Kaufberatung guter Flügel <200cm

Barratt
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Mein Gott, hier ist ja richtig was los. Da hab ich ja was losgetreten.
[...]
Ich finde das ziemlich spannend.

Das IST spannend, wie Du der Fülle der Anregungen entnehmen kannst. :super: Mir ist niemand bekannt, den das Thema "Flügelkauf" kalt ließe. :-)

Und natürlich - und das ist praktisch immer so - sind die Leute sich mitunter auch uneinig. Neuer ist besser - Vorkriegsschätzchen sind Gold wert usw.Ich werde definitiv moderne Kawais oder Yamahas testen.

Das alte Sprichwort "They win in all shapes", das für Vollblüter gilt, gilt auch für Pianos. Es ist mehr oder weniger unmöglich, Vorfestlegungen zu treffen. Jedes Instrument offenbart für jedes Individuum etwas ganz Eigenes (oder auch nicht).

viele schöne Blüthner Modell 6 (190cm) gesehen, die größenmäßig perfekt passen würden [...] werde hier auch noch bis Weihnachten bleiben und dann zwei Wochen daheim sein. [...] Ich denke aber nicht, dass ich in nur zwei Wochen - in denen dann auch noch Feiertage liegen und in denen ich auch andere Dinge erledigen muss - ein Instrumet finden werde.

Amüsant: Meinen schönen Blüthner Mod. 6 (Bj. 1920) habe ich am 27.12. kennengelernt und gekauft. :herz:

Allerdings hatte ich zuvor bereits längere Zeit die Fühler und Finger ausgestreckt und wusste recht genau, was mir so vorschwebt.

zum Begriff Gerät: Ich muss mich übrigens wiklich anstrengen, einen Flügel nicht Gerät zu nennen. Als Ingenieur ist für mich alles irgendwie technische was nicht am Boden festgebolzt ist ein Gerät. Außer natürlich einem Multimeter, das ist nämlich ein (Mess-)Instrument. Wenn wir den Flügel am Boden festbolzen, würde ich allerdings eher dazu neigen, ihn als Anlage zu bezeichnen.

:super: Das ist verständlich!
Mir ist da eine Szene erinnerlich, als wir in meiner Kindheit loszogen, ich noch ganz klein, um mein erstes Klavier zu kaufen. Mein Vater (Lehrer für Physik und Mathematik und Eigentümer einer elektrischen Orgel) sprach gegenüber einem alteingesessenen Klavierbauer (Laden längst nicht mehr existent) von "Geräten". Der ehrwürdige ältere Mann fuhr ihm (dem Kunden) entrüstet über den Mund und bestand darauf, von "Instrumenten" zu reden und niemalsnicht "Gerät" zu sagen. :lol:
 
mozart44
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Hallo zusammen,

auch ich bin neu hier und war in der fast gleichen Situation. Ich habe seit 20 Jahren ein Yamaha U1 und habe mir jetzt kürzlich Platz für einen Flügel geschaffen. Mit dem selben Budget - Vorstellungen bin auch ich auf die Suche gegangen und habe schnell festgestellt das für dieses Geld nicht viel zu erwarten ist.
Nach langer Suche habe ich mich dann für einen 195cm Ibach Flügel entschieden. Dieser wurde vor 10 Jahren mal teilrestauriert. Der Flügel ist 110 Jahre jung, wurde damals neu lackiert und weißt heute wieder einige Gebrauchsspuren auf. Insgesamt sieht er optisch sehr gut aus. Resonanzboden wurde gespähnt und ist in Ordung, ebenso der Gußrahmen und die Besaitung. Dämpfung ist neu befilzt und muß neu eingestellt werden.
Schwachpunkt an diesem Instrument ist die Mechanik die ich nun komplett aufarbeiten lasse.
Zusammen liege ich hier unter 10000€ und habe ein technisch und klanglich sehr gutes Instrument.

Ich wundere mich ein wenig wie wenig hier über Ibach berichtet wird, wo dies doch mit 200 Jahren der älteste Klavierbauer war und sehr viele Instrumente verkauft haben muß. Meine Recherche diesbezüglich hier im Forum war da ein wenig mager.

Gruß
Hans
 
Boogieoma
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Ich wundere mich ein wenig wie wenig hier über Ibach berichtet wird, wo dies doch mit 200 Jahren der älteste Klavierbauer war und sehr viele Instrumente verkauft haben muß.

Hallo @mozart44 ,
mein 168 er Ibach-Flügel habe ich in einem etwas rampierten äußeren Zustand für unter 5000 gekauft. Er war aber schon vom Vorbesitzer technisch aufgearbeitet worden. Da die ursprüngliche Herstellungsnummer nicht mehr zu finden war, verlasse ich mich auf meinen Klavierbauer(er hat seine Ausbildung bei Ibach gemacht), der meint, das Instrument wäre von 1915 oder 1916. Der Flügel wurde 4 oder 5 Wochen nach dem Transport neu gestimmt und hält die Stimmung auch sehr gut. Ich bin sehr glücklich mit meinem Ibach-Flügelchen.
Viele Grüße
Ursula
 
pianochris66
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https://www.clavio.de/threads/der-fast-hundertjaehrige-der-seinen-weg-bald-zu-uns-findet.22500/

Willkommen in der Ibach-Fraktion, @mozart44 !

Meiner ist von 1922, und nach über einem Jahr bin ich noch immer zufrieden!

