Zum Klavierunterricht zusätzlichen Theorieunterricht nehmen?

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Sabrina-von-der-Ostsee

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21. Jan. 2022
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Hallo liebe Claviogemeinde,

Ich komme heute mit der oben im Titel genannten Frage zu euch.
Für den Kontext: Ich bin noch recht am Anfang, habe als Kind mal 2 Jahre Keyboardunterricht gehabt (und abgebrochen), hatte also ein wenig Vorkenntnisse, als ich dann endlich vor 3 Jahren mit Ü30 mit dem Unterricht fürs Klavier begann. Anfangs nahm ich eine halbe Stunde Unterricht, habe aber letztes Jahr auf 45min aufgestockt.
Neben der Arbeit an aktuellen Stücken behandeln wir natürlich auch Theorie, meist natürlich anhand des Notentextes und was dieser gerade hergibt. So weit, so normal.
Nun bin ich einigermaßen ambitioniert und meine Lehrerin meinte letztens zu mir, dass sie beim aktuellen Stück wusste, dass wir an einen Punkt kommen, an dem ich stocke, weil ich in der Theorie noch nicht so weit bin (wie bei der Praxis). Da gibt es einen Lauf in der rechten Hand, bei dem ich recht lange zum Lesen und Übertragen auf die Klaviatur brauchte, meine Klavierlehrerin meinte, sie erkenne den Akkord und könne dann eigentlich gleich erahnen, welche Noten zu spielen seien. Das ging sie dann mit mir zusammen durch und danach war es gleich ungleich einfacher. Das fiel mir bei den letzten Stücken schon öfter auf, dass Stücke einfach viel leichter zu durchdringen sind, wenn man die Theorie dahinter versteht und Muster erkennt. Aber auf die muss mich meine Lehrerin immer noch schubsen, komplett alleine erkenne ich sie noch nicht in neuen Stücken.
Meine Lehrerin meinte, dass sie denen, die ambitioniert sind, empfiehlt, zusätzlich Theorieunterricht zu nehmen, sie hätte damals als Kind selbst neben dem Klavierunterricht immer noch reine Theoriestunden jede Woche gehabt.


Auf der einen Seite denk ich mir, dass das definitiv Sinn ergibt, weil die Stunden doch sehr kurz sind und sich ja auch mit dem Spielen beschäftigen und Theorie da ein wenig kurz kommt.
Auf der anderen Seite denke ich, dass die meisten doch mit dem normalen Unterricht das Klavierspiel erlernt haben - samt Theorie.

Ich frage mich auch aus Kostengründen, ob ich mir die Theorie mit beispielsweise guten Youtube-Kanälen auch selbst erstmal etwas besser aneignen kann und ob da jemand Tipps für mich hat. Bücher habe ich bereits mehrere gekauft (finde es aber zum Erlernen doch besser, wenn jemand erklärt).

Ich hoffe auf konstruktive Gedanken zum Thema :)
 
Ob Youtube-Videos helfen? Es gibt gute Musiktheorie-Lehrbücher. Und wichtig ist dann: machen und hinhören! Gerade, was Harmonielehre betrifft, ist Routine im Machen und Hinhören eine wichtige Voraussetzung
 
Ich hab mir noch nicht allzu viel Theorie bei Youtube angeschaut, aber mir hat z.B. dieser nette Mann mit dem (Wiederholen des) Quintenzirkel(s) geholfen :D



Hast du denn ein Buch, das du empfehlen würdest? Und ja, die Routine im Theorielernen müsste ich mir aufbauen, das stimmt.
 
Sehr hilfreich fand ich

Wieland Ziegenrücker: praktische Musiklehre. Das ABC der Musik in Unterricht und Selbststudium.

Er behandelt nicht nur Harmonielehre.

Explizit für Harmonielehre:

Thomas Krämer: Harmonielehre im Selbststudium. (Wieso schreibt man das eigentlich mit Doppel-st, aber selbständig nur mit einem?)

Frank Haunschild: Neue Harmonielehre. Ein musikalisches Arbeitsbuch für Klassik, Rock, Pop und Jazz.

Michael Töpel: Leitfaden zur dur-moll-tonalen Harmonielehre. (Nur noch antiquarisch erhältlich, ein schreckliches Layout mit handschriftlichen Notenbeispielen, aber sehr gut und instruktiv geschrieben.)
 
Vielen Dank! Da schau ich mich später mal um :)

Es gehen beide Schreibweisen, selbstständig ist nach der "neuen" (so neu ist sie ja nun nicht mehr) Rechtschreibung auch korrekt.
 
Vielen Dank! Da schau ich mich später mal um :)

Es gehen beide Schreibweisen, selbstständig ist nach der "neuen" (so neu ist sie ja nun nicht mehr) Rechtschreibung auch korrekt.

