Video der Woche, Gabriela Montero

cwtoons

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Hallo zusammen,

das finde ich ziemlich beeindruckend, was diese Frau im Video der Woche aus "Happy Birthday" macht:

La Divina del Piano Gabriela Montero improvises on Happy Birthday - YouTube

Sehr clever gespielt und sehr amüsant, finde ich. Wikipedia über GM: "Sie besitzt die unter klassischen Pianisten seltene Fähigkeit, über beliebige, vom Publikum gestellte Themen zu improvisieren".

Ist diese Nummer nun auch improvisiert? Oder hat sie sich das Arrangement geschrieben oder vielleicht auch schreiben lassen? Je öfter ich mir das anhöre, desto eher klingt das für mich wie ein festarrangiertes Stück. Es erinnert mich durch ihre Spielweise stark an F. Guldas "Variationen über Light my Fire". Das gibt es sogar gedruckt zu kaufen, ist also keine Improvisation.

Wenn es aber tatsächlich spontan improvisiert wurde, alle Achtung. Dann muss diese Frau über sehr beeindruckende Fähigkeiten im Improvisieren inklusiver großer Theoriekenntnisse verfügen. Das ist bei Klassikern ja eher nicht die Regel, zumindestens fallen sie nicht als Improvisationskapazitäten auf.

Mir hat ´s jedenfalls gefallen.
Auch die kleine "chinese" Geigerin, die so begeistert klatschte...

CW
 
Peter

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Bechsteinfan
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Was die aus 4-5 Tönen zaubert ist wirklich unheimlich. Erinnert mich stark an unser altes Komponierspiel.

"Sie besitzt die unter klassischen Pianisten seltene Fähigkeit, über beliebige, vom Publikum gestellte Themen zu improvisieren".
Ja, Wahnsinn, die hat das Improvisieren echt drauf. Ein noch amüsanteres Beispiel:
Gabriela Montero - Mr lasse de Dom in Koelle (Koeln) - YouTube

Und hier ist´s ein Tango:
Gabriela Montero improvisación en Tango de "Maria Cristina me quiere gobernar" improvises a Tango - YouTube

Hier erklärt sie Ihr Improvisation-Spiel:
http://www.youtube.com/watch?v=__zBsSDqcuE

Und Helge Schneider bringt es hier gut auf den Punkt:
"Improvisieren kann man nicht lernen, das kann man nur machen"
http://www.youtube.com/watch?v=JPbDzXyOvaM
 
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@Peter:

Danke für den kölschen Link!

Die GM ist ja echt prima. Ich kannte sie noch nicht.

Das freut den Kölner!
Und es freut sicherlich auch die Bläck Fööss, auch wenn sie da keinen Pfennig Tantiemen sehen.

Kölsches Liedgut ist eben ein hochkarätiges Stimulanz für jeden echten Künstler, wirkt auch bei Venezolanerinnen.

Hier die Originalversion mit Text zum Mitsingen:

Mer Losse d'R Dom en Klle - Blck Fss · Text, Video im Klsch Wrterbuch

CW
 
Peter

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Bechsteinfan
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Der Dank Geht an Dich, CW, denn ich kannte sie auch noch nicht. :)

So sehr ich Helge Schneider schätze, das ist jedoch einfach völliger Blödfug.
Nun, wie so oft ist es der Blickwinkel und in welcher Situation das gesagt wurde. Er sagt ja auch am Schluss über den vermeintlich unpassenden Ton des Moderators"...kommt drauf an. Es passt alles.". Helge Schneider hat damit ganz sicher nicht gemeint, dass solche Sachen wie II-IV-I überflüssig wären. Andererseits kommt man aber auch alleine drauf (und auf viele andere Sachen), wenn man es eben nur macht.
Siehe Interview mit GM.
 
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Die Bläck Fööss-Nummer war garantiert spontan. Aber ich finde, sie hörte sich vom Stil völlig anders an als "Happy Birthday". Sie klang nicht so "fertig". Sie klang in Teilen schon fast nach Jazz und sie wirkte, ich sage 'mal "suchend". Diese Suche war spontan und war erfolgreich.

