Garderobe Klavierspieler

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Sushi

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Hi,
wie kleidet man sich am geschicktesten als Klavierspieler für Konzerte (für Klavierkonzerte mit Orchester/ solokonzerte) ein? Die Frage hört sich eventuell für den einen oder anderen ziemlich bescheuert an, aber ich hab einfach das Problem, dass ich mich im Anzug "eingequetscht" fühle (zumindest beim Klavierspielen fehlt mir gefühlt die nötige Freiheit).

LG
 
fisherman

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Schau Dir mal Fazil Say an - dem seine Jäckchen sehen sehr bequem aus. ;-)
 
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Sushi

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Billig gekauft sind diese allemal nicht, meine Figur ist grade wie ein Strich (sprich, ich kann alles anziehen) und die Anzüge passen mir normal ja auch sehr bequem. Nur beim Klavierspielen finde ich sie irgendwie unbequem.

Naja wenn noch wer ein heißen Tipp für mich hat, ich bin dafür offen ;)
LG
 
fisherman

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[video=youtube;uj158c_4e0M]http://www.youtube.com/watch?v=uj158c_4e0M[/video]
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Nun, seine Kappe hätte er abnehmen können. Aber ein TEUER AUSSEHENDER ;-) schwarzer Rollkragenpullover ist immer ein Option. Gleiches gilt für weit geschnittene Jacken ohne Revers.
 
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schmickus

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Sieht beides besch... aus. Kann man sich nur leisten, wenn man schon bekannt ist.
 
fisherman

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Falsch, Schmickus. Es sieht FÜR DICH besch... aus. Und Du meinst wirklich: Solange man nicht bekannt ist, sollte man sich kleiden wie ein Konfirmand?
Ich sage - es ist sch...egal, was Du anziehst, solange Du ehrlich und authentisch bist. Die Menschen spüren das! Und drum habe ich noch nie jemand die Nase über Says oder Guldas Garderobe rümpfen sehen. Von den Damen der "gehobenen" Schicht mal abgesehen - aber wenn interessieren diese Hennen? ;-)
 
.marcus.

.marcus.

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Ich finde diese schwarzen Jacken, die Pierre-Laurent Aimard meist anzieht, auch schön. Sieht ebenfalls bequem aus.

lg marcus
 
Moderato

Moderato

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Ein Frack ist durchaus bequem, sagt mir mal ein konzertierender Pianist.
 
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schmickus

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Falsch, Schmickus. Es sieht FÜR DICH besch... aus. Und Du meinst wirklich: Solange man nicht bekannt ist, sollte man sich kleiden wie ein Konfirmand?

Nein, lieber Fisherman, es sieht objektiv besch... aus. Über Karnevalsjacken in Übergröße und zu enge Pullis, die jede Speckfalte betonen, kann man nicht anders befinden. Missgriffe.
Was jetzt gut sitzende Anzüge, die den Namen verdienen, getragen von volljährigen Berufsmusikern, mit Konfirmanden zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht.
Authentisch? Ein zu oft bemühtes Wort, um schlechten Geschmack und/oder Missachtung/Geringschätzung von Werk und Publikum schönzureden.
 
fisherman

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Nanana, wer ist denn so verbittert? "Karnevalsjacken" ist bestimmt nicht politisch korrekt ;-). Und dass der Gulda nicht den richtigen Pulli anhat, weiß ich schon. Ich stelle eine Hypothese auf: Gib dem richtigen !!! Mann auf der Bühne einen wirklich tollen, passenden und wertvollen Rollkragenpulli und es wird keiner merken, dass er "falsch" gekleidet ist.

Was jetzt gut sitzende Anzüge, die den Namen verdienen, getragen von volljährigen Berufsmusikern, mit Konfirmanden zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht.
Leider passen diese oft nicht wirklich, manchmal sind sie richtiggehend abgetragen oder (Berufskleidung?) nicht mal piccobello sauber. Kann man bei vielen Orchestern sehen - weniger natürlich am Klavier. Was mich immens stört: Jeder trägt einen schwarzen Anzug, aber es sind leider alles unterschiedliche Schwarztöne - knapp daneben ist halt auch vorbei.

