Strategie für Wiedereinstieg nach >14 Jahren

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speedy71

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Hallo Ihr,

das Thema gabs schon paar mal, aber hilft mir irgendwie nicht weiter..

Meine Praxis: 7 Jahre privat Klavierunterricht (mit 10 angefangen), klassische Ausbildung, mit Czerny, konnte am Ende ganz passabel mit Mozart, Beethoven etc. umgehen. War gegen Ende aber recht faul gewesen, auswendig ging nur wenig, mal hinsetzen und einfach in ein nach paar minuten ein neues Stück aus dem Gehör ging nicht, da hat der letzte "Punch" noch gefehlt.

Danach Keyboard+Orgel mit Unterricht, ca 5 Jahre. Technisch nicht mehr ganz so anspruchsvoll wie Mozart etc. aber doch schon recht "advanced" wie ich finde. bis ca. 30 noch ab und zu gespielt, danach bis jetzt ca. 14 Jahre: NICHTS mehr.

nun fang ich wieder an, und brauche ne Strategie (ohne Lehrer). Ich muss nicht auf das Level von damals, aber es soll ernsthaft sein. Ich will ebenso Klassik spielen, wie auch Pop+Rock (wie damals: Elton John etc.)

1.) einfach intuitiv vorgehen?
2.) Strategisch die Fingerfertigkeit, Akkorde etc üben?

Mein Ergebnis nach ca 2-3 Stunden: Bachs Preludium klappt langsam schon recht gut, kaum noch hakende Stellen, wenngleich auch noch nicht mit Tempo gespielt. "Für Elise", 50% klappen schon gut, sogar wieder auswendig, der Rest hakelt noch etwas, nach weiteren paar Stunden Übung wärs wieder "salongfähig", es kommt recht schnell wieder! Halt noch mit technischen Defiziten (etwas "eingerostet").

Was ratet Ihr mir?
Sind Fingerübungen und ne Strategie unbedingt Pflicht um auf einen grünen Zweig zu kommen?

Grüße, Speedy
 
manfredkremer

manfredkremer

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Also es gibt da eingentlich nur die eine Strategie, die Du ablehnst, nämlich einen Klavierlehrer zu nehmen. Sonst ist die Zeit, die Du aufwendest, vergeudet.

Grüße
Manfred
 
cwtoons

cwtoons

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Spiel' einfach los, Du wirst Deine Grenzen im positiven und im negativen Sinn sehr schnell bemerken. Ob Du dann Etuden bimst oder Unterricht nimmst oder einfach die Stücke einübst und spielst, die Dir gefallen, ist eigentlich ziemlich egal.

Königswege gibt es nicht.

CW
 
S

speedy71

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Also es gibt da eingentlich nur die eine Strategie, die Du ablehnst, nämlich einen Klavierlehrer zu nehmen. Sonst ist die Zeit, die Du aufwendest, vergeudet.

Grüße
Manfred
Hi Manfred,

momentan bin ich der Meinung, das ca 13 Jahre mit professionellen Lehrern soviel gebracht haben, dass ich mit einem gehörigen Maß an Selbstreflexion(+Kritik) schon höre, was noch falsch läuft, und einiges mit Übung wieder reinholen kann.
Mein Ziel ist nicht, auf mein damaliges Klavier-Level zu kommen, ich wäre mit 80% (vielleicht 90?) zufrieden. Für den anspruchsvollen Hausgebrauch, mal für Familie oder Freunde.

Ich denke ich hab ein recht gutes Gehör, und kann auch meine Fehler gut raushören.
Ob ich ohne Anleitung die auch alle ausmerzen kann, wird sich zeigen.

Meine Frage zielt erstmal auf eine Art Strategie ab, also das WAS ich spielen soll, um schrittweise vorwärts zu kommen. Das WIE ist nachher der Feinschliff, vielleicht hol ich mir dafür später auch nochmal kurzfristig professionelles "Gehör" - mal sehen!

Nur mal am Rande: ich fand Lang Lang hat beim Bambi das Rondo ala Turka zwar technisch toll und sehr schnell gespielt (ich hab mal 1-2 unsaubere Noten wahrgenommen), musikalisch hat es aber etwas "Virtuosität" vermissen lassen, in dem Fall wär weniger(=langsamer) mehr gewesen.

