Technikübungen

violetta

violetta

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einen wunderschönen guten abend,

habe gerade vorhin dieses forum enteckt, und möchte auch sofort eine frage loswerden ;-)
aber kurz noch zu mir.
ich bin 29+ und habe letztes jahr im herbst zum spielen begonnen. da ganze war eher so als einer laune raus. klavier war vorhanden, und bevor es verstaubt, dacht ich mir, ich kann es ja mal probieren.
tja, und aus dieser "laune" wurde "lust" und es sieht ganz danach aus, als ob ich tief in mir tatsächlich diesen wunsch hatte.
auch hatte ich megaviel glück, und hab eine super tolle klavierlererin erwischt :-)
ich trainiere nahezu täglich, eine stunde sicher, oft auch bis zu zwei drei stunden. wenn ich am wochenende alleine zuhause bin kann es auch um einiges mehr werden. (klavier, frühstück, klavier, haushalt, klavier, haushalt, klavier, essen....) es ist jetzt nicht so das ich berühmte pianistin werden will, es macht mir einfach spass zu spielen. und mein erstes ziel ist es vom blatt spielen zu können, ohne das ich das stück wochenlang eintrainieren muss ;-)
aja, vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, das die theorie zwar, naja, interessant ist, aber nicht unbedingt mein liebster teil ;-)
aber nun zu meiner frage.

welche techniken gibt es, die man unabhängig von den stücken immer wieder mal üben kann? also jetzt fingersätze die man vielleicht immer wieder braucht?
akkorde -> mit ihren umkehrungen vielleicht? (ist der überbegriff dafür kadenz? oder ist das etwas ganz anderes?)
die verschiedenen dur-tonleitern? auf die schnelle eine okatve spielen?
welche techniken habt ihr so nebenbei?

danke violetta
 
Ludwig

Ludwig

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Haha ich war wohl der Schnellste (aber mal sehen ob ich nicht hier korrigiert werde)

Technik die man immer üben kann (nicht muss!):
1) Tonleiter und Skalen in allen Varianten (ich "wärme "mich z.B. mit allen Durtonleitern und Aeolischen Modi ["natürlich Moll"] immer auf, es folgen die anderen Modi der Kirchentonleitern auf einem beliebigen Grundton)
2) Akkorde und deren Umkehrungen (Drei und Vierklänge)
3) (erweiterte) Kadenzen ... (*nachdenk*) sind dazu da um die Töne einer Tonart untereinander in Beziehung zu setzen und eine Tonart voll auszudrücken. Sehr hilfreich zum Üben
4) Arppegios in allen Varianten (Akkordbrechungen; über mehrere Oktaven am besten)
5) Oktavtonleitern mit Zwischentönen
6) Die Kombination aus allen: Links Tonleiter, Rechts Akkordumkehrungen; 1 auf 2/1 auf 4 Tonleiter (damit meine ich dass du einen Ton der Tonleiter in der einen Hand spielst, während in der anderen 2 bzw. 4 Töne derselben gespielt werden) in parallel und Gegenbewegung: staccato, legato, mal links, mal rechts; blind, mit auf die Tasten schauen: Von pp bis ff usw. usw. .

Damit kann man locker einen ganzen Tag verbringen :super:

Ludwig
P.S.: Vom Blatt spielen lernt sichs mit Theorie viel leichter
 
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violetta

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hallo ludwig,

erstmal danke für deine antwort, das ist ja eine ganze menge :-) ich denke da muss ich meine lehrerin auch noch interviewen bis zu sommer....

Vom Blatt spielen lernt sichs mit Theorie viel leichter
du meinst damit die noten richtig zu lesen oder? akkorde raussehen und so? dafür müssen aber die auch mal sitzen :-) das mache ich unter anderen mit punkt 2 deiner ideen? Akkorde und deren Umkehrungen (Drei und Vierklänge)

lg violetta
 
Ludwig

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hallo ludwig,

erstmal danke für deine antwort, das ist ja eine ganze menge :-) ich denke da muss ich meine lehrerin auch noch interviewen bis zu sommer....



du meinst damit die noten richtig zu lesen oder? akkorde raussehen und so? dafür müssen aber die auch mal sitzen :-) das mache ich unter anderen mit punkt 2 deiner ideen? Akkorde und deren Umkehrungen (Drei und Vierklänge)

lg violetta
Na klar, mit Lehrer lernts sich im Allgemeinen immer noch am besten. :-D

Genau - vor allem im Anfängerbereich beschränken sich viele Begleitungen und Melodien auf einfache Akkordbrechungen.
Wenn Du die lesen und erkennen kannst, kannst du einen großen Teil schon (langsam) vom Blatt spielen.

