MuseScore versus Capella, Finale, Sibelius & Co.

Demian

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Nachdem über die Unterschiede der Programme Finale, Capella und Sibelius diskutiert worden ist, stellt sich mir die Frage, worin sich die genannten Programme von der Opensource-Software MuseScore unterscheiden. Ich habe zwar bisher nicht mit riesigen Orchesterpartituren gearbeitet, weiß aber auch nichts über eventuelle Begrenzungen bei MuseScore. mir erschien MuseScore bisher sehr an Finale orientiert.

Wie sind da eure Erfahrungen?
 
hasenbein

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Musescore ist für Leute, die zu geizig sind, Geld für ein Programm auszugeben, aber zu feige, eine gecrackte Version runterzuladen :lol:
Die müssen dann halt damit zufrieden sein, was das bietet :026:
 
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virtualcai

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Und, bist Du zufrieden? 😈
 
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virtualcai

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Interessant, ich habe nur vor einigen Jahren mit der Version 2 ganz einfache Sachen gemacht, kann mir damals eher unflexibel vor.
 
Demian

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MuseScore 2 war wirklich unflexibel im Vergleich zu MuseScore 3. Aber wie gesagt, in der Anwendung habe ich keinen großen Unterschied zu Finale gesehen.
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Musescore ist für Leute, die zu geizig sind, Geld für ein Programm auszugeben, aber zu feige, eine gecrackte Version runterzuladen :lol:
Die müssen dann halt damit zufrieden sein, was das bietet :026:
Also so ähnlich wie mit Word und Openoffice, oder wie? Wenn jetzt alle paar Tage hier Fäden über unterschiedliche Notensatzprogramme aufgemacht werden, stellt sich wohl nicht nur mir die Sinnfrage: gibt es Musiker unterschiedlicher Qualitätskategorien, weil sie das richtige oder falsche Notensatzprogramm benutzen? Finale ist Champions League, Sibelius ist Bundesliga, Capella ist Regionalliga, Musescore ist Bezirksliga und Notenpapier und Tinte/Bleistift ist Kreisliga, oder wie? Wolfgang Rihm schreibt bis heute seine Noten mit der Hand - welche Liga? Und ein Hobbymusikant ohne Studium, aber mit dem nötigen Kleingeld für die Finale-Vollversion?

Nichts für ungut. ;-);-);-);-)

LG von Rheinkultur
 
G

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Ach jetzt kriechen sie alle aus den Löchern, die die immer meinen Open Source wäre scheiße. Ja von meinen Kollegen findet auch jeder Sibelius überlegen. Tja, liegt wohl daran, dass sie sture Böcke sind und seit jeher nur das Programm beherrschen. Was der Bauer nicht kennt... Offen für neues ist man ab einem gewissen Alter ja (aus Selbstschutz technischen Gründen) ohnehin nicht mehr. Ich für meinen Teil sage nicht "mimimi xyz ist besser" ..., aber die "wuhuhu wir haben ein Profi Programm, mei sind wir toll" - Fraktion muss allenthalben auf den "Freewarelern" rumhacken. Wisst ihr was? FE!
 
Dorforganistin

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Ich bin ja an sich auch die Papier-und-Bleistift-Tante. Open Source finde ich klasse. Habe mit MuseScore angefangen, rein aus Interesse, komme gut damit klar und bin dabei geblieben. Derzeit gibt es für mich keinen Grund für einen Wechsel, aber ich schreibe auch "nur" Orgel- oder Chorsätze und keine Orchesterpartituren. Und auch nur für den Hausgebrauch und nicht zur Veröffentlichung.
 
C

Cheval blanc

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Die Diskussion erinnert mich an meine Schulzeit: Adidas oder Puma, Motobécane oder Peugeot, Honda oder Yamaha, Krokodil oder Pferdchen ... Die von der anderen Fraktion waren in jedem Falle die Looser.

Auf die Notensatzprogramme übertragen: jedes hat seine Vorzüge und seine Nachteile. Die eierlegende Wollmilchsau gibt‘s halt nicht. Entweder macht man Abstriche am Preis, am Komfort, am Funktionsumfang. Nicht jeder braucht einen Sattelschlepper, die wenigsten einen SUV, Auch einen Rennwagen kann man unter Normalbedingungen nicht ausfahren. Wozu sich für einen Boliden unter den Notensatzprogrammen entscheiden, wenn man nur gelegentlich für den Hausgebrauch etwas notieren will? Fatal wird‘s halt, wenn die eigenen Ansprüche steigen oder die Rahmenbedingungen sich ändern. Aber ein Systemwechsel will gut überlegt sein. Was macht man dann mit all seinen bisherigen Arbeiten?

