Wie weit kommt man ohne Klavierlehrer

  • Ersteller Ersteller TrenkTausendschlag
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  • #141
Ist das nicht merkwürdigt?
Andere Instrumente haben gerade zur Pubertät ihre Hochzeit.
Wenn ich mich an die Zeit so erinnere, der Klavierlehrer war echt gruselig. Der hat mich mit Haydn gequält, hat seine Hustenbonbons dabei gelutscht und saß immer am Tisch hinter einem vor seinem aufgeklappten, ziemlich leeren Aktenkoffer, wo ein Stift und ein Block drin war. Und wahrscheinlich eine Flasche seines Rasierwassers war da auch drin. Ich habs immer noch in der Nase... Es war NULL Verbindung da. Aber in dem Alter nimmt man das halt so hin. Wahrscheinlich wars aber wohl ganz anders und ich ein fauler Sack. Aber von Hadyn laufe ich heute noch davon.
 

  • #142
Haydn als Feindbild, einer der unterhältlichsten und phantasievollsten Komponisten überhaupt. Dazu sind viele seiner Stücke nicht allzu schwer, also zugänglich.
Aber dennoch - nicht nur auf Clavio - relativ verbreitet. Was für elende KKL, die es schaffen diesen Großmeister zum Feindbild herunter zu wirtschaften.
Als Kur wären die gleichfalls sehr phantasievollen Sonaten, Fantasien und Rondi von CPE Bach empfohlen!
 
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  • #143
Haydn als Feindbild, einer der unterhältlichsten und phantasievollen Komponisten überhaupt.
Ich vermute, dass man, um Haydn verstehen zu können, entweder Kind sein muss oder erwachsen. Spieltechnisch ist Haydn für das Gros der Klavierschüler aber in der Pubertät machbar, in einer Lebensphase also, in der Haydn als altbacken und sein Humor, wenn überhaupt wahrgenommen, als kauzig empfunden werden kann. Das scheint mir die Ursache für die weitverbreitete Abneigung zu sein.

Und es braucht sicherlich auch ein gutes Händchen des Klavierlehrers, seinen Schülern Haydn schmackhaft zu machen. Mein erster Haydn war die Sonate in cis-Moll. Die hat mich gecatcht. Mit der leichten C-Dur-Sonate wäre das vermutlich nicht passiert.
 

  • #144
Gibts da vielleicht spezielle Notenbücher für Wiedereinsteiger zum Selbststudium?
Ich habe mit so nem Kessel Buntes wieder angefangen.
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Bei Klassikern fürs Klavier sollte man aber recht schnell auf die Urtexte, wie z.B. von Henle, zugreifen.
Dann hatte ich Hanon für Fingerübungen, wobei der umstritten ist.
Mein aktueller Klavierlehrer nimmt als Basis gerne den Czerny, aber auch eigene Sachen, wie z.B. stumpfe Tonleitern u.a.
 
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  • #145
Er hat mich als erstes Tonleitern im Schneckentempo üben lassen. MICH !!! Das größte Talent im Viertel, wenn nicht gar im Universum. Und was soll ich sagen? Es wirkt! Und das in relativ kurzer Zeit.
1) Was hat er gesagt, wozu das gut sein soll?

2) Welche Auswirkungen bemerkst Du durch dieses Üben bei Dir selbst?
 
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  • #146
in der Pubertät machbar, in einer Lebensphase also, in der Haydn als altbacken und sein Humor, wenn überhaupt wahrgenommen, als kauzig empfunden werden kann.
In der Pubertät ist allgemein humorvolle oder überhaupt frohsinnige Musik in aller Regel nicht angesagt, sondern mollige Klänge.
 
  • #147
  1. gar nicht soviel. Die Hand soll ruhiger und stabiler werden und so lange wie möglich in der jeweiligen Lage bleiben.
  2. Die Hand wird stabiler, die Finger kräftiger und die Kraft läßt sich besser dosieren. Zusammen mit Rythmisierungen wird das ganze Spiel weniger schwammig. Genau was ich wollte.
 
  • #148
wie z.B. stumpfe Tonleitern
Tonleitern sind großartig, aber eines sollten sie nie sein, nämlich "stumpf".
Immer musikalisch denken und üben, eine Klangvorstellung dazu entwickeln und umsetzen.

Wir spielen ein Tasteninstrument, ja, aber nicht Schreibmaschine.
 
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  • #149
Meine (sehr wenigen) Klavierlehrer kannten mich wenigstens so gut, dass sie mir nie mit Haydn gekommen sind. Ich hätte ihn nicht gespielt. Ich halte nach wie vor seinen Klavierkram für todlangweilig. Seine Vokalwerke sind allerdings gut, wenn auch oft zu lang. Sein "Stabat Mater" war meine Lieblingspartie.
 
  • #150
Als guter Christ sollte man einfach keine Haydn spielen.
 
  • #152
  1. gar nicht soviel. Die Hand soll ruhiger und stabiler werden und so lange wie möglich in der jeweiligen Lage bleiben.
  2. Die Hand wird stabiler, die Finger kräftiger und die Kraft läßt sich besser dosieren. Zusammen mit Rythmisierungen wird das ganze Spiel weniger schwammig. Genau was ich wollte.
KKL, sorry.
 
