Pedaleinsatz

Kenny
Kenny
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Wenn ich spiele, habe ich öfters Probleme mit dem richtigen Einsatz des Pedals. Manchmal überlappen die Töne deshalb auch etwas oder es gibt kurze ungewollte Pausen.

Bisher lasse ich das Pedal immer los, wenn meine linke Hand auf eine neue Tonlage geht und ich versuche es ebenso schnell wieder zu betätigen. Diesen Tip hab ich von einer Internetseite, dessen URL ich nicht mehr kenne.

Könnt ihr mir noch weitere Tips diesbezüglich geben? Sollte ich den Pedaleinsatz ändern?

Ich kenne mich nicht so gut mit den Fachbegriffen aus, ich hoffe aber ihr habt es trotzdem verstanden. :p

mfG

Kenny
 
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Bachopin
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Hi Kenny,

ja ich habe dich verstanden, obwohl keine Fachbegriffe vorkamen. :-)

Das was du beschreibst ist die standard (Legato) Pedalisierung. ;-)
Allerdings sollte man erstmal grundsätzlich nur pedalisieren, wenn es im Notentext angegeben ist. Man gewöhnt sich sonst eine Technik an, die ohne Pedal nicht mehr funktioniert.

Über den Gebrauch des Pedals gibt es ganze Bücher, z. B.:

Pedaltechnik für Pianisten: Ein Handbuch von Joseph Banowetz und Birgit Irgang

Leider ist es ein im (Selbst-)Unterricht oft vernachlässigtes Thema (das Pedal ist die Seele des Klavierspiels) und leider ist es auch sehr komplex. Du müsstest schon konkreter fragen.

Gruß

PS:
Fällt mir gerade noch ein: Das Pedal gibt es nur beim Klavier: Töne in beliebiger Auswahl gleichzeitig klingen zu lassen, kann nur das Klavier.
 
Kenny
Kenny
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Nun ja, ich spiele ja nicht nach Noten. Deshalb brauch ich ein paar Tips und Tricks dafür.
 
fisherman
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hier ein ganz einfacher Tip für den raschen Pedalwechsel: Du solltest nicht daran denken, das Pedal loszulassen und es dann erneut zu drücken. Der richtige Gedankenimpuls lautet: das gedrückte Pedal nochmals drücken. Dabei lässt man es automatisch und zwangsweise kurz los.

Dafür liebe ich dieses Forum. Danke, Rosenspieß!
 
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Neronick
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Das Thema "Pedal" ist bestimmt tausendmal angesprochen worden. Ich tue mich dennoch gerade etwas schwer. Hier der Grund: Mein altes Klavier macht eine richtig mechanisches Holzgeräusch, wenn ich das rechte Pedal trete - da tut sich was - aber auf der ÜBE-CD von Frau Feils fehlen diese "Geräusche".

Zitat:
"Die Hauptpedaltechnik ist die des nachschlagenden (synkopisierenden) Pedals: Der Ton wird zuerst angeschlagen und erst, wenn er erklingt, tritt der rechte Fuß auf das rechte Pedal und fängt den Ton quasi ein. Beim Pedalwechsel wird MIT DEM ANSCHLAG des neues Tons GLEICHZEITIG das Pedal gelöst und nach dem Erklingen des neuen Tons dieser wieder per Pedaltritt "eingefangen". So entsteht eine Gegenbewegung." (M. Feils)

Nun höre ich das "GLEICHZEITIG" aber nicht deutlich genug, weil ihr Roland-Digi nicht quitscht. Das Demo ist zu "nahtlos". Bitte Hilfe! Heißt das

a) Der neue Ton klingt noch in Klangfarbe des alten Tons ein, weil die Dämpfer eben noch nicht anliegen. Die alten Töne werden erst gestoppt, wenn die neue Taste niedergedrückt ist.
b) Das Pedal wird bereits losgelassen im "Leerspiel" der Taste; es besteht also definitiv keine Vermischung der Töne, egal wie kurz die "Pause" zwischen den beiden Tönen ist (Millisekunden?)
c) Noch was anderes?

mit anderen Worten: Wie gleichzeitig ist "GLEICHZEITIG", startet sie eher früher oder eher später?
Die konkrete Übung sind Akkord-Arpeggios Am-G-F-G (| 1-3-5-- | 1-3-5-- |)

Die Pedalbewegung "^" selbst: Wäre sie ein Notenwert, wie lang wäre sie zu notieren, 32-,16,8-tel?
 
fisherman
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Jetzt wollte ich diese "scheinbare Banalität" beantworten - schaffs aber nicht. Also: Gute Frage, wenn man wirklich in Millisekunden denkt. Bin mal gespannt ...

Ich denke mal, dass es vom Klang abhängt den Du erzeugen willst: eher verbunden oder zart getrennt. Wohlgemerkt, wir reden von Milli-oder Nanosekunden, weil wir beide wohl davon ausgehen, dass eine absolute Gleichzeitigkeit physikalisch wohl nicht zu erreichen ist (wenn man in Nanosekunden denkt ;-)). Ob das sich aber auf den Höreindruck tatsächlich auswirkt???

