guter Klavierunterricht ???

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Tönchen04, 8. Aug. 2006.

  1. Tönchen04
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    Tönchen04

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    Hallo !

    Da ich schon jetzt zum 3. mal einen neuen Klavierlehrer suche, habe ich mir in letzter Zeit viele Gedanken über den Unterricht gemacht. Was ist falsch gelaufen, was müßte das nächste mal besser sein ?!

    Jetzt würde mich doch mal interressieren, was für Euch guter Klavierunterricht bedeutet !
    Seit Ihr mit Eurem Unterricht zufrieden ? Wenn ja, was gefällt Euch so gut daran ? Was stört Euch, was könnte besser sein ?
    Gehen die Lehrer auf Eure Wünsche ein, oder stellt Ihr Euch auf den Lehrer ein.
    Wie läut der Unterricht ab ? Was sollte alles behandelt werden ( Theorie, Gehörbildung, verschiedene Epochen, Vierhändig zusammen spielen, Prima Vista - Spiel üben, Werkanalyse ).
    Haben Eure Lehrer ein Konzept, sagen Sie vorher was behandelt wird, oder gehen Sie eher nur auf das ein, was Ihr vorspielt ?

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir über Eure Erfahrungen berichtet und bin sehr gespannt, auf Eure Antworten !!!

    Gruß aus Berlin - Tönchen
     
  2. Kingofbali
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    Kingofbali

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    Hallo,

    für mich zeichnet sich guter Klavierunterricht aus durch:
    1. Eine Stunde in der Woche, auf die ich mich freue
    2. Das ehrliche und präzise Feedback des Lehrers (was war warum an welcher Stelle wie gut oder schlecht und wie kann ich es besser machen?)
    3. Ein Lehrer mit Konzept: Mischung aus Technik (Hinweise zu Übungen für gerade aktuelle technische Probleme, z.B. Terzläufe o.ä.), Etüden (als Übergang von Technik zum Hauptstück) und dem jeweiligen aktuellen Stück
    4. Flexibilität: wenn ich grad mal weniger oder mehr üben konnte, reagieren wir darauf
    5. Spass: auch mal etwas vierhändig spielen, einen alten Schinken auskramen, andere Spässchen
    6. Zusätzliche Vermittlung von Wissen über Komponisten, deren Werk und "notensprache", ihre Historie

    All das geht nur mit einem kompetenten Lehrer (kompetent in Technik, Didaktik, Wissen um Notenliteratur und Einschätzung meiner Grenzen) und gegenseitigem Respekt, es muss "passen" zwischen Schüler und Lehrer.

    Gruß
    Bernd
     
  3. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    So sieht´s aus. Wenn ein sehr guter Schüler auf einen sehr guten Lehrer trifft, kann es trotzdem sein, dass es nicht passt.
    Die besten Lehrer sind wohl die, die neben der Kompetenz ihren Unterricht individuell anpassen können, die Stärken des jeweiligen Schülers fördern und die Schwächen minimieren.
     
  4. Lini
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    Lini

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    Ich bin auch der meinung, dass es einfach passen muss.

    Ich hatte mal mit 10 jahren ein jahr lang klavierunterricht und mit diesem lehrer kam ich absolut nicht klar. Ich verstand nicht was er von mir wollte und er konnte auch absolut nicht verstehen wo meine probleme lagen. Das endete dann darin, dass ich nach einem jahr nicht mal noten lesen konnte...
    Als ich mit fast 17 jahren wieder anfing, bei der lehrerin die ich jetzt habe, hats einfach gepasst, ich kam die ersten stunden mit einem überschuss an glückshormonen aus dem unterricht...
    Für mich ist es zB auch wichtig, dass die lehrerin mir keinen druck macht, aber trotzdem mich nich in den boden lobt wenn ich garnix gemacht hat und genau das hat meine lehrerin drauf. Sie weiß wie sie mich motiviert und sie weiß auch wie sie mir sagen kann, dass meine leistung nich die tollste war ohne mir die motivation zu nehmen.


    Ich denke es ist recht schwer zu sagen welcher lehrer der beste für einen ist, das hängt ja nicht nur vom unterrichtsstoff ab, sondern auch von der symphathie etc
     
  5. Tönchen04
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    Tönchen04

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    Danke für Eure Antworten !

    @ Bernd : Hast Du so einen S U P E R Lehrer etwa ? :shock: Und was viel wichtiger ist, warum habe ich nicht so einen Lehrer ??? :evil: -
    Nein im Ernst, ich sehe das sehr ähnlich wie Du ! Du hast mir sozusagen von der Seele geredet, besser kann man es ja fast gar nicht formulieren !! :)

    @ Peter : Bei der Vorstellungsrunde hattest Du noch keinen Lehrer, hast Du inzwischen Unterricht ?