Grüße,
Speedy
 
manfredkremer

manfredkremer

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Hallo Sppedy,

dann wünsche ich Dir einen guten Fortschritt und viel Freude beim Neubeginn!

Ich hatte meinen Beitrag nur geschrieben, weil ich selber nach langer Zeit vor 2 Jahren mit einem Klavierlehrer wieder angefangen habe. Das (noch wenige), das ich in dieser Zeit erreicht habe, hätte ich nie erreicht, wenn ich nur alleine geübt hätte. Das weiß ich aus früherer Zeit; damals hatte ich auch nicht die Zeit für einen Klavierlehrer, aber der Flügel stand in meiner Wohnung, also habe ich alleine geübt. Ich weiß jetzt, daß ich mit Anleitung viel schneller vorwärtsgekommen wäre.

Grüße
Manfred
 
S

speedy71

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Danke Manfred,

ich denke ich werde mich die ersten 2-3 Wochen einfach intuitiv ran tasten, dann eine Bestandsaufnahme machen, und die Schwachpunkte gezielt angehen.
Ich werde ggfs, mal über die Fortschritte berichten.. und wenn ich nicht weiter komm, werd ich Deinen Rat mit dem Lehrer schon auch ernst nehmen.

Grüße,
Markus
 
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JackyJoker

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Hallo Markus,

Ich habe eine ähnlich lange Pause hinter mir und seit September wieder ein Klavier.
Zu Weihnachten schenke ich mir dann einen Klavierlehrer dazu; die Begründung folgt.

Ich habe so begonnen, dass ich mein altes Repertoire, so weit die Noten noch da waren oder nachgekauft werden konnten, aufgefrischt habe. Einiges ging schnell wieder so einigermaßen, anderes geht nach längerer Übezeit wieder; alles, was ich damals nur lustlos und selten gespielt habe, geht auch jetzt kaum. Die schwierigeren Stücke von damals habe ich größtenteils nicht mehr und gehen auch schlecht.
Was ist vor allem schwierig:
- Läufe/Skalen (?) mit der linken Hand. Fühlt sich manchmal an als würde ich eine fremde Hand führen - im Gegensatz zum Gefühl für die rechte Hand.
- Fingersätze ausmerzen, die früher schon total unpraktisch waren (und ab dem damaligen Tempo dann plötzlich immer wieder auftauchen, obwohl ich zuvor langsam andere Fingersätze geübt habe).
- Kontinuierlich Baustellen an neuen Stücken abbauen. Es gibt ja sooo viel anderes zu spielen was leichter von der Hand geht.
- Das Pedal macht mir manchmal zu schaffen.
- Ich versuche ständig hinzuhorchen, ob ich den ein oder anderen altbekanten Fehler wieder mache, z. B. Töne über Pausen hinweg halten. Töne, die mir gut gefallen, laut anzuschlagen, obwohl es im Gesmtgefüge total unpassend ist. Ziemlich anstrengend, wenn man sich da ständig selbst observiert. Und dann doch meint, man hätte was übersehen.
- Ich habe insgesamt zu viele Stücke und spiele keines davon zur "Vollendung" aus.
- Auch mache ich von alleine keine Extra-Aufgaben für meine Schwächen oder auch nichts zur Stärkung meiner Stärken. Das nächste Stück wartet ja schon wieder.

Manches klappt aber auch besser:
- Das Anwenden von Übestrategien, wenn was partout nicht klappen will: ich spiele dann alles staccato, doppelt, zu Akkorden gefasst, blind, was sich eben anbietet und mir einfällt.
- Ich übe öfter und länger. Ich kann meine Fortschritte deutlich besser wahrnehmen.

