Diese "Klopfgeräusche" sind so laut, dass man daneben sitzend kein gutes Buch vernünftig lesen oder etwas arbeiten kann. Fernsehen, ja das geht gerade so. Stell dir das als ein leises, dumpfes Trommeln vor. Die Werbefotos mit Kind am Klavier und daneben Mama/Papa glücklich lächelnd mit Lektüre in der Hand sind ein wenig irreführend …
Wir haben ein YUS5 mit Silent-System (TA3). Wenn meine Frau darauf intensiv spielt höre ich nichts im Raum darüber (mein Schlafzimmer) und darunter (Heizraum, Werkstatt). Absolut nichts. Auch im Vorzimmer höre ich bei geschlossener Innenraumtür (zugegebenermaßen eine eher gute Tür) so gut wie nichts. Zur Referenz: Ein Haus aus 1998, also mittelprächtig modern und gut, aber nicht verschwenderisch gebaut. Echtholz-Fertigparkett auf Betonestrich auf Betondecke. Also 08/15-Bauweise im Neubau.
Das Leben in einer Wohnung hat nicht absolut still zu geschehen, haushaltsübliche Geräusche — und dazu zählt eigentlich auch das Musizieren — sind von den anderen Hausbewohnern im Rahmen der Hausordnung hinzunehmen.
Ich höre bei unserem Instrument im Silent-Betrieb absolut nichts, was für Nachbarn lästig oder sogar eine Zumutung sein könnte!
Dieses Thema wird hier im Forum auch immer wieder hochgespült. Nach meinem Eindruck immer auch von Menschen, die selber kein Silent-Klavier benutzen. Es mag sein, dass bei besonders bescheidener Bauweise ein klein wenig des "Gerumpels" zu hören sein könnte, aber dann darf man in solch einem Mietobjekt auch in der Ruhezeit keinesfalls herumgehen, Stühle rücken oder furzen.
Lass dich von Dummschwätzern nicht kirre machen.
Das ist sicher kein Argument gegen ein Silent-Instrument. Vermutlich hat der Händler nur kein passendes Angebot für dich und verkauft dir lieber das, was er vorrätig hat, da war halt gerade kein gebrauchtes Silent-Klavier dabei.
EDIT 1: Geh bitte in einen anderen Laden wo das Personal mehr Empathie aufbringt. Eine unsichere Kundin weiter zu verunsichern, das ist eine ganz schlechte Strategie. Eher könnte man "an die Hand nehmen" und helfen.
EDIT 2: Ein Klaviergeschäft, das verstimmte Instrumente ausstellt, hat irgendwie die Branche verfehlt.
Um eine bessere Einschätzung zu den klanglichen Qualitäten zu bekommen einfach weiter probieren und durchaus auch gezielt zu teure Instrumente miteinbeziehen — dann werden die Abstände einfach größer und erkennbarer. Und klar, mit "Alle meine Entlein" im Einfinger-System gespielt (= ungefähr meine eigene Expertise) wird sich das Vermögen eines Instruments schwer einschätzen lassen.
Die für mich wahrnehmbaren Qualitätssprünge waren bei
Yamaha B3/P121 vs. U3 vs. YUS3/YUS5 in einer jedesmal fühlbar "runderen", weniger aufdringlich-nervigen, gefälligeren Klangwelt zu erkennen. Also "Drahtkommode" über "recht ordentlich" bis "gefällig, so muss das klingen". Ein klein wenig kann man dann zu dieser Reihe noch draufsetzen, aber da wird die Luft dann schon wirklich dünn.
Auch ein Blick über den Zaun zu
Kawai lohnt sich, die sind eine Spur günstiger und werden klanglich von manchen durchaus gegenüber Yamaha bevorzugt.