Wie erkläre ich meinem KL, dass ich den KL wechseln will bzw. schon gewechselt habe?

M

mephdrac

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Hallo,

ich habe ein Problem. Ich habe vor 1,5 Jahren angefangen Klavierunterricht zunehmen. Ich habe als blutiger Anfänger, keinerlei Notenkenntnisse oder sonstigen angefangen. Und naja, menschlich ist es zwar ganz gut mit meinem bisherigen Lehrer, doch ich habe das Gefühl ich komme mit ihm nicht weiter.

Worauf basiert das Gefühl? Naja, ich sollte mit einem neuen Stück beginnen,
irgendwas von Bach (nicht falsch verstehen, ich mag Bach). Doch hatte ich bisher keine Lust dieses zu üben, bei meinen KL ist es so, dass er quasi einem die Noten gibt. Man lernt zu hause und ein wirkliches Vorspiel bzw. besprechen, was mache ich falsch was gut, findet irgendwie nicht statt. Ich finde zwar, dass ich bei ihm viel an theoretischen Wissen gelernt habe, doch in der Praxis kommt nicht soviel bei mir an. Ich sitze dann daheim und weiß eigentlich gar nicht was ich wie üben soll. So fange ich also, wie früher ohne KL an und spiele bzw. lerne die Stücke auswendig. Bei dem besagten Bach Stück war es also wieder so, dass ich eigentlich nicht weiß, wie ich anfangen soll. Hm.
Zum nur Auswendiglernen und sonst keine Anleitung brauche ich eigentlich keinen KL, so dachte ich vor ein paar Wochen.

Also, habe ich mal Probestunden einfach bei zwei anderen Klavierlehrerinnen genommen. Und bei der zweiten sind zwar die Stücke deutlich leichter, doch bei Ihr gehen wir die Stücke gemeinsam durch. Und ich weiß auch, was ich daheim üben soll, so dass ich glaube, dass ich spielerisch in den letzten Wochen dadurch besser deutliche besser geworden bin. Nun in der Zeit war mein bisheriger KL krank (ca. 6 Wochen). Die o.g. ausführungen zu seinem Unterricht sind der subjektiv, also von mir so aufgenommen. Er ist seit über 20 Jahren KL und seine anderen Schüler spielen meiner Meinung nach auch gut. Vielleicht ist sein Unterricht nur nicht für mich der richtige.

Und nun kommt das eigentliche Problem. Ich denke, ich möchte bei der Lehrerin weitermachen, hatte zu meinem bisherigen KL allerdings immer einen guten Draht, d.h. die Chemie stimmte. Wie erkläre ich ihm nun am besten, dass ich ja eigentlich schon gewechselt habe!? Wie fange ich das am besten an?

Eigentlich eine blöde Frage man sollte meinen mit 38 Jahren stellt das kein Problem mehr dar. Aber solche Bauchschmerzen hatte ich schon ewig nicht mehr. Heute habe ich zum 1. Mal nach seiner Krankheit wieder bei ihm Unterricht. Dort wollte ich nochmal einfach hingehen, um mir endgültig sicher zu sein.

Nächste Woche würde ich aber gern reinen Tisch machen, scheue mich aber davor. Habt Ihr irgendwelche Tipps, wie ich es am besten rüberbringe, denn Notlügen wollte ich nicht erfinden.

Danke schonmal.
 
40er

40er

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Sei ehrlich und sage ihm, dass du dich musikalisch weiterentwickeln willst und auch schon eine entsprechende Option hast und auch ausprobieren konntest. Frag ihn ob Du wieder zurückkommen kannst wenn es beim neuen Lehrer nicht in die gewünschte Richtung geht - das wirkt zumindest tröstlich.

Da er aber ein Profi sein sollte, wird er es verstehen und ähnliches in seiner Laufbahn schon erlebt haben. Denk dabei an einen Profi Fussballer. Die gehen in der Regel auch von Verein zu Verein, d. h. von Trainer zu Trainer und entwickeln sich dadurch gemäss ihren Vorstellungen. Die Sache mit dem Profigehalt mal auser Acht gelassen.

Gruss
40er
 
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Klavierretter

Klavierretter

vormals GSTLP
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Am besten... und damit kommt man immer am weitesten im Leben... einfach die Wahrheit sagen ;)
LG Georg
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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...hatte zu meinem bisherigen KL allerdings immer einen guten Draht, d.h. die Chemie stimmte.
Nee, überhaupt nicht, sonst hättest Du das hier Geschriebene schon längst mit ihm kommuniziert.
Und genau das würde ich jetzt auch erst mal machen. Kommunizieren. Frei von der Leber und ganz ehrlich.
 
hasenbein

hasenbein

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Lehrer ist scheiße. Peng, aus.

Wechseln, peng, aus.

Mehr gibt's dazu nicht zu sagen.
 
