Keyboard/Klavier Wiedereinstieg

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FabiF

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Guten Abend :)

Erstmal Danke für die Aufnahme in das Forum, ich bin begeistert von dem Umgangston, der hier an den Tag gelegt wird, das findet man in wenigen Foren! (außer in den TEY-Posts :D )
Einige Daten zu mir: Ich bin 18 Jahre alt, Student in Wien und habe lange Zeit mit dem Gedanken gespielt wieder mit dem musizieren anzufangen. Ich bin im Wirtschafts-Studium sozusagen ein "Streber" , heißt ich lerne sehr viel, weil mich das Fach extrem interessiert und deswegen möchte ich mit dem Spielen vor allem abends entspannen und mal alles vergessen und mich nur auf meine Übungen und Stücke konzentrieren.
Zu meiner Vorgeschichte: Ich habe auf Wunsch meiner Eltern mit 8 Jahren angefangen Keyboard zu spielen und hatte bestimmt 8 Jahre lang wöchentlichen Unterricht. Die erste Zeit habe ich sehr viel geübt, aber im Laufe der Zeit war es für mich weniger ein Hobby mehr, als der Wunsch meiner Mutter nicht aufzuhören, denn "es wäre ja schade wenn die ganze Zeit umsonst gewesen wäre". In diesen ganzen Jahren war ich zwar immer in meinen Stunden, habe aber höchstens 1 Stunde dafür geübt, weswegen ich - um ehrlich zu sein - beschämend schlecht gespielt habe.
Mittlerweile bin ich ein großer Fan klassischer Musik, insbesondere der Wiener Klassiker, und deren Interpretationen von Glenn Gould beispielsweise.
An Basics ist schon noch ein wenig vorhanden würde ich sagen. Zwar kann ich nichts mehr spielen denke ich, allerdings habe ich nach ein wenig rumprobieren festgestellt, dass ich nach wie vor keine Probleme mit dem Notenlesen habe und dass ein grundlegendes Wissen der Harmonielehre auch noch vorhanden ist.
Ich möchte jetzt wieder anfangen aktiv zu spielen, bzw. zu lernen mit dem Ziel langsam aber sicher mein Niveau zu erhöhen, um in ferner Zukunft ein größeres Repertoire klassischer Musik spielen zu können.
Für meine Vorgehensweise hatte ich mir überlegt erstmal einige Zeit in Grundlagen zu investieren, da meine rechte Hand zwar recht fit ist vom Keyboard, meine linke allerdings nur auf "Akkorddrücken" trainiert ist. Ich möchte nicht wie viele andere einfach nur stupide Stücke auswendig lernen und dabei jeden Takt 1000 mal spielen zu müssen, da die technischen Fähigkeiten nicht vorhanden sind, sondern will konstant mein Niveau verbessern. Ich habe mir in einem anderen Thread das "Clavierbüchlein der Anna Magdalena Bach" rausgesucht, da laut Post das Niveau nicht zu schwer ist und ich die Stücke sehr ansprechend finde, würdet ihr das für den Wiedereinstieg empfehlen? Gibt es außerdem eine sinnvolle Sammlung technischer Übungen, damit ich meine Finger wieder fit bekomme?
Ich möchte jetzt zu Anfang erst mal sehen was noch vorhanden ist, aber ich werde wahrscheinlich nach geraumer Zeit ab und an mir einen KL organisieren, leider aber vielleicht nur monatlich, da sich erst mal nicht viel mehr ausgehen wird denke ich.
Ich spiele momentan auf meinem Yamaha PSR-2100, was zwar nicht optimal ist, allerdings sollte es für den Anfang erstmal genügen.
So jetzt ist Schluss mit meinem Roman, ich freue mich auf eure Rückmeldungen! :)

Viele Grüße,

Fabi
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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Herzlich willkommen und viel Erfolg beim Wiedereinstieg :)
 