Ich würde sagen: Wirfs hinter Dich ;-)

Auf jeden Fall sollte der Pedalwechsel in kürzestmöglicher Zeit stattfinden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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Neronick
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Gute Frage, wenn man wirklich in Millisekunden denkt.
...Ich würde sagen: Wirfs hinter Dich ;-)

Auf jeden Fall sollte der Pedalwechsel in kürzestmöglicher Zeit stattfinden.
Ich versuch es nochmal:
Nicht in Millisekunden denken, sondern musikalisch. Wird das "Sustain OFF"-Signal pushed, "in time" oder "laid" gefühlt und gespielt? Bräuchte man eigentlich nur ein Digi und einen Sequenzer, um das zu sehen...

Wenn ich einen neuen Ton "einfange", wie gefordert, erfolgt "Sustain ON" NACH dem Note-ON-Befehl, z.B.

1:1:000 Note On "a"
1:1:"+ X" Pedal down (= kein Midisignal)
1:1:050 SUSTAIN ON
1:2:000 Note on "c"
1:3:000 Note on "e"

---Akkordwechsel---

2:1:000 Note On "g"
2:1:"+ X" Pedal down (= kein Midisignal)
2:1:030 SUSTAIN ON
2:2:000 Note on "b"
2:3:000 Note on "d"

An welcher Zeitstelle erfolgt der akustische Befehl "Sustain OFF" und, falls es den Midibefehl "Pedal release" gäbe (der die Nebengeräusche auslöst :-)), wie dicht liegt der vor Sustain OFF?

Liegt Sustain off noch vor 1:4:999 (999 in Millisekunden) ODER erst nach 2:1:000 (=Metronomclick für Takt 2).

Kann das jemand mal einspielen und nachschauen, wie er/sie es macht, wenn es LEHRBUCHMÄßIG (s.o.) erfolgt? Danke!
 
violapiano
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Hallo Kenny

das rechte Pedal hat ja verschiedene Funktionen. Man kann damit verschwimmen lassen, man kann binden, man kann Klang verstärken.

Grundstätzlich musst du unterscheiden zwischen Fingerlegato, das ist oft wichtig, und Pedalisierung. Oft muss man auch beides verbinden.

Zum Anfang tritt man das rechte Pedal kruz nach dem Anschlag, und lässt es mit oder minimal kurz vor dem neuen Anschlag los. Wechseln grundsätzlich, wenn die Harmonie wechselt.

Ich würde dir raten, versuch mal das Pedal nicht voll durchzutreten, Akkord spielen, Pedal treten und langsam fühlen, wenn du es hochkommen lässt, wo es löscht. Du wirst sehen, da gibt es einen großen Bereich, in dem das Pedal unterschiedlich wirkt, je nach dem, wie stark man es tritt. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, wie das Pedal zu nutzen ist.

Versuche, ein "Fußspitzengefühl" zu entwickeln.

Versuch Melodien mal ganz ohne Pedal zu spielen, so dass sie legato klingen.

LG
VP
 
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Neronick
Guest
Versuche, ein "Fußspitzengefühl" zu entwickeln.
Hallo VP,
danke für Deine Antwort; ich hatte einen alten Thread neu entdeckt, damit Themenkomplexe nicht jedesmal bei Null starten...

Genau um dieses Gefühl geht es! Das kann man aber erst entwickeln, wenn man weiß, WAS man entwickeln soll.

Nach Deiner Ausführung spielst Du also "Pedal release" PUSHED. Und ich nehme also an, dass Du SUSTAIN OFF ebenfalls PUSHED spielst.
Danke
LG
Neronick
 
violapiano
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Hallo Neorick,

leider kann ich mit deinen Begriffen nichts anfangen.... sorry.

Bei mir war es so: die erste KL sagte: tritt das Pedal ganz durch! Oh weh! Grausig klang's, fortan, hat VP das in eigener Regie ganz anders gemacht. Wie ich oben beschrieben habe. Ich habe mich langsam rangetastet, ausprobiert, kennen gelernt.

Ein Mitglied hier hat mal geschrieben, ich glaub es war Franz, "das Pedal spielt man mit den Ohrwatscheln":D;):p

Will sagen, ich spiele das Pedal inzwischen ganz nach Gehör und nach entwickeltem Geschmack. Ja, ich würde sagen, wenn man die Bedienung erlernt hat, weiß, wie das Pedal funktioniert, dann ist der Einsatz auch sehr eine Frage des persönlichen Geschmacks, des Gefühls und der Stilrichtung der Musik.