Ein verallgemeinerndes Programmbashing ist nicht sonderlich hilfreich. Viel spannender wäre es, detailliert aufzulisten, wo die Programme ihre Schwachpunkte (oder auch ihre Stärken) haben. (Wobei man die Stärken wohl erst erkennt, wenn man in mehreren Programmen gleichemaßen bewandert ist.)
 
Rheinkultur

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Auch einen Rennwagen kann man unter Normalbedingungen nicht ausfahren.
Eben, was nützt es, wenn die Karre dreihundert ka-em-ha schafft, man aber leider in der Tempo-30-Zone unterwegs ist?

Auf die Software bezogen heißt das: einfache Aufgaben gelingen mit allen Programmen, marktübliche mit fast allen. Größere Unterschiede sind erst im einstelligen Prozentbereich erkennbar, in dem nur noch Profis zu Hause sind und selbst von denen längst nicht alle. Im Neue-Musik-Sektor gibt es solche Extreme am häufigsten, wenn geräuschhafte Sonoritäten, graphische Notationsweisen und hochkomplexe Strukturen mit vielen strukturellen Mustern im schnellen Wechsel gefragt sind, vor allem auch bei größeren Ensemblebesetzungen. Auch im Alte-Musik-Bereich mit wenig gebräuchlichen historischen Notationsformen oder im musikethnologischen Metier gibt es anspruchsvolle Aufgaben, mit denen nur die besonders leistungsstarken Programme nicht überfordert sind. Nur wer öfters auf diesem Ausnahmeniveau unterwegs ist, bräuchte ein solches Produkt, das dann das drei- oder vierfache kostet. Für viele andere rechnet sich das doch gar nicht. Des weiteren schreiben viele auch nicht für höchstwertige Verlagseditionen, sondern lediglich vielleicht für die eigenen Schüler und andere Personen, denen ein gut lesbares und ordentliches Schriftbild ausreicht. Und wer schlampig und fehlerhaft arbeitet, den rettet auch die beste und teuerste Software nicht.

Wer sich auf Kurzstrecken und Stadtfahrten beschränkt, ist mit jedem Mittelklassewagen bestens bedient. Allerdings damit angeben kann man halt nicht so gut.

LG von Rheinkultur
 

H

HenkL

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Musescore ist für Leute, die zu geizig sind, Geld für ein Programm auszugeben, aber zu feige, eine gecrackte Version runterzuladen :lol:
Die müssen dann halt damit zufrieden sein, was das bietet :026:
Kappes. Musescore ist Teil des Open Source Projekts, nicht mehr und nicht weniger. So wie Linux als OS, wie LibreOffice als Office Produkt, wie GIMP als Bearbeitungstool für Fotos usw. etc. pp.

Musescore hat sich in den letzten 10 Jahren ziemlich gemausert, vom schlichten Anfängerprogramm zum wirklich brauchbaren Notensatzprogramm. Auch mit Musescore kann man inzwischen wirklich gute Notensätze erstellen und ja, es kostet eben nichts.

Ich bin auch absolut der Meinung, dass die Fertigkeiten des Anwenders meistens erheblich wichtiger sind als die vermeintlichen Fertigkeiten eines Programms. "A fool with a tool remains a fool". Muss man nichts hinzufügen. Mit den meisten der aktuellen Notensatzprogrammen kann man die meisten Notensätze produzieren, im Grenzbereich unterscheiden sich die Programm in ihrer Flexibilität. Musescore braucht sich nicht zu verstecken vor kommerziellen Programmen.

Wie man aus dem anderen Thread erkennt, bin ich selbst Capella Anwender. Das ist (sicherlich wie bei allen) historisch gewachsen, ich habe halt irgendwann mit Computer Notensatz angefangen und habe mich damals für Capella entschieden. Ich kenne ehrlich niemanden, der mehr als ein Notensatzprogramm wirklich gut beherrscht, das ist eben das Problem. Die Programme sind so komplex, dass niemand "Bock hat", sich auf eine neue Syntax einzulassen. Aber wenn vor 22 Jahren Musescore brauchbar gewesen wäre (was nicht der Fall war), dann wäre ich heute sicherlich Musescore Anwender. Aber so war Capella der Preis/Leistungs-Sieger und deswegen habe ich mich dafür entschieden. Und umlernen mag keiner wirklich gerne.
 
hasenbein

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In meinen Kreisen ist Sibelius nun mal das mit weitem Abstand unter den Profis meistbenutzte Programm. Auch bei den Komponisten und Arrangeuren (Pop, Jazz, Rock).

