Fragen eines Anfängers

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Chibo123

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Hallo, ich hätte ein paar allgemeine Fragen bezüglich des Klavierspielens.
Ich habe vor 2 Wochen mit keinerlei Vorkenntnissen angefangen zu spielen und habe mich für den autodidaktischen Weg entschieden. Ich habe mir den Heumann Band 1 gekauft (leider erst zu spät gesehen, dass dieses Lehrbuch scheinbar nicht gut geeignet ist und es bessere Alternativen gibt) und bin jetzt bei 4/5 des Buches und komme gut voran (konnte alle Stücke einigermaßen gut durchspielen wobei mich teilweise die Auswahl der Stücke sehr demotiviert hat diese zu perfektionieren). Akkorde, Tonleitern in Dur und Moll etc. sind alles kein Problem, auch mit größeren Sprüngen komme ich ziemlich gut zurecht. An sich gefällt mir der Aufbau des Buches nur die Auswahl der Stücke lässt teilweise zu wünschen übrig. Ich habe mich auch dazu entschieden ab nächstem Monat mindestens 2 mal im Monat Klavierstunden zu nehmen damit ich mir nicht gleich Fehler aneigne die ich mir dann wieder abgewöhnen muss. Im Moment übe ich ca. 2-3 Stunden am Tag.

Nun meine Fragen: 1. Soll ich mir den zweiten Heumann Band überhaupt kaufen? (wenn nicht evtl. 2. Band von der russischen Schule?)
2. Gibt es zusätzlich noch weitere Lehrbücher die sich gut für Anfänger eignen? (Hatte das Hanon Buch im Auge um Muskeln und Koordination zu trainieren)
3. Woran würde ich einen guten Klavierlehrer erkennen?
4. Mein Ziel ist es bis Ende August das Präludium 1 von Bach zu können. Ist das realistisch?

Ich wäre für jegliche Hilfe, Tipps und Anregungen sehr dankbar!
 
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Lustknabe

Guest
Akkorde, Tonleitern in Dur und Moll etc. sind alles kein Problem

Oh doch, meinst du es Ernst, dann wird das unter anderem noch sehr lange ein "Wegbegleiter" sein.

ab nächstem Monat mindestens 2 mal im Monat Klavierstunden zu nehmen damit ich mir nicht gleich Fehler aneigne die ich mir dann wieder abgewöhnen muss.

Das ist sehr gut!

Woran würde ich einen guten Klavierlehrer erkennen?

Ganz ehrlich: als Anfänger kaum. Als ich meine ersten Stunden nahm, konnte ich noch gar nicht einschätzen wohin die Reise ging.

Grundlegend solltest du darauf achten wie sturköpfig dein Lehrer Wert darauf legt Lehrinhalte zu vermitteln.

Wie präzise er mit dir Stücke durcharbeitet, was auch heißt das du lernst alles zu binden über möglichst optimale Fingersätze.

Er sollte dir auch Musiktheoretisch einiges dazu sagen können.

Überhaupt geeignete Übungen für dich finden, die deinen Problemzonen entgegenwirken.

Ihr müsst nicht beste "Freunde" werden!!! Schnatter nicht zuviel.

Nimm dir, wenn möglich keine musikschule, sondern such dir nen privatlehrer. Aber nicht son Möchtegernhalsabschneider KL, sondern nen studierten. Notfalls nen Studenten selber, wobei nen ausgebildeter Lehrer wohl vorerst besser ist, da du von 0 anfängst. Studenten haben glaub dafür keinen Nerv. Es gibt Listen im Internet zu finden von akademischen Kl's. Such dir die raus, die auch Anfänger unterrichten, und schreibe die an.

Tu dir selber den Gefallen und zeige recht früh, dass du es Ernst mit dem spielen meinst. Du als Späteinsteiger bist in der Bringpflicht :-)

Ansonsten sollte das erste Präludium nach deinem Maßstab machbar sein. Aber der Kl wird es dann besser beurteilen können. Ich hatte es damals auch in den Fingern (mehr aber auch nicht, der kopf war damals noch abgeschaltet:-D) bevor ich meinen ersten KL fand.

Viel Vergnügen beim unendlichen Üben:super:

LG lustknabe
 
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elli

Guest
Kauf dir keine Schule voreilig, wenn du Unterricht nehmen willst, sondern greife erstmal auf historische Schulen zurück, die im Netz frei verfügbar sind. Diese waren nämlich durchaus zum Selbstlernen aufgebaut und sind anspruchsvoller als heumann und co Z.B.

http://imslp.org/wiki/Special:ImagefromIndex/105777

z.B. wohl anspruchsvoll genug Seite
upload_2015-7-10_7-38-25.png

mit Vorbereitung dazu unter anderem
upload_2015-7-10_7-39-55.png

besseres wirst du nicht finden, die russische Schule geht nur mit Lehrer!!!!!
 
chrischen

chrischen

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Guten Morgen @Lustknabe

warum explizit keine Musikschule?

Also ich bin seit Mai in an der Musikschule angemeldet. Unterrichtet werde ich von einer jungen Studentin (Violine & Gesang auf Lehramt), also Klavier als Nebenfach, die auch noch nicht besonders lange Klavierstunden gibt.