Richtig - Was aber auch noch hilft, wäre z.B. die Akkorde samt Umkehrungen selbst zu schreiben oder bei einem neuen Stück sie zu benennen, dann hat man mehr Kontakt mit der Materie, finde ich, und dann lernts sichs leichter.
 
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Stephan

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Ludwigs Hinweise sind m.E. wirklich gut. Tonleitern und Arpeggios z.B. gehören ja zur "Topik" von Klavierkompositionen, d.h. zu den häufig wiederkehrenden Bauelementen.
Kadenzen zu spielen ist nicht nur eine gute Grundlage zur freien Liedbegleitung und Improvisation, sondern auch dafür, sich in einer Tonart "zu Hause" zu fühlen(..im Hinblick auf die "bösen" schwarzen Tasten, etc.)
Wenn du dich mehr mit Harmonielehre beschäftigst, und du jede Menge Akkorde aus dem "FF" greifen kannst, erkennst du mit der Zeit, warum Akkord y Akkord x folgt. Beispiel: C7-a (in einem F-Dur-Stück). Da fällt es aus, mühselig die Noten abzulesen: c+e+g+b ("aha"), dann d+f+a, etc..., sondern du erkennst, dass die höchste Wahrscheinlichkeit nach C7 (Dominantseptakkord) entweder die Tonika F oder die Tonikaparalelle d-moll ist (als Trugschluss). Setzt aber voraus, dass Du: a) die Akkorde in ihrer Funktion kennst, und gleich aus dem Notenbild identifizieren kannst, und b) sie gleich auch korrekt greifen kannst. Und das: braucht Zeit.
An deiner Stelle würde ich mich zunächst auf eine Tonart konzentrieren, z.B. F-Dur: Tonleitern, Arpeggios, Lagenwechsel, Umkehrungen. Dann würde ich die Kadenzen in F-Dur trainieren, auch in allen Lagen.
Bevor du dich dann auch noch mit Nebendreiklängen, Zwischendominanten, Doppeldominante, etc theoretisch abplagst, würde ich ein sehr einfaches Klavierstück in F-Dur extrem langsam aber korrekt spielen.
Der Pianist und Musikpädagoge Walter Georgii schrieb einmal, dass jeder Pianist jedes Klavierwerk fehlerfrei vom Blatt spielen kann....wenn er e x t r e m laaaaaaangsam spielt. Sollte zu denken geben...
 
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violetta

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Lieber Stephan,

dir auch mal ein herzliches Dankeschön.

"An deiner Stelle würde ich mich zunächst auf eine Tonart konzentrieren, z.B. F-Dur: Tonleitern, Arpeggios, Lagenwechsel, Umkehrungen. Dann würde ich die Kadenzen in F-Dur trainieren, auch in allen Lagen."

Aktuell habe ich die Tonart C, G und F durch. Mit den Fachausdrücken bin ich glaube ich noch nicht ganz richtig unterwegs, bitte um Korrektur sollte jetzt etwas falsches folgen ;-)

Also in der Tonart C kenne ich die Kadenzen ? C, G7 und F. In der Tonart G: G, D7, und C und in der Tonart F: F, B und C7
Ich weiß wie man Akkorde umkehrt. Den Unterschied zwischen melodisch und harmonisch. Bedeutet "Arpeggio" melodisch?

Damit hätte ich mir jetzt folgendes zusammengestellt:

C, D und F Tonleiter linke und rechte Hand über zwei Oktaven, später mit beiden Händen.
Akkorde und dessen Umkehrungen harmonisch und melodisch über mehrere Oktaven. (auch mit beiden Händen?)
Die Akkorde C, G7, F zurück auf C und alle anderen auch.

Was meinst du mit "Lagenwechsel"? Gibt es eventuell auch Notenblätter für solch Übungen?