Mit der Wertschätzung hast Du nicht unrecht: Vom Dienstleister Barpianist" erwarte ich Anzug oder Dinner-Jacket, aber der KÜNSTLER, der Solist auf der Bühne, der darf gerne seinen persönlichen Stil einbringen. Soll ja kein unsichtbarer Radioersatz sein...
 
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schmickus

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Ich stelle eine Hypothese auf: Gib dem richtigen !!! Mann auf der Bühne einen wirklich tollen, passenden und wertvollen Rollkragenpulli und es wird keiner merken, dass er "falsch" gekleidet ist.

Absolut einverstanden.

Zu Anzügen der Kategorie Sparkassen-Azubi:

Leider passen diese oft nicht wirklich, manchmal sind sie richtiggehend abgetragen oder (Berufskleidung?) nicht mal piccobello sauber. Kann man bei vielen Orchestern sehen - weniger natürlich am Klavier. Was mich immens stört: Jeder trägt einen schwarzen Anzug, aber es sind leider alles unterschiedliche Schwarztöne - knapp daneben ist halt auch vorbei.
Ja, furchtbar.
Da wären wir doch wieder *fast* einer Meinung... :D
 
Dilettantja

Dilettantja

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(...) die Anzüge passen mir normal ja auch sehr bequem. Nur beim Klavierspielen finde ich sie irgendwie unbequem.

Naja wenn noch wer ein heißen Tipp für mich hat, ich bin dafür offen ;)

Hallo Sushi,
ich habe keine Anzug-Alternative für dich und kann auch nicht wirklich mitreden - weder was Anzüge betrifft, noch das regelmäßige Konzertieren. Ich kenne jedoch einen professionellen Musiker (keinen Pianisten), der in den letzten Proben vor einem Auftritt auch schon die Konzertkleidung (= Anzug, mindestens aber die Jacke) trägt, eben weil es sich anders anfühlt und auch schon einmal Ärmelknöpfe ungewollt im Weg sein können... Klingt vielleicht ein bißchen seltsam, macht aber doch Sinn.
Gehört das für dich auch zur Vorbereitung? Falls nicht, könnte es ja eine Idee sein, das mal auszuprobieren.
LG, Dilettantja
 
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Holgus

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Wenn ich den Titel lesen, muss ich an den Pianisten denken, der an unserer Hochzeit am Abend gespielt hat. Man kann ihn auch als Clown buchen, aber das haben wir an dem Tag nicht gemacht. Aber wenn man das wusste, konnte man im Ansatz erahnen, wie seine Auftritte als Musikclown aussehen könnten. Braune Korthose, dunkelrote Jacke. Unüblich, aber nicht unangebracht. Bequem, aber nicht gammelig. Alles vielleicht eine Nummer weiter als optisch nötig, aber nicht schlabberig. Passte zu ihm und war authentisch. In einen Schwarzen Anzug sollten man ihn bestimmt nicht zwingen. (Bei seinem Können hätte ich ihm aber selbst eine Clownsmaske nicht übel genommen.)

Stilfindung ist bestimmt nicht einfach und funktioniert kaum von selbst. In meinem Beruf bleiben mir solche Probleme zum Glück erspart. Ich wäre hoffnungslos verloren und würde mich beraten lassen.
 
LMG

LMG

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Der berühmte und wichtige Geiger Nigel Kennedy sagt in seiner Biographie "Spielen ist alles", c. 1992, Folgendes:

Ich halte es zwar für eine menschliche Schwäche, aber es ist nun mal so, dass wir Dinge in vertrauter Verpackung mögen. Zu brauner Soße gehört einfach als Etikett das Bild vom Parlamentsgebäude, Kräutertee würde in einer roten oder blauen Verpackung ziemlich komisch aussehen, während ein Bankmanager in Jeans manche Kunden abschrecken würde.