    @ Lini : Du hattest auch ca. 1 Jahr Unterricht, der Dir nicht wirklich Spaß gemacht hat .
    Ich frage mich im nachhinein auch, warum ich es jedesmal doch so recht lange ausgehalten habe, obwohl mir der Unterricht nicht gut gefallen hat. Bei meiner letzten Lehrerin hatte ich etwas über ein Jahr, aber ich mochte Sie halt sehr gern und habe gehofft, das ich Sie ein wenig dahin beeinflussen kann, das wir den Unterricht machen, so wie ich mir da halt vorstelle.
    Hat aber leider nicht funktioniert !

    Was ist mit Euch anderen ?? Wer hat denn schon mehr als 3 mal gewechselt ? Glaubt Ihr man bekommt es gleich mit, oder vielleicht doch erst nach einiger Zeit, ob es der richtige Unterricht ist ?

    Gruß - Tönchen !
     
  6. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Nein, ich habe leider keine Zeit im Moment für Unterricht. Selbst Üben/Spielen beinhaltet derzeit lediglich 10 Minuten am Tag "auf die Tasten hauen zum schnellen Stressabbau".
    Allerdings habe ich Lehrererfahung durch meinen Violinunterricht. Einer von vieren hat "gepasst".
    Ich denke ja. Wenn Du nach der ersten oder zweiten Stunde noch Zweifel hast und Dir nicht wirklich sicher bist, ob es der richtige Lehrer ist, fehlt das Vertrauen von Anfang an.
     
  7. Livia
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    Livia

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    Richtigen Klavierunterricht habe ich nicht, nur mit meiner Mutter und das ist ... naja :roll: :wink:

    Aber vom Saxophonunterricht kann ich was erzählen.
    Ich finde meinen Lehrer toll. Ich gehe zu meinem (leider nur) 2-wöchigen Unterricht mit Freude hin und gehe noch glücklicher vom Unterricht weg. Es ist einfach ... hm ... er kann mir so viel beibringen, entdeckt meine Fehler, hält sich nicht bei Kleinigkeiten auf (Verspieler) und ist noch dazu humorvoll :) .
    Ich hatte zum Glück noch kein Pech mit Lehrern.
     
  8. Hooly
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    Hooly

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    Ich habe erst einmal einen Wechsel vornehmen müssen, weil meine alte Klavierlehrerin mit dem Unterrichten aufgehört hat.Mein neuer Klavierlehrer hatte zu grundsätzlichen Dingen eine ganz andere Meinung als meine Klavierlehrerin, so dass es am Anfang immer zu Diskussionen gekommen ist: " Meine alte Klavierlehrein hat aber gesagt, dass..."

    Irgendwann kam ich zu dem Schluss, dass es so nicht mehr weitergehen kann und ich entweder mit dem Unterricht aufhöre oder mich ohne alles anzuzweifeln auf meinen neuen Lehrer einstelle. Ich habe mich dann für letzteres entschieden. Was soll ich sagen: ich bin begeistert!!! Ich habe deutliche Fortschritte gemacht und bin nach Jahren des Unterrichts immer noch sehr motiviert. Mein Klavierlehrer ist sehr engagiert und ruft mich auch teilweise in der Woche an, wenn ihm nachträglich noch etwas eingefallen ist, wie ein technisches Problem gelöst werden könnte.

    Ich kann nur jedem empfehlen, einem neuen Klavierlehrer eine Chance zu geben und sich zunächst auf vielleicht an Anfang ungewohnte Unterrichtsmethoden einzulassen. Einen anderen Lehrer kann man sich sonst später immer noch suchen.
     
  9. Petra
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    Petra

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    Hallo
    Für mich ist es auch wichtig das der Lehrer sich auch an meinen Zielen orientiert. Ich z.B möchte nur zum Spaß für mich ganz alleine Lieder die mir gefallen spielen können. Da muß der Unterricht anders aussehen wie bei jemandem der Studieren oder sonst was möchte. Ausserdem finde ich es wichtig das meine Lehrerin daran denkt das ich jeden Tag auch noch 10 Stunden Arbeiten muß, also nicht stundenlang üben kann.
    Gruß Petra
     
  10. Tönchen04
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    Tönchen04

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    Danke für Eure Antworten !

    Es ist gar nicht so leicht, einen guten Lehrer zu finden und herzlichen Glückwunsch an alle, die zufrieden sind !
    Ist ja toll, wenn es so schnell gleich klappt, Jemand zu finden, der nicht nur gut, sondern den man auch nett findet und zu dem man Vertrauen hat, was ich sehr wichtig finde !

    @ Hooly :

    Ja, natürlich hast Du recht, daß man sich auf den Klavierlehrer auch einstellen muß ! Das sehe ich genauso.
    Trotzdem werde ich bie der Suche meines nächsten Lehrers am Anfang klären, was er/sie überhaupt für wichtig hält. Sicher spielen da natürlich die eigenen Ziele die größere Rolle, d.h. wenn der Lehrer Theorie nicht wichtig findet, ich es aber lernen möchte, weil es dazugehört, brauche ich mich gar nicht erst auf den Unterricht einlassen !

    Gruß - Tönchen