Welchen Klavierlehrer soll ich nur nehmen?

Was soll diese vollkommen unangebrachte Verniedlichung?

Kannst Dich wieder abregen. Klar, hätte ich mir auch sparen können, aber ich habe die Verniedlichungsform nur in bezug auf den Jungen genommen (als "Peter halt noch Peterchen war") und nicht auf den bedeutenden Pädagogen bezogen.

Du drückst Dich ja auch gerne mal ein bißchen flapsig aus, tschuldigung, daß ich das gegenüber Deinem Säulenheiligen gewagt habe.

LG,
Hasenbein
 
Du drückst Dich ja auch gerne mal ein bißchen flapsig aus, tschuldigung, daß ich das gegenüber Deinem Säulenheiligen gewagt habe.

Und schon wieder: Peter ist nicht "mein Säulenheiliger".
Er ist derjenige, vor dem ich den allergrößten Respekt habe.

Und das sage ich, wiewohl ich sein wohl störrischster Schüler bin -
der sich eben - ganz im Gegensatz zu ihm - des Öftren "flapsig"
ausdrückt.

gruß

stephan
 
Ich spreche wie gesagt in erster Linie nicht vom Fortgeschrittenenunterricht, wo es um die Interpretation geht, sondern vor allem vom Grundlagenunterricht.

Ach so. Gibts dafür soviel zum Nachklimpern auf Youtube? Ich frage nur, weil mir das noch nicht so aufgefallen ist.

Anfangs hat mir mein KL neue Stücke immer einmal vorgespielt. Jetzt sind die Stücke länger geworden, und da macht er es so, daß er mir einzelne Stellen vorspielt, für die er mir Hinweise mitgibt (z.B. meiner winzigen Hand angepaßte Fingersätze, wie ich die Stelle üben soll etc.). Das ganze Stück vorgespielt zu bekommen, würde mir nicht so viel bringen, aber jede Menge Unterrichtszeit verbrauchen.

Wenn ich mir diese Stücke zuhause von CD oder Youtube anhöre, dann schaue ich schon sehr genau darauf, wer da spielt. Und ich habe es gern, möglichst viele verschiedene Interpreten zu hören.

Dann erarbeite ich mir mal den Notentext, bis ich das Stück einigermaßen flüssig spielen kann. Und dann gehts wieder in den Unterricht. Mein KL muß dann meistens erstmal "gründlich durchfegen", Problemstellen klären, Artikulation, Phrasierung, Dynamik, Tempo ... besprechen.

Danach arbeitet er mit mir eigentlich wie ein Dirigent (ach ja, da fällt mir ein, ein Dirigent wird ja vermutlich dem Orchester auch nicht die einzelnen Stimmen auf den zugehörigen Instrumenten vorspielen?). Manchmal komme ich mir dabei fast vor wie ein Medium. Diese Art der Vermittlung gibt mir wiederum auch viel mehr als Vorspielen durch den Lehrer. (Im übrigen, daß Ihr es nicht mißversteht, kann ich natürlich immer meine eigene Vorstellung vom Stück einbringen.) Während diese Phase höre ich mir die CD- oder Youtube-Aufnahmen nicht an.

Wenn das Stück "fertig" ist, kommt es vor, daß mir meine anfänliche Lieblingsaufnahme nicht mehr gefällt, dafür eine andere, die ich zuerst nicht so toll fand. Manchmal gefällt mir meine eigene Interpretation besser als alle anderen, nicht weil ich so toll bin, sondern weil sie für mich authentisch ist.

Ich denke, daß ich so nicht Gefahr laufe, blind nachzuahmen, oder?

Ich wäre allerdings außer mir vor Glück, wenn es mir gelänge, z.B. Rubinstein verwechslungsähnlich zu kOpieren :D:D:D. Es deucht mich aber, dazu müßte ich erstmal auch alles das kApiert haben, was Rubinstein wußte und konnte.

So, und schlußendlich bin ich überzeugt davon, einen richtig guten Klavierlehrer zu haben. Mit Flügel natürlich, ohne Heumann und Co. An einer staatlichen Musikschule, 45Minuten wöchentlich. Es werden aber fast immer 60.

