Webcam-Unterricht international

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Hast Du denn selbst schon an Online-Unterricht teilgenommen? Was hat dabei gut funktioniert, was weniger gut?
Hast Du selbst schon "Offline"-Unterricht gehabt bzw. gegeben? Was macht Dein Lehrer / machst Du da anders im Vergleich zum Online-Unterricht?

Um eine Idee davon zu bekommen, warum der eine oder andere hier Online-Unterricht möglicherweise kritisch sieht, ist es hilfreich, sich diese Fragen zu stellen und auch für sich zu beantworten.
 
Da hast du Recht, daher stelle ich mir diese Fragen auch und bin dabei sehr selbstkritisch obgleich auch selbstbewusst. Aber es bringt mir nichts, diese Fragen HIER zu diskutieren, wie ich schnell gemerkt habe. Es macht mir ganz ehrlich nichts aus, wenn ein Forenrudel über mich herfällt - ich finde tatsächlich sogar eine Art Gefallen daran - und überdies entspricht diese menschliche Verhaltensweise, zumal in dünkelhaften Forengemeinden einfach der Norm. Aber es ist auch klar, dass da kein Nährboden für eine fruchtbare Diskussion gegeben ist - höchstens eine harte Platte zum Ping-Pong spielen, was Spaß machen kann, aber auch vom Faktor Zeit abhängt. Kurz: Jeder sollte die Sache auf seine Weise angehen und sich dabei Mühe geben, und dazu gehört es eben auch, die richtigen Fragen am richtigen Ort zu stellen - in diesem Sinne nochmal vielen Dank für deine hilfreiche Antwort.
 
Schade eigentlich - Du könntest vielleicht den ein oder anderen Zweifel bezüglich der Methode "Online-Unterricht" ausräumen, wenn das hier (oder in einem der Parallelthreads) diskutiert würde.
 
Welchen Zweifel denn?
 
Meinst du eigene Zweifel oder Zweifel von anderen?
 
Achso, das kannte ich nicht, aber der Thread bestätigt einfach die hier vorherrschende Meinung, dass man online nicht Klavierspielen lernen könne. Das ist okay, ich habe dazu eine andere Meinung und einen anderen Erfahrungsschatz, insofern bin ich diesbezüglich "zweifellos". Ergo: Ich will und kann diese Leute nicht vom Gegenteil überzeugen und umgekehrt ist es das Gleiche - zumindest was das Können betrifft. Das meine ich mit fehlendem Nährboden - und schlimm ist das ja auch nicht. Jeder soll das machen, was ihm liegt und worin er einen Sinn sieht.
 
Jeder soll das machen, was ihm liegt und worin er einen Sinn sieht.

Ehrlich? Ich habe mich schon immer gefragt, was diese Dinosaurierknochenkeule eines meiner prähistorischen Vorfahren so anrichtet. Danke, gleich mal ausprobieren
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:-D:-D

LG lustknabe
 
Na wenn dir das liegt und du darin einen Sinn siehst, probier das gleich mal aus.
 
Traurige Existenzen gibt es... Zum Glück scheint die Sonne - bis später :-)
 
Mach doch erstmal das, wenn du es wirklich ernst meinst, dann wirst du schon merken, inwieweit es sich lohnt oder nicht usw.
Genau. Es ist nicht verkehrt, vor der Erstellung entsprechender Dienstleistungsangebote erst mal die Erfolgsaussichten ins Blickfeld zu nehmen. Die Heimatstadt Hamburg des Fadenerstellers gehört zu den Standorten mit der größten Anbieterdichte in pianistischer Hinsicht auf Bundesebene. Im "klassischen Fach" gibt es in diesem Einzugsbereich ganze Hundertschaften pianistisch bestens ausgebildeter Anbieter mit abgeschlossenem Hauptfachstudiengang Klavier, mitunter plus Konzertexamen und/oder plus Abschlussdiplom als Instrumentalpädagoge. In den Bereichen Jazz und Popularmusik ist der Markt für Tastenspieler ebenso reichhaltig bestückt. Welche Chancen für Quereinsteiger oder ähnliche Kandidaten dann noch bleiben, kann man sich unschwer ausrechnen: Unmöglich oder gesetzlich verboten ist das Anbieten pianistischer und klavierpädagogischer Dienstleistungen nicht, solange man sich nicht mit gar nicht erworbenen akademischen Graden ausstattet - aber die Erfolgsaussichten sind entsprechend gering.

Da liegt der Wechsel vom Offline- auf den Online-Markt durchaus nahe, zumal damit die räumliche Festlegung auf den großstädtischen Standort überwunden wäre. Die in anderen Ländern schon recht weit verbreitete Unterrichtspraxis via Skype wird zunehmend auch hierzulande angeboten - durchaus in der Hoffnung auf Ausweitung des eigenen Geschäftsbereichs, um also Kundenkreise zu erreichen, an die man sonst nicht oder nur unverhältnismäßig schwer heran käme. Aber auch hier dominieren Anbieter mit langjähriger Offline-Erfahrung, die vor diesem Hintergrund die Technik ganz sicher anders einsetzen werden als andere Anbieter, die diese Offline-Erfahrung nicht haben. Dieser Unterschied ist vergleichbar mit dem zwischen einem professionellen Tastenspieler, der auch das akustische Instrumentarium mit links im Griff hat, und einem Hobbymusikanten, der sich auf die Begleitautomatik seines Keyboards verlassen muss, weil die schnelle Linke (auf die jeder vernünftige Boxer auch angewiesen ist) eben über den Single-Finger-Modus hinaus nicht fingerfertig genug ist.

