Welcher Finger spielt eigentlich ??

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Martin2

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Liebe Forumsteilnehmer,

ich habe mich jetzt erst aktuell in diesem Forum registrieren lassen, blättere aber schon seit geraumer Zeit begeistert hier herum.

Ich bin der absolute Anfänger, also nicht der Anfänger, der schon 5 Jahre spielt!!

Der Anfang war der Erwerb eines Keyboard für EUR 100,00, allerdings mit Anschlagsdynamik, in der zweiten Oktoberhälfte 2011.

Mitte November erfolgte der erste Klavierunterricht und der KL war von dem Gerät nicht so begeistert. Also kam Ende November ein Yamaha YDP 161 ins Wohnzimmer; die D-Piano-Threads habe ich bis ins letzte Detail verfolgt, aber da ich nicht weiß wo die Reise hingeht, habe ich mich für ein D-Piano entschieden.

Jetzt aber zu meiner eigentlichen Frage mit den Fingern. Ich bin gerade unter anderem an einer leicht arrangierten Form des "Freude schöner Götterfunken" dran und da kommt dann zu den Noten im 4/4-Takt für die rechte Hand, die Achtelnotenkombination für die linke Hand für einen Takt "c-g-e-g c-g-e-g" und im nächsten Takt "h-g-d-g h-g-d-g". Dies im Wechsel ist hier so das Hauptthema über 8 Takte für die linke Hand.

Ist ja grundsätzlich nicht so schwer, möchte man meinen, aber bis ich als absolut Unbedarfter hier mal die rechte und die linke Hand zusammengebracht habe war das eine, aber jetzt fällt mir immer wieder auf, wenn ich diese Passagen spiele, daß ich hin und wieder, Finger 2 mit Finger 3 verwechsle, das dann zwar höre, aber dies nicht direkt in den Fingern sofort merke, sondern das Gefühl hatte, daß ich den 2. Finger aktiviert habe, aber es dann doch der 3. Finger war. Ich kann es jetzt nicht besser ausdrücken, aber ich hoffe Ihr wisst was ich damit meine.

Ich habe das meinen KL noch nicht gefragt, da ich leider erst Mitte Februar den nächsten Unterricht habe, da er momentan anderweitig dick drin ist und ich mir diese Frage nicht so lange verkneifen konnte.

Viele Grüße

Martin
 
cwtoons

cwtoons

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Diese Verwechselung, ist die rechts oder links?
 
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Martin2

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Hallo cwtoons,

die Verwechslung ist links, ab und zu, bei der vorgenannten Kombination "c-g-e-g c-g-e-g" und im nächsten Takt "h-g-d-g h-g-d-g". Also zweimal Finger 4-1-2-1 pro Takt und zweimal 5-1-3-1 pro Takt.

Es fällt mir halt auf, daß ich hier hin und wieder den falschen Finger, bzgl. Finger 2 oder 3, nehme, obwohl ich eigentlich weiß, daß der Andere dran ist. Die Frage ist, ob diese Passage einfach noch nicht so sitzt und andere vielleicht dieses Problem auch kennen, oder ob meine alten Synapsen einfach der Meinung sind, " Wos der Bauer net kennt, frißt er net".

Vielleicht sind auch, so vermeintlich einfache Aufmachungen dieser Stücke für jemand im '"fortgeschrittenen" Alter, der vor einem Vierteljahr zum ersten Mal an einem Klavier gesessen ist, doch noch zu schwierig!?

Viele Grüße

Martin

Viele Grüße

Martin

Martin
 
cwtoons

cwtoons

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Ich würde sowieso beide Teile einfach mit 5-1-3-1 spielen. Aber es kann natürlich sein, dass aus Übungsgründen der von Dir beschriebene wechselnde Fingersatz verlangt wird, um die Leitung Gehirn-->Finger zu trainieren.
Dann würde ich nicht allzulange tiefgründig nach Erklärungen für die Fehlgriffe suchen. Du spielst ja erst seit ganz kurzer Zeit. Diese Gehirn-->Finger-Leitung braucht sehr lange, bis sie funktioniert. Ich empfehle also diesen Bewegungsablauf 4-1-2-1 5-1-3-1 - wenn er denn sein muss - so lange zu üben, bis er sich besser eingeschliffen hat.
CW
 
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Martin2

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Hallo cwtoons,

danke erst mal, für Deine prompten Antworten.

