehe also noch ganz am Anfang meiner Überlegungen und frage mich, wie man an einen solchen Kauf herangeht. Wie findet man den Flügel oder das Klavier, das zu einem passt? Wie vermeidet man den Kauf eines alten Teils, das sich als faules Ei herausstellt? Was sollte ich bei einem Privatkauf beachten - und wo findet man ein Klavier/Flügel von privat? Wie vermeidet man es, zuviel zu zahlen? Mit welcher Summe muss ich rechnen?

Fragen über Fragen. Habt ihr Tipps für mich als Klavierkauf-Anfängerin?

Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir ein bisschen weiterhelfen könntet.

Liebe Grüße,
chopinfan
 
Henry
Henry
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Wenn Dir ein S&S so gut gefallen hat, dan red doch mal mit dem Verkäufer.

Eine Ratenzahlung läßt sich sicher vereinbaren.
 
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chopinfan
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Vielen lieben Dank Henry. Ich lese halt immer wieder, dass man nicht vom Händer kaufen sollte, sondern lieber privat. Deshalb bin ich verunsichert.
Es gibt bei Steinway in München einmal jährlich auch einen "Gebrauchtflügel-Verkauf" (der genaue Begriff dafür fällt mir gerade nicht ein). Da könnte ich auch mal hinschauen, stimmt.

Beim Gebrauchtkauf - nimmt man da einen Klavierbauer seines Vertrauens mit, als Berater? Oder wie habt ihr das gemacht?
 
Henry
Henry
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Beim Gebrauchtkauf - nimmt man da einen Klavierbauer seines Vertrauens mit, als Berater? Oder wie habt ihr das gemacht?
Beim Privatkauf sollte auf jeden Fall ein Klavierbauer oder ein Klavierbaumeister mit hinzugezogen werden.

Allerdings muß man des auch bezahlen, jedoch weiß man dann auf jeden Fall. was in dem Instrument noch zu investieren wäre, ob der Kauf sich nicht lohnt oder ob des Instrument derart gut erhalten ist, daß hier kaum noch was daran gemacht werden muß - außer natürlich stimmen.
 
JonasKlais
JonasKlais
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ich finde es wichtig, sich genug Zeit zu lassen, viele Läden aufsuchen, viele unterschiedliche Flügel probieren und sich selbst nicht unter Druck setzen oder setzen lassen. Um einen Überblick zu bekommen, solltest du dich nicht auf Privatkauf fixieren.

Bei mir hat es etwa 1 Jahr gedauert, davon etwa 1/2 intensiverer Suche.
Steinways sind natürlich fein, aber da ist gerade bei Privatkauf und auch bei einigen Händlern Vorsicht geboten. Was da teils günstig erscheint sind umgeschwurbelte Teile.

Bei Yamaha solltest du dir mal gebrauchte S4 und S6 anschauen.

Bei mir ist’s am Ende ein Yamaha S3x neu geworden. Hätte ich am Anfang der Suche nicht gedacht. Aber nach 1 1/2 Jahren noch hoch zufrieden. Andere haben ihre Spontankäufe schon rückabgewickelt, wie man hier auch schon gelesen hat… 😜

Übrigens, wenn’s ein kleinerer Flügel sein soll, musst du nen gebrauchten Bechstein L167 ausprobieren.
 
pianochris66
pianochris66
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Ich lese halt immer wieder, dass man nicht vom Händer kaufen sollte, sondern lieber privat. Deshalb bin ich verunsichert.

Wer sagt das und mit welcher Begründung? Genau so kann man ja auch argumentieren, dass man nicht von Privat kaufen sollte, da man keine Garantie bekommt. Du solltest einfach möglichst viele Instrumente anspielen, die meisten Händler haben auch gebrauchte Instrumente im Angebot, die auch nicht unbedingt teurer sein müssen als bei einem Privatverkauf.
 
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Cheval blanc
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Tastenscherge
Tastenscherge
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Ich lese halt immer wieder, dass man nicht vom Händer kaufen sollte, sondern lieber privat.
Das ist natürlich Quatsch. Wenn du vom Händler kaufst, bezahlst du zwar mehr als von privat. Allerdings bekommst du dafür ein überholtes Instrument mit Garantie und Transport und Stimmung inklusive. Du kannst also das fertige Endprodukt testen und bewerten. Und wenn was nicht funktioniert, kannst du dem Händler die Ohren lang ziehen.

Wenn du von privat kaufst, ist das Instrument mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht überholt. Wer lässt schon sein Instrument vorm Verkauf überholen? Es wird ja meist verkauft, weil es nicht mehr gespielt wird. Seit Jahren. Da solltest du dann einen Klavierbauer mitnehmen zur Begutachtung. Aber auch dann musst du abstrahieren, wie das Instrument denn wohl voraussichtlich nach Überholung klingen und spielen wird. Zumindest kannst du es noch nicht im Endzustand anspielen. Dafür zahlst du auch weniger. Musst aber die Kosten für Transport und Stimmung und vermutlich "große Inspektion" mit einkalkulieren.