Dass ich, wie ich meine, eine AUsnahme von dieser Regel bin, ist für mein Weiterkommen gleichzeitig förderlich und hinderlich.
Die Kleidung, in der ich auftrete, ist ehrlich gesagt nicht das Ergebnis geschickter Berechnung.

( Anm. Olli: Fasse das Folgende zusammen: Er kam zu spät zum Auftritt und konnte am Sonntag in England nur auf dem Camden Market ein paar gebrauchte Sachen kaufen: Schwarzen Smoking, Hose, Weste, weißes Hemd ohne Kragen - daher brauchte er keine Krawatte - schwarze altväterliche Schuhe "Vorkriegsware" ).

Doch da sich niemand daran zu stören schien, gab ich mich ganz der Sache der Musik hin. Und siehe da, die Show kam gut an, und die Kritiker nahmen mich nicht auseinander. Das fand ich interessant, denn ich fühlte mich in diesem Kostüm - von den Schuhen mal abgesehen - wunderbar leicht und frei beweglich. Beim Geigespielen muss man sich ständig mit Krawatten, Rockaufschlägen und Jacketts rumschlagen, denn die schränken die Bewegungsfreiheit unheimlich ein. Aber nachdem ich mal ein Konzert ohne solche Hemmnisse gemeistert hatte, sagte ich mir, warum nicht immer so ?

Doch wurde daraus natürlich ein Stein des Anstoßes - und was für einer! Von nun an betrachtete man mich im Musikgeschäft wie in den Medien unweigerlich als eine Art "Off-Beat". Da dies aber nun mal so war, störte es auch nicht weiter, wenn ich mir Trophäen und Glücksbringer an die Jacke heftete. Sollte ein Bergkristall wirklich Energie anziehen oder sonstwie helfen, dann braucht ein Geiger ihn sicherlich nirgendwo dringender als auf der Bühne.[...]

Ich sah mir die Frauen an, die sich in der klassischen Musik umtun. Niemand hätte ihnen je vorschreiben können, in was für einem Kleid sie auftreten oder wie sie frisiert sein sollen.[...]

( Anm. Olli: Zum Haarschnitt sagt er: )

Nebenbei gesagt, erregt man zwar als gefeierter Geiger aus dem fernen Russland möglicherweise die Aufmerksamkeit der "Puristen" etwas leichter, aber derart lange Haare sind beim Geigespielen völlig unpraktisch. Hier kann viel eher der Verdacht aufkommen, dass sich jemand nur ein bestimmtes Image geben will, als wenn einer sein Haar an den Seiten kurzgeschoren trägt, damit es ihm nicht im Weg ist. Die gelegentliche Unterstellung, es handle sich nur um eine Masche, ich wolle eben mit diesem Haarschnitt nur als Punk-Geiger auffallen, stört mich nicht groß. [...]

Frauen dürfen auf dem Konzertpodium bis zu einem gewissen Grad tragen, was sie wollen, während alle Männer immer in die gleichen Klamotten gezwängt werden. Hier zweierlei Maß anzulegen ist völlig falsch, und es überrascht keineswegs, wenn das Publikum die männlichen Orchestermitglieder kaum als Individuen wahrnimmt, solange das Management bestimmt, dass sie allesamt auf der Bühne gleich gekleidet sind.[...]

Lasst Euch niemals von den Vorstellungen Eurer Lehrer oder Lehrerinnen einengen. Wenn ich ins Publikum schaue, dann könnte ich in ihm leicht nur die kompakte, gleichförmige Masse sehen. Aber dann fällt mir wieder ein, dass es nicht das Publikum, sondern eine Lehrerin war, der es nicht passte, dass ich mein Jackett auszog. Nicht alle Leute nippen nach einem Konzert zu Hause ehrfürchtig neben einer Mozartbüste an einem Sherry. In ihren Schallplattensammlungen stehen auch Jazz-, Rock- und Pop- Platten; Der schwarze Anzug und das lange Abendkleid hängen neben Nietenjacke und Jeans. Die Beschränktheit geht nie vom Publikum aus; es sind vielmehr die engen Grenzen des Unterrichts und der etablierten Verhaltensweisen, die vieles unterdrücken. Lernt alles, was es zu lernen gibt, aber gebt niemals Eure eigenen Ziele auf! [...]

