Interpretation von Oktavian

Dieses Thema im Forum "Interpretation: Chopin - Regentropfenprelude op. 2" wurde erstellt von Oktavian, 1. Juni 2008.

  1. Oktavian
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    Oktavian

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    So, jetzt präsentiere icb meine Aufnahme auch mal. Ich kann leider nichts daran ändern, dass das Klavier so blechern und hell klingt. Mehr ist aus meinem E-Piano nicht herauszuholen, tut mir Leid.

    Hier der Link:

    http://www.speedyshare.com/125177553.html

    Ich habe es trotz längerer Zeit ein bisschen lebhaft gespielt, bei mir trommelt der Regen einfach ein bisschen lauter ;-)

    Kritik und Verbesserungsvorschläge sind erwünscht :p

    Oktavian
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Juni 2008
  2. Ingrid20000
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    Ingrid20000

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    hi oktavian!

    Finde deine Interpretation schon mal gar nicht so schlecht, Die "Regentropfen" würde ich aber etwas leiser spielen, an ein paar so Ungenauigkeiten und Fehlerchen solltest du vielleicht auch noch etwas arbeiten die stören die Stimmung doch etwas und die kleinen Läufe kommen mir etwas überhastet vor - aber für das, dass du "nur " ein E-Piano zur Verfügung hattest für diese Aufnahme, gar nicht so schlecht ;)
     
  3. netti
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    netti

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    hallo Okatavian,
    ja, bis auf die kleinen Patzerlis finde ich es ganz gut gelungen. Die Regentropfen im Mittelteil sind mir etwas zu sehr im Vordergrund. Ansonsten könnte es noch etwas mehr Stimmung vertragen.

    Mich stört der -e-Piano-Sound auch nicht so sehr.

    lg.
    netti
     
  4. bechode
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    bechode

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    Also ich finde diese Interpretation auch gar nicht schlecht. Auf einem Klavier oder Flügel klingt das natürlich besser, aber was will man machen, wenn man nichts anderes hat...
    Den gesamten Anfang finde ich irgendwie zu monoton gestaltet was die Dynamik betrifft, in wie weit das aber das E-Piano betrifft weiß ich nicht. Das Tempo finde ich aber recht gut. Und wenn die Verzierungen noch etwas flüssiger/sauberer sind ists schon echt gut.

    Lg
     
  5. Oktavian
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    Oktavian

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    Danke erstmal für die Antworten und die Kritik.
    Zum Mittelteil möchte ich noch sagen, dass ich mir schon oft Gedanken darüber gemacht habe, ob ich die Regentropfen nicht etwas leiser spielen sollte. Natürlich kommt dann die Melodie aus der linken Hand sehr heraus, das würde schon schön klingen. Aber ich wollte erreichen, dass die Tropfen allesamt recht gleich klingen und der Regen immer gleich stark an die Fenster prasselt.
    Ich hätte Chopin gern gefragt, ob die gis`s im Mittelteil in der rechten Hand die weiter fallenden Regentropfen, unten dann mit der Melodie, oder einfach den obersten Ton vom zugehörigen Akkord in der linken darstellen sollen.

    Ich freue mich auf weitere Bewertungen !
     
  6. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Hallo Oktavian,

    der Klang deiner Aufnahme ist erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, es klingt fast etwas Cembaloartig. Aber das soll jetzt bei der Beurteilug keine Rolle spielen.

    Ich finde, es fängt ein bißchen zäh an, im Verlauf der 1. Seite reguliert sich das aber mit der Zeit wieder. Die Gestaltung der Melodie gefällt mir gut, es klingt erstaunlich legato, trotz dem Cembalo-Sound. Die Verzierungsläufe (Takt 4 und Takt 23) sind mir ehrlich gesagt zu hektisch. Statt das Tempo etwas abzubremsen, wirst du da sogar noch schneller als das Grundtempo - das wird wohl die Aufregung sein.

    Ein kleiner Tip: im Takt 9 beim letzten Akkord solltest du auch ein ces spielen (kein c)

    Leider ist dann der Mittelteil wieder etwas zäh. Die repetierten gisse scheinen dir da sehr wichtig zu sein, du vergißt aber ein bißchen den Choral in der linken Hand. Lustigerweise wirst du bei der Maikäfer flieg Stelle plötzlich viel schneller, genau umgekehrt wie ich die Stelle verstehe. Für mich ist das eigentlich der Höhepunkt (wenn auch nicht die lauteste Stelle - was gerne verwechselt wird) des Stücks.

    Im Schlußteil würde ich die "slentando"-Angabe vor dem hohen forte-b ernster nehmen. Der Sprung vom letzten as der linken Hand zum b'' hat ein extremes Ausdruckspotential wenn man sich genügend Zeit läßt und sich das dissonante Riesenintervall innerlich richtig vorstellt. Nach diesem großen Seufzer sollte in den letzten 6 Takten eigentlich nicht mehr viel passieren, ich würde das Tempo und die Lautstärke eher noch mehr zurücknehmen.

    Ich denke, du hast das Stück besser gespielt als es sich anhört ;)
    Du solltest mal bei Gelegenheit auf einem richtigen Klavier spielen, dann werden sich ganz neue Welten auftun. Man kann z.B. Bach ganz gut auch auf einem Digipiano spielen, mit Chopin auf einem Digipiano wird man nie so recht glücklich werden.

    Gruß
    Haydnspaß
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12. Juni 2008