Ich brauche jemanden, der mir gezielt sagt, was ich mit meiner schwächeren linken Hand machen soll. Und damit ich meine neuen Stücke anständig übe, will ich auch einen Lehrer. Sonst komme ich über die 4. Seite bei der Pathetique nicht raus. Und für die ersten vier Seiten kann ich auch Hilfe brauchen.
Mir macht es einfach so viel Spaß, dass ich es gerne ernster angehen möchte. Eigentlich wollte ich auf alle Fälle bis zum Frühjahr ohne KL spielen und dann mal schauen. Es wäre aber schade um die Zeit ohne Lehrer. Hoffentlich. Weil ich einen guten finde :)

LG und viel Erfolg beim Wiedereinstieg.

Ich habe immer das Gefühl, dass ich gar nichts neues lerne, dabei habe ich schon einige neue Stücke gespielt und zumindest drei kann ich auch echt ganz gut und auch von der ersten bis zur letzten Note.

Edit: was die Sache einfacher macht: ich habe jetzt ein deutlich h besseres Klavier als damals, zudem gestimmt! Falsche Töne springen mich förmlich an! (Sicherlich nicht alle, aber dem Klavierlehrer in spe werden dann auch noch die versteckteren Misstöne ins Ohr kriechen.) Da lernt man schneller, die richtige Taste zu erwischen.
 
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Barratt

Barratt

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JackyJoker

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Mir ist im Laufe des Tages noch etwas eingefallen, wofür ich den Klavierlehrer brauche: er müsste immer unbeirrt mitzählen: 1 und 2 und 3 und 4 und...
das Metronom hat da nämlich gar nichts zu sagen!
(Anmerkung: das ist nicht ganz ernst gemeint.. ;) )
Und die ganzen 2gegen3 etc Spielchen laufen auch nicht optimal.

Also lieber Threadersteller, wenn du nach ein paar Wochen ähnlich viele Gründe hast, weißt du was zu tun ist. Und wenn es dir besser gelingt, hab ich aber auch nichts dagegen! :)
 
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Bachopin

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Hi Leute,

...wofür ich den Klavierlehrer brauche: er müsste immer unbeirrt mitzählen: 1 und 2 und 3 und 4 und...
nichts gegen einen Klavierlehrer bei einem Fortgeschrittenen, der nur wieder seine Fähigkeiten reaktivieren muß wie ich hier annehme. Das ist definitiv eine gute Sache.
Aber was ich immer nicht verstehe ist, daß man annimmt der Klavierlehrer kann einem das eigene Lernen abnehmen.

Egal ob mit oder ohne Lehrer, die meiste Zeit sitzt man alleine am Klavier. Man ist immer sein eigener Lehrer. Das nimmt einem niemand ab.

Wenn man wie im obigen Beispiel, den Puls nicht fühlt, dann muß man das lernen und das lernt man nicht dadurch, daß jemand anderes für einem zählt. Man muß das leider selber machen und gerade das Zählen parallel zum Spielen kann am Anfang sehr schwierig sein.

Also meine Meinung:
Man muß lernen sich selber zuzuhören, selber Fehler erkennen und selber beheben, selber lernen die Musik zu spüren, zu verstehen, usw.

Ein Lehrer kann dabei unterstützen, daß man das notwendige Know How dazu aufbaut (Lernen zu lernen). Man kann es sich aber auch gleich selbst mit den dazu notwendigen Informationen erarbeiten.

Eine unabhängige, konstruktive Kritik des Gespielten ist das Einzigste, das man nicht selber erreichen kann (deswegen auch unbedingt eigene Aufnahmen machen und dann kritisch anhören).

Das ganze gilt natürlich nur für einen schon fortgeschrittenen Spieler.

Gruß
 
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buschinski

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Was ratet Ihr mir?
Sind Fingerübungen und ne Strategie unbedingt Pflicht um auf einen grünen Zweig zu kommen?
Ich vergleiche das mal mit einem Motorradfahrer, der früher jeden Tag unterwegs war und dann 14 Jahre abgemeldet hat. Wenn der sich dann wieder auf den Hocker setzt, landet er am nächsten Baum. Was macht er vorher besser? Er geht zur Fahrschule und läßt sich ein paar Crash-Stunden vom Vollprofi auf dem Übungsplatz geben. Anschliessend ist alles wieder da. Dauert nicht lange. Du merkst es ja schon. Geht aber auch nicht selber. Denn selbst wenn alle früheren Hausaugabenhefte ordentlich geführt wurden, hast Du dort nur die Theorie drin. An der Praxis kommste nicht vorbei. Und dazu brauchst Du jemanden. Ist einfach so.
 

