Mozart Klavierkonzert KV467


Stilblüte
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Am Sonntag war die Aufführung des Klavierkonzertes C-Dur KV 467 von Mozart.
Nachdem ich ein Video ohne Ton mit Magix (@Peter ) erstellt habe fand ich heraus, dass es irgendeinen Fehler nach dem neuesten Windows-Update gibt. Hilfsanleitung funktionierte nicht. Also habe ich doch den alten Windows Movie Maker bemüht. Dann erstaunlich schnelle Antwort vom Support-Service - bitte einmal das Programm komplett deinstallieren und neu installieren. Gesagt, getan - hat funktioniert! Mich aber einige Stunden Arbeit und Nerven gekostet. Danach hat das Hochladen erst nicht funktioniert. Meine Herren...:dizzy:

View: https://youtu.be/c_7MFvYE-nU


Hier eine Konzertkritik von heute:
https://www.mainpost.de/regional/rhoengrabfeld/Ausgewogen-wie-hochklassisch;art765,10063089

Auch wenn man es nicht sieht, war ich relativ aufgeregt, weil ich das Konzert zum ersten Mal mit Orchester und überhaupt öffentlich vorgespielt habe, außerdem hatte ich damit sicher die kürzeste Übezeit, die ich je für ein Klavierkonzert aufgewendet habe, sowie fast keinen Unterricht. Absichtlich zwar - dennoch ein kleines Novum, mit dem ich mich mehr und mehr unabhängig mache.

Das Orchester ist das gleiche (wenn auch nicht dasselbe) wie bei Tschaikowsky 2015 (nicht das vom Dezember 2017), der Dirigent ebenfalls. Mozart ist im Zusammenspiel, rhythmisch und was die Tonarten angeht etwas leichter zu spielen. Wir hatten zwei Proben zusammen und einen Durchlauf kurz vor dem Konzert. Es ist ein Projektorchester, das nur ein paar Probentage Vorbereitung hatte und aus einer Mischung aus Schülern, Amateuren und (Halb-)Profis besteht.

Ausufernde Kommentare zu irgendwelchen Kleidungsstilen bitte per PN...
 
Walter
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Wunderschön musiziert, ich habe es genossen! Auch rein optisch machen die Aufnahmen was her! Musikalische Anmerkungen überlasse ich anderen.

Waren die Kadenzen von Dir? - Die Zugabe: "ein kleiner Walzer von ... hä?" Habe ich nicht verstanden.

Schön, dass wir dieses Mal keine reine Guckkastenperspektive hatten, aber Dein lieber Mitmensch, der die Kamera führte, darf noch ein bisschen üben, vor allem ruhige und keine ruckartigen Kameraführungen - wenig Zoomeinsatz bringt mehr als zuviel. Am Schluss des Konzertes beim Applaus und der Blumenüberreichung hat er sich wohl nicht mehr so recht getraut.

Mach weiter so, ich freue mich auf Brackenlohr und auf Griechenland!
(Brackenlohr liegt nicht in Griechenland :-D)

Walter
 
méchant village
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Ich hatte das große Glück, diesen Abend (und somit eins meiner liebsten Klavierkonzerte) live genießen zu können. Noch dazu mit Blick auf die Künstlerhände, ein ganz besonderes Privileg.
Für mich war es zusätzlich zum Musikgenuß eine Klavierstunde par excellence: wenn die eigene Klavierlehrerin ein Konzert spielt, wird alles in den Stunden Erlernte/ Gelehrte auf einmal sehr lebendig als großes Ganzes vorgeführt und verdeutlicht.Schulter, Armbewegung..Handgelenk, Finger, gelebte Musik.
Es war eines dieser ganz besonderen Erlebnisse, ein wunderschöner Abend, für den ich sehr dankbar bin.
LG Barbara
 
mick
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Liebe @Stilblüte,

ich gratuliere herzlich zu dem tollen Konzert. Vieles gefällt mir sehr gut (wie immer hättest du ein besseres Orchester verdient), die Kadenz und die Eingänge finde ich sehr schick, auch, wenn sie stilistisch zum Teil schon etwas über Mozarts Zeit hinausgehen!

Einen Kritikpunkt habe ich aber, wenn das erlaubt ist: Das Finale ist mir eindeutig zu schnell und zu hektisch, vor allem im Orchester. Die Bezeichnung "Allegro vivace" wird allzu oft missverstanden - zu Mozarts Zeit bedeutet Allegro vivace eben nicht ein schnelles Allegro, sondern ein eher gemäßigtes Allegro. Quasi wie ein Allegretto, aber ohne dessen Leichtigkeit, dafür mit einer sehr lebendigen Artikulation, die durchaus auch eine gewisse Schwere des Bogenstrichs benötigt. In der Aufnahme wirkt das Finale auf mich deshalb zu leichtgewichtig. Ich denke nicht, dass Mozart das so gemeint hat. Zeitgenössische Quellen geben da zumindest Hinweise:

Zitat von Leopold Mozart; Violinschule (1752):
Vivace, heißt lebhaft, und ist das Mittel zwischen dem Geschwinden und Langsamen.

Zitat von Chevalier de Meude-Monpas; Dictionnaire de Musique (1787):
Vif, vivace: Mouvement animé, exécution hardie et pleine de feu. Il ne s'agit pas de hâter la mesure, mais de lui donner de la chaleur.

Zu einem sehr raschen Tempo wurde das Vivace erst in der Rossini-Zeit!

LG, Mick
 
Ambros_Langleb
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Herzlichen Glückwunsch! Wundervoll! *)


*) Auch wenn man sich Micks Wünschen hinsichtlich des Orchesters nur anschließen kann.
 