Das kann man gut oder doof finden - auf jeden Fall ist es somit klug, auch Sibelius zu benutzen, sofern man auch Profi ist und auf Notenaustausch/Kollaboration sowie gegenseitige Hilfestellung (Bedienung etc.) Wert legt.

Die Zielgruppen "Amateur, der einfach mal ein paar Noten erstellen will" und "Typ, der Orchesterpartituren in Henle-artiger Druckqualität erstellen will" mögen gerne als Programm nehmen, was auch immer ihnen besser behagt als Sibelius oder Geld spart - für mich relevant sind sie nicht.

Und schließlich noch die Frage an alle Musescore-Verteidiger: Würdest Du Musescore auch dann nehmen, wenn Du kostenlos und legal eines der "großen" Programme haben könntest? Sicherlich nicht! Der Vergleich mit beispielsweise LibreOffice hinkt, denn LibreOffice kann alles, was man wirklich braucht, mindestens genauso gut wie MS Office; es gibt dort also keinen Grund, dem Monopolisten Geld in den Rachen zu schmeißen (womöglich gar für so ein besch*** Abo-Modell).
 
Peter

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Bechsteinfan
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Die Frage des Preises stellt sich doch gar nicht. Es geht, wie Du selbst sehr gut beschrieben hast, um den Anwendungszweck und sowohl für Profis als auch für Laien um die Einarbeitungszeit. Da ist Sibelius auch nicht die eierlegende Wolfmilchsau (mit z.B. Dorico, aber auch vielen anderen!, versucht man hier Lücken zu schließen, gerade was Deine genannte Austauschfähigkeit betrifft).
 
Demian

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Würdest Du Musescore auch dann nehmen, wenn Du kostenlos und legal eines der "großen" Programme haben könntest?
Bei mir ist es wirklich eine Frage der Gewöhnung und der Einarbeitung. Ich gebe für Qualität auch gerne Geld aus. Kennengelernt habe ich Finale 2007. MuseScore erschien mir dann wie gesagt sehr ähnlich. Vor allem aber war für mich MuseScore deshalb attraktiv, weil es hierzu ein wirklich gutes Hilfsforum gibt, das ich besonders in der Phase der Einarbeitung genutzt habe. Geld spielt für mich bei Notationsprogrammen keine Rolle, wenn es einen Grund gibt, dafür zu bezahlen. Gerade deshalb frage ich ja, welche Vorteile die anderen Programme, insbesondere das sehr ähnliche Finale, gegenüber MuseScore haben.
Ich vermute, wie @Rheinkultur geschrieben hat, dass die Schwächen bei MuseScore in der Darstellung sehr alter und Neuer Musik liegen.
 
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HenkL

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In meinen Kreisen ist Sibelius nun mal das mit weitem Abstand unter den Profis meistbenutzte Programm. Auch bei den Komponisten und Arrangeuren (Pop, Jazz, Rock).
In meinen Kreisen ist das nicht so. Konkret habe ich mit Ansgar Krause zusammen im Chor gesungen (Ansgar ist Gitarrenprofessor in Köln und arbeitet u.a. auch mit großen Notenverlagen zusammen), der benutzt Finale. Wir haben beide mal den gleichen Satz (für gem. Chor) für eine Weihnachtsaufführung in jeweils "unserem" Programm (Finale vs. Capella) reingehackt, weil Ansgar auch der Meinung war, dass Capella minderwertige Noten produziert. Dieser Meinung ist er jetzt nicht mehr.

Dann sehe ich noch regelmäßig meinen Cousin Friedemann Immer, weltbekannter Barocktrompeter (hat auch viel mit Hanoncourt produziert), Prof. a.D. für Trompete in Köln, der arbeitet auch mit Notenverlagen zusammen und benutzt ebenfalls Finale.

