Hände separat vs. Hände zusammen

Tja, sowas kommt dabei raus, wenn die eigentlich sachbezogenen Beiträge anderer als "Blödsinn" resp. "Unsinn" abgetan werden ...

Aber ich werde als Zeichen der Einsicht mal den Anfang machen und mich der Rosenspieß-Doktrin unterwerfen.
 
du brauchst deinen frust, weil du nach 57 jahren nichts erreicht hast jetz nicht an uns oder den methoden auslassen...
 
Wer redet denn hier von deinem leben und deinem geld ?? Ich meine deine fähigkeiten auf dem klavier...
 
Zunächst möchte ich huldvoll verfügen, dass meine Vorschläge in diesem Forum nicht als Doktrin sondern bitte schön als unumgängliche Dekrete gehandhabt werden :lol: :lol:

Schade, ich habe an den Feiertagen eine interessante Diskussion verpasst, jetzt möchte ich aber gerne noch einen ganz neuen Aspekt beisteuern und zwar den beruflichen.

So nachgelesen, klingt mir hier ein großes Streben nach Perfektion durch, welches ich auch für sehr gut und förderlich für's individuelle Vorankommen halte. Aus der Berufssicht allerdings (heißt hier: im "Tagesgeschäft" auftretender Feld-Wald und Wiesenberufspianist) ist Perfektion auch sehr gewünscht, aber andere Dinge sind viel wesentlicher. Daher beneide ich alle, die es haben um dieses Luxusproblem der Perfektion.

Manchmal glaube ich, daheim im Wohnzimmer findet wirklich die meiste Kunst statt. Was hier im Forum teilweise an wunderbar eingespielten Stücken eingestellt wird... alle Achtung. Wenn man es um Geld zu verdienen macht, kann man sich hingegen gar nicht erlauben, den Weltklassepianisten nachzustreben...ausser man ist einer :?

Ich persönlich "gestatte"" meine Schülern das Üben der Hände einzeln nur als explizite Sondermaßnahme um spezielle Schwierigkeiten in einem Stück zu überwinden.

Kraft meiner doktrinären Verfügungsgewalt ordne ich hiermit an, dass dies fürderhin weltweit und ausnahmslos ebenso zu handhaben ist!
 
Freut Euch!
Wenn jeder Eurer Meinung wäre, gäbe es heutzutage keine Forencommunity.

Also ich probier gerne verschiedene Methoden aus, aber bevor ich überhaupt zweihändig spielen kann, muß ich erstmal meine Linke darauf vorbereiten, die Tasten zu treffen. (da ist meine Rechte halt im Vorteil, da ich früher bei meinem Opa gerne Klavier gespielt hab ^^)
Insoweit kommt für mich im Moment Methode A "getrennt üben" in Frage.
Sobald ich geübter bin, kann ich auch mal Methode B probieren.
 
Zum Glück sind wir "arm dran", wär ja schlimm wenn ein Arm ab ist. :lol:

@Wolfgang
Und was hälst Du von meinem Vorhaben, explizit erstmal meine linke Hand zu "trainieren" ?
 

Wolfgang, du stellst immer nur deine engstirnigen behauptungen auf ohne die sache mal analytisch zu beweisen, wieso is einzeln auswendig lernen denn schwachsinn ? Bitte ERKLÄRE das mal genau, bin gespannt...
 
Ich sage hier aus Erfahrung:

Beidhändig erlernte Stücke lernst Du auswendig, nachdem Du sie spielen kannst. Seperat hast Du sie schon nach dem ersten Durcharbeiten im Kopf.

Ich fange erst mit dem Üben an, wenn ich alles auswendig kann, dann kann ich auch üben, wo ich will, wann ich will, und wo die Noten liegen, ist mir schnuppe, um mich mal mit Wolfgangs Jargon auszudrücken...

Ich brauch für eine Seite ca. 2 Stunden, mehr mache ich aber nicht pro Tag, sonst muss ich am nächsten Tag noch mal anfangen. :?

Nobody is perfect, aber derweil die einen denken, das Rad müsste man noch mal erfinden, bestreitet jemand anderes, dass es zu etwas nütze ist!?

Mit Selbstherrlichkeit und Doktrinismus schafft man sich weder Freunde noch Anhänger, wollen wir lieber ein bisschen verrückt bleiben und unsere Spleens pflegen :roll:

Klavirus
 
Heinrich Neuhaus: Die kunst des Klavierspiels

Hier die Auffassung eines wirklich großen Klavier- und Musikpädagogen.
Heinrich Neuhaus: Die kunst des Klavierspiels