Und..was ich selbst aus Erfahrung sagen kann, ist nicht viel, habe nur 2 Mal öffentlich gespielt, nehmen wir Abi 1990 Abschlusskonzert:

1. ) Weinrotes Sakko, weißes Hemd, und entweder Fliege oder Samtband geschleift, wie Doc Holliday am OK Corral - ich glaub das hatte ich an, das mag ich lieber als ne Fliege. Wichtig war, dass WEDER Hemd- noch Sakko-Manschetten die Handgelenke störten !! Das mag ich GAR NICHT !! Beides muss ANGENEHM zu tragen sein!

2. ) Graumelierte, leichte Hose mit Bügelfalte, aber dennoch ANGENEHM und LEICHT !!

3. ) SCHUHE: GAAANZ wichtig, wegen Pedalkontrolle. Und da würde ich - so wie damals - NUR Dr. Martens Halbschuhe tragen. Damals waren es die schwarzen, heute sinds Weinrote. Außerdem halten die JAHHHRELANG !!! Und sind, wenn einmal längere Zeit getragen SUPERANGENEHM !!! Die besten Schuhe der Welt. Meines Erachtens. ;)

Stimme übrigens Kennedy VOLL ZU, vor allem beim Punkt "Bewegungsfreiheit" !!

LG, Olli ! ;)
 
C

Curby

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Willkomen im 21. Jahrhundert. Die Zeit der Anzugpflicht ist hoffentlich endgültig vorbei. Weder als Pianist, beim Vorstellunsggespräch, Abendessen oder Abifeier. Mir wurde erzählt, wer bei meiner Schule vor 50 Jahren bei der Zeugnissübergabe nicht "wohlgekleidet" kam, hat dieses nicht ausgehändigt bekommen..

Nein, lieber Fisherman, es sieht objektiv besch... aus. Über Karnevalsjacken in Übergröße und zu enge Pullis, die jede Speckfalte betonen, kann man nicht anders befinden. Missgriffe.
Was jetzt gut sitzende Anzüge, die den Namen verdienen, getragen von volljährigen Berufsmusikern, mit Konfirmanden zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht.
Authentisch? Ein zu oft bemühtes Wort, um schlechten Geschmack und/oder Missachtung/Geringschätzung von Werk und Publikum schönzureden.

Was hat die Verweigerung von einem Dresscode mit Missachtung des Publikums oder einem schlechten Geschmack zutun? Ich trage was mir gefällt, basta! Allein die Frage finde ich absurd.
 
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Anna Lemma

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Der berühmte und wichtige Geiger Nigel Kennedy sagt in seiner Biographie "Spielen ist alles", c. 1992, Folgendes:

Mist, jetzt wollte ich eigentlich das Kennedy-Zitat über die angebliche Bevorzugung der Frauen einbinden, bin aber zu blöd dazu :mad:

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass es praktisch keine Figur/Statur gibt, der ein Frack nicht schmeichelt? Ich wünschte, solch ein Universal-Kleidungsstück gäbe es auch für Frauen. Wir haben es da, gerade weil die Konvention uns viele Freiheiten lässt, sehr viel schwerer. Rückblickend erinnere ich mich leider an viele schlimme Modesünden aus meiner Zeit als Chorleiterin :oops:

Zum Glück kenne ich keinen einzigen Musikliebhaber, dem ein Konzert nicht gefallen hätte, weil die Musiker nicht nach seinem Geschmack gekleidet waren.
 
 

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