Last not least arbeite ich sehr viel mit dem Arrangeur HMD (Hans-Michael Dücker) zusammen, der schreibt hochwertige Arrangements aus dem Jazz und Pop Bereich, transkripiert u.a. auch a capella Sätze für gem. Chor usw)., der benutzt den Dinosaurier "Logic Audio" (das kennt wahrscheinlich kaum noch jemand). Die produzierten Noten sehen leider sehr amateurhaft aus, was ihrer hohen musikalischen Qualität nicht annähernd gerecht wird. Von Sibelius ist weit und breit keine Spur.

Letztendlich ist das auch egal, ich kann so oder so keine brauchbare Information daraus ableiten, dass Deine Bekannten Sibelius benutzen. Was soll uns das bedeuten?

Das kann man gut oder doof finden - auf jeden Fall ist es somit klug, auch Sibelius zu benutzen, sofern man auch Profi ist und auf Notenaustausch/Kollaboration sowie gegenseitige Hilfestellung (Bedienung etc.) Wert legt.
Köstlich - ein Arrangeur der sein Arrangement im Source an Dritte weitergibt? Das ist ungefähr das gleiche wie ein Messer ohne Klinge, bei dem der Griff fehlt. Und gegenseitige Hilfestellung holt man sich in den einschlägigen Internetforen und Supportbereichen. Da hat Musescore definitiv die Nase ganz vorne, da gibt es einen riesigen Supportbereich inkl. extrem umfangreicher Notendatenbank. Und da findet man immer mehr definitiv sehr gut gemachter Notensätze.

Die Zielgruppen "Amateur, der einfach mal ein paar Noten erstellen will" und "Typ, der Orchesterpartituren in Henle-artiger Druckqualität erstellen will" mögen gerne als Programm nehmen, was auch immer ihnen besser behagt als Sibelius oder Geld spart - für mich relevant sind sie nicht.
Genauso dürfte des den Anwendern hier gehen, für die sind Deine Bekannten auch nicht relevant. Wozu auch?

Und schließlich noch die Frage an alle Musescore-Verteidiger: Würdest Du Musescore auch dann nehmen, wenn Du kostenlos und legal eines der "großen" Programme haben könntest? Sicherlich nicht!
Die sind aber nicht umsonst und die Frage ist sinnlos. So oder so. Welches Auto würdest Du denn fahren, wenn sie alle umsonst wären? Sicherlich nicht das, was Du aktuell fährst.

Der Vergleich mit beispielsweise LibreOffice hinkt, denn LibreOffice kann alles, was man wirklich braucht, mindestens genauso gut wie MS Office; es gibt dort also keinen Grund, dem Monopolisten Geld in den Rachen zu schmeißen (womöglich gar für so ein besch*** Abo-Modell).
Und wieso sollte das hinken? Du hast doch offensichtlich nicht die geringste Ahnung von Musescore und was es kann und was es nicht kann. Wahrscheinlich hast Du mal vor 15 Jahren eine Probeinstallation gehabt und zu den Akten gelegt. Musescore war viele Jahre ein Einmannprojekt und hat so vor sich hingedümpelt. Da wäre (und war) meine Entscheidung auch einfach. Das ist aber nicht mehr so, inzwischen hat ein ehrgeiziges Team an Entwicklern die Arbeit an Musescore wieder aufgenommen und das Team wird ständig größer. Die Schlagzahl, in der Verbesserungen und neue Releases mit signifikanten Verbesserungen herauskommen, MUSS den anderen Anbietern Angst machen. Das sind nämlich alles "Klitschen", das ist ja auch eine Crux dieser Programme, dass das so kleine Buden sind. Bei Sibelius ging 2012 ein Aufschrei des Entsetzens durch die Anwender, nachdem Avid die gesamte Bude aufgekauft hatte und dann die zentrale Entwicklung in London rausgeworfen hat. Daraus entstand dann letztendlich Dorico, das sind die ex. Sibelius Entwickler, die natürlich auf das Know How der Sibelius Entwicklung zurückgreifen konnten.

Der Erfolg von Sibelius speziell bei Musikproduzenten ist die Tatsache, dass Sibelius seit sehr vielen Jahren eine sehr gute Sequenzer Anbindung hat und man in der Lage war, sich die Noten mit allen Attributen vorspielen zu lassen. Das ist für einen Musikproduzent mindestens genauso wichtig wie der Notensatz selbst. Capella hatte da jahrelang eine äußerst magere MIDI-Vorspielfunktion. Das ist aber auch schon lange wesentlich verbessert worden, mit Capella Playalong wurde ein eigenes Tool entwickelt, dessen Kern inzwischen auch vollständig in Capella integriert ist und welches u.a. auch VST Module (von Steinberg) unterstützt. Das ehrgeizige Vienna Symphony Projekt ist in abgespeckter Form als Produkt nachrüstbar, aber auch die originalen Klangmodule können integriert werden (kosten aber richtig Geld, das ist Profiliga).