Die Fingersätze sind auf dem Notenblatt so angegeben und dann übernimmt man sie anfangs natürlich so, da man in diesem Stadium selten mit Fingersätzen experimentiert.

Das Problem ist halt, daß man oft nicht weiß wo man mit seiner Leistung steht.

Diese Teile haben sicherlich schon ca. 200 Wiederholungen hinter sich (ist ja
auch schnell gespielt) und doch schleicht sich immer wieder der falsche Finger ein.

Wenn ich dann auch noch zu sehr darüber nachdenke, kommt es vor, daß auch die Finger der rechten Hand Mucken machen.

Vielen Dank und viele Grüße

Martin
 
cwtoons

cwtoons

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daß man oft nicht weiß wo man mit seiner Leistung steht.
Das ist ein typisches Erwachsenenproblem. Das würde sich kein Kind oder Jugendlicher nach einigen Wochen Klavierunterricht fragen. Kann ich nur vor warnen. Wer seine Lernerfolge am Klavier als Erwachsener in klare Stufen packen möchte, oder, noch schlimmer, sie per Zeitleiste programmieren will, schießt sich in´s eigene Knie. Was ist, wenn ein Fortschrittsstückchen ´mal etwas kleiner ausfällt? Superfrust?
CW
 
Klimperline

Klimperline

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... aber jetzt fällt mir immer wieder auf, wenn ich diese Passagen spiele, daß ich hin und wieder, Finger 2 mit Finger 3 verwechsle, das dann zwar höre, aber dies nicht direkt in den Fingern sofort merke, sondern das Gefühl hatte, daß ich den 2. Finger aktiviert habe, aber es dann doch der 3. Finger war. Ich kann es jetzt nicht besser ausdrücken, aber ich hoffe Ihr wisst was ich damit meine.
Hallo Martin,

ich hatte anfangs ein sehr ähnliches Problem wie Du, ich hatte nicht im Gefühl, ob gerade der dritte oder der vierte Finger spielt.

Ich kann Dich aber beruhigen, auch das Gehirn erwachsener Anfänger ist anpassungsfähig und wird lernen, zu differenzieren. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie lange es bei mir gedauert hat, aber mehr als ein paar Monate waren es nicht bis ich bewusst steuern konnte, welcher Finger gerade an der Reihe ist.
 
Kulimanauke

Kulimanauke

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daß ich hin und wieder, Finger 2 mit Finger 3 verwechsle,
Genau diese Geschichte kann ich Dir in jedem dieser Finger rechter und linker Hand nachfühlen. Seit ich Klavier spiele, habe ich erst bemerkt, daß ich einen 3. und 4. Finger jeweils habe. Manchmal kommen sie mir vor wie Fremdkörper. Ich staune erneut, daß es noch mehr Finger gibt.
Ich muß sie mir sehr oft ins Bewußtsein rufen, anschauen, auch mal weg vom Klavier .... Daumen ist klar, Zeigefinger wird auch oft gebraucht, kleiner Finger geht nicht verloren, aber die Konzentration auf die mittleren sind mir erst durch das Spielen gewahr geworden.
Sie fließen in die ganze Hand mit ein beim Greifen. Man beachtet sie einzeln in der Regel nicht (außer beim Heiraten :p). Ihre Funktionen sind Greifer für das gesamte Fassen, nicht so konzentriert an der Front wie Daumen, Zeigefinger und kleiner Finger.

Was mache ich? Hinschauen, hinschauen, spielen - und manchmal einfach spielen lassen ohne nachzudenken.

herzlicher Gruß
Kulimanauke
 
NewOldie

NewOldie

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daß ich hin und wieder, Finger 2 mit Finger 3 verwechsle, das dann zwar höre, aber dies nicht direkt in den Fingern sofort merke, sondern das Gefühl hatte, daß ich den 2. Finger aktiviert habe, aber es dann doch der 3.
hast du schon mal "Paradiddles" versucht?