LG Klavieroma
 
Zum ursprünglichen zurückzukehren:
ich hab rausgefunden, dass die KL an der Musikschule ein Klavier- und Dirigentenstudium an der hiesigen Musikhochschule absolviert hat. Sie ist mir sehr sympathisch (sie ist eine temperamentvolle Südländernin, die es lustig rüberbringt), deshalb bleibe ich vorerst dabei. Auch wenn ich dann erstmal mit dem Heumann arbeite.
Erstmal danke trotzdem.
 
Ich nehme mir dennoch heraus, darauf hinzuweisen: Wenn Du sogar eine Musikhochschule in der Nähe hast, gibt es mit absoluter Sicherheit erheblich bessere Lehrer bei Dir in der Gegend, die ohne Heumann und ähnlichen Quatsch auskommen.

Erstens kennst Du ja bislang nichts Besseres, kannst Dir also nicht vorstellen, wie supergeil der Unterricht bei solch einem Lehrer im vergleich zum jetzigen wäre; und wenn Dir natürlich Sympathie und "Lustigkeit" (die übrigens auch sehr gute Lehrer öfters haben...) wichtiger ist als optimale Förderung, dann kann man nur sagen: Jedem Tierchen sein Pläsierchen...

LG,
Hasenbein
 
Vorspielen im Unterricht, richtig angewendet, hat nichts mit Ego zu tun, sondern damit, daß man anerkennt, daß die verbale Vermittlung nicht alles ist - nicht sein kann. Manchmal ist es einfach am zweckmäßigsten, daß Klänge für sich sprechen (und der Schüler seine eigenen Schlüsse daraus zieht).

Ich spreche wie gesagt in erster Linie nicht vom Fortgeschrittenenunterricht, wo es um die Interpretation geht, sondern vor allem vom Grundlagenunterricht.

LG,
Hasenbein

Hallo miteinander,

ich glaube obiges Zitat trifft den Kern der Sache! Ebenso bin ich der Meinung, dass die Begriffe "Vorspielen" und "Nachspielen" bzw. "Nachahmen" in diesem Zusammenhang nicht angebracht sind! Wenn der/die KL einem Schüler ein Stück vorspielt, dann ist das doch etwas ganz anderes, als sich irgendeine youtube-Interpretation anzuhören! Der Schüler hört dann nicht nur das Stück, sondern sieht auch die Entstehung dieser Darbietung. Ausserdem bin ich der Meinung: wenn es der Lehrer vorspielt, dann ist das doch keine autoritäre Richtschnur nach dem Motto: genau so und nicht anders wird dieses Stück gespielt! Es ist vielmehr ein positives Angebot, in dem Sinne: dies kannst du aus dem Notentext herausholen! Der Schüler kann diese Darbietung dann nachspüren, nicht nachahmen. Je nachdem, wie das Nachspüren ausfällt, macht er es dann so oder eben (ein wenig) anders!

Letztlich finde ich es auch für die Glaubwürdigkeit des KL wichtig, dass er die Stücke, die er seinen Schülern aufgibt überzeugend vortragen kann und dies auch macht!
Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist solch eine Vorbildfunktion unerlässlich.
Eine meiner Töchter hat in mehreren Jahren Training im Kunstturnen immer wieder beklagt, dass viele der Trainer/innen selbst die einfachsten Sachen selbst nicht mehr vormachen (können).

Lernen an sich ist letztendliche eine Angelegenheit, die ein Vormachen, Vorbild oder eine Vorlage irgendeiner Art voraussetzt.
Dies gilt nicht nur für das Musizieren, sondern auch für etliche andere Disziplinen.
Wenn die Disziplin dann mal "beherrscht" ist (oder vielleicht auch parallel zu diesem Vorgang??) kann das rein schöpferische Element (d.h. für die Musik das Komponieren oder die ganz freie Interpretation) in Angriff genommen werden!

Natürlich gibt es viele Grauzonen zwischen diesen beiden Bereichen, auch ist es individuell äußerst verschieden, wie lange man in der Lern- bzw. Kreativphase verweilt (bzw. verweilen sollte).

Aber grundsätzlich gilt m.E.: das kleine und große Einmaleins sollte man schon beherrschen bevor man sich an anspruchsvolle mathematische Beweise heranwagt!:D

LG

Debbie digitalis
 
Ich nehme mir dennoch heraus, darauf hinzuweisen: Wenn Du sogar eine Musikhochschule in der Nähe hast, gibt es mit absoluter Sicherheit erheblich bessere Lehrer bei Dir in der Gegend, die ohne Heumann und ähnlichen Quatsch auskommen.
Naja, in der Nähe ist übertrieben, 50 km sind es schon mind. Sie fährt halt einmal die Woche her, mir ist das entschieden zu weit. Ich hab ja auch noch Familie, da muß ich mit der Zeit haushalten.
 