Peter

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Bechsteinfan
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Wenn der sich dann wieder auf den Hocker setzt, landet er am nächsten Baum.
Hihi, das wäre ja schlimm! :-) Und wenn das wirklich so wäre, gäbe es entsprechende und verpflichtende Regelungen.
Ich selbst hatte so eine lange Pause; begonnen mit 18, beendet mit ca. 35, als ich mir endlich wieder ein Motorrad gegönnt hatte. Da ist nichts, was man reaktivieren müsste. Und ich habe einige kennen gelernt, die eine lange Pause hatten (Kind kommt, Motorrad geht, Kind geht, Motorrad kommt). Einzig das Gefühl für das Fahrverhalten der entsprechenden Kiste muss man anpassen. Dieses "Problem" besteht aber auch ohne Pause bei jedem Fahrzeugwechsel (evtl. ähnlich wie bei einem Klavierwechsel).
Ich würde es so wie Barrat schreibt machen: Altes Repertoire wiederholen, Neues (nicht unbedingt schwierigeres) hinzu nehmen und erst mal die eigenen Grenzen ausloten (dazu können auch Technikübungen gehören, wenn man dran Spaß hat). Ist man mit seinen Grenzen zufrieden und hat ausreichend Spaß (grüner Zweig): gut.
Wenn nicht, kann man sich immer noch überlegen, einen Lehrer hinzu zu ziehen.
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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Keine Ahnung, von was Du schreibst.
"Meine Generation" saß spätestens mit 14 auf dem Bock und wo wir überall gefahren sind, schreibe ich hier mal besser nicht. Aber schön zu sehen, dass die Kids das heute immer noch so lernen.

Btw., ich habe noch nie gesehen, dass man mit einem Zweirad dem Fahrlehrer hinterher fährt.
 
Barratt

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Der Unterschied zwischen dem Motorrad-Beispiel (man nehme gern jede beliebige andere Tätigkeit ähnlicher Natur) und dem Klavierspiel ist:

Klavierspiel ist UNGEFÄHRLICH!!! Keine Selbst- und Fremdgefährdung gegeben.

Man könnte sich allenfalls bei einem Sturz vom dreifüßigen Wackelhocker einen Knochen frakturieren - nimmt man eine Bank, minimiert sich auch dieses Risiko. Dann noch ein bisschen aufpassen wegen evtl. Überlastung des eingerosteten Muskel-/Sehnen-/Bänderapparats.

Es ist ja noch nicht einmal zu befürchten, dass das evtl. misshandelte Instrument sich WEHRT.
 
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buschinski

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Btw., ich habe noch nie gesehen, dass man mit einem Zweirad dem Fahrlehrer hinterher fährt.
War vor langer Zeit Usus. Dann wurde es zunächst umgedreht (Motorrad fährt vorne), dann kamen mit der Zeit immer mehr Anforderungen an die Fahrtechnik. Heute mußt Du erstmal jede Menge technische Spielereien lernen, bevor es auf die Straße geht. Zum Beispiel Slalomfahren langsam und schnell, Gefahrenbremsung aus höherer Geschwindigkeit, Ausweichen ohne Bremsen, Ausweichen nach Bremsen, Fahren auf dem Strich mit Schrittgeschwindigkeit, Stop/Go ohne Bodenkontakt, Kreisfahrt auf dem Strich. Und alles prüfungsrelevant. Aber auch nicht schlecht. Anschliessend hat man eben Gefühl für die Kiste.
 