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trischie

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Ja, solche Gespräche sind unangenehm. Nimm ein Schluck Schnapps, Sage Dir selbst das du erwachsen bist und es ist Dein recht das Beste für Dein hart-verdientes Geld zu suchen.
Du kannst anknüpfen an der Tatsache das ER so lange krank war, und du bist "gestolpert" über eine Lehrerin, die du erst nur probieren wolltest während er Krank war. Und dann hast Du bemerkt das ihr styl besser zu dir passt.
 
B

buschinski

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Du könntest Deinen Artikel ausdrucken und ihm per Post schicken.

Ne, im Ernst:

Ich muss immer schmunzeln, wenn Menschen ihr Problem mit anderen Menschen wunderbar sachlich, freundlich und nachvollziehbar kommunizieren können - nur nicht in Gegenwart des eigentlichen Ansprechpartners :-)

Es führt kein Weg dran vorbei. Sags ihm genau so. Schade ist, daß Du Deine Probleme 1,5 Jahre mitgeschleppt hast. Vielleicht hätte Dein KL gerne auch was anders gemacht.
 
X

xXpianOmanXx

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ich denke, zunächst sollte man über die sache eine klare linie ziehen zwischen persönlicher ebene und geschäftlicher ebene!
wenn ich mir das nun so durchlese, glaube ich, dass der unterricht eher auf der letzteren stattgefunden hat, folglich gibt es keinen grund beim "schlussmachen" allzu große skrupel zu haben.

deutlicher ausgedrückt: du bist an den "falschen" KL gelangt, ohne es zu merken, da du wohl zu beginn noch keine großen vergleiche anstellen konntest. die gute "chemie" zwischen euch beiden hat dann wohl die methodischen schwächen des KL's überdeckt. & wenn der KL keine möglichst klaren richtungen angibt, dann scheint ihm das ganze wohl einfach nur egal zu sein, solange das geld fließt. meiner meinung nach. es mag nun schüler geben, die von sich aus wissen, wie sie zuhause üben sollen und die folglich vom unterricht als ergänzung profitieren können. doch bei einem anfänger kann man das nicht voraussetzen. du hättest den KL natürlich auch selbst gezielt(er) ausquetschen können, bezgl. übemethoden für zuhause, aber naja, nun ist's wie's ist.. & wer weiß ob er dir da überhaupt sinnvolle tips hätte geben können?!

vermutlich wird es nun so laufen: du sagst zum KL tschüssi, und er wird es dir ganz sicher übel nehmen. gewiss nicht auf der persönlichen ebene. auf der geschäftlichen! und wenn der unterricht so ziellos gewesen ist, dann muss es genau dort auch weh tun, auch wenn man vermutlich nicht alle schuld auf den KL selbst abrollen kann. jedenfalls: zieh's einfach durch! es geht immer noch um dein hobby, dein geld und dein vorankommen. nicht um das bankkonto des KL's.
 
Klavierandi

Klavierandi

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Liebe/r mephdrac,
genau in der selben Situation war ich selbst auch. Und ich kann Dir auch nur raten es Deinem KL so zu vermitteln wie Du es oben geschrieben hast. Das ist sachlich und auch nachvollziehbar. Du musst keinerlei Schuldgefühle hegen. Leider hättest Du schon viel früher hier Deine Position einbringen können, dann hätte Dein KL evtl. darauf reagiert, oder auch nicht wie es in meinem Fall war, aber nun ist es halt so und der Wechsel ist unausweichlich wenn Du Dich weiterentwickeln möchtest.

Viel Erfolg
Klavierandi
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Nach Lektüre des ersten Beitrags kommen mir spontan drei Aspekte in den Sinn.

Erstens: Damit "die Chemie stimmt", ist mehr als nur ein freundlicher Umgangston vonnöten. Es ist wichtig, in der Sache unbedingt zu kommunizieren. Die Lehrkraft bietet eine Dienstleistung an und der Schüler nimmt diese in Anspruch, ist also Kunde. Wenn die Qualität nicht ausreicht, kann der Kunde dem Anbieter Gelegenheit zur Nachbesserung geben oder beim Vorhandensein alternativer Angebote unter Beachtung vertragsrechtlicher Modalitäten (Kündigungsfrist) eben wechseln. Die Bedenken mit sich herumzutragen ohne Veränderung ist für alle Beteiligten ungünstig. In Eurem speziellen Fall ist ganz offensichtlich gar nicht kommuniziert worden: Damit ist dem Schüler nicht gedient und der Lehrkraft auch nicht, die ohne Rückmeldung Unzulänglichkeiten ja nicht abstellen kann.

Zweitens: Mancherorts kursiert im Produktions- und vor allem im Dienstleistungsbereich die irrige Auffassung, solange sich niemand beschwere, sei alles in Ordnung. Die Realität ist eine ganz andere: Unzufriedene Kunden wechseln zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Konkurrenz und geben schlimmstenfalls anderen noch zu verstehen, wie schlecht der ursprüngliche Anbieter war. Insofern sollte man aus sachlich vorgetragenen Reklamationen unbedingt lernen. Natürlich gibt es auch Berufsnörgler, die es förmlich genießen, zu jeder sich bietenden Gelegenheit über andere zu meckern. Den Unterschied registriert man mit zunehmender Lebenserfahrung immer genauer.