Walter
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Womit bewiesen ist, dass du Annes CD noch nicht gekauft hast.
Wenn Beweise bei uns in Deutschland immer so laufen - ... :müde:

Gekauft, bezahlt und neugierigerweise sofort komplett durchgehört - aber schon so lange her, dass ich Ravel/Borodin einfach nicht mehr drauf hatte und dass ich mir nicht mehr vorstellen konnte, Anne würde das "alte Stück" nochmals spielen. ;-)
(Bei den Romantik-Russen gibt es übrigens weitere "kleine" Komponisten in ähnlicher Stimmungslage und Machart - obwohl ich die Musik des alten Chemikers bevorzuge.)

Walter
 
Stilblüte
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Durchaus!
Die Bezeichnung "Allegro vivace" wird allzu oft missverstanden - zu Mozarts Zeit bedeutet Allegro vivace eben nicht ein schnelles Allegro, sondern ein eher gemäßigtes Allegro.
Danke für den Hinweis, das wusste ich nicht! Verrate mir mal, wo du das schon wieder gelesen hast...!
Dass ich mit den Kadenzen über den zeitgenössischen Stil hinausgehe, ist mir natürlich bewusst. Das ist mir egal, bzw. es ist Absicht. Ich finde es nicht schlimm, sogar eher ganz schön, wenn man sich davon ein bisschen entfernt, solange es nicht allzu krass ist, bzw. man das Krasse dann "ernst" meint. Kleine musikalische Rafinessen und Witze dagegen mag ich gern (hat jemand die Nokia Tune gefunden?).
Es wurde sich schon bei mir beschwert, die Kadenz im dritten Satz hätte ruhig noch länger sein dürfen. Aber ich fand es meistens irgendwie übertrieben, da noch so ein riesiges Ding hinzukomponieren (vor allem, wenn es auch noch große, dramatische Gesten, Fermaten etc. enthielt), wo die Abschnitte im Sonaten-Rondo doch eher kurz und schnittig ausfallen.
 
mick
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so, jetzt komme ich endlich dazu, Dir ein bissel was zu schreiben.

Insgesamt ist Dir das wirklich sehr gut gelungen, ich könnte nirgendwo sagen, das und das war jetzt irgendwie daneben, stilistisch total unpassend oder gar missglückt. Die Stellen (und das waren nicht viele), wo ich dachte, da war ich jetzt nicht so bei Dir, bei denen hab ich mir dann gedacht, dass das wirklich nur eine Frage des persönlichen Geschmackes ist, und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob ich, wenn ich das nochmal höre, das nicht doch wieder ganz anders sehe.

Dann hab ich mir die Frage gestellt. wo hatte ich bei Deiner Interpretation das Gefühl, so ganz besondere Momente zu erleben? Da hab ich mir für den 1. Satz, den ich soeben das zweite Mal gehört habe, folgende Notizen gemacht:

ab 8:24, das kleine ritardanto war wirklich zauberhaft. Und genau richtig, das dann anschließend nicht nochmal so zu machen!

dann bei 13:40 der Übergang zum zweiten Thema, wie Du da so ausrollst , ganz große Klasse!

ab 14:08: für mich der schönste Teil der Kadenz! Toll, wie Du da bei dem ganzen Gewusel diese Mittelstimme hörbar machst, die auf das 1. Thema Bezug nimmt!

Und dann gab es ja noch den Ravel-Walzer als Zugabe (heute Nachmittag hatte ich mir irgendeine andere Interpretation bei Youtube angehört). Sehr schön, diese kleinen dynamischen Wellen!
 

Stilblüte
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@Felix Hack Vielen Dank für dein ausführliches Feedback, da hast du dir ja viel Mühe gemacht! Den Moment bei 8:24 mag ich rückblickend auch gern. Ich kann aber nicht sagen, dass ich das geplant hätte - vielleicht unbewusst geplant... Natürlich weiß ich vorher, dass die Sequenz mehrfach kommt. In jedem Fall hast du feine Ohren, herzlichen Glückwunsch!

Die Kadenz besteht zu 95% aus Mozart. Nur wenige Momente habe ich "dazu erfunden". Manches ist (beinahe) nur transponiert, anderes, wie du sagst, in etwas Gewusel versteckt.*

Tja und der Walzer, was soll ich sagen... Das ist einfach so ein perfektes Stück Musik, diese Komposition, wie ein absolut rundes Gedicht oder ein sehr harmonisches Gemälde. Kein Ton zu viel, keiner zu wenig. Viel schöner als das Original (und selbst das ist schon hübsch).

Vielleicht kann ich das Konzert ja irgendwann nochmal spielen, dann wäre ich noch etwas "freier" als bei dieser persönlichen Erstaufführung.

*Edit: Der Moment ist deshalb so schön (wie auch der bei 8:24), weil es sich um eine Quintfallsequenz handelt. Quintfallsequenzen sind einfach die besten. Vielleicht heirate ich mal eine :lol:
 
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playitagain
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Sehr schön.
Es hat auf mich den Eindruck dass du zu hoch sitzt am Stuhl ... aber schwer zu erkennen von der Schrägansicht ...
 
Stilblüte
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Das ist durchaus möglich. Je schlechter ich Instrumente kenne und je aufgeregter ich bin, desto höher sitze ich. Aber da ich mir dessen bewusst bin versuche ich, es nicht zu übertreiben :-D Ich bin allerdings im sitzen tatsächlich ziemlich hoch. :ballon:
 

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