Gute Klavierschule für Kinder

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SingSangSung

SingSangSung

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Liebe Klavierlehrerinnen und Klavierlehrer, liebe Eltern,

welche Klavierschulen für ein 6jähriges Kind könnt ihr empfehlen?

Ich selbst habe mit der Willi-Schneider-Klavierfiebel gelernt, ich könnte mir denken, dass sich da zwischenzeitlich was getan hat.

Zweite Frage: Würdet ihr Euer Kind selbst unterrichten? Ich habe schon vor einem Jahr meinen Sohn versucht, etwas ans Klavier heranzuführen, das klappte nicht so.

Heute hab ich es wieder probiert, und er hat gleich Feuer gefangen. Momentan experimentiert er mit den schwarzen Tasten + Pedal :) Er ist jetzt fast 7 Jahre alt.

Ich habe Schulmusik studiert mit Hauptfach Klavier und während des Studiums auch unterrichtet. Allerdings hatte ich natürlich keine Klavierdidaktische Ausbildung. Dennoch beobachte ich im Bekanntenkreis, dass es sehr viele Menschen gibt, die Klavier unterrichten und das schlechter können als ich (sowohl von der Ausbildung her als auch vom pädagogischen Talent), aber natürlich auch viele, die das besser machen.

Ich denke, dass ein externer Klavierlehrer für eine höhere Motivation sorgen könnte, weil es dann etwas "besonderes" ist. Auch möchte ich natürlich meine Vater-Sohn-Beziehung nciht belasten, wenn es mal nicht so läuft.

Was meint Ihr?

LG

SingSangSung
 
40er

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Meine beiden Kleinen haben am Anfang den Circus Pianissimo gehabt. Noten werden anfangs über eine kindliche Symbolik dargestellt, die nach und nach verschwindet. Ohne KL keine Chance!!!
Bei der kleinen auch mit KL erhebliche Motivationsprobleme in der letzten Zeit. Beim grösseren läuft es immer besser.

40er
 
S

schmickus

Guest
Auf jeden Fall einen guten externen Lehrer nehmen. Verdruss ist sonst programmiert.
Kriterien: Sehr gute Klassenvorspiele, Flügel.
 
Rheinkultur

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Ich habe Schulmusik studiert mit Hauptfach Klavier und während des Studiums auch unterrichtet. Allerdings hatte ich natürlich keine Klavierdidaktische Ausbildung. Dennoch beobachte ich im Bekanntenkreis, dass es sehr viele Menschen gibt, die Klavier unterrichten und das schlechter können als ich (sowohl von der Ausbildung her als auch vom pädagogischen Talent), aber natürlich auch viele, die das besser machen.
Wer Schulmusik studiert hat, dürfte in den Bereichen Pädagogik und Didaktik eine solide Basis mitbekommen haben und ist gegenüber denen, die weitgehend oder ausschließlich künstlerische Studien in Verbindung mit dem Instrument betrieben haben und dennoch (auch) unterrichten, sicherlich im Vorteil. Von "allgemeiner" Didaktik zur Fachdidaktik zu gelangen, das dürfte leichter zu bewerkstelligen sein als didaktisch bei Null anzufangen. Im Bekanntenkreis beobachten, wie man mit der Musikvermittlung in der Praxis zurechtkommt, ist sicherlich hilfreich, schließt aber die Selbstbeobachtung in gleicher Eigenschaft nicht aus: Wie fühlst Du Dich in der Lehrerrolle? Und wie fühlt sich die Gegenseite in der Schülerrolle? Bei Deinem ersten Anlauf hatte Dein Sohn noch nicht das Einschulungsalter erreicht - da kann es an vielen Faktoren liegen, dass es mit dem Einstieg nicht so recht funktioniert hat. Inzwischen zeigt er sich offensichtlich aufgeschlossen und interessiert - also keine schlechten Voraussetzungen, am Instrument weiterzukommen.

Ich denke, dass ein externer Klavierlehrer für eine höhere Motivation sorgen könnte, weil es dann etwas "besonderes" ist. Auch möchte ich natürlich meine Vater-Sohn-Beziehung nicht belasten, wenn es mal nicht so läuft.
Es gibt gelungene Beispiele für beide Varianten. Hier könnte man nur eine Empfehlung zu geben versuchen, wenn man in Eurem Fall sowohl Lehrkraft (Dich in Personalunion mit dem Vater-Sein) als auch Schüler (Dein Sohn in Personalunion mit der Rolle als Klavierschüler) persönlich kennt und Aktions- und Reaktionsvorgänge während einer Unterrichtssitzung beobachten kann. Alles andere sind vage Ferndiagnosen, die Euch beiden in der Realität nicht weiterhelfen werden. Wenn Du eine externe Lehrkraft als etwas "Besonderes" ansiehst, weil die alltägliche Routine zunächst wegfällt, wird sich das über einen kurzfristigen Zeitraum hinaus bald ändern. Nach einigen Monaten kennt man sich und das innovative Element muss beständig weiterentwickelt werden - das gilt auch für externe Klavierlehrer, die nur dann Interesse für das Musizieren wecken und erhalten können, wenn ein solches auch vorhanden und Durchhaltevermögen gegeben ist. Am problematischsten ist vermutlich die Abgrenzung zwischen dem Handeln (Lehrer- und Schüler-Funktion), das auch beendet werden könnte, und dem Sein (Vater-Sein und Sohn-Sein), an dem nichts zu ändern ist. Ich kenne fachlich, pädagogisch und menschlich exzellente erfolgreiche Klavierpädagog(inn)en, deren ebenfalls pianistisch tätige Kinder stets extern studiert haben.