Wie hier schon im Forum erwähnt, gäbe es ja irgendwann keine Klavierlehrer mehr, wenn nicht auch neue eine Chance bekämen. Aber warauf es ankommt:

Sie fragt, was ich will und geht darauf ein. Das Vorspielen wird zwar immer erstmal gelobt, sicher merkt sie, trotz Fehler, dass ich jeden Tag ernsthaft übe. Anschliessend wird das Stück, teilweise Takt für Takt "zerpflückt" und korrigiert. Da wo ich besonders Probleme habe (z. B. einfach Alles, was mit Rythmus zu tun hat) gibt es für die aktuelle Situation prompt eine Übung, nach der es oft sofort besser geht, spätestens aber nach einer Woche üben zu Hause.

Sicherlich gibt es gute und schlechte Lehrer hier und dort, ich glaube aber nicht, dass man das wirklich an Musikschule oder Privatlehrer festmachen kann.

@Chibo123

Viel Spass beim Unterricht. Oft frage ich mich, warum ich eigentlich so lange gewartet habe, bin jetzt aber super froh, dass ich angefangen habe.

Viele Grüße und Allen ein schönes Wochenende

Christian
 
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Lustknabe

Guest

Habe persönlich bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Hatte mal mit der klarinette angefangen und mir dort eine musikschule ausgeguckt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon 1 1/2 Jahre Klavierunterricht. Ich empfand den Unterricht lapidar und zu gehetzt. Ein Schüler folgt auf den nächsten. Es war wie Massenabfertigung. Hinzu kommt das die Lehrer dort wahrscheinlich nicht sonderlich viel verdienen.

Ich bevorzuge da mehr den Privatunterricht, wo je nach Bedarf der KL auch mal "Überstunden" macht, um bestimmte Aspekte "durchzuprügeln". Dem es irgendwo wichtig ist, das ich vorran komme. Das Gefühl hatte ich an der Musikschule nicht. Aber auch nur ein kleiner Eindruck meinerseits. Vielleicht haben andere mehr Glück. Es ist auch nicht leicht mit einem guten KL...

Lg lustknabe
 
40er

40er

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Kauf dir keine Schule voreilig, wenn du Unterricht nehmen willst, sondern greife erstmal auf historische Schulen zurück, die im Netz frei verfügbar sind. Diese waren nämlich durchaus zum Selbstlernen aufgebaut und sind anspruchsvoller als heumann und co Z.B.

http://imslp.org/wiki/Special:ImagefromIndex/105777

z.B. wohl anspruchsvoll genug Seite
Den Anhang 8713 betrachten

mit Vorbereitung dazu unter anderem
Den Anhang 8714 betrachten

besseres wirst du nicht finden, die russische Schule geht nur mit Lehrer!!!!!

Welcher Anfänger mit zwei Wochen Vorkenntnissen soll das spielen??

@Chibo123
Mit zwei Wochen Erfahrung am Instrument den Heumann Band praktisch schon durch? Ausnahmetalent ?

Ich habe auch mal mit Heumann angefangen und nach drei Monaten Selbststudium mit der Heumannschule dann Klavierunterricht genommen. Man wird dann ganz schnell nach der ersten Stunde auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt und muss im Heumann, oder wo auch immer, erst mal ganz drastisch zurückblättern. Ich dachte auch mal zielstrebig auf das Bach Präludium, das ganz am Ende der Heumannschule als original Version steht, hinsteuern zu können.
Hat dann aber mit KL noch eines gutes halbes Jahr länger gedauert, bis wir damit angefangen haben.

Mach Dir bitte nichts vor und investier in einen Lehrer. Es geht zielführender mit und er korrigiert dort, wo Du selbst glaubst, dass es gar nichts zu korrigieren geben kann.

Gutes Gelingen
40er
 
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elli

Guest
Welcher Anfänger mit zwei Wochen Vorkenntnissen soll das spielen??

Wenn du dir die Mühe gemacht hättest, dem Link zu folgen, hättest du gemerkt, dass die empfohlene Schule vom absoluten Null-status ausgeht.

Da aber der Threaderöffner behauptet, den Heumann mehr oder weniger schon durchzuhaben, musste man ihm doch einen vor den Bug geben, und mal mit etwas von Seite 50 ff im empfohlenen 1. Band - es gibt noch einen 2. auch bei impsl- etwas erschüttern. Entweder handelt es sich um ein Talent - die gibt es, und am Anfang kann man durchaus mit jedem Instrument schnell durchstarten - es spielt ja auch nicht jeder auf der Geige etwa als Anfänger ein halbes Jahr leere Saiten, manche können schnell, einfache Volkslieder unter Benutzung aller Saiten mit Bogen innerhalb von 2 Wochen streichen!!!
 
40er

40er

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Wenn du dir die Mühe gemacht hättest, dem Link zu folgen, hättest du gemerkt, dass die empfohlene Schule vom absoluten Null-status ausgeht.

Da aber der Threaderöffner behauptet, den Heumann mehr oder weniger schon durchzuhaben, musste man ihm doch einen vor den Bug geben, und mal mit etwas von Seite 50 ff im empfohlenen 1. Band - es gibt noch einen 2. auch bei impsl- etwas erschüttern. Entweder handelt es sich um ein Talent - die gibt es, und am Anfang kann man durchaus mit jedem Instrument schnell durchstarten - es spielt ja auch nicht jeder auf der Geige etwa als Anfänger ein halbes Jahr leere Saiten, manche können schnell, einfache Volkslieder unter Benutzung aller Saiten mit Bogen innerhalb von 2 Wochen streichen!!!

Dann bilde hier doch keine solchen Brocken ab. ;-) :blume:Geht weit über das Heumannschule Band 1 Niveau hinaus.

Ein seriöses Studium der Heumannschule dauert selbst bei zwei bis drei Stunden üben pro Tag