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FabiF

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Danke schon mal für die Vorschläge!
Die Sonatine gefällt mir sehr gut, werde ich auf jeden Fall in mein Programm aufnehmen.
Habe dazu Noten unter folgendem Link auf google gefunden: http://diariodeunpianista.blogcindario.com/ficheros/KuhlauOp20No1.pdf
Das müsste das ganze sein, bis wohin geht dann der erste Satz? Bis Ende Seite 5, vor dem Andante?
Das mit der Begleitung rechts und Melodie links gefällt mir auch, ich denke mal das ist genau die Übung die ich momentan brauche, denn wenn ich einfache Tonfolgen rechts und links vergleiche ist links deutlich weniger "Kraft" vorhanden, sprich meine Hand ist noch nicht wie rechts in der schönen Rundung und übt die Kraft aus den Fingern aus, sondern da ist gerade bei schnelleren Bewegungen noch der Arm im Spiel, das versuche ich mir schnell abzugewöhnen.
Ich werde mir morgen an der Uni gleich einige Noten ausdrucken, um mit dem Üben zu beginnen!
Je nach dem wie kurz/lang ich für diese Stücke benötige werde ich mir dann auch das Bach Buch in einem Notenladen besorgen, da ich seine Stücke fast ausnahmslos ansprechend finde.
Was ich vergessen hatte zu erwähnen: Ich werde, falls möglich jeden Tag zwischen 30 und 60 Minuten üben, das kann mal mehr sein, mal weniger, aber ich denke das kennt ihr eh selber. Ich gehe aber davon aus, dass es sicher mindestens 5 Tage in der Woche sein werden und wenn ich meine Novemberprüfungen hinter mir habe auch gern mehrere Einheiten am Tag ! :)
 
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chiarina

Guest
Lieber FabiF,

wie schön, dass du die Leidenschaft für's Klavierspiel und Musik entdeckt hast!

Für polyphones Spiel ist auch wunderbar (!) Bartoks Mikrokosmos geeignet, allerdings mag nicht jeder die Stücke.

Aus meiner Sicht könnte man überlegen, ob man nicht deine Absicht, einmal monatlich Klavierunterricht zu nehmen, auf einmal die Woche ändert - dafür erst einmal auf ein oder ein halbes Jahr begrenzt. Mir ist schon klar, dass es vermutlich finanzielle Aspekte sind, aber es ist gut möglich, dass es besser ist, zu Beginn 40 Stunden im Jahr zu nehmen als 40 Stunden in ca. drei Jahren.

Beim Keyboardspiel spielt die Anschlagskultur und -technik bekanntlich kaum eine Rolle und es ist möglich und wahrscheinlich, dass du bestimmte technische "Basics", die man zum Klavierspielen braucht, früher einfach nicht gelernt hast. Mit welcher Bewegung erzeuge ich welchen Klang, wie erreiche ich, dass ich z.B. das Armgewicht zur Klangerzeugung nutze, wie spiele ich legato ...... - solche Fragen nehmen beim Keyboardunterricht in der Regel wenig Raum ein. Auch die Gehörschulung sollte ein Schwerpunkt sein, denn beim Keyboardspiel ist der Klang jeden Tones immer gleich.

Um da von Anfang an in die richtige Richtung zu gehen, kann ein Lehrer sehr sinnvoll sein und je nachdem reicht eine Überprüfung des Geübten plus neue Impulse einmal im Monat nicht aus. Am Anfang eine Art Intensivkurs zu starten und dann individuell zu variieren, wäre zumindest zu überlegen.

Liebe Grüße und viel Freude!

chiarina
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Beim Keyboardspiel spielt die Anschlagskultur und -technik bekanntlich kaum eine Rolle und es ist möglich und wahrscheinlich, dass du bestimmte technische "Basics", die man zum Klavierspielen braucht, früher einfach nicht gelernt hast. Mit welcher Bewegung erzeuge ich welchen Klang, wie erreiche ich, dass ich z.B. das Armgewicht zur Klangerzeugung nutze, wie spiele ich legato ...... - solche Fragen nehmen beim Keyboardunterricht in der Regel wenig Raum ein. Auch die Gehörschulung sollte ein Schwerpunkt sein, denn beim Keyboardspiel ist der Klang jeden Tones immer gleich.

