Pedaleinsatz bei Bartók

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Suchender

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Liebe Forennutzer,

ich übe mich zurzeit an einigen Werken Béla Bartóks. Da Bartók für gewöhnlich sehr genau mit seinen Werken (bezogen auf Tempo, Lautstärke, Pedaleinsatz usw.) umgeht, wie man es z.B. sehr stark in seinem "Mikrokosmos" sieht, in dem er am Anfang Anmerkt, dass das Tempo jedes (fortgeschrittenerem) Stückes genau eingehalten werden muss, weswegen hinter jedem einzelnen Stück eine Sekunden/Minutenzahl steht die eingehalten werden sollte. Anders verhält es sich ja ebenso nicht in anderen Werken wie z.B. seiner populären "Suite" Opus 14 oder den Etüden Opus 18.

Natürlich skizziert nahezu jeder größere Komponist seine Werke sehr genau, jedoch bin ich mir nicht sicher ob Béla Bartók einen durchaus freien Pedaleinsatz innerhalb seiner Werke für vorteilhaft gehalten hätte, da seine Ausdrucksstarke Musik nicht Ideal interpretiert werden könnte.

Allgemein gilt für viele, dass sinnvoller Pedaleinsatz um eine persönliche Interpretation zu ermöglichen wünschenswert ist, solange es mit den Notenbild vereinbar ist und sich an Vorgaben (wie z.B. das Ped.-"Zeichen") hält.

Aber nun um es auf den Punkt zu bringen: Ist es sinnvoll bei Interpretation eines Bartók-Werkes die Pedale (insbesondere das rechte Tonhaltepedal) auch zu benutzen wenn man es selbst für sinnvoll hält obwohl es nicht explizit im Notenbild vermerkt ist?

Ich danke im Vorraus.


Weihnachtlich-abendliche Grüße von dem Suchendem
 
cwtoons

cwtoons

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Ich bin Bartokfan und habe schon viele Sachen von ihm gespielt - und auch einige in Angriff genommen und dann nicht gespielt. Ob Bartok
einen durchaus freien Pedaleinsatz innerhalb seiner Werke für vorteilhaft gehalten hätte
ja, wer will das wissen, man kann ihn nicht mehr fragen. Ich verwende das Pedal bei Bartok und auch bei allen anderen Komponisten so, wie ich es für richtig halte und wie es gut klingt. Der gute Klang ist die Hauptsache, den will man produzieren und nur darum geht es. Der Herr über den Klang meines Klaviers aber bin nur ich.
Wenn man hört, wie prominente Pianisten beispielsweise bei Bach völlig selbstverständlich auf dem Pedal stehen, obwohl es das zur Entstehungszeit der Bach´schen Stücke noch gar nicht gab, erübrigt sich die Frage nach einer wie immer gearteten Legitimation zum Pedalgebrauch. Ich betrachte die geschriebenen Noten im Text als verbindlich. Die Pedalangaben sind jedoch für mich lediglich Empfehlungen.

Ich benutze sowieso das Pedal meistens völlig intuitiv, quasi als Selbstläufer, ohne meistens groß drüber nachzudenken. Es geht automatisch.

Es gibt auch Spielsituationen, da wird das Pedal zur Rettung vor dem Desaster - kennt wohl jeder - und auch das ist für Amateure legitim.

CW
 
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Rheinkultur

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Ich bin Bartokfan und habe schon viele Sachen von ihm gespielt - und auch einige in Angriff genommen und dann nicht gespielt. Ob Bartok
einen durchaus freien Pedaleinsatz innerhalb seiner Werke für vorteilhaft gehalten hätte - ja, wer will das wissen, man kann ihn nicht mehr fragen.
Richtig, fragen kann man ihn persönlich nicht mehr, aber seine Interpretationen eigener und fremder Werke sind erhalten. Weil noch Weihnachten ist, gilt das Bibelwort: Wer Ohren hat zu hören, der höre.

Bartók plays Bartók Mikrokosmos Volume V (Excerpts) - YouTube
Bartók plays 10 Easy Pieces/15 Hungarian Peasant Songs - YouTube
Bartók plays Bartók Suite opus 14 - YouTube
Bartók plays Bartók Romanian Dance no. 1 - YouTube
Bartók plays Bartók Six Dances in Bulgarian Rhythm (from "Mikrokosmos") - YouTube
Bartók plays Sonata for 2 Pianos and Percussion (1/3) - YouTube
Bartók plays Sonata for 2 Pianos and Percussion (2/3) - YouTube
Bartók plays Sonata for 2 Pianos and Percussion (3/3) - YouTube

Sparsamer und sinnfälliger Pedalgebrauch, da geht nichts im Nebel unter - hätte jemand etwas anderes erwartet?

Freundliche Weihnachtsgrüße von
Rheinkultur
 
 

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