Klavierlehrerin perfektionistisch

  • Ersteller des Themas sonnenblume58
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Ich kann dir nur den gut gemeinten Rat geben: lerne das Lernen zu lieben und vor allem das Üben. Wenn du üben und lernen als „unangenehme Notwendigkeit“ betrachtest, wirst du mit keinem Instrument glücklich.
Im Gegenteil. Ich übe gerne - ca. 1 Stunde jeden Tag, wenn ich eine neues Stück habe, manchmal auch länger. Ich habe sogar einen Plan aufgestellt, was ich üben will. Dann habe ich eine Mappe mit Unterteilungen Tonleiter - Hanon - aktuelles Stück und ältere Stücke, die ich gerne spiele. Und in der Mappe, die ich zur Stunde mitnehme habe ich nicht nur das Stück, an dem ich spiele, sondern auch zum Lernen (Intervalle, die die KL anschaut, ein Häkchen macht oder anzeichnet; die Tempobezeichnungen und andere Fachausdrücke).
Nur momentan habe ich einen Durchhänger.
 
Im Gegenteil. Ich übe gerne - ca. 1 Stunde jeden Tag, wenn ich eine neues Stück habe, manchmal auch länger. Ich habe sogar einen Plan aufgestellt, was ich üben will. Dann habe ich eine Mappe mit Unterteilungen Tonleiter - Hanon - aktuelles Stück und ältere Stücke, die ich gerne spiele. Und in der Mappe, die ich zur Stunde mitnehme habe ich nicht nur das Stück, an dem ich spiele, sondern auch zum Lernen (Intervalle, die die KL anschaut, ein Häkchen macht oder anzeichnet; die Tempobezeichnungen und andere Fachausdrücke).
Nur momentan habe ich einen Durchhänger.
Das klingt doch gut. Durchhänger hat jeder. Und Wutanfälle bei ungeliebter Musik die man eigentlich nie hätte üben wollen (frag nicht was ich hier schon von mir gegeben habe🤣)

Ich gebe dir daher den nächsten Rat: triff Entscheidungen erst wenn du keinen Durchhänger mehr hast. Ich habe auch Lehrer gewechselt und das war die Beste Entscheidung überhaupt! Aber ich habe sie wohlüberlegt getroffen, schließlich soll es ja besser werden und nicht nur anders oder?
 
Das klingt doch gut. Durchhänger hat jeder. Und Wutanfälle bei ungeliebter Musik die man eigentlich nie hätte üben wollen (frag nicht was ich hier schon von mir gegeben habe
Meine Ungeduld ist sehr groß. Wenn mir die KL etwas vorspielt, komme ich ins Schwärmen. Einmal habe ich sie gebeten, dass sie mir ein paar Takte vom 3. Satz von der Mondscheinsonate vorspielt. Aber sie spielt schon an die 40 Jahre und hat schon als Kind stundenlang geübt.
 
Meine Ungeduld ist sehr groß. Wenn mir die KL etwas vorspielt, komme ich ins Schwärmen. Einmal habe ich sie gebeten, dass sie mir ein paar Takte vom 3. Satz von der Mondscheinsonate vorspielt. Aber sie spielt schon an die 40 Jahre und hat schon als Kind stundenlang geübt.
Meine Ungeduld ist auch riesengroß 🤷🏼‍♀️ Hilft aber nix 😅 Zeit, Disziplin und guter Unterricht.
 
Es ist so, dass sie zwei Klaviere hat. Sie spielt etwas entfernt von mir auf einem Flügel und ich auf einem Piano. Anfangs habe ich mich immer hingestellt zu ihr, wenn sie etwas vorgezeigt hat. Das hat sie aber nicht wollen. Ich sehe praktisch gar nicht ihre Hand, wenn sie etwas spielt.
Durch die Beschreibungen weiter hinten im Thread weiß ich, dass ich Person, Unterrichtsraum und Instrumente kenne.
Die Instrumente sind entgegengesetzt ausgerichtet, dh. wenn man am Flügel sitzt, sitzt man 180° gedreht zu wenn man am Pianino sitzt. Dabei sind die Instrumente so versetzt, dass man jeweils in Verlängerung der Tastatur des anderen Instruments sitzt. Das heißt, man sieht die Tastatur exakt von der Seite und schon recht gut. Du wünschst dir vielleicht einen anderen Blickwinkel, um manche Dinge besser zu erkennen, aber sie sieht jedenfalls genug, um Fehler bei Handhaltung, etc. zu bemerken.
Sie hat mir erzählt, dass sie selber lieber am Pianino spielt, weil sie findet, dass es klanglich besser ist und dort schöner phrasieren kann. Der Flügel ist ein kleiner Kawai und etwas schwergängiger. Ich würde nicht sagen, dass man auf diesem Pianino schlechter lernt als auf diesem Flügel. Wäre es ein toller Flügel und ein mieses Pianino, wäre das natürlich etwas ganz anderes.
Du kannst sie ja einmal fragen, ob du den Flügel probieren kannst und dann selber feststellen, ob dir Unterschiede auffallen und ob dir eines lieber als das andere ist.

