Quintenzirkel

F
feingeist1
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Hallo Ihr Experten,

ein Quintenzirkel gibt mir Auskunft über Tonarten und deren Vorzeichen.
Ist dies alles? Was kann ich noch mehr damit machen?

Um Auskunft wird gebeten!


feingeist1
 
B
Bachopin
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Hi feingeist1,

ich hab' was tolles:

Der Quinten- (Quarten-) Zirkel ist die einzig mögliche systematische Intervallfortschreitung bei Modulation in andere Tonarten, bei der alle Tonarten durchlaufen werden. Daher seine Bedeutung.

Alles klar? :D

Gruß
 
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Jeune homme
Jeune homme
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Hallo Feingeist,

Du könntest alle Dur-Stücke aus opus 28 von Chopin nacheinander spielen, dann hättest Du den Quintenzirkel auch praktisch umgesetzt. Bei den Moll-Stücken ginge es natürlich auch, die sind auch jeweils im Abstand einer Quinte zueinander angeordnet.

Sonnige grüße aus dem Norden,

Herbert.
 
hasenbein
hasenbein
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Beim Quintenzirkel geht's ja oben los mit C-Dur (keine Vorzeichen), und gegen den Uhrzeigersinn geht's dann in Richtung B-Tonarten, mit dem Uhrzeigersinn in Richtung Kreuz-Tonarten, und unten bei Ges/Fis-Fur (6 B's oder 6 Kreuze) treffen sie sich, ne?

Der Quintenzirkel besagt u.a. auch, daß, wenn ich 1 Schritt weiter gegen den Uhrzeigersinn gehe, dies die Subdominante der betreffenden Tonart ist (4. Stufe). Wenn ich 1 Schritt weiter im Uhrzeigersinn gehe, habe ich die Dominante der betreffenden Tonart (5.Stufe). Dies sind die wichtigsten harmonischen Stufen (die Du z.B. verwenden könntest, um einfache Lieder / Songs zu harmonisieren).

LG,
Hasenbein
 
T
ttt
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Hallo,
außerdem kannst du auch die Reihenfolge der #/b ablesen.
Bei den # fängst du bei F an und gehst dann rechts rum, also kommst du auf:
fis, cis, gis, dis, ais, eis, his, (fisis)
Bei den b fängst du bei H an und gehst links rum, also:
b, es, as, des, ges, ces, fes, (heses)
Man sieht, dass es sinnlos ist, die Reihenfolge der Vorzeichen auswendig zu lernen, wie es in der Schule häufig praktiziert wird.
1. hat man es eh irgendwann drin
2. kann man es sich schnell erschließen

Gruß
ttt
 
Klimperer
Klimperer
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Desweiteren hat der Quintenzirkel auch mit dem Temperament zu tun. Zum Beispiel sind in einem typischen Wohltemperament (ich hoffe, der Ausdruck stimmt) die näheren Tonarten (B, F, C, G und D dur) eher rein gestimmt, also mit reineren Durterzen, während die entfernten Tonarten größere Durterzen haben und entsprechend herber klingen. Teilweise gibt es dann auch Temperamente mit einer unbrauchbaren Tonart, die die sog. Wolfsquinte enthält.

Ciao,
Mark
 
rolf
rolf
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Man findet alle Dreiklänge, wenn man den Quintenzirkel sinnvoll verdoppelt, d.h. wenn man Dur-Quintenzirkel und Moll-Quintenzirkel ineinander schreibt:

C-e-G-h-D-#f-A-#c-E-#g-H-#d-#F-#a/bh-#C/bD-f-bA-c-bE-g-bH-d-F-a

z.B.:
d-#f-a = D-Dur
#f-a#c = fis Moll

Großbuchstaben für Dur,

Kleinbuchstaben für Moll


Gruß, Rolf
 
S
Späteinsteiger
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abschweb
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Es gibt eine sehr hübsche Klavieretüde von György Ligeti, die sich durchweg mit Quintfortschreitungen beschäftigt: Nr. 2 "Cordes à vide" (leere Saiten, Anspielung auf Streichinstrumente).
Nicht arg schwer. Die werde ich mir irgendwann auch noch draufschaffen.

Grüße
Manfred
 

P
Pedall
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Desweiteren hat der Quintenzirkel auch mit dem Temperament zu tun. Zum Beispiel sind in einem typischen Wohltemperament (ich hoffe, der Ausdruck stimmt) die näheren Tonarten (B, F, C, G und D dur) eher rein gestimmt, also mit reineren Durterzen, während die entfernten Tonarten größere Durterzen haben und entsprechend herber klingen. Teilweise gibt es dann auch Temperamente mit einer unbrauchbaren Tonart, die die sog. Wolfsquinte enthält.

Ciao,
Mark

Das "Temperament" heißt auf deutsch tatsächlich "Temperatur".


Als "wohltemperierte Stimmung" wurden Temperaturen beschrieben, die es erlauben, alle Dur- und Molltonarten zu benutzen. Und darum heißt auch Bachs Sammlung von Präludien und Fugen in allen Tonarten auch "Das Wohltemperirte Clavier". In diesem Sinne ist die gleichstufige Temperatur, die sich seit dem 18. Jahrhundert durchgesetzt hat, natürlich auch eine "wohltemperierte Stimmung".



Wir schreiten weiter / und wißen / wenn die Temperatur also eingerichtet wird / daß alle Quinten 1/12 Commat: die Tert: maj: 2/3 die min: 3/4 Comm. schweben, und ein accurates Ohr dieselbe auch zum Stande zubringen / und zu stimmen weiß / so dann gewiß eine wohltemperirte Harmonia, durch den gantzen Circul und durch alle Clavis sich finden wird.
(Andreas Werckmeister, Musicalische Paradoxal-Discourse, 1707)
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs3/object/display/bsb10527832_00118.html

Teilweise gibt es dann auch Temperamente mit einer unbrauchbaren Tonart, die die sog. Wolfsquinte enthält.
Beim mitteltönigen System gibt es mehr als nur eine unbrauchbare Tonart.
Die Durdreiklänge H-Dur, Fis/Ges-Dur, Cis/Des-Dur, As/Gis-Dur klingen wegen der viel zu hohen Terzen dissonant, dazu kommt noch die "Wolfsquinte" Gis-Es.
Schon Es-Dur ist eine unbrauchbare Tonart, denn die Subdominante As-Dur existiert in dieser Stimmung nicht.
 
kitium
kitium
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Es gibt eine sehr hübsche Klavieretüde von György Ligeti, die sich durchweg mit Quintfortschreitungen beschäftigt: Nr. 2 "Cordes à vide" (leere Saiten, Anspielung auf Streichinstrumente).
Nicht arg schwer. Die werde ich mir irgendwann auch noch draufschaffen.

Grüße
Manfred

Es gibt eine Fuge von Anton Reicha (Op 36 #8), die auf konsequente Anwendung des Quintenprinzips gründet.
 
 

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