Einen der interessantesten Flügel habe ich bei Pianovum in Düsseldorf gesehen, einen 160er Ibach Doppelkreuzsaiter von 1924. Ist mittlerweile verkauft, Beschreibung und Bilder sind aber noch auf der Internetseite vorhaben. Dafür steht da u.a. noch ein 240er Ibach-Konzertflügel Richard Wagner, wer den Platz hat...;-).
 
Tastenscherge
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mozart44
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Hallo Zusammen,

erst einmal vielen Dank für die herzliche Aufnahme hier :bye:

So langsam fange ich an das Ibachflügelchen gerne zu haben.
Ich spiele zwar schon darauf aber immer noch mit großen Kompromissen bzgl. der Mechanik
und Dömpfung. Leider leider hat die Reparatur vor Weihnachten nicht mehr geklappt.
Aber im Januar ....

"Der fast Hundertjährige ... " habe ich natürlich gelesen und der Beitrag ist richtig gut :super:

Gruß
Hans
 
Klafina
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Einen der interessantesten Flügel habe ich bei Pianovum in Düsseldorf gesehen, einen 160er Ibach Doppelkreuzsaiter von 1924. Ist mittlerweile verkauft, Beschreibung und Bilder sind aber noch auf der Internetseite vorhaben. Dafür steht da u.a. noch ein 240er Ibach-Konzertflügel Richard Wagner, wer den Platz hat...;-).

Das ist genau das Modell, das ich habe (allerdings noch zwei Jahre älter, von 1922).

Der "Richard Wagner" ist beeindruckend; ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich als Mehr-oder-Minder-Anfängerin diesem Instrument gerecht geworden wäre. Es war das einzige Instrument, das ich angespielt habe, bei dem ich dachte: "Oh, dafür sollte man deutlich besser spielen können."
 
SingSangSung
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nee, die klingen leider oft wattig und dumpf.

Und dieser GS ist wirklich der Beweis, dass es bei allen Marken, in allen Preisklassen "fette Ausrutscher" gibt - und zwar in beide Richtungen. Der hier ist ein Glücksfall und m.E. nicht repräsentativ für die Masse der GS30.

Aber eben Ansporn zur Suche nach den verborgenen Schätzchen!
Wie viele GS30 hast Du denn gespielt? Die GS Linie ist Vorläufer der RX Linie, das sind sehr gute Instrumente.

An der Musikhochschule, wo ich studiert habe, gab es etwa ein Dutzend Kawai-Flügel. Diese Räume waren immer heiß begehrt, weil man auf den Dingern wirklich effektiv üben konnte. Es gab viele Räume mit alten Bechsteinflügeln, Ibach, sonstwas, die waren nicht annähernd so beliebt zum Üben. Die kleinen Kawais und die INstrumente aus den billigeren Linien (ich weiß jetzt nicht mehr die genauen Modellbezeichnungen, das findet man aber alles im Internet) klangen allerdings alle ziemlich schlecht (so nach Pappdeckel irgendwie).

Weil aber hier in Deutschland - nicht zu letzt wegen dieses Forums vermutlich - die Leute total auf uralte deutsche Instrumente abfahren, kann man m.E. bei nicht ganz so alten Japanern echte Schnäppchen machen.
 
Felix
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Hallo,

ich besitze einen Kawai GS-50 von Anfang der 80er. Im letzten Jahr gekauft, vorher lange verglichen. Mit meiner bescheidenen Erfahrung aus den damaligen Besichtigungstouren kann ich sagen, daß das ein wunderbares Instrument ist.
Ich begegnete zunächst einer Reihe von Kawai Klavieren und Flügeln, die mir nicht zusagten. Sich grob spielen ließen, matschig und dumpf klangen. Die Marke Kawai hatte ich deshalb überhaupt nicht mehr auf der Rechnung, bis ich diesem Modell über den Weg lief. Letztendlich betrug mein Budget das Doppelte des Preises, aber ich fand danach einfach keinen Flügel mehr, der mir besser gefiel.

Der Klang ist warm und lyrisch, nicht so grell wie Yamaha und Steinway. Wegen der Größe natürlich entsprechendes Volumen im tiefen Bereich. Leichtgängige und feinfühlige Mechanik. Einwandfreier, fast neuwertiger Zustand.

Sprich: Kawai unbedingt im Auge behalten. Gerade die gehobenen Typklassen der früheren Generationen können echte Schnäppchen sein.
 

K
Klaus6
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Weil aber hier in Deutschland - nicht zu letzt wegen dieses Forums vermutlich - die Leute total auf uralte deutsche Instrumente abfahren, kann man m.E. bei nicht ganz so alten Japanern echte Schnäppchen machen.
Sehe ich genauso. Es gibt einige richtig gut restaurierte alte Instrumente, aber die meisten deutschen Oldtimer möchte ich nicht geschenkt haben. Aber zum Glück darf das jeder für sich selbst entscheiden :)
 
K
Klaus6
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Die Modellbezeichnungen bei Kawai sind ja auch Mist.
Das geht mir bei Kawai und Yamaha auch am meisten auf den Geist. Ständig neue Modellbezeichnungen. Ist auch schlecht für den Marktwert. Andere Hersteller verbessern auch ihre Produkte aber behalten die Bezeichnung bei. Aber das ist wohl Teil der japanischen Kultur - Japaner kaufen i.A. nicht gerne gebraucht und möchten das Gefühl haben, dass Sie das neueste vom neuesten haben.
 
Peter
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Bechsteinfan
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Glückwunsch!
 
Kref
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Endlich.

Er ist da.......

Hallelujah, das war mal ein Aufwand.

Gruß
Thorsten
 

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