Dass sie dir keine konkreten Anweisungen / Antworten bei spezifischen Fragen gibt, ist ein anderes Thema. Das ist suboptimal.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sie hat mir erzählt, dass sie selber lieber am Pianino spielt, weil sie findet, dass es klanglich besser ist und dort schöner phrasieren kann. Der Flügel ist ein kleiner Kawai und etwas schwergängiger. Ich würde nicht sagen, dass man auf diesem Pianino schlechter lernt als auf diesem Flügel. Wäre es ein toller Flügel und ein mieses Pianino, wäre das natürlich etwas ganz anderes.
Was meinst du damit, dass sie dir das erzählt hat? Bist du bei ihr und hast du über dieses Forum gesprochen?
 
Nein, ich habe nicht mit ihr über dieses Forum gesprochen. Sie hat mir das vor einiger Zeit, völlig unabhängig und lange vor diesem Thread, über ihre Instrumente gesagt.
Ach so. Es ist nämlich, dass sie am Flügel sitzt. Sie sieht meine Hände, und hört auch gut (absolutes Gehör), aber ich sehe nur vage ihre Hand, und auch nicht die Finger.
 
Aber die Situation ist symmetrisch. Was sie von dir sieht, siehst du auch von ihr. Aus der Blickrichtung siehst du eventuell ihren rechten Daumen schlecht, aber zumindest die Finger der rechten Hand sollten immer gut sichtbar sein. Und wenn sie etwas speziell mit dem Daumen zeigt, macht sie das hoffentlich so, dass er nicht verdeckt ist.
Ich weiß nicht, wie es bei euch im Unterricht aussieht. Aber ich bin sowohl am Flügel als auch am Pianino gesessen und hatte freie Sicht auf die Tastatur des jeweils anderen Instruments.
 
Aber die Situation ist symmetrisch. Was sie von dir sieht, siehst du auch von ihr. Aus der Blickrichtung siehst du eventuell ihren rechten Daumen schlecht, aber zumindest die Finger der rechten Hand sollten immer gut sichtbar sein. Und wenn sie etwas speziell mit dem Daumen zeigt, macht sie das hoffentlich so, dass er nicht verdeckt ist.
Ich weiß nicht, wie es bei euch im Unterricht aussieht. Aber ich bin sowohl am Flügel als auch am Pianino gesessen und hatte freie Sicht auf die Tastatur des jeweils anderen Instruments.
Ja, es ist symmetrisch. Aber die Finger sind doch vom Handrücken verdeckt. Ich sehe nur den rechten kleinen Finger.
Ich bin noch nie am Flügel gesessen. Wie ich einmal in ihren Bereich gekommen bin, hat sie gesagt, dass der Bereich beim Piano meiner ist.
 

Wenn ich eine Linie von den Fingern durch den Handrücken ziehe (damit der Handrücken die Finger verdeckt, muss ich entlang dieser Linie schauen), lande ich ca. bei der eigenen Brust und nicht am Klavierhocker des anderen Instruments. Um zu verstehen, was du meinst, müsste ich wohl anwesend sein, und kann nichts weiter dazu sagen.
Wenn du nicht das siehst und das erfährst, was du brauchst, musst du mit ihr reden und hoffentlich findet ihr eine Lösung.

Wie ich einmal in ihren Bereich gekommen bin, hat sie gesagt, dass der Bereich beim Piano meiner ist.
Das klingt so schon recht harsch. Ich hoffe, das ist ein Missverständnis / Übersetzungsfehler.
 
Das klingt so schon recht harsch. Ich hoffe, das ist ein Missverständnis / Übersetzungsfehler.
Oder einfach mal einen schlechten Tag gehabt und genervt gewesen. Man merkt ja nach 6 Monaten, ob das normaler Umgangston ist oder nicht.

@sonnenblume58 So wie es klingt bist du seit 6 Monaten dort und eigentlich zufrieden (bis vor kurzem). Das ist keine lange Zeit, wenn es dir vorher 6 Monate gepasst hat.

Bei mir war es so, dass viele Situationen in zunehmender Zahl und Ausprägung dazu geführt haben, dass ich mich in der Zusammenschau nicht mehr am richtigen Ort gesehen habe. Weil meine Ansprüche an das was ich lernen will, nicht „ins Konzept“ gepasst haben. Und wenn das so gravierend voneinander abweicht, wird’s halt nichts mehr.

Ich bin jetzt so glücklich wie nie, aber ich habe auch nichts überstürzt sondern mir sorgsam überlegt und abgewogen ob ich gehe/ wann und vor allem zu wem. Bei dir klingt mir noch zuviel „ich habe gerade einen Durchhänger“ mit.