Gerad mal 27 Jahre ist das her. So schnell können manche sich nicht umgewöhnen. :-)

An 'Stängel' musste ich mich auch erst gewöhnen. Schlimmer empfinde ich da die inkonsequente und seltsame Behandlung von ph.

Grüße
Häretiker
 
Ich möchte auch gerne noch meine Empfehlung für zusätzlichen Musikunterricht geben.

Bei reinem Instrumentalunterricht geht es hauptsächlich um die Bedienung des Werkzeugs, um Musik zu machen. Das geht besonders gut, wenn man schon Musiker ist (damit meine ich nicht den Beruf, sondern dass man die Sprache der Musik kennt, Musik versteht).

Wenn der einen gleichzeitig noch zum Musiker machen soll, muss dieser viel zu viel umfassen, was instrumentenunabhängig ist.

Die Bedienungsanleitung für einen Herd macht einen ja auch nicht zum Koch.
 
Bei reinem Instrumentalunterricht geht es hauptsächlich um die Bedienung des Werkzeugs, um Musik zu machen.
Klavierunterricht, der sich nur (oder „hauptsächlich“) darauf beschränkt, ist GROTTIG! Ich gebe aber zu, daß all die anderen wichtigen Themen ebenfalls Zeit in Anspruch nehmen.
Die Bedienungsanleitung für einen Herd macht einen ja auch nicht zum Koch.
Klavierunterricht sollte in jedem Falle (!) mehr sein als eine Bedienungsanleitung, wann und wie ich welche Taste herunterzudrücken habe.
 
sie hätte damals als Kind selbst neben dem Klavierunterricht immer noch reine Theoriestunden jede Woche gehabt.
War bei mir auch so. Ich hatte sogar erst mal ein Jahr nur Theorieunterricht, bevor ich an ein Instrument durfte. Fand ich, obwohl Ungeduld in Person, ok und rückblickend sehr hilfreich.
Ich frage mich auch aus Kostengründen, ob ich mir die Theorie mit...
Theoretisch ja (z.B. Musiklehre.at, progressive aufgebaut), praktisch ist Gruppenunterricht aber viel effizienter.
 

Ich hoffe auf konstruktive Gedanken zum Thema :)
...na, dann will ich diese Hoffnung mal zunichte machen... :teufel: :-D
Bücher habe ich bereits mehrere gekauft (finde es aber zum Erlernen doch besser, wenn jemand erklärt).
...wozu lesen lernen, wenn doch vorgelesen werden kann :teufel::-D eine Marktlücke: Harmonielehre-Hörbücher mit Erklärvideo-Abo
Sowieso sind Bücher out, verstaubt, old-school - und wenn die Schwarten nicht(s) erklären können, dann taugen sie nix. Seit wann liegt es am Leser, wenn er Finnegans Wake nicht schnallt?
Ich frage mich auch aus Kostengründen, ob
statt Klavier ein Briefmarkenalbum und statt teurem Unterricht Brieffreunde in aller Welt (da kommen die Briefmarken per Post angeflattert) gerade heute (Inflation, Kaffee wegen Ukraine teurer als je zuvor) unter wirtschaftlichen Aspekten nicht doch vernünftiger wären :teufel::-D

...die Ostsee hat weniger Salz, ihre Anrainer darum Mühe mit Büchern - die Nordsee ist salziger, kein Wunder, dass Fallerlsleben, Heine, Hugo u.a. Nordsee- und Atlantikinseln bevorzugten (nein, Thomas Mann und Maxim Gorki auf Usedom zählen nicht: die waren da nur kurz auf Urlaub (Mann) und zur Kur (Gorki))
 
Das ist nicht der Instrumentalunterricht, den Musiker brauchen (und bekommen) wenn sie nur ein zusätzliches Instrument lernen wollen.

Vielleicht braucht's ein konkretes Beispiel.
Wenn ich schon Geige spiele (und dazu umfangreichen allgemeinen Musikunterricht bekommen habe) oder in der Schule aufgepasst habe, brauche ich im Klavierunterricht nicht mehr beim Violinschlüssel und dem Notensystem anzufangen, sondern kann hoffentlich schon mit Harmonielehre etwas anfangen und im Idealfall Stücke analysieren.
 
Für mich sind die Erklärungen von Wikipedia am Einfachsten zu verstehen.
 
Sehr hilfreich fand ich

Wieland Ziegenrücker: praktische Musiklehre. Das ABC der Musik in Unterricht und Selbststudium.

Er behandelt nicht nur Harmonielehre.

Explizit für Harmonielehre:

Thomas Krämer: Harmonielehre im Selbststudium. (Wieso schreibt man das eigentlich mit Doppel-st, aber selbständig nur mit einem?)

