Vertikaler Bogen

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Barratt

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Ich schwöre, ich habe zuvor herumrecherchiert - aber vergeblich! :-(

Bereite gerade ein Stück vor und habe beim oberflächlichen Überfliegen diese Bögen nicht gesehen, sonst hätte ich meine KL gleich gefragt.
Es geht um das Fis-Dur-Prélude op. 28 Nr. 13, in den Takten 33 - 36 werden die jeweils obere Note mit der darunterliegenden solchergestalt verbunden.

Wie spielt man das? Und wie heißt so ein Bogen?
 
cwtoons

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Kann Dir leider nicht sagen, wie der Bogen heißt.

Aber da niemand solche Riesenpfoten hat, muss man Arpeggios daraus machen.

Kannste Dir bei YT in vielen Versionen anhören. Der obere Melodieton wird nachgeschlagen gespielt.

CW
 
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rolf

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Es geht um das Fis-Dur-Prélude op. 28 Nr. 13, in den Takten 33 - 36 werden die jeweils obere Note mit der darunterliegenden solchergestalt verbunden.
diese Bögen (manchmal werden auch Klammern (Verklammerung) gedruckt) zeigen an, dass man das mit einer Hand (hier der rechten) spielen soll (nicht dass man, wie bei anderen Stücken manchmal machbar und auch vorgeschrieben, die Melodie mit der linken Hand nachschlägt - stattdessen erst den unteren Akkord und gleich danach die Melodie obendrüber)
...ob die einen eigenen Namen haben? da bin ich überfragt - sie sind Hinweise zur Spielbarkeit, so wie manchmal m.g. oder m.d.
 
Barratt

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@rolf
Also erst den unteren Zweiklang, dann den oberen Zweiklang direkt hinterher? Dann den obersten Ton mittels Pedal halten und die untere Tonfolge weiterspielen (T 33) bzw. umgekehrt (T 35)?
 
Pianojayjay

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Genau, du spielst zuerst den unteren Akkord und schlägst kurz danach mit dem 5. Finger den oberen an, wobei dieser am stärksten klingen muss. Damit das ganze Konstrukt hält und man alle Noten hört, musst du schon bei dem Akkord das Pedal nutzen und es dann liegen lassen!
 
Barratt

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Moment, schlage ich nur den obersten Ton nach oder die beiden oberen, die durch den Bogen (bzw. die runde Klammer) miteinander verbunden sind?
 
Pianojayjay

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Nur den oberen!
 
Barratt

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Rheinkultur

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diese Bögen (manchmal werden auch Klammern (Verklammerung) gedruckt) zeigen an, dass man das mit einer Hand (hier der rechten) spielen soll (nicht dass man, wie bei anderen Stücken manchmal machbar und auch vorgeschrieben, die Melodie mit der linken Hand nachschlägt - stattdessen erst den unteren Akkord und gleich danach die Melodie obendrüber)
Verklammern/Verbinden kann man sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung. Nun könnte man behaupten, dass man so weit auseinander liegende Töne ohnehin nicht zeitgleich anschlagen wird - dann hätte sich Chopin den Bogen auch sparen können. Genau das ist aber nicht gemeint, auch nicht ein mit einer Schlangenlinie gekennzeichnetes Arpeggieren von unten nach oben. Die mit dem Hals nach unten zusammengefassten Töne sind zusammen anzuschlagen und was mit Halsrichtung nach oben notiert ist, wird nachgeschlagen. Diese Unterscheidung ist deshalb von Bedeutung, weil auch die Kombination aus Arpeggio plus nachgeschlagenem Melodie-Ton im Stück vorkommt. Die in der rechten Hand gespielten Töne sollen hörbar zwei unterschiedlichen Schichten angehören. Die Spielpraxis, Begleitstimmen/-akkorde und Melodie asynchron anzuschlagen, war bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein noch lange Zeit verbreitet und ist auf historischen Einspielungen oft anzutreffen:


In der Regel gelangte diese heute fremdartig anmutende Spielweise in ruhigeren Tempi zum Einsatz - übrigens in individuell sehr unterschiedlicher "Dosierung", und dies auch in Passagen, die ohne Arpeggieren ausführbar sind. Das Fis-Dur-Stück aus Opus 28 ist eines jener Beispiele, in dem das asynchrone Anschlagen unterschiedlicher Schichten im Satzbild konsequent fixiert ist. Dieses interpretatorische Gestaltungsmittel ist heutzutage bei anderen Stücken nur mit äußerster Vorsicht einzusetzen, sofern überhaupt.

...ob die einen eigenen Namen haben? da bin ich überfragt - sie sind Hinweise zur Spielbarkeit, so wie manchmal m.g. oder m.d.
Einen Fachbegriff dazu kenne ich ebenfalls nicht. Wenn es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, die zu spielenden Töne auf beide Hände zu verteilen, dienen Haken, Klammern oder vertikale Bögen der Klärung, was mit welcher Hand zu spielen ist. Im Zweifelsfall wird die jeweilige Spielhand noch ausdrücklich bezeichnet. In @rolfs Beispiel steht "m.g." für "main gauche" (linke Hand) und "m.d." für "main droite" (rechte Hand), wobei Bezeichnungen in italienisch, englisch und weiteren Sprachen ebenfalls gebräuchlich sind.

LG von Rheinkultur
 
rolf

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Wenn es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, die zu spielenden Töne auf beide Hände zu verteilen, dienen Haken, Klammern oder vertikale Bögen der Klärung, was mit welcher Hand zu spielen ist. Im Zweifelsfall wird die jeweilige Spielhand noch ausdrücklich bezeichnet.
gelegentlich verdeutlichen auch Fingersätze, wie es zu spielen ist:
Ständchen.png
hier spielt die r.H. erst den unteren, danach den oberen Sextakkord (sie sind wie zuvor Melodie und oktavversetztes Echo zu verstehen) - ist aus Schubert/Liszt "Ständchen"
 
Barratt

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Danke, @elli ! :blume:

Wie heißt das Werk, dem dieser Cortot-Kommentar entnommen wurde?
 
Barratt

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Danke.
Wer hätte da auch selbst draufkommen können... ?
feif.gif
 
 

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