Aber um auf Musescore zurückzukommen: die Entscheidung, welches Programm man wählt, sollte sicherlich auch davon abhängen, wie man die zukünftige Entwicklung einschätzt. Und da sehe ich definitiv Musescore fett auf der Überholspur. Wir sind jetzt schon wieder bei Release 3.5 und in Entwicklerkreisen wird schon für Release 4.x mit der Hufe gescharrt. Wenn Du mal auf die Musescore Projektseite gehst und nachschaust, mit welcher Schlagzahl "Issues" bearbeitet und behoben werden, dann weißt Du, was Open Source so gefährlich macht.

Ich selbst bleibe bei Capella, weil es mir viel zu viel Mühe bedeutet, ein neues Programm zu lernen, insbesondere sind die Ansätze auch sehr unterschiedlich. Aber wenn ich heute zum ersten Mal eine Entscheidung treffen würde, dann würde ich Musescore wählen. Ich wüßte keinen Grund dagegen. Allenfalls die Tatsache, dass es inzwischen auch dort eine "Pro" Version gibt, mit professioneller Sequenzer Unterstützung, die dann doch eine kostenpflichtige Lizenz bedeutet. So weit sind die inzwischen schon.
 
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instrumentenfreak

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Ich nehme MuseScore grade weil es kostenlos ist. Meine Schüler leisten sich normalerweise kein Sibelius - und so habe ich die gleiche Arbeitsoberfläche wie meine Schüler. Für meine Zwecke reichts.
 
Rheinkultur

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Last not least arbeite ich sehr viel mit dem Arrangeur HMD (Hans-Michael Dücker) zusammen, der schreibt hochwertige Arrangements aus dem Jazz und Pop Bereich, transkripiert u.a. auch a capella Sätze für gem. Chor usw)., der benutzt den Dinosaurier "Logic Audio" (das kennt wahrscheinlich kaum noch jemand). Die produzierten Noten sehen leider sehr amateurhaft aus, was ihrer hohen musikalischen Qualität nicht annähernd gerecht wird. Von Sibelius ist weit und breit keine Spur.
Der arrangiert für Leute wie Sarah Connor und schreibt wirklich gute Sachen. Aber ich hatte auch schon Arrangements z.B. für die Junge Sinfonie Köln zu schreiben und bekam bei dieser Gelegenheit einige seiner Bigband-Arrangements in die Hand, bei denen ich mich optisch wie in den 1990ern fühlte. Lesen konnte man die Sachen trotzdem gut. Sehr viel habe ich mit seinem Bruder zu tun, der auch als Sänger und Theaterregisseur aktiv ist und für dessen Projekte ich oft die Arrangements schreibe. Unlängst fragte er mich, ob ich mein Sibelius-File des fertigen Orchestersatzes nicht direkt an den Tonmeister der Studioproduktion schicken könne. Wieder einmal stellte sich also heraus, dass sich ein gut gearbeitetes Capella-Arrangement für großes Orchester nicht hinter den Marktführern der Notationsprogramme verstecken muss - und ich arbeite derzeit noch mit der alten 7er-Version...!

Ich selbst bleibe bei Capella, weil es mir viel zu viel Mühe bedeutet, ein neues Programm zu lernen, insbesondere sind die Ansätze auch sehr unterschiedlich.
Solange das vertraute und sicher beherrschte Programm mit vertretbarem Aufwand die gewünschten Ergebnisse liefert, sehe ich auch keine Notwendigkeit zum Wechseln.

LG von Rheinkultur
 
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Sehr viel habe ich mit seinem Bruder zu tun, der auch als Sänger und Theaterregisseur aktiv ist und für dessen Projekte ich oft die Arrangements schreibe.
"Seinem Bruder" - Du meinst den Sascha. Das ist der jüngste Bruder, das ist eine Großfamilie (5 Geschwister). Siehst Du den Sascha noch regelmäßig? Wenn ja, grüße ihn mal von mir, sag einfach "Rainer H. aus dem Bass" - der weiss, wer das ist. Die Welt ist klein...

Kennst Du selbst auch die "Yes To Jazz" Konzertreihe?
 
 

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