Es ist wesentlich wichtiger, daß der der Schüler dem Lehrer etwas
erklärt, als umgekehrt
. Der Schüler soll sich offenbaren und davon
berichten, was ihn im Innersten umtreibt, was ihn beschäftigt.

Erst dann kann der Lehrer angemessen reagieren.

Wobei man allerdings wissen darf, daß ein guter Lehrer, und ein
sehr guter zumal, bereits weiß, was mit Dir los ist, wenn Du bloß
zur Türe reinkommst.......


Man sollte die Zeit nicht mit Unnötigem vergeuden - und eben
auch nicht die Zeit, sich mit seinem Lehrer über die wirklich
wichtigen Dinge zu verständigen - darüber nämlich, was man
fühlt
. Man hat nicht allzu oft Gelegenheit dazu - und man
sollte sie nutzen. Das ist eine weitere Aufgabe eines wirklich
guten Lehrers.

wird bei diesem rührenden Beisammensein auch mal so en passant Klavier gespielt, womöglich gar sowas lästiges wie eine rasche Doppelgriffkette, oder wandeln Meister (der schon an der Türe alles weiss) und Eleve Hand in Hand in Gottes Natur, um einhellig die Sprache des Waldes und des Bächleins, die Sprache der Wolkenformationen und des Vogelflugs ganz ohne Worte zu erlernen (einzig an einem lauschigen Plätzchen im Walde vollzieht sich dann in tiefster Kontemplation die Kenntnis der großen Dichter und Philosophen)

das ist mir alles etwas zu..... praxisfern
 
Hallo,

praxisfern- kommt darauf an.
Es beeinflusst ja schon das Spielen, wie man sich gerade fühlt. Obwohl ein professioneller Musiker ja schon in der Lage sein muss, trotzdem gleichbleibend gut zu spielen.

Bei mir gibt es schon Stunden, wo man viel spricht, anstelle von vielem Spielen. Je nach dem, was gerade aktuell dran ist.
Um ansprechend zu spielen, muss man ja schon eine gefühlsmäßige Verbindung zum Stück herstellen. Und das gelingt, je nach Stimmungslage, besser oder schlechter.
 

ein Sofa ist ein Sofa, ein Flügel ist ein Flügel.

am Sofa kann man prima Psychoblabla machen - am Flügel Klaviermusik spielen (oder lernen, das zu spielen)

das sollte man möglichst auseinanderhalten, es sei denn, man unterhält sich gerne über Befindlichkeiten und Wehwehchen (allerdings lernt man vom sich unterhalten über Befindlichkeiten keine einzige Doppelgriffstelle) :D:D:D:D
 
Rolf, das eine ist doch nicht das Mittel, um das andere zu erreichen. Kein Mensch hat behauptet, durch "Psychoblabla" könnten Doppelgriffketten gelernt werden. Genauso wenig wird durch "Psychoblabla" aber auch das Lernen von Doppelgriffketten verhindert. Technisch-musikalische Studien sind das eine. Aber zum Musizieren gehört vielleicht auch noch ein bisschen mehr als das, denn der Musiker ist schließlich keine Mensch-Maschine zum Abspulen eines musikalisch korrekten Programms. Er ist vielmehr von innen heraus zur Musik motiviert, die Musik ist ein Ausdruck seines Wesens und zugleich eine Befriedigung von wesentlichen Bedürfnissen. Wie könnte es also unwichtig sein, was er fühlt und was in ihm selbst passiert? Zum Lernen einer Musizierweise, die auch nur irgendeine Bedeutung hat, ist das also keineswegs überflüssiges "Psychoblabla", sondern ein wichtiger Teil des Lernens. Genauso wie die technischen Studien und das konkret-manuelle Üben.