Sind eigentlich Rudimente für Schlagzeuger.

Jeweils 2 Finger ( ich nenne sie L und R) spielen 16tel. auf beliebiger Oberfläche.
Damit simulieren sie Schlagzeugstöcke.
Typisch für "Paradiddles" sind die Doppelschläge, die mit dem selben Finger ausgeführt werden.
WICHTIG: mitzählen 1e+e 2e+e usw, freie Hand oder Fuß markiert die 1 oder beliebige Zählzeit.

- Erstes Pattern: L L R L / R R L R / L L R L / R R L R

dann die Dopelschläge um eine 16tel wandern lassen

- Zweites Pattern: R L L R / L R R L / R L L R / L R R L
- Drittes Pattern: R L R R / L R L L / R L R R / L R L L

Man kann auch zusätzlich 3er oder 5er Akzente durchwandern lassen oder 4er z.B offs oder e betonen. Dann wird es tricky, besonder s bei 3ern und 5ern:D

Diese Übung habe ich mit allen möglichen Fingerpaarungen durchexerziert, so schnell wie möglich.
Dadurch, dass Doppelschläge auftauchen, muss man sich auf den richtigen Finger konzentrieren, besonders bei den Akzenten.
Die Übung kann man überall und jederzeit machen und macht zumindest die Finger beweglich . :p

Lieber Gruß, NewOldie
 
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annik

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Hallo Martin,

das Problem, das Du da beschreibst, kann ich aus meiner allerersten Zeit auch noch gut nachvollziehen (spiele auch erst seit einem Jahr). Mir hat hierbei ein Tip meiner Klavierlehrerin sehr geholfen:

Spiele die Passage mit den Fingerverwechslungen im Super-Super-Schnecken-Tempo und wenn ein Finger die Taste drückt, laß ihn durch das Armgewicht noch ein wenig nachsacken, nimm dadurch für einen Sekundenbruchteil Deine Fingerkuppe und ihren (sanften/lockeren) Druck auf die Taste noch einmal ganz bewußt wahr, dann im gleich langsamen Tempo die nächste Taste drücken, wieder durch das Armgewicht den Finger nachsacken lassen und so weiter... Schau Deinen Fingern auch zu beim superlangsamen Spielen. Durch das bewußte Wahrnehmen der Fingerkuppe auf der Taste und die visuelle Wahrnehmung und die entsprechende Rückkopplung im Gehirn speicherst Du das Bewegungsmuster viel müheloser ab. Ich hoffe, ich konnte es verständlich erklären, es ist nicht so kompliziert, wie es sich vielleicht liest.

Ich wünsche Dir noch ganz viel Freude mit Deinem neuen Hobby, es lohnt sich!!!

Herzliche Grüße von annik
 
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Martin2

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Liebe Forumsgemeinde,

ich danke Euch herzlich für Eure Antworten und werde die Tipps beachten. Auch bin ich froh, daß das, was ich hier angefragt hatte, anscheinend im Bereich der "Normalität" der Anfänger anzusiedeln ist und kein Problem insofern darstellt, daß man unter einer abnormen Fingergefühlslosigkeit leidet.

cwtoons,

Deinen Beitrag, was das Problem mit dem Umstand

("daß man oft nicht weiß wo man mit seiner Leistung steht")

anbetrifft, werde ich beherzigen. Grundsätzlich ist mir das ja bewusst, und ich bin an die Sache so herangegangen, daß ich einfach regelmäßig übe, weil es mir Spaß macht und daß ich soweit und so schnell weiterkomme, wie hoch meine Decke, nach der ich mich strecke halt mal hängt, aber hin und wieder kommt man nicht aus seiner Haut und fängt an Dinge zu hinterfragen.

Herzlichen Dank erstmal an alle; Ihr habt mir sehr geholfen!

Viele Grüße

Martin
 
 

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