Frank Haunschild: Neue Harmonielehre. Ein musikalisches Arbeitsbuch für Klassik, Rock, Pop und Jazz.
Genau die drei hätte ich auch empfohlen. (Töpel kenne ich nicht. )

Aber erst Ziegenrücker lesen/durcharbeiten und dann Krämer, der mMn deutlich anspruchsvoller ist.

Man kann "selbständig" oder auch "selbstständig" schreiben. Beides ist korrekt. Die ganzen Doppelschreibungen "verdanken" wir der Rechtschreibreform.
 
Ich finde, es gehört zu einem Muss des guten Klavierunterrichtes, dass wenigstens einfache Kadenzen mit Umkehrungen sowie das Erleben von Tonleitern - damit meine ich nicht sinnloses Raufundruntergerattere - dazu gehören.
Das geht flott und man kann es auch in einen 45 minütigen Unterricht einbauen.
Schliesslich ist es auch aus pianistischer Sicht wichtig, wie man Dreiklänge und deren Umkehrungen spielt und wie man schöne Tonleitern spielt. Da helfen Tutorials nur bedingt weiter. Sie erkennen nicht, was Du falsch machst. Ein Lehrer kann korrigieren.
Erfrag Dir das. Zu Beginn jeder Stunde eine Kadenz, eine Tonleiter und dann weiter im Text.
Sehr schön ist übrigens, wenn man sich mit dem harmonischen und melodischen Material des gerade studierten Stückes beschäftigt.
Ich kapiere es nicht, wieso bei so vielen Lehrpersonen die reine Notentextbewältigung das Einzige ist, was unterrichtet wird..
:013:
 
...na, dann will ich diese Hoffnung mal zunichte machen... :teufel: :-D

...wozu lesen lernen, wenn doch vorgelesen werden kann :teufel::-D eine Marktlücke: Harmonielehre-Hörbücher mit Erklärvideo-Abo
Sowieso sind Bücher out, verstaubt, old-school - und wenn die Schwarten nicht(s) erklären können, dann taugen sie nix. Seit wann liegt es am Leser, wenn er Finnegans Wake nicht schnallt?

statt Klavier ein Briefmarkenalbum und statt teurem Unterricht Brieffreunde in aller Welt (da kommen die Briefmarken per Post angeflattert) gerade heute (Inflation, Kaffee wegen Ukraine teurer als je zuvor) unter wirtschaftlichen Aspekten nicht doch vernünftiger wären :teufel::-D

...die Ostsee hat weniger Salz, ihre Anrainer darum Mühe mit Büchern - die Nordsee ist salziger, kein Wunder, dass Fallerlsleben, Heine, Hugo u.a. Nordsee- und Atlantikinseln bevorzugten (nein, Thomas Mann und Maxim Gorki auf Usedom zählen nicht: die waren da nur kurz auf Urlaub (Mann) und zur Kur (Gorki))
So steigen Sie hinab von Ihrem hohen Rosse, der Gaul ist längst tot.
 
@Sabrina-von-der-Ostsee : mal anders rum gefragt: Wie lange müsstest Du den Theorieunterricht mindestens buchen und wie teuer wäre es?
 
Ich finde, es gehört zu einem Muss des guten Klavierunterrichtes, dass wenigstens einfache Kadenzen mit Umkehrungen sowie das Erleben von Tonleitern - damit meine ich nicht sinnloses Raufundruntergerattere - dazu gehören.
Das geht flott und man kann es auch in einen 45 minütigen Unterricht einbauen.
Schliesslich ist es auch aus pianistischer Sicht wichtig, wie man Dreiklänge und deren Umkehrungen spielt und wie man schöne Tonleitern spielt. Da helfen Tutorials nur bedingt weiter. Sie erkennen nicht, was Du falsch machst. Ein Lehrer kann korrigieren.
Erfrag Dir das. Zu Beginn jeder Stunde eine Kadenz, eine Tonleiter und dann weiter im Text.
Sehr schön ist übrigens, wenn man sich mit dem harmonischen und melodischen Material des gerade studierten Stückes beschäftigt.
Ich kapiere es nicht, wieso bei so vielen Lehrpersonen die reine Notentextbewältigung das Einzige ist, was unterrichtet wird..
:013:
Meine Lehrerin erarbeitet mit mir auch Theorie, so ist's nun nicht. Sie meinte nur, dass 45min die Woche schwerlich ausreichen, um das alles genügend abzudecken. Ich bitte manchmal um reine Theoriestunden (manchmal, wenn ich berufsbedingt mal nicht geschafft habe, am aktuellen Stück zu arbeiten) und an den aktuellen Stücken arbeiten wir uns natürlich auch immer an Theorie ab.
 

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