LG von Rheinkultur
 
Stilblüte

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Ich hatte ganz am Anfang Klavierunterricht bei meinen Eltern (Mutter?), die ebenfalls beide u.a. Klavier unterrichten. Anscheinend war ich aber sehr trotzig und besserwisserisch, so dass ein anderer Lehrer her musste, vor dem ich Respekt hatte und das Gesagte auch annehmen konnte. Ich hab kaum Erinnerung daran, aber meine Trotzphase dauerte weiterhin an. Im externen Unterricht aber anscheinend nicht, da war ich glaub ich brav.
Anfangs haben meine Eltern mich beim Üben unterstützt (zugehört, daneben gesetzt, erklärt), wobei das auch irgendwann aufgehört hat, damit ich selber Üben lerne.

Einer meiner Klavierlehrer hat dagegen mehrere Kinder, von denen er glaub ich auch zwei immer selber unterrichtet hat. Sie können auch ein bisschen spielen (Chopinwalzer, Grieg lyrische Stücke z.B.), offenbar hat das da funktioniert. Ich glaube, er hätte sich gewünscht, dass die auch noch etwas besser werden (wollen). Warum daraus nicht so viel wurde, weiß ich nicht. Ob es am Vater als Lehrer lag, kann man nur spekulieren. Der älteste Sohn jedenalls hat sich ins Schlagzeug geflüchtet ;)

Anderer Fall: Ich kenne einen sehr guten Klavierstudenten, der jahrelang bei seinem überaus erfolgreichen Vater (Professor) Klavierunterricht hatte. Zwischenzeitlich war er mal bei anderen Lehrern, inzwischen setzt er sein Studium auch woanders fort. Dort hat es offensichlich sehr gut funktioniert. Aber es ist doch grundsätzlich ratsam, im Leben mehr als nur einen Lehrer zu haben (wenn man nicht gerade Evgeni Kissin ist)

Man kann es ja ausprobieren und wird merken, wenns nicht funktioniert. Dann kann man immernoch einen Lehrer suchen.
 
SingSangSung

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Danke erst mal für die vielen Antworten. Chiarina hat mir im Chat ja gestern auch eine Klavierschule empfohlen, die habe ich mir bestellt.

Ich werd´s dann mal ausprobieren mit dem Sohnemann, gleichzeitig aber die Fühler nach guten Lehrern hier ausstrecken.
 
SingSangSung

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So, die ersten zwei Klavierstunden sind rum.

Ich habe die Maus, Band 1, gekauft. Das erste, was mein Sohn machte, als er das Heft in die Hand bekam, war, durchzublättern bis die ersten Noten kamen ;) Die wollte er dann erklärt haben.

Ok, dann haben wir die ersten beiden Lektionen in je einer Klavierstunde durchgenommen, das klappte gut und machte Spaß. Motorik gut, Konzentration gut, Merkfähigkeit mittel.

Dadurch, dass ich mehr als eine "Stunde" pro Woche geben kann, ist der Schwierigkeitsgrad der Maus ok. Sonst wäre wohl was gleich mit Noten besser, da er sich dafür ja offenbar interessiert. Wir spielen die Stücke aber aus dem Notenheft, da bringe ich nebenher auch schon etwas die Noten bei.

Anschließend experimentiert er immer noch etwas herum. Diesmal hat er die Terzen aus dem Schornsteinfegerlied genommen und mit Pedal auf verschiedenen Tonstufen wiederholt, fand ich gut :)
 
C

chiarina

Guest
Lieber SingSangSung,

wenn du Lust hast und es deiner Meinung nach passt, kannst du Noten folgendermaßen einführen:

- erst über freie Improvisationen/Klanggeschichten im Verbund mit graphischer Notation gehen (die Mausschule gibt da Beispiele ....), so dass die Notation hohe Töne oben, tiefe Töne unten ..... und die Schreibweise "von links nach rechts" erfasst wird; man kann auch erst mal auf einem stehenden Din A4 Blatt o.ä. rechts gespielte Töne (= hoch) rechts aufmalen und links gespielte (=tief) links aufmalen und dann das Blatt um 90° drehen - dann sind die rechts aufgemalten, also hohen Töne automatisch oben...); meist deutet sich da schon das Problem an, dass Noten wie Texte immer von links nach rechts gelesen werden. Vorschulkinder, die mit rechts und links oft noch nichts anfangen können, notieren aber abwärts geführte Melodieverläufe gern nach links, weil sie so ja auch spielen.

- Lieder spielen wie "Alle meine Entchen" nach Gehör, mit der Hand Melodieverlauf nachzeichnen, während man singt, Melodieverlauf als Linie grob zeichnen und dann aufschreiben (unbedingt extra Notenhefte mit großen Notensystemen für dieses Alter nehmen!)

- Melodien mir drei, später mehr Tönen erst nachsingen lassen, dann nachspielen, auch mit der Hand nachzeichnen und aufschreiben

- parallel dazu C-Dur Tonleiter rauf und runter singen und spielen, auch mal nur singen und nur auf die Tasten zeigen (kann man auch mit 2 oder drei Tönen machen), mit der Hand die Tonhöhen mitzeigen oder auch am Körper (Solmisation ist auch eine Möglichkeit)

- parallel dazu Spiele mit 5 langen Fäden machen (Wolle o.ä.), die man parallel wie ein Notensystem in entsprechend weiten Abständen auf den Boden legt. Schüler kann so ganzkörperlich 1. Notenlinie, 1. Zwischenraum etc. erfahren, in dem er hüpft, geht, singt ...........der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt (z.B. die Assoziation mit einer Leiter, die man dann auf den Boden legt....)

Das nur mal sehr, sehr grob als Anstoß zu eigenen Ideen (habe leider keine Lust, ganze Romane zu schreiben :p)

Liebe Grüße

chiarina
 
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