Polyphonie und Dynamik in einer Hand

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klavierschmitt
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Hallo, ist es auf dem Klavier möglich, innerhalb einer Hand bei gleichzeitigem Anschlag zweier Töne mit unterschiedlicher Lautstärke zu spielen, um bei polyphonem Spiel die Stimmen besser abzugrenzen? Gibt's es da kleine Übungen für? Hatte zwar Klavier als Nebenfach im Studium, aber da kümmert man sich doch mehr ums Hauptinstrument:)

Vielen Dank für Eure Hilfe
 
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cbirkholtz
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Hallo, ist es auf dem Klavier möglich, innerhalb einer Hand bei gleichzeitigem Anschlag zweier Töne mit unterschiedlicher Lautstärke zu spielen, um bei polyphonem Spiel die Stimmen besser abzugrenzen?

<Klugscheismodus>

Ja - es ist sogar rein physikalisch gesehen gar nicht möglich mit gleicher Lautstärke zu spielen - wobei physikalisch ist ja auch nur näherungsweise möglich, überhaupt gleichzeitig anzuschlagen ;)

</Klugscheismodus>

Ne, spaß beiseite - leider kann ich Dir keine Übungen nennen ich hoffe es meldet sich noch jemand zu Wort.

Christian
 
F
Fred
Guest
Hallo, ist es auf dem Klavier möglich, innerhalb einer Hand bei gleichzeitigem Anschlag zweier Töne mit unterschiedlicher Lautstärke zu spielen, um bei polyphonem Spiel die Stimmen besser abzugrenzen? Gibt's es da kleine Übungen für? Hatte zwar Klavier als Nebenfach im Studium, aber da kümmert man sich doch mehr ums Hauptinstrument:)

Vielen Dank für Eure Hilfe


Hi,

hierzu kann ich das Trainingsprogramm [FONT=Verdana, Helvetica, sans-serif]meines ehemaligen Klavierprofs Siegbert Panzer empfehlen. Es heißt "[/FONT][FONT=Verdana, Helvetica, sans-serif]Strukturiertes Klavierspiel"[/FONT][FONT=Verdana, Helvetica, sans-serif] und ist im Clavio-Shop erhältlich. Es geht speziell auf diese von Dir zitierte Problematik ein[/FONT] und zwar Polyphonie innerhalb EINER Hand.
Darüber geschrieben habe ich schon einmal -> HIER im Beitrag #13
 
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rolf
rolf
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Hallo, ist es auf dem Klavier möglich, innerhalb einer Hand bei gleichzeitigem Anschlag zweier Töne mit unterschiedlicher Lautstärke zu spielen, um bei polyphonem Spiel die Stimmen besser abzugrenzen?

hallo,

a) es ist möglich

b) es ist auch nicht wunders wie schwierig, sondern eher leicht (es gehört zu den Grundlagen des Klavierspiels!)

ein sehr schönes Beispiel von drei (!) gleichzeitigen Klangschichten in einer (!!) Hand, neckischerweiser der linken, bietet Skrjabins Prelude für die linke Hand allein. Das ist spielbar, und das wird gespielt, und zwar immer sehr schön differenziert.

ganz einfache Beispiele finden sich überall dort, wo eine Begleitfigur simultan mit einer Melodie in einer Hand gespielt werden soll, z.B. im langsamen Satz von Beethovens "Pathetique"

bzgl polyphoner Werke (3 oder 4stimmige) relativiert sich das Problem in gewisser Weise, da sich z.B. bzgl einer Stimme gelegentlich die Hände abwechseln (d.h. die Stimme wird mal rechts, mal links gespielt) - hier dürften bei virtuosen Beispielen (fugato der Sonate von Liszt) natürlich die meisten Probleme/Schwierigkeiten auftauchen, aber von virtuose Beispielen erwartet man ja eigentlich nicht, dass sie im landläufigen Sinne "einfach" sind (wobei hier die Klangdifferenzierung noch das geringste Problem ist)
__________

der Weg dahin... da scheiden sich die Geister... :D ... physikalisch ist die Geschwindigkeit, mit welcher eine Taste bewegt wird, für den Stärkegrad des erzielten Tons verantwortlich - - - leider ist die zeitliche Differenz zwischen zwei gleichzeitig, aber verschieden schnell angeschlagen Tönen (völlig wurscht ob in einer Hand oder anders), wenn man die Tasten dabei anschaut, so gering, dass mans nicht wahrnimmt... das ist ärgerlich: wir könnens nicht sehen, und wir haben keine im Bereich von Nanosekunden arbeitenden Tachos an unseren Fingern :D
aber ein kleines Experiment kann über die Praxis Aufschluss geben:
a) du hältst z.B. d und f mit den Fingern 2 & 4 stumm im Tastenboden
b) nun hebst Du den starken Zeigefinger ca 1mm hoch, d.h. seine Taste hebt sich vom Tastenboden einen Millimeter - der ach so unterpriviligierte und schwache 4. Finger dagen steht noch auf f im Tastenboden (als Stütze quasi)
-- wie sich das jetzt anfühlt, merkst Du Dir
c) diesen Griff (2 "schwebend" dicht überm Tastenboden, 4 "stützend" auf dem Tastenboden) hebst Du hoch, und dann schlägst beide Tasten an: mit der Absicht, genau diesen Griff nun zu spielen
- - - - jetzt hat der schwache 4. einen starken, der starke 2. einen schwachen Ton GLEICHZEITIG gespielt

das kann man auf allerlei anderes übertragen!

Gruß, Rolf
 
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Guendola
Guendola
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Am besten übt man erstmal Mehrklänge und Akkorde, und zwar so, daß man erstmal ein Gefühl für den lauten Ton bekommt - also einzeln anschlagen - dann die anderen Töne leise hinterherspielen, zu Anfang am besten in ganz leichtem Stakkato.

Es ist überhaupt keine Hexerei dabei im Spiel, wie sicherlich auch die schon genannten Links zeigen werden. Man muß es allerdings eine Weile üben. Hauptsache ist natürlich, daß man es überhaupt will und soweit bist du ja schon :)
 
K
klavierschmitt
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Vielen Dank für die Tipps, ich versuch mich mal daran. Wenn es partout nicht klappen will, werde ich das tun, was jeder vernünftige Schüler machen sollte - paar Stunden bei einem Klavierlehrer nehmen.:)
 
 

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