Vom Händler also eher Nummer Sicher aber teurer. Von privat eher Wundertüte aber billiger.
 
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chopinfan
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Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für Eure Gedanken, Hinweise und Tipps. Ihr habt mir sehr damit geholfen.
Zeit lassen ist ein wichtiger Tipp. Klavierbauer mitnehmen beim Privatkauf. Yamahamodelle anschauen, an die ich nie gedacht hätte. Viele Instrumente anspielen. Und einfach mal anfangen mit der Suche. Das mache ich ab jetzt!

[Ich merke, dass bei mir der "Hunger" auf ein "richtiges" Klavier nach 15 Jahren des E-Pianos (Clavinova von Yamaha) sehr groß ist. Deshalb überlege ich, für den Übergang ein billiges akustisches Klavier zu mieten, bis ich einen schönen Flügel gefunden habe. Das E-Piano ist zwar super, um in einer Wohnung spielen zu können, aber man versaut sich damit auf Dauer den Anschlag. Außerdem ist für mich ein echtes Klavier wie ein Lebewesen, das atmet und vibriert, was bei einem E-Piano ja auch nicht der Fall ist. ]
 
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chopinfan
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Vom Händler also eher Nummer Sicher aber teurer. Von privat eher Wundertüte aber billiger.
Danke Tastenscherge für Deine Einschätzung. Vom Gefühl her sehe ich es auch so, Du hast es mir jetzt nochmals bestätigt.
Außer man kauft den Flügel von einem langjährigen Freund, bei dem mal schon zigmal gespielt hat. Dann ist es etwas anderes. Leider will von meinen langjährigen Freunden keiner seinen Flügel loswerden.
 

Carl Tredt
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Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall Zeit einplanen und, wie schon zuvor bemerkt, viel anspielen. Mir ist bei der Suche aufgefallen, dass ich ein neues oder neueres Instrument kaufen will, weil mir die gebrauchten in den meisten Klavierhäusern einfach nicht zugesagt haben (Anschlag war hier vor allem entscheiden, manchmal Dämpfung) - selbst Topmarken in renommierten Geschäften. Das war insofern überraschend, als ich bis dahin auf einem schönen alten Klavier mit wunderbarem Klang gespielt hatte und alte Klaviere/Flügel auch schöner finde.
 
Henry
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Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für Eure Gedanken, Hinweise und Tipps. Ihr habt mir sehr damit geholfen.
Zeit lassen ist ein wichtiger Tipp. Klavierbauer mitnehmen beim Privatkauf. Yamahamodelle anschauen, an die ich nie gedacht hätte. Viele Instrumente anspielen. Und einfach mal anfangen mit der Suche. Das mache ich ab jetzt!

[Ich merke, dass bei mir der "Hunger" auf ein "richtiges" Klavier nach 15 Jahren des E-Pianos (Clavinova von Yamaha) sehr groß ist. Deshalb überlege ich, für den Übergang ein billiges akustisches Klavier zu mieten, bis ich einen schönen Flügel gefunden habe. Das E-Piano ist zwar super, um in einer Wohnung spielen zu können, aber man versaut sich damit auf Dauer den Anschlag. Außerdem ist für mich ein echtes Klavier wie ein Lebewesen, das atmet und vibriert, was bei einem E-Piano ja auch nicht der Fall ist. ]

Bei Fachhändlern kannst Du Dich ja für einen Mietkauf entscheiden - wenn Dir das Instrument ned zusagt, gibst des einfach wieder zurück, und wenn es Dir zusagt, kannst Du mit den allermeisten Händler einen Ratenkauf vereinbaren,

Sofern Du keinen negativen Schufaeintrag hast, geht das problemlos.
 
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chopinfan
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Wie man als Laie einen Plattenbruch oder lose Stimmwirbel ausmachen will, ist mir schleierhaft
Kann man das evtl. hören? Wenn man ganz genau hinhört?
Ist mit Plattenbruch ein Bruch des Resonanzbodens gemeint?

Wenn man versteckte Mängel vermutet, kauft man es halt nicht.
Wie merkst Du, ob ein versteckter Mangel vorliegt? Verlässt Du Dich dabei auf Deine Intuition, oder hast Du eine Art Checkliste?
 
Tastenscherge
Tastenscherge
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Henry
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Kann man das evtl. hören? Wenn man ganz genau hinhört?
Ist mit Plattenbruch ein Bruch des Resonanzbodens gemeint?
Der Resonanzboden ist ne andere Geschichte, den kann man wieder daher richten.

Beim Plattenbruch ist die Gußplatte gemeint - man kann es hören wenn die Oktaven nach oben hin stark in der Tonhöhe abnehmen.

Allerdings kann dieser Effekt auch auftreten, wenn ein Klavier über Jahrzehnte ned gestimmt wurde.
 
 

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