Bei "Happy Birthday" war garantiert ein schon fertiges Konzept oder sogar ein Arrangement vorhanden. So, als hätte sich ein professioneller Komponist 'mal kurz über die Melodie hergemacht. Ist ja nicht verboten und ich fand das Ergebnis sehr gut. Nur hieße das den Begriff Improvisation sehr dehnen.

CW
 
Peter

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Das wirft die Frage auf: Ab wann wird ein Improvisation zu einer Variation? Bereits in dem Moment, in dem man eine Improvisation wiederholen kann? Denn das Stück Happy Birthday hat GM vermutlich bereits als Kind nachgespielt/improvisiert.

Auf irgend welchen Geburtstagspartys muss ich ab und zu irgend welche Kalauer von Puhdys, Westernhagen & Co "zum Besten" geben (es klingt grauenvoll, aber es werden ständig Zugaben verlangt... ). Jedes mal spiele ich diese Stücke etwas anders und ich würde es auch ganz klar als Improvisieren bezeichnen, obwohl es schon ein "fertiges Konzept" gibt. Die Suffköppe freilich merken keinen Unterschied zu dem gleichen Stück "von letzter Woche". :D
 
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Ja, das ist die Frage. Was sie spielt, kommt mir eher vor wie Variationen und man sollte es dann auch so benennen. Daher auch mein Vergleich mit F. Gulda. Der hat "Light my Fire" x-mal gespielt und immer wieder anders. Trotzdem ist es eine Komposition und absolut keine Improvisation.

CW
 
pianochris66

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Gabriela Montero ist eine faszinierende Pianistin. Ich finde das Konzept Ihrer Konzerte, die i.d.R. vor der Pause klassische Werke und nach der Pause Improvisationen auf Zuruf des Publikums enthalten, klasse. Der Vergleich mit Gulda ist wohl nicht verkehrt wobei der tatsächliche Improvisationsanteil von Montero wohl wesentlich höher ist als er bei Gulda war. Bei einigen Kompositionen von Gulda sind die Chorusse ganz bewusst nicht notiert sondern er fordert zur Improvisation auf ( z.B. Shuffle, 2. Satz seiner Sonatine, Für Paul, Für Rico). Bei Montero glaube ich, dass gar nichts vorher überlegt oder gar aufgeschrieben ist.
 
Dimo

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Wenn es aber tatsächlich spontan improvisiert wurde, alle Achtung. Dann muss diese Frau über sehr beeindruckende Fähigkeiten im Improvisieren inklusiver großer Theoriekenntnisse verfügen. Das ist bei Klassikern ja eher nicht die Regel, zumindestens fallen sie nicht als Improvisationskapazitäten auf.
Gabriela Montero hat diese Fähigkeiten.
Sie lässt sich bei ihren Konzerten die Improvisationsthemen ja spontan aus dem Publikum vorsingen. Ich erinnere mich an ein Konzert, da sang jemand aus dem Publikum das Lied "Die Gedanken sind frei" - dieses Lied kannte sie sicher nicht. Sie hat dann eine kurze Zeit gebraucht, um die Melodie auf dem Klavier nachzuspielen, bis sie sie memoriert hatte, dann konzentrierte sie sich kurz (Stille) und dann spielte sie los. 8) Ihre Konzerte sind ein besonderes Erlebnis, ich würde jederzeit wieder hingehen!
 

fisherman

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YEP. Auf dem (Dimo-)Konzert war ich auch ;-). Die Montero ist eine Grundehrliche, Unprätentiöse - da wird nichts gefaked, auch auf die Gefahr hin, dass es mal 5 Minuten dauert, bis es "brauchbar" klingt. Die Frau sieht sich nicht als Nabel des Universums! Übrigens war es auch dieses Konzert, bei dem ich das erste Mal geschnallt hab, was ein Könner aus einem Flügel rausholen kann. Das ging bei der M. bis zum (Fast-)Cembalo-Klang...
 
 

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