"Ich schlage dem Schüler vor, ein Klavierwerk, seine Notenniederschrift, so zu studieren, wie ein Dirigent eine Partitur studiert, nicht nur im ganzen (dies vor allem, sonst entsteht kein Gesamteindruck, kein volles Bild), sondern auch in den Details, indem er das Werk in seine Bestandteile, die harmonische und polyphone Struktur, gliedert; gesondert das Hauptsächliche, wie zum Beispiel die Melodieführung, und das "Zweitrangige", wie zum Beispiel die Begleitung, zu prüfen; sich besonders aufmerksam mit den entscheidenden "Wendungen" des Werkes zu befassen, zum Beispiel (wenn es eine Sonate ist) mit dem Übergang zum zweiten Thema oder zur Reprise oder zur Coda, allgemein gesprochen: mit den grundlegenden Orientierungspunkten der formalen Struktur usw. Bei einer solchen Arbeit eröffnen sich dem Schüler erstaunliche Dinge, nicht sofort erkannte Schönheiten, von denen die Werke großer Komponisten in Fülle Zeugnis geben. Darüber hinaus beginnt er zu begreifen, daß ein Werk, das im ganzen schön ist, auch schön in jedem seiner Details ist, daß jede "Kleinigkeit" ihren Sinn, ihre Logik, ihre Ausdruckskraft besitzt, weil sie ein organisches Teilchen des Ganzen ist. Diese Arbeit empfehle ich bei weitem eifriger zu betreiben, als die allgemein anerkannte Arbeit mit der linken und der rechten Hand gesondert, die ich in einigen besonderen Fällen zulasse - sie ist ebenso notwendig, wie die "Notausgänge" in einem Gebäude im Falle eines Brandes notwendig sind."

Wenn man dies mit Sachverstand liest, wird man feststellen, dass die künstlerische Arbeit an den musikalischen Details weit über das Trennen von rechter und linker Hand hinaus geht. Z.B: "Von fremden Ländern und Menschen" (Nr. 1 aus Schumann Kinderszenen) fordert seperates Üben der einzelnen Stimmen, Das Stück ist 3-stimmig, die Mittelstimme ist auf beide Hände verteilt. Weitere Beispiele: dreistimmige Inventionen und Fugen von Bach.

Übertriebenes "getrennt" Auswendiglernen wie es hier zum Teil empfohlen wurde hat noch einen bedeutenden Nachteil:
Man lernt nicht vom Blatt zu spielen, wenn man immer zuerst getrennt spielt. (Man lernt natürlich "einhändiges" Spielen.)

Ich persönlich unterrichte seit Jahren im Sinne von Neuhaus und habe guten Erfog damit.

Damit die Anweisung "so zu studieren, wie ein Dirigent eine Partitur studiert" Sinn macht, müssen die Stücke natürlich auf einer Schwierigkeitsstufe sein, die der Schüler in dieser Art und Weise bewältigen kann.

Noch eine Kleinigkeit wird durch das Neuhaus Zitat klar:

"die allgemein anerkannte Arbeit mit der linken und der rechten Hand gesondert"

Das Trennen von rechter und Linker Hand, von Chang "HS = Hands Separate = (im Wechsel) nur mit der LH oder RH spielen" genannt im Gegensatzt zu "HT = Hands Together = mit beiden Händen zusammen spielen" ist also weder eine neue, noch die Klavierpädagogik revolutionierende Erkenntnis.
 
Hallo Franz,

schön, dass du dich auch zu Wort meldest und spätestens jetzt Sachlichkeit und Sachverstand zurückkehren. (Und schön, dass du den Neuhaus in Anschlag bringst. :wink:)
Vorneweg: Ich bin weder Anhänger noch Gegner von Chang; sondern ich will schlicht erstens seine legendäre Methode nur endlich auch mal selbst ausprobieren und zweitens hier im Forum konstruktiver Kritik aussetzen. Auf zwei seiner Aussagen will ich zu seiner Verteidigung noch hinweisen:
1. Hat er ganz explizit gesagt, dass er keine neue Methode erfunden, sondern nur das zusammenfasst, was erfolgreiche Pianisten seiner Meinung nach schon immer genutzt haben und was oft dem naiven, "intuitiven" Vorgehen des Laien entgegensteht.
2. Das Üben HT hat natürlich bei ihm ebenso seine Berechtigung, nur meint er wohl, dass dies erst bei fortgeschritteneren Pianisten von Anfang an möglich ist. (Finde die Stelle nicht gleich, vielleicht hat sie ja einer parat.)
 
Ich hau mit in Wu Weis Kerbe und weise auf folgenden Thread hin:

Alles über den Online-Chang...

lasst Euch ruhig dort aus, auf dass wir alles zusammen haben...

Klavirus
 
@Klavirus
Ja, ich war mir auch nicht sicher, ob meine Fragestellung dort nicht besser aufgehoben wäre, aber es hätte diesen "Erfahrungsthread" vielleicht überlastet.
 
@Wolfgang: Vielleicht ist es ja auch so, dass Klavierspieler, die sich ihr Können nach einer vielleicht nicht so effektiven Methode schwer erarbeitet haben und schon viele Jahre so betreiben, einfach nicht WOLLEN, dass jemand was anderes findet und schneller voran kommt.

Manche machen halt Sachen so und so, "weils schon immer so war". Sagen jedenfalls alte Leute gerne...

Klavirus
 

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