Um da von Anfang an in die richtige Richtung zu gehen, kann ein Lehrer sehr sinnvoll sein und je nachdem reicht eine Überprüfung des Geübten plus neue Impulse einmal im Monat nicht aus. Am Anfang eine Art Intensivkurs zu starten und dann individuell zu variieren, wäre zumindest zu überlegen.
Absolut zutreffende Überlegung: Bei Orgelinstrumenten, zu denen das Keyboard als Nachfolgetypus zu zählen wäre, gibt es in der Tat nur die Unterscheidung zwischen Anschlag und Nichtanschlag einer Taste (0 oder 1), da die Klanggestaltung durch Register, Zugregler und ähnliche Vorrichtungen erfolgt - bis auf die Artikulation gibt es kaum Möglichkeiten für den Spieler, über die Tastatur das Spiel klanglich zu beeinflussen.

Die Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen "Tasteninstrumenten" beschränken sich darauf, dass die Anordnung der Tasten identisch ist - darüber hinaus funktioniert das eigentliche Spielen in jedem Falle andersartig.

LG von Rheinkultur
 
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chiarina

Guest
Das würde allerdings erst dann Sinn machen, wenn man zu Hause nicht mehr auf einem Keyboard übt....
Au weia - da ich die Nummern der Yamaha-Serien nicht im Kopf habe, bin ich davon ausgegangen, dass es sich um ein Digitalpiano handelt. Danke für den Hinweis, Blume!

Lieber FabiF, wenn wirklich klassische Literatur gespielt werden soll, ist m.E. dringend ein Instrument erforderlich, mit dem mit unterschiedlichen Anschlägen unterschiedliche Lautstärken erzeugt werden können (s. Rheinkultur). Es lohnt sich!

Liebe Grüße

chiarina
 
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FabiF

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Hallo ! :)

Danke für die Denkanstöße chiarina, ich muss dir in allen Punkten recht geben !
Was das Instrument angeht: Ja ich habe noch das Keyboard, auf dem ich früher gespielt habe, und außer der digitalen Anschlagdynamik gibt es keine reale, dessen bin ich mir bewusst und finde es selber schade, weil es klanglich und vom Gefühl einfach nicht an ein richtiges Instrument rankommt.
Allerdings möchte ich jetzt erst einmal wieder mich mit der Materie befassen und herausfinden, ob die langfristige Motivation wirklich da ist, bevor ich für viel Geld ein neues Instrument anschaffe, denn wenn ich eine Anschaffung tätige, dann soll es auch direkt ein halbwegs hochwertiges sein.
Ein wenig Erfahrung konnte ich in meinem Unterricht früher schon machen, als ich mit meinem Lehrer Jazz-Arrangements auf dem Klavier besprochen habe, von daher versuche ich zu Hause beim Üben auch so weit wie möglich mit unterschiedlochen Anschlägen zu spielen.
Ich werde mich auch informieren, ob es möglich wäre auf sehr günstigem Weg an gebrauchte Klaviere / E-Pianos zu kommen, da mir schon öfter aufgefallen ist, dass es bei mir in Wien Wohnungsauflösungen etc. gibt, bei denen noch gute - bzw. nur verstimmte - Instrumente verschenkt werden, aber das soll jetzt erst mal nicht im Fokus stehen.
Ich habe mir auch gerade schon den Landmann und Kuhlau ausgedruckt, welchen ich mich heute Abend widmen werde. ;)
Den Mikrokosmus habe ich schon öfters gelesen und davon werde ich mir auch mal einige Stücke ansehen und anhören, vielleicht besorg ich mir den dann Zusammen mit dem Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach.