Danke Violetta
 
S

Stephan

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Hallo Violetta, Crashkurs, ganz kurz: Eine Kadenz besteht aus dem Dreiklang der 1., 4., 5. und wieder 1. Stufe einer Tonart. Die Septime in der Dominante gehört nicht zur klassischen Grundkadenz.
Beispiel C-Dur: C-F-G-C. Kadenzen solltest du immer im 4-stimmigen Kantionalsatz schreiben und spielen.
Die linke Hand spielt allein den Baßton, i.A. in kleiner oder großer Oktav.
Die rechte Hand ist für Sopran, Alt und Tenor zuständig.
Je nachdem, welcher Melodieton in der rechten hand "oben" liegt spricht man von Quint-Oktav-oder Terzlage.
Beispiel: rechte Hand greift c+e+g = Quintlage, weil der Melodieton im Quintabstand zum Baß-und Grundton liegt (den du ja in der linken Hand brav spielst..;-). Drehst du den Tonvorrat ein bisschen herum in der rechten Hand, so, dass du in der rechten Hand e+g+c liegen hast, spricht man folglich von Oktavlage. bei der Terzlage gilt das Selbe. Achte darauf, dass in unserem Beispiel die linke Hand immer C im Baß hat. Sonst hast du es nicht mehr mit Lagenwechsel, sondern mit Umkehrungen des Dreiklangs zu tun.
Die behandeln wir hier erst mal nicht, Sextakkorde und Quartsextakkorde "kommen später".
Um eine Kadenz richtig zu schrieben und zu spielen, mußt du folgende Stimmführungsregeln beachten:
1.) Wenn zwischen den Akkorden ein gemeinsamer Ton vorkommt, bleibt er in der jeweiligen Stimme liegen.
Beispiel: C-Dur und F-Dur haben C als gemeinsamen Ton. In der Quintlage liegt er im Tenor (im Daumen der rechten Hand). Dort muss erliegen bleiben.
2.) Alle anderen Stimmen schreiten (in der engen Lage, die hier gemeint ist) so eng wie möglich fort.
3.) Zwischen den drei Oberstimmen und dem Baßton soll Gegenbewegung bestehen, um verbotene Parallelklänge a priori zu vermeiden. (Zu vermeiden sind parallele Oktav-und Quintfortschreitungen beim Akkordwechsel zwischen den jeweiligen Stimmen.
4.) Der Leitton, die 7. Stufe jeder Tonart (in C-Dur "H") ist nach oben in den Grundton aufzulösen. Also Achtung: der Dreiklang der 5. Stufe = Dominante birgt diesen Leitton. Daraus folgt: immer schön aufwärts nach C auflösen bei deinen Grundkadenzen.
Übrigens: die erste Stufe lautet Tonika, die 4. Stufe Subdominante, die 5. Stufe Dominante in der funktionalen Harmonielehre.
So, dann noch kurz zu den Arpeggios: dabei handelt es sich um gebrochene Akkorde.
Beispiel: c-e-g-c-e-g-c-e-g-c-e-g-c-e-g...;.) über 21000 Oktaven rauf-und runter...;-)
Lies dir ruhig mal unter den o.g. Begriffen die Beiträge bei Wikipedia durch. Sie sind oft besser, als viele Harmonielehrebücher. An deiner Stelle würde ich mal die dir bekannten Tonarten C, F, G als Kadenzen schriftlich aussetzen, und zwar (natürlich vierstimmig) in allen 3 Lagen...;-)
Vielleicht hast du ja dennoch noch einen schönen Sonntag...;-) Gruß...
 
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violetta

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:lol:

Lieber Stephan,

danke für deine Mühen. Ich glaub das muss ich noch 10 mal lesen um es zu verstehen ;-)
Wie lange spielst du schon Klavier?

lg
 
Ludwig

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Stephan ist ein wenig weiter in die Materie eingestiegen als nötig ;-)

Ein hervorragendes Buch zur Harmonielehre ist von de la Motte die Harmonielehre. Setzt aber schon Grundwissen voraus.

Lass dich mal von diesen ganzen Begriffen nicht erschlagen mit der Zeit klären sich diese Begriffe von selbst, wenn Du dich ein wenig mit Harmonielehre beschäftigst.

@Stephan
Quintsextakkorde? Meinst du Sixte Ajoutée oder doch lieber einen Quartsextakkord :-D?

Ludwig
 

S

Stephan

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:coolguy:..nach, was schreib ich denn...:dizzy:..natürlich Quartsextakkord, Danke, Ludwig..:blöd:
 
 

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