Drittens: Im nächsten Unterrichtsverhältnis unbedingt mehr kommunizieren. Wenn einem erwachsenen Schüler Sinn und Zweck in der Sache nicht klar ist, nachhaken. Der Schüler honoriert die Unterrichtstätigkeit, weil sie bestimmten Erwartungen gerecht werden soll - und nicht, weil der Anbieter auf das Geldverdienen angewiesen ist. Nicht vorschnell die Brocken hinschmeißen, aber auch erkennen, wenn das Ganze so keinen Sinn mehr macht und begründete Kritik nicht umgesetzt wird.

Fazit: Allein aus der einleitenden Beschreibung ist erkennbar, dass Dein bisheriger Lehrer im ganzen gesehen nicht gut gewesen sein kann, da wichtige kommunikative Elemente (Arbeit am jeweiligen Stück) auch von seiner Seite aus einzufordern gewesen wären. Deine Wechselentscheidung dürfte folgerichtig sein - dies so zu kommunizieren, ist das einzig richtige Vorgehen, auch wenn es schwerfällt. Wenn Dir verbindliche Entscheidungen auch in anderen Lebenslagen nicht leicht fallen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen und zu erforschen, weshalb Du Dich mit dem Neinsagen so schwer tust. Vermutlich spielst Du aus Deinem eigenen Willen und persönlichem Antrieb heraus Klavier und hast Dich aus guten Gründen für Unterricht entschieden, der das Fortkommen beim Klavierlernen ermöglichen soll. Wenn die Qualität und/oder das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt, besteht Handlungsbedarf.

Alles Gute und allzeit erfolgreiches Kommunizieren (nur redenden Menschen ist zu helfen)
wünscht mit LG Rheinkultur
 

M

mephdrac

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Hallo,

erstmal Danke für die Antworten.

Ich muss noch etwas ergänzen, es ist ja nicht so, dass ich mit meinem bisherigen KL nie gesprochen habe. Sehr wohl habe ich ihn darauf angesprochen, was und wie ich üben soll. Es ist nur so, dass er zwar kurz mal drauf eingeht, oftmals verstehe ich ihn aber nicht. Keine Ahnung warum, komme mir dann auch mal wie ein Depp vor, weil ich dann immer wieder nachfrage.
Auch muss ich noch richtigstellen, dass ich nicht der Meinung bin, voll 1,5 Jahre verschwendet zu haben. Gelernt habe ich halt schon einiges.

Nun ist es so, dass ich eigentlich gestern bei ihm Unterricht gehabt hätte, er aber kurzfristig absagte, und nun ist er im Sommerurlaub. D.h. der Termin, wo ich es ihm sagen muss, bzw. werde ist nach hinten gerutscht. Insofern ganz gut für mich, so kann ich mir besser überlegen wie ich es ihm sage.

Und es ist auch nicht so, dass ich seinen gesamten Unterricht für schlecht halte. Beispielsweise vermittelt er auch eine Menge hintergrundwissen (z.B. was ist eine Fuge). Das alles interessiert mich halt auch sehr. Ich möchte nicht nur spielen können, sondern eben auch Fachwissen erwerben. Das wiederum kann er mir gut erklären, da kann ich ihm gut folgen. Offenbar ist also das Problem hauptsächlich die Kommunikation zwischen uns beiden.

Nochmal, ich habe ihn schon vorher darauf angesprochen. Ich habe nicht bis zuletzt geschwiegen und haue jetzt einfach ab. So ist es nicht. Es hat sich nur nicht viel geändert, immer nur kurzfristig, dann war er wieder im selbem Muster. Und auch die kurzfristige Änderung führte nicht unbedingt zu einem besseren Verständnis meinerseits.

Ok, letztlich denke ich, dass ich es ihm nach seinem Urlaub in der nächsten Stunde mitteilen werden. Am Telefon möchte ich das nicht machen, dass ist mir zu unpersönlich und ja ich finde es auch ein wenig unhöflich. Auch wenn ich ja dafür gezahlt habe, finde ich, ist es nur ok, wenn ich höflich bin.

Ach so, ich denke meine Hemmungen es ihm mitzuteilen rühren vor allem daher, dass ich irgendwie das Gefühl habe, jemanden (ihn) hintergangen zu haben. Ist vielleicht ein blöder Gedanke, aber das Gefühl kann man ja nicht einfach abstellen. Ok, Sorry, dass ich hier alle dichtlaber. Aber irgendwie muss ich das mal loswerden, und schreiben fiel mir schon immer leichter als reden.

Und - noch zur Info - ich habe kein Problem mit dem NEIN sagen. Ich habe möchte nur nicht unbedingt, die Gefühle anderer verletzen, wenn es anders geht. Denn auch trotz Bauchschmerzen bzw. des unangenemen Gefühls werde ich es ihm mitteilen.

Vielen Dank für eure Geduld!

ciao
 
 

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