Grüße von
Fips
 

ein Sofa ist ein Sofa, ein Flügel ist ein Flügel.

am Sofa kann man prima Psychoblabla machen - am Flügel Klaviermusik spielen (oder lernen, das zu spielen)

das sollte man möglichst auseinanderhalten, es sei denn, man unterhält sich gerne über Befindlichkeiten und Wehwehchen (allerdings lernt man vom sich unterhalten über Befindlichkeiten keine einzige Doppelgriffstelle) :D:D:D:D

trotzdem hab ich schon manchesmal einen gewaltigen nutzen aus einer einzigen aussage meiner KL ziehen können. das sind dann so aussagen, die werden immer länger und begleiten einen dann für wochen oder so.
das sind dann keine "mach es so"-aussagen, sondern einfach nur ein aufmerksam-machen, das muss nicht mal etwas mit den stücken oder sogar dem klavier zu tun haben.
 
Selbst bei Profis kommt es vor, dass irgendetwas nicht funktioniert, nicht, weil sie nicht genügend mechanisch geübt haben, sondern weil irgendetwas an Vorstellungen, Haltungen, Gefühlen sie hindert.

Und das ist, M.M.n., der Punkt, wo reden nötig ist, und auch ein in sich hinein Hören.

Manches fluppt vonalleine, wenn man irgendeine innere Blockade beseitigt hat. Kennst du nicht, rolf?:)

Ich habe vor längerer Zeit mit einem jungen Pianisten gesprochen, der sagte, er habe die erste Zeit mit seiner letzten Proessorin sehr viel Gespräche geführt, die ihn weiter gerbacht haben.
 
Rolf, das eine ist doch nicht das Mittel, um das andere zu erreichen. Kein Mensch hat behauptet, durch "Psychoblabla" könnten Doppelgriffketten gelernt werden. Genauso wenig wird durch "Psychoblabla" aber auch das Lernen von Doppelgriffketten verhindert. Technisch-musikalische Studien sind das eine. Aber zum Musizieren gehört vielleicht auch noch ein bisschen mehr als das, denn der Musiker ist schließlich keine Mensch-Maschine zum Abspulen eines musikalisch korrekten Programms. Er ist vielmehr von innen heraus zur Musik motiviert, die Musik ist ein Ausdruck seines Wesens und zugleich eine Befriedigung von wesentlichen Bedürfnissen. Wie könnte es also unwichtig sein, was er fühlt und was in ihm selbst passiert?

lieber Fips7,

etwas wichtiger als die begrenzten subjektiven eigenen emotionalen Befindlichkeiten ist das, was an Emotionen und Expressivität in einem Musikstück drin steckt. Und das wird man (im Bild gesprochen) nicht mit einem Blick in den Spiegel (also auf sich selbst) ermitteln.

Beim Musik machen geht es nicht um die eigenen Emotionen - solche darzustellen wäre trivial: man haut sich einen Stein auf den Daumen und kreischt aua... Pointiert gesagt: die Frage ist nicht, was fühlt der Schüler und wie fühlt er sich, sondern was fühlt das Musikstück und wie bringt man das rüber. Und in unserem Kontext hier: ein Lehrer, der erstens zu anständigem Spielen und anständigem Verstehen (auch der emotionalen klanglichen Aussage) anleitet, wird nützlicher sein als ein Hobbypsychologe.

Übrigens ist niemand eine Maschine, der sich mit der emotionalen Aussage von Musik befasst ;)
 
Wer hat das behauptet - außer Dir?

Es geht allerdings um die Transformation der "eignen" Emotionen.
Und das ist alles Andre als .... praxisfern.

...primär gehts da um Klänge, oder irre ich mich da?

Und da gilt es, zweierlei zu verstehen: erstens wie macht man´s und zweitens wie versteht man´s. Bei der zweiten Frage kommt ins Spiel, was für Emotionen/Stimmungen etc. ein Musikstück vorweist und konsequenterweise die Frage, wie man diese angemessen darstellt. Bis jetzt gibt es da noch nichts zu transformieren an "eigenen Emotionen" - schlimmstenfalls sind diese hinderlich (z.B. ein Prüfling windet sich in Verlassensschmerz - nu, da wird ihm das Klavierstudium nicht viel dagegen helfen können).
 

was soll ich befolgen?... nö, da befolg ich nüscht, is besser so :D:D

"der Schüler soll dem Lehrer erklären" wow... was ne Erkenntnis -- und das umso mehr, als Prüfungsaufgaben in aller Regel in solchen Fragestellungen bestehen... :D:D ... ...ne, entweder du willst auf was ganz pointiertes hinaus (dann frisch raus damit), oder du ruderst hier ziellos herum
 

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