  • #153
Die Antwort war vorhersagbar. Komm, lass ihn raus, deinen Frust. du weißt weder wo ich stehe, noch wo ich hin will, aber maßt dir ein Urteil aus der Ferne an. Bei dir würde ich nicht mal für 5 Pfennich Unterricht nehmen.
 
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  • #154
Es geht nicht darum, wo du stehst, sondern darum, dass Klavierspielen nichts mit Kraft zu tun hat. (ein gewisses Maß an Stabilität und Körperspannung ja, aber nicht Kraft) Das Konzept und die Grundvorstellung sind damit falsch.
Auch mit dem falschen Konzept macht man gefühlt ein paar Fortschritte. Aber man befindet sich damit auf einem mühsameren Weg, der außerdem früher endet.

Allerdings ist es zugegebenermaßen eine Ferndiagnose aufgrund einer Kurzbeschreibung und vielleicht gibst du den Unterricht nicht ganz im Sinne deines KL wieder.
 
  • #155
Anmerkung zum Tonleiterüben!
Seit Jahrhunderten üben fast alle Instrumentalisten auf fast allen Instrumenten Tonleitern. Das spricht schon für eine gewisse Sinnhaftigkeit!
Bei Instrumenten mit nicht fixierter Tonhöhe (z. B. Streicher) ist es ein gutes Mittel für sauberes Intonieren.
Aber auch auf den Clavierinstrumenten gibt es gute Gründe TL zu üben.
- Sie sind ein Modell für Passagen im Allgemeinen und man kann damit in unterschiedlichster Weise herumspielen um Dynamik, Artikulation, Metrik, ... kontrolliert (sozusagen unter Laborbedingungen) zu üben.
- Man kann die Grundpositionen der Hand (in aller Regel sind die Positionen bei TL-Spiel bequem) und die individuelle Anpassung der Handposition an die Klaviatur an einfachen Grundmustern erlernen
- Man lernt den Tonvorrat jeder Tonart praktisch grifftechnisch gut kennen.
- Untersatz und Übersatz sind nicht so einfach und können hier im Grundsatz erlernt werden.
- Die Tatsache, dass TL (zunächst nur Dur und Moll) 7 verschiedene Töne haben bringt wechselnde Betonungen in jeder Oktave mit sich: in 4er Gruppen wandert der betonte Ton stufenweise nach oben, in 3er Gruppen nach unten.
- TL kommen in vielen Werken (Klassik!) vor und sind dann schon vorbereitet.
- Auch für erste einfache Improvisationen bilden TL (sowohl als nutzbares Material als auch durch die praktische Kenntnis des Tonvorrats einer Tonart) eine (nicht DIE!) Grundlage.

Das setzt aber voraus, dass TL
- grundsätzlich ohne Noten geübt und erlernt werden!
- grundsätzlich metrisch gestaltet werden (also nicht in gleichmäßigen 7er Gruppen abgestoppelt werden)
- kontrolliert und eher langsam, in vielen Varianten und bewusst geübt werden.
- nicht zu früh und keinesfalls ausschließlich geübt werden.
- Das automatisierte TL Spiel (4 Oktaven unisono rauf und runter) nicht stattfindet.
- Überhaupt unisono in beiden Händen eher selten geübt wird (und viel später!)
- TL von jedem Anfangston aus gespielt werden (also As-Dur beginnend mit es)
- TL als Spiel betreiben, auch Erwachsene können spielen, es wird sowieso zu häufig vergessen, dass man 'Klavier spielt' und nicht 'Klavier arbeitet'.

Soviel für jetzt! Über sinnhaftes TL Spiel im Klavierunterricht müsste mal jemand ein Büchlein schreiben, auch um all den perversen Auswüchsen, die sich um dieses Thema ranken zu widersprechen!

Ein Kapitel müsste sich dann mit dem Mythos der "gleichmäßigen Tonleiter" befassen! Gleichmäßige TL sind so ziemlich das Letzte, was erlernt werden muss. Wir brauchen in aller Regel TL (und Passagen) die durch Akzente, Dynamik, Agogik und Artikulation musikalisch gegliedert und gestaltet sind. Wie abartig gleichmäßige TL klingen zeigen uns computergenerierte Aufnahmen. Das sollte man nicht nachahmen!
 
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  • #156
Anmerkung zum Tonleiterüben!
Seit Jahrhunderten üben fast alle Instrumentalisten auf fast allen Instrumenten Tonleitern. Das spricht schon für eine gewisse Sinnhaftigkeit!

Ich habe bei meinem späteren Lehrer Reiner oft die Tonleiterübungen aus Jamey Aebersold – A New Approach To Jazz Improvisation gespielt und damit rumgespielt. Das mache ich heute noch gerne um warm zu werden, um Ideen anzulocken oder um mich an ein Instrument heranzutasten.
Ob das was bringt kann ich nicht sagen, für Improvisationen schon finde ich.
Aber was weiß schon ich :-) mir machts halt Spass.
 
  • #158
Gute Übung zur sicheren metrischen Beherrschung der TL:
Rechts in Triolen, links in Duolen
Oder umgekehrt!
3 gegen 4 dann für Fortgeschrittenere!
 
  • #159
Gute Übung zur sicheren metrischen Beherrschung der TL:
Rechts in Triolen, links in Duolen
Oder umgekehrt!
3 gegen 4 dann für Fortgeschrittenere!
Was besonders viel Spaß macht, wenn die eine Hand die andete überholen muß …
 

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