Improvisieren im Stil der Klassiker

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Demian
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@pianochris66
Richtig. Ich meinte mit seinem Beispiel, wie ich oben schrieb, jemanden, der mit den Regeln und Konventionen gebrochen hat. Dieser Tatsache verdankt er ja auch seine Weltgeltung. Ähnlich Vaughan Williams: Er hat Komposition studiert, aber seine Instrumentation mit den vielen Unisoni wirkt beim ersten Hören handwerklich ungeschickt, dennoch schätzen seine Anhänger genau das an seiner Musik.
 
Häretiker
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Wenn keiner Regeln und Konventionen gebrochen hätte, wären wir noch bei den ersten Konventionen und Regeln. Kein Forstschritt.

Im Allgemeinen kennen - implizit oder explizit - die Leute die Regeln, die sie brechen. Auf der anderen Seite war "French Kiss" von Lil Louis auch innovativ. Da ergibt sich dann die Schöpfungshöhenfrage.

Grüße
Häretiker
 
P
Pedall
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M
MartinH
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Hier noch ein bekannter "Orgel-Barockstil-Improvisator" (die zwei duellieren sich auch schon mal), offensichtlich plant er YT-Tutorials, außerdem ein Link zu seiner Arbeit.
https://karosi.org/improvisations/
Das sind natürlich herausragende Vertreter, trotzdem würde ich behaupten, dass das meiste einfach Handwerk im besten Sinne ist, das nach tiefergehender Beschäftigung eben als Wendung in die Finger geht, gerade bei den wenigen Choraltonarten in durchaus überschaubaren "Variationen". Zu Barockzeiten war das weit verbreitet.
 
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Demian
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Es gibt auch ein Buch, das sehr gut sein soll, das ich aber noch nicht kenne:

Martin Erhardt - Improvisation mit Ostinatobässen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.
 
pianovirus
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Hier ist eine umfangreiche Liste von Büchern, Artikeln und praktischen Youtube-Videos zur historischen Improvisation (der Schwerpunkt liegt zwar auf der vorbarocken Zeit, aber vielleicht dennoch auch für den einen oder anderen interessant:

https://www.facebook.com/Alpirsbach...ik/photos/a.349862328744145/1000211677042537/

Für Barock und später, explizit als praktische Anleitung gedacht und speziell an Einsteiger gerichtet:
https://www.amazon.de/Harmony-Counterpoint-Partimento-Inspired-Masters/dp/0190695013
 
pianovirus
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Lustiger Zufall, dieser Artikel ist heute im Guardian erschienen:

"Why today’s musicians should follow classical greats ... and improvise"

https://www.theguardian.com/music/2020/jun/06/why-classical-musicians-need-to-learn-how-to-improvise

Anlass ist ein Ende des Monats bei OUP erscheinendes Buch über historische Interpretation, mit der Besonderheit, dass es nicht aus der "Alten Musik"-Szene kommt (wo die Botschaft einem "Eulen nach Athen tragen" gleichkäme), sondern von einem Pianisten, daher vielleicht von besonderem Interesse hier:

https://global.oup.com/academic/product/the-pianists-guide-to-historic-improvisation-9780190920395
 
Stilblüte
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Ziemlich gut, höchst interessant und sehr informativ :003: Allgemein zusammengefasst: Genauso, wie es möglich ist, Klavierspielen zu lernen, ist es auch möglich, das Improvisieren zu lernen.
Genauso, wie man Schritt für Schritt erklären, üben und lernen kann, professioneller Klavier zu spielen, kann man auch in kleinen Schritten Aufgaben angehen, um Improvisaton zu üben.

Im Prinzip wird ja beim Improvisieren nicht jedes Mal eine komplett neue Idee aus dem Nirvana gesaugt... :005: Sondern man hat sich in monate-, jahre-, jahrzehntelangem Üben eine Vielzahl an Ideen angeeignet, die jedes Mal neu kombiniert werden. Dafür hat der Dozent, Prof. Noam Sivan, Material erstellt. Beispiele:
- Kadenzen, erweiterte Kadenzen, Sequenzen und freie Akkordfolgen in allen Tonarten üben
- Den Umgang mit Modi (Kirchentonarten, Pentatoniken, ggf. anderen Modi) in allen Tonarten üben
- Leichte Ideen, wie man über ein Thema improvisieren kann im Stile von klassischen Variationen (z.B. Idee 1: Nur Achtel spielen, Idee 2: selbes rhythmisches Motiv wiederholen etc.)
... ...
Idee ist, die Aufgabenstellung für die individuelle Person so einfach zu gestalten, dass die Ausführung möglich ist. Und: Langsam üben, Töne / Akkorde / Ideen voraushören.

Ich habe jetzt Material für gefühlt mindestens fünf Jahre üben :026:
 

S
Stefan379
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Improvisation mit Ruedi Lutz:

 
 

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