Neues Repertoire lernen und altes auf Konzertniveau beibehalten

Pianojayjay

Pianojayjay

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eine Frage an diejenigen, die recht viele Konzerte geben: wie macht ihr es von der Einteilung her, dass Ihr neues Repertoire erlernt, während altes Repertoire für anstehende / aktuelle Konzerte beibehalten wird? Wieviel Zeit widmet ihr dem einen / dem anderen? Ab wieviel Tagen vorher wird das neue Repertoire erst einmal zur Seite gelegt?
 
J

jannis

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Lieber Pianojayjay,
Du hast sicher auch den Uebungsbattle-Thread verfolgt. Da steht was von Uebezeiten drin :dizzy:. Wenn wir die haetten, haetten wir mit dem obengenannten Problem (fast) kein Problem :idee:. Kontinuierliche Beschaeftigung mit dem Repertoire haelt es geschmeidig und fit, denke ich.
Jannis
 
Joh

Joh

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Genau,

es ist leider so: ohne sehr viel Zeit fürs Üben geht das nicht...
...schwierige Konzertliteratur erfordert halt, dass du sie - wenn du sie wirklich kannst - mindestends ein- oder zweimal pro Woche übst. Die schwierigen Stellen klappen sonst nicht mehr zuverlässig und dein Gedächtnis lässt nach. Du kannst dir ja selbst ausrechnen, wieviel du dann für ein 90-minütiges Programm an Zeit investieren musst, um das Niveau zu halten (wobei du trotzdem immer versuchen solltest, das Niveau zu steigern und irgendwie neue Lern-Reize zu setzen).

Ich selbst lerne deshalb während ich Konzerte gebe und intensiv vorbereite, kaum neues Repertoire. Daher lege ich meine Konzerte immer blockweise an, so dass ich 2 Monate mal voll durchkonzertiere und dann wieder 4-6 Monate Zeit habe, neues zu lernen.

LG, Joh
 
Stilblüte

Stilblüte

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Ich möchte Stücke absichtlich oberflächlich vergessen, denn das trägt bei mir zum Reifungsprozess bei. Wenn ich sie ständig konzertreif halte, halte ich sie auch ständig auf dem Niveau, das ich beim ersten "Eintreffen auf Konzertniveau" eben hatte.
Oberflächlich Vergessen heißt sozusagen, dass mein Gehirn die Tür zu dem Stück nicht mehr findet und nur noch durch eine Milchglasscheibe draufschaut. Ich kann es nicht mehr genau oder gar nicht mehr auswendig, der motorische Zugriff ist also unterbrochen.
Das hat zur Folge, dass ich das Stück beim Auffrischen nochmal kurz üben muss, was wiederum zur Folge hat, dass ich mich nochmals mit dem Notentext und existenzielleren Dingen befasse. Außerdem kann ich ein Stück jedes Mal sicherer, wenn ich es neu aufgefrischt habe.

Das Auffrischen geht jedes Mal schneller, bis zu dem Punkt, dass ich Stücke auch nach Monaten noch oder fast noch auswendig abrufbar drauf habe. Wenn du ein Stück mal konntest, wird das Auffrischen immer unwesentlich viel schneller gehen als das neue Einüben - allein schon deshalb, weil du ja die Musik schon gelernt hat und nur die Motorik erinnern musst. Auch, wenn ein Stück lange zurück liegt und du dir am Anfang vorkommst wie beim Neulernen - die Erinnerung kommt früher oder Später zurück, und irgendwann geht dann die Rakete der Erinnerung ab.

Ansonsten ist doch die Antwort ganz einfach: Was du nicht vergessen willst, musst du halt üben :blöd:
Entweder einmal die Woche, oder in immer länger werdenden Abschnitten (Tag 1, 2, 4, 8, 16 usw.)
 
Joh

Joh

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Stimme dir voll und ganz zu - aber ich dachte, die Frage bezieht sich nur aufs "beibehalten" für anstehende Konzerte.
Selbstverständlich: wenn du z.B. ein bereits gespieltes Stück erst 3 Monate später wieder brauchst, dann lass es liegen und fange 2 Wochen vorher wieder damit an. Alles andere würde nicht viel bringen oder die Musik nur unnötig abnutzen.
 
Barratt

Barratt

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Ich möchte Stücke absichtlich oberflächlich vergessen, denn das trägt bei mir zum Reifungsprozess bei. Wenn ich sie ständig konzertreif halte, halte ich sie auch ständig auf dem Niveau, das ich beim ersten "Eintreffen auf Konzertniveau" eben hatte.
Oberflächlich Vergessen heißt sozusagen, dass mein Gehirn die Tür zu dem Stück nicht mehr findet und nur noch durch eine Milchglasscheibe draufschaut. Ich kann es nicht mehr genau oder gar nicht mehr auswendig, der motorische Zugriff ist also unterbrochen.
Das hat zur Folge, dass ich das Stück beim Auffrischen nochmal kurz üben muss, was wiederum zur Folge hat, dass ich mich nochmals mit dem Notentext und existenzielleren Dingen befasse. Außerdem kann ich ein Stück jedes Mal sicherer, wenn ich es neu aufgefrischt habe.

Das Auffrischen geht jedes Mal schneller, bis zu dem Punkt, dass ich Stücke auch nach Monaten noch oder fast noch auswendig abrufbar drauf habe.

Danke für diesen Aspekt. Er ist derzeit sehr wichtig für mich. :super:
 

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