LG
VP
 
N
Neronick
Guest
Will sagen, ich spiele das Pedal inzwischen... nach entwickeltem Geschmack.
Das ist bestimmt sinnvoll; jeder Koch kocht nach seinem Geschmack. Dennoch muss er es erst lernen. "Nimm genug Salz" oder "nimm einen TL" oder "nimm einen EL" :-)

Das Problem ist - wie gesagt - das die Hörbeispiele auf der ÜBE-CD von M. Feils zu sauber sind; man bekommt akustisch die Koppelung von Körperbeweung, Metrum und Soundentfaltung nicht mit; es fällt die "Übertreibung", die die Sache klar macht.
 

kreisleriana
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das ginge dir sicher zuweit,aber lies mal Neuhaus' Buch,da lernst du,einiges über Halb und Viertelpedal und das hübsche bonmot über -ich glaub es war- Sofronitzky,über den jemand sagte,schaun sie nicht auf seine Finger,schauen sie auf seine Füße :-)
 
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hihi:D echt?

A Watschen ist ne Ohrfeige, so viel weiß ich. Ohrwascheln- ja, das wirds sein.:o:)

Ich fand den Ausdruck so niedlich- aber für uns Hochdeutsche- nicht ganz einfach, du verstehst das, Fisherman?:p

LG
VP
 
Klavirus
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@VP: So früh am Tag schon bedüdelt, tsss...
 
fisherman
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@VP: Absolvo te! Wir gucken dafür beim "halve hahn" dumm aus der Wäsche ;-)
 
Stuemperle
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Ich versuch es nochmal:
Nicht in Millisekunden denken, sondern musikalisch. Wird das "Sustain OFF"-Signal pushed, "in time" oder "laid" gefühlt und gespielt? Bräuchte man eigentlich nur ein Digi und einen Sequenzer, um das zu sehen...

Kann das jemand mal einspielen und nachschauen, wie er/sie es macht, wenn es LEHRBUCHMÄßIG (s.o.) erfolgt? Danke!
Also lehrbuchmäßig gibt's wohl verschiedenen Techniken, wie bei pian-e-forte.de beschrieben (Technik des Pedalspiels als PDF).

Millisekunden find ich schwierig, weil's ja keine An/Aus-Vorgänge sind sondern mit stetigen Zwischenstufen...

Also mein Ohr spielt das Pedal i.allg. so: wenn der erste Ton einer neuen Harmonie erklingt lässt es den Fuß kurz hochzucken und sofort wieder runtertreten, das dauert weniger als eine 16tel Note (eins e und e zwei e und e ...) und geschieht just in der Attack-Phase des neuen Tones, wo das Schwingen der Saite noch vom Hammeraufprall geprägt ist und noch nicht in's Ausklingen übergegangen ist. Vom Höreindruck ist der neue Ton hier i.allg. sowieso lauter als der ausklingende, so dass weder dessen Abwürgen noch ein neues Mischmasch wahrzunehmen ist.

Wie VP schon schrieb gibt's ja Zwischenstufen längs des Pedalwegs und ich glaube (das geht automatisch) mein Ohr/Fuß jongliert immer um diese Zwischenstufen herum, meist ohne die Endanschläge des Pedals zu erreichen.

Btw: Du schreibst von "Holzgeräusch" - normalerweise, wenn man die Endanschläge meidet, sollte die Betätigung kein (deutlich) wahrnehmbares Geräusch machen.
 
N
Neronick
Guest
wenn der erste Ton einer neuen Harmonie erklingt lässt es den Fuß kurz hochzucken und sofort wieder runtertreten, das dauert weniger als eine 16tel Note...
Nun haben wir hier also eine ANDERE Beschreibung:
"Wenn der erste Ton erklingt"= NACHDEM die Attackphase des Tons läuft...(die Dämpfer haben die Saiten auflegen und das noch existierende Sustain des Akkordes des letzten Taktes ausschalten... :-) )

Du bindest also und trittst das Pedal "laid" im Gegensatz zu VP, die schrieb "gleichzeitig oder früher", was "pushed" bedeutet.

Anmerkung: Nach M. Feils soll man den ersten Ton "einfangen" (=Lehrbuchmäßig). Wenn man nun in der Attackphase bereits das Pedal tritt, fängt man rein physikalisch keine Ton ein, sondern beeinflusst die Attackphase. (Buchzitat: "Start of grand piano sound: Note the fairly fast attack and essentially irregular waveshape, indicating a rapidly changing overtone content"). Wenn Du in die Attackphase trittst, dann bedeutet dies, dass Du innerhalb von ca. 10ms nach Note-on einen Sustain-on-Befehl sendest, den "Pedal-down"-Befehl musst Du aufgrund des Weges und der recht langen Zeitdauer ("kürzer als eine Sechstel") früher ausführen?

Ich entdecke gerade folgende Trockenübung: Fuss tritt auf Boden unter Schreibtisch und Fingerkuppe schlagen auf Tischplatte neben PC.
A) Sind die Finger eine Echo des Fußes?
B) Oder soll der Fuß ein Echo des Fingers sein?
C) Oder sollen Beide tatsächlich MÖGLICHST GLEICHZEITIG erklingen?
 
 

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