Warte mal bis der vorbei ist und bewerte die Situation neu. Wenn du bei jedem Durchhänger deine Lehrkraft hinterfragst und wechselst, hast du alle 4-6 Monate einen neuen Lehrer. Du wirst nie jemanden haben der deine Stärken und Schwächen kennt und gezielt daran arbeitet. Du wirst von irgendwem, der dankbar ist dass du durch die Tür kommst und Kohle dabei hast, ein Stück umgehängt bekommen, was er/sie wie am Fließband mit zig Schülern nach Schema F abspult. Wenn du’s gut spielst nett, wenn nicht auch egal. Wenn du gehst „ok, der nächste bitte“. Lernen dabei wirst du wenig. Dir fehlt der persönliche Bezug, der es erst ermöglicht, dass auch eine Lehrkraft ehrlich bemüht ist dir etwas beizubringen, denn auch für Lehrer ist es frustrierend wenn sie eine reine Durchgangsstation sind und es eigentlich egal ist wieviel Mühe sie investieren, die Entwicklung bekommen sie nicht mit. Es sei denn es ist ihnen eh alles Wurscht.

Ich bin der felsenfesten Meinung dass man auch bei schlechten Pädagogen lernen kann, wenn man sich klar ist dass DU es bist, der etwas lernen will und das auch einfordert. Leichter fällt es mit guten Pädagogen, die mit eigenen Ideen kommen, die eigene Ziele verfolgen was du können sollst, aber auf diese muss man sich dann auch einlassen können und ganz simpel „mitmachen“.
 
Diese Einstellung teile ich nicht.
Als Anfänger weiß man gar nicht, worauf es ankommt. Was will man einfordern?
Das bezog sich nicht auf Anfänger. Ich meinte das generell :) weil manchmal wird das Fortkommen eines Schülers generell nur anhand der Leistung des Pädagogen gemessen oder am Talent. Was da viele vergessen „beste Pädagoge hilft nichts, wenn die Einstellung nicht dazu passt dass lernen etwas ist was aus einem selbst kommen muss. Umkehrt kann(!) man aber von schlechten Pädagogen durchaus lernen“

Ich hoff ich konnte es bissl erklären wie das gemeint war. Natürlich braucht ein Anfänger einen guten Pädagogen!

Ein Beispiel noch:
Ich kann in Mathe hervorragende Nachhilfe erhalten. Wenn ich nicht aktive versuche etwas zu lernen sondern nur passiv dem ganzen „beiwohne“, hilft mir die Lehrkraft nichts. Da kann sie noch so gut sein. Wenn ich eine pädagogisch schlechte Lehrkraft habe da aber ständig Nachfrage „erkläre es nochmal, erkläre es besser, ich habe es nicht verstanden“ kann man durchaus etwas lernen. Mehr als wenn ich nur passiv dabeisitze und hoffe „es möge besser werden, weil die Lehrkraft ist top“.

Jeder der etwas lernen will (vor allem) Erwachsene, müssen sich ihrer Selbstverantwortlichkeit klar werden. Jemanden etwas lernen zu lassen klappt nicht. Weder in der Schule noch anderswo. Will ich Abitur, dann nutze ich alle Möglichkeiten aktiv die es braucht damit ich es erreiche. Einfach nur in die Schule sitzen und warten ist es nicht.

Ich weis nicht wie ich’s anders erklären soll wie es gemeint war. Ich finde im Instrumentalunterricht ist der mir einzig bekannte Bereich wo ich den Eindruck hab wo man erwartet dass „gegeben wird“ (Skills, Bereicherung, etc.) dabei ist man als Lernender immer ein „Nehmender“ und den Part habe ich das Gefühl wird gern vergessen. Weil nehmen ist aktiv und beinhaltet auch „annehmen“.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei mir war es so, dass viele Situationen in zunehmender Zahl und Ausprägung dazu geführt haben, dass ich mich in der Zusammenschau nicht mehr am richtigen Ort gesehen habe. Weil meine Ansprüche an das was ich lernen will, nicht „ins Konzept“ gepasst haben. Und wenn das so gravierend voneinander abweicht, wird’s halt nichts mehr.
So kommt mir das jetzt auch bei mir vor. Ich habe sie bis vor kurzem nicht hinterfragt, weil ich dachte, dass sie eh für mich geeignet ist und gut.
 
Bei dir klingt mir noch zuviel „ich habe gerade einen Durchhänger“ mit. Warte mal bis der vorbei ist und bewerte die Situation neu.
Das habe ich eh vor.

Ich bin der felsenfesten Meinung dass man auch bei schlechten Pädagogen lernen kann, wenn man sich klar ist dass DU es bist, der etwas lernen will und das auch einfordert. Leichter fällt es mit guten Pädagogen, die mit eigenen Ideen kommen, die eigene Ziele verfolgen was du können sollst, aber auf diese muss man sich dann auch einlassen können und ganz simpel „mitmachen“.
Natürlich will ich etwas lernen. Das betont sie auch dauernd, dass ich Fortschritte mache. Mir kommt vor, dass ich jetzt irgendwie Bilanz ziehe. Was hat sie mir gebracht und wie werde ich noch weiterkommen, wenn sie mir alles überlässt. Es ist, als ob sie meinen Lernprozess hinauszögern will, nur, dass sie viel Geld verdient, das schon irgendwer auf der 1. Seite geschrieben hat.
 

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