C

chopin92

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Dass du einen Lehrer brauchst wurde hier ja schon gesagt und begründet, das kann ich nur unterstützen.
Früher oder später kommt dann doch der Punkt wo man nicht wirklich voran kommt und die Lust wieder verliert. Vielleicht wäre eine Lösung nur alle zwei Wochen unterricht zu nehmen.
Der Mikrokosmos von Bartok ist zwar sicherlich nicht für jeden etwas und macht allein diesen einfach durchzuarbeiten vielleicht nicht sehr viel Spaß. Aber die Übungen und Stücke steigern sich im Schwierigkeitsgrad und das über 6 Bände. Also kann man quasi von Anfang an beginnen und erstmal schauen, was noch vertraut ist oder was gut funktioniert. Hinzuziehen kann man dann natürlich noch einfachere weitere Stücke, da gibt es ja viele einfache Sonatinen oder kleine "Kinderstücke", beispielsweise von Schostakowitsch, um Mal nicht das Album für die Jugend zu erwähnen, wo ja aber auch schwierigere Stücke drinne sind.
 
GeraldF

GeraldF

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Stimmt, führte in meinem Fall dazu dass ich in der ersten Stunde mit 80 über die Bundesstrasse fuhr (der vorausfahrende Fahrlehrer wollte den Abstand halten :super:)
Zurück zum Thema. Ich habe eine ähnliche Historie und spiele seit August wieder regelmässig. Was ich damals schon konnte liess sich relativ einfach reaktivieren. Problematisch sind neue Stücke, da fange ich wieder bei sehr leichten Sachen an.
Das Problem mit der linken Hand habe ich auch, ich hoffe dass langfristig Czerny hilft. Auswendiglernen geht auch nicht mehr so leicht und einfach nebenher wie früher.
Wie auch immer: viel Freude mit Deinem (unserem) Hobby.

Was hast Du eigentlich für ein Instrument? Doch wohl nicht mehr ein Keyboard?
 
Karen

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Ich bin Wiedereinsteigerin seit Juli (früher im Alter von 10-18 Jahren gespielt, von 30-38, von 42-45 und jetzt wieder). Ich hab sofort gemerkt: ohne Lehrer ist es mega- frustrierend. Alle alten Fehler sind geblieben, gutes Neues entwickelt sich kaum von alleine. Durch den Lehrer bekomme ich tolle Impulse, die das Üben zur Freude/Experiment/Meditation machen. Töne, Phrasieren werden überhaupt erst möglich. Resultat: musikalische und sonstige Glücksgefühle...
 
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hennessy

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Ich bin auch Wiedereinsteiger, wobei ich mich wohl eher als Neu-Beginner bezeichnen möchte (muss). Ich hatte vor zig Jahren zwei Jahre lang regelmäßig Unterricht. Leider konnte ich dann nicht mehr weiter machen. Vor zwei Jahren hat mich das Fieber aber wieder gepackt und seither spiele ich mit ständig wachsender Begeisterung. Da KL nicht in Frage kommt (zu weit weg) muss ich mich alleine durchackern. Anfangs konnte ich nicht mal mehr Noten lesen. Inzwischen klappt es so leidlich. Und wenn ich an meine Grenzen komme, kann ich mich an einen Nachbarn wenden, der in einer Band spielt und mir so gut es geht weiter hilft.

Eine Strategie habe ich eigentlich nicht. Um eine Ausbildung comme il faut zu beginnen, fehlt mir leider Zeit und passende Möglichkeit. Also besorge ich mir Noten von Stücken, die mir gefallen, sehe und höre mir diese auf yt an und spiele einfach drauf los. Mein Fingersatz ist eine Katastrophe, was jedoch den Spaß nicht schmälert, sondern eher noch steigert, weil ich so oft über mich selbst lachen muss. Ich spiele nämlich manchmal wie ein gichtkranker Grobmotoriker, der sich in der Gebärdensprache versucht. Zumindest siehts so aus, wenn ich mir selbst auf die Finger sehe. Also versuche ich, die entsprechenden Passagen ganz langsam zu spielen und probiere immer wieder einen anderen Fingersatz aus, bis ich glaube, den richtigen gefunden zu haben. Wie gesagt, es macht mir riesigen Spaß und ich sehe es als meine persönlichen olympischen Spiele: "Dabei sein ist alles" und "der Weg ist das Ziel". Wenn dann auch noch das Endergebnis einigermaßen hörbar ist, bin ich angekommen und verlasse mein Instrument wie eine spanische Primadonna.
 
 

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