Übeprobleme bei Totalanfänger

  • Ersteller des Themas Ralph_hh
  • Erstellungsdatum
C

Cheval blanc

Dabei seit
Apr. 2020
Beiträge
75
Reaktionen
82
Eine (nicht unbedingt representative) Beobachtung / Erfahrung aus meinem Bekanntenkreis (betrifft Erwachsene wie Kinder): Wer auf einem Keyboard mit dem Klavierspielen anfängt, ist nach kurzer Zeit frustriert über die „Ärmlichkeit“ in der Klanggestaltung - und streicht die Segel („das war‘s dann“) oder schafft sich ein Klavier an (mit dem Bedauern „das Keyboard war rausgeschmissenes Geld“).

Als „Experimentier“-Instrument ist eine „Schweineorgel“ allerdings nicht zu verachten, und sei es, um auszuprobieren, wie sich eine Bach-Fuge im André-Rieu-Sound anhört. Es soll ja Keyboards geben, wo man mit verschiedenen historischen Stimmungen experimentieren kann. Aber das ist ein anderes Thema.

cb
 
PERFORMANCE

PERFORMANCE

Dabei seit
März 2019
Beiträge
137
Reaktionen
54
Ich sehe da ehrlich gesagt auch keinen Nachteil drin, wenn man die 'Welt des Musizierens' zuerst mit einem Keyboard erobert.
Natürlich ist das dann kein Klavierspiel, aber warum sollte es schädlich sein, wenn man mehrere Instrumente (gleichzeitig) beherrscht?
Als Kind hatte ich mal Geigenunterricht (angeblich war ich ein Naturtalent), aber das Instrument an sich, und der Sound, haben mir nicht zugesagt und deshalb wurde der Unterricht schnell wieder abgebrochen.
Danach lag der Fokus auf Keyboards und Synthesizer, obwohl mir die Pianowelt auch sehr zugesagt hätte, aber irgendwie war mir die ganze Geschichte zu ernst und anspruchsvoll.
Die Keyboardzeit war so zwischen '86 und 1999.
Vor zwanzig Jahren ging es dann weiter mit einem Einsteiger-Digitalpiano, um mich mal an Klaviermusik heran zu tasten. Hier muss ich sagen, dass mich eher die schlechte Technik des Pianos ausgebremst hatte, als die Fähigkeiten des Keyboardspiels.
Im Gegenteil, sogar der 'Handelsschule - Schreibmaschinen - Kurs' waren sehr förderlich (Linke Hand unabhängig von der rechten Hand).
Jetzt, mit dem neuen Piano (auch Digital, aber tausendmal bessere Technik) macht das ganze richtig Spaß und hat mich innerhalb der letzten anderthalb Jahren wesentlich weiter gebracht, als die zwanzig Jahre davor.
 
Ralph_hh

Ralph_hh

Dabei seit
Okt. 2019
Beiträge
252
Reaktionen
233
Ich glaub, ich muss noch mal drauf hinweisen, das Kind hat ein Keyboard bekommen und es ist absolut nicht Ziel des ganzen, den Jungen darauf nun Klavier lernen zu lassen. Dass das nicht geht, hab ich der Mutter gleich am Anfang gesagt. War ok. Insofern ist es vielleicht unglücklich, das hier in einem Klavier Forum zu diskutieren. :007:

Die Idee der Mutter war, ob der Junge nicht irgendwie davon profieren kann, dass da nebenan jemand sitzt, der Klavier spielt. Liegt ja irgendwie nahe. Dass Anfängerunterricht nun offenbar nichts ist, was man als Spieler mal eben aus dem Ärmel schüttelt, ist mit nun inzwischen klar, danke an die Inputs hier dafür. Ich hab das entsprechend mit den Nachbarn besprochen und inzwischen ist man drüber weiterhin auf der Suche nach einem echten Lehrer und offenbar wird es die Musikschule. Das Heft, was da mal mitgegeben wurde, zeigt schon, wie unendlich langsam man sich an das Thema rantasten kann, das überschätzt man als Fortgeschrittener doch deutlich. Ich hab meine Tochter als Maßstab genommen, aber die hat zu dem Zeitpunkt schon Blockflöte gespielt, glaube ich. Und ich selber hab mit dem Klavier angefangen nachdem ich in meiner Jugend lange Querflöte gespielt habe.

Aber eigentlich hatte ich doch nur eine simple Frage gestellt: Ist es für einen Totalanfänger normal, dass man sich keine Melodien merken kann und dementsprechend nicht merkt, wenn man verkehrt spielt. Nun, inzwischen denke ich, dass es daran gar nicht liegt, eher, dass die vielen neuen Dinge auf einmal, Tasten, Noten, Fingertrouble genug sind, dass man nicht auch noch nebenbei auf die richtige Melodie achten kann.
 
E

EMoll

Dabei seit
Apr. 2015
Beiträge
263
Reaktionen
249
Spielen und Lehren sind zwei sehr unterschiedliche Disziplinen. Gerade Fortgeschrittene überschätzen sich gern maßlos und wollen ihr frisch erlerntes Können weitergeben. Dass hier im Forum hauptsächlich über Anschlagsdynamik diskutiert wird, zeigt eigentlich nur, wie schwer das Thema zu fassen ist. Echte Klavierlehrer sind Profis, haben Erfahrung im Unterrichten und das sollte man auch anerkennen. Ich lasse meinen Nachbarn auch nicht mein Auto reparieren, bloß weil der einen Führerschein hat. :)

Zu deiner "simplen" Frage: Natürlich kann ein Totalanfänger sich nicht automatisch Melodien merken. Aber allein diese Frage zeigt schon, wie weit du davon weg bist, Klavierunterricht geben zu können. Wenn es deinen Nachbarn nur darum geht, dass du mit dem Jungen ein bisschen Spaß am Keyboard hast, spricht bestimmt nichts dagegen. Aber wenn wirklich ein Instrument gelernt werden soll, würde ich auf die Profis verweisen. Dem Jungen zuliebe.
 
 

Top Bottom