Viele Grüße,

Fabi
 
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FabiF

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Ja ich weiß, ein echtes Klavier fühlt und hört sich einfach viel schöner an.
Ich bin leider momentan in Wien ansässig, aber vielleicht lässt sich hier auch was finden...
Ich hoffe mal ihr versteht mich ;)

/edit: Was ich ganz vergessen hab und fragen wollte: Macht ihr vor jedem Üben irgendwelche Fingerübungen um warm zu werden? Hatte davon irgendwo mal gehört, aber früher nie verwendet, fand aber den Ansatz recht interessant.
 
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Werschtfried

Werschtfried

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Schön, dass du den Weg zur Musik gefunden hast. Es gibt immer verschiedene Wege, den Klang und die Dynamik zu kontrollieren. Eigentlich kommt es ja auf die Geschwindikeit an, mit der eine Taste gedrückt wird. Beim Klavier erreicht man eine höhere Geschwindigkeit teilweise durch mehr Druck oder durch ein kontrolliertes Hineingleiten des Arms in die Tasten. Beim (anschlagsdynamischen) Keyboard ist der Faktor Druck viel geringer, weil die Tasten leichter sind. Hier benötigt man schon eine sehr gute Kontrolle um Tiefe in das Klangbild zu bekommen. Also zum Üben kann ich Bach immer empfehlen, weil durch die filigran ausgearbeitete Musik das trainiert wird, worauf es eigentlich ankommt beim Klavier spielen: Kontrolle. Kontrolle über Klang und physionomische Vorgänge. Die "Kraft", die man zum Klavierspielen braucht, ist bei den meisten Menschen schon ausreichend vorhanden. Wenn du dir deine beiden Hände anschaust, wirst du nicht etwa feststellen, dass die rechte Hand "kräftiger" ist. Nein, du hast den Eindruck die linke sei schwächer, weil es (momentan noch) schwieriger ist, die Bewegungen so ökonomisch wie möglich zu gestalten.
 
Redo

Redo

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Hallo Fabi

Willkommen im Forum.

Ich möchte nicht wie viele andere einfach nur stupide Stücke auswendig lernen und dabei jeden Takt 1000 mal spielen zu müssen, da die technischen Fähigkeiten nicht vorhanden sind, sondern will konstant mein Niveau verbessern.
Warum nicht die technischen Fähigkeiten anhand konkreter Stücke üben?
Du wirst wahrscheinlich sowieso nicht darum herum kommen, Dinge oftmals (hoffentlich nicht gerade 1000 mal) zu wiederholen (Ich spiele auch erst seit ~2 Jahren, Profis müssen dann evtl. nicht mehr wiederholen resp. es sitzt bereits nach dem 5. Mal).

Wenn du die technischen Fähigkeiten anhand eines Stückes übst, hast du danach die Technik im Griff und quasi noch "gratis" dazu ein Lied gelernt ;) Dazu kommt die grössere Motivation - wenn es denn ein Stück ist das einem gefällt.

Die einzigen "trockenen" Technikübungen die ich mache sind Skalen, Arpeggien und Dreiklänge inkl. Umkehrungen. Ich finde diese Übungen jedoch eher mühsam, da sie in keinem Kontext stehen. Einfach -zig mal irgend einen Akkord die Klaviatur rauf und runter zu arpeggieren ist nicht das Gelbe vom Ei.

Wennschon dann das Ganze kombinieren: z.B Mit der linken Hand das Arpeggio als Halbe, rechts als Viertel spielen. Ein bisschen Würze in die sonst eher fade Angelegenheit bringen.

Aber wie gesagt, ich hab noch zu wenig Ahnung von der Materie als dass ich wirklich fundierte Ratschläge liefern könnte. Ich bin nur persönlich der Meinung, dass Technikübungen alleine nichts bringen - musikalisch und launisch :D

Und noch zum Schluss: Repetitio mater studiorum est (Repetition is the mother of all learning)

Gruess

Redo
 
 

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