LG von Rheinkultur
 

Genau das finde ich auch. Deswegen sollte man auch immer die Linke trainieren. Die ist das absolute Fundament.
 
Ich sag was. :-)
Als ich Dein Video sah dachte ich mir, das ist sicher ein freundlicher und fröhlicher Mensch.

(Dann dachte ich, es ist eigentlich schade um den Teppich wenn er von den Rollen Deines Klavierstuhls bearbeitet wird. Aber er ist zu unscharf aufgenommen um beurteilen zu können ob wirklich schade um ihn ist.
Inzwischen las ich was von Mozart und dachte an cwtoon's Beitrag mit den Bildern.)

Meine Frage: "Was hältst Du davon, für Dich selbst einen Klavierlehrer zu suchen, der Dir ein paar Ratschläge gibt, bevor Du beginnst zu unterrichten?"
 
Ja, ich hatte schon Lehrer und habe auch weiterhin Kontakt, Ratschläge inklusive :-) Der Teppich ist im Arsch... aber das ist nicht so schlimm, also alles easy.
 
Meine Frage: "Was hältst Du davon, für Dich selbst einen Klavierlehrer zu suchen, der Dir ein paar Ratschläge gibt, bevor Du beginnst zu unterrichten?"
"Ein paar Ratschläge" machen selbst aus einem sehr guten Pianisten noch lange keinen brauchbaren Klavierpädagogen. Als nicht Angesprochener antworte ich mit diesem Link:
https://www.clavio.de/klavierforum/threads/klavierlehrer-ohne-studium.9736/

Wie gesagt, "Klavierlehrer" ist keine geschützte Berufsbezeichnung - jeder darf entsprechende Dienstleistungen anbieten, solange er nicht mit geschützten Ausbildungsabschlüssen oder akademischen Graden wirbt, die er nicht ordnungsgemäß erworben hat.

LG von Rheinkultur
 
Da hast du absolut Recht, Rheinkultur. Eben das hat mich auch gestört an so manchem Unterricht, den ich bekommen habe - obwohl das studierte Pädagogen waren. Damals habe ich schon gedacht, das kann man viel besser machen. Und in dem privaten Unterricht, den ich schon gegeben habe, konnte ich den Leuten, denke ich, Einiges mit auf den Weg geben. Jedenfalls waren sie sehr zufrieden und haben sich kontinuierlich weiterentwickelt. Natürlich kommt es immer darauf an, was jemand lernen will. Aber das hatten wir ja bereits.
 
Das stimmt, wörtlich genommen wärs unbequem..
 
Naja, wieso sollte er keinen Erfolg haben? Die Ansprüche des gemeinen Klientels sind offenbar nicht dermaßen hoch, wie ich eben feststellen durfte. Für alle, die FB haben:

https://www.facebook.com/media/set/?set=vb.148640842004333&type=2

Man beachte die Fotografen im letzten Video, die ihn wie einen Promi ablichten, als er "Yiruma - River flows in you" virtuos herunterspielt. :-DAber man muss schon sagen - der Knabe verdient ordentlich Kohle damit und er darf wohl auch in echt angesagten Locations auftreten + hat viele Bewunderer seiner "Kunst"...:konfus:
 
Ich selber sehe darin überhaupt nichts Verwerfliches und habe selber viel profitiert, daher brauche ich mich da auch nicht auf Grundsatzdiskussionen einzulassen -
Sorry, falls das schon gesagt wurde, habe gerade keine Zeit alle Beiträge zu lesen.

Das Verpönte kommt daher, dass ein Klavierunterricht im klassischen Sinne per Webcam nicht möglich ist, weil viele elementare Unterrichtsinhalte nicht umgesetzt werden können. Nur ein paar Beispiele:

- feinste Klangnuancen können nicht wahrgenommen werden (von Schüler UND Lehrer), weil die Mikrofone / Ausgabegeräte nicht gut genug sind, v.a. nicht im heimischen Wohnzimmer mit Laptop
- Lehrer und Schüler können jeweils nicht aus allen möglichen Perspektiven beobachten
- Lehrer und Schüler können ausschließlich auf dem eigenen Instrument spielen und wissen darum nicht, ob ihre Spielart überhaupt equivalent übertragbar ist
- Der Lehrer kann den Schüler nicht berühren, z.B. um die Hand zu führen und Bewegungen zu demonstrieren etc.
- Der Lehrer kann den Schüler nicht begleiten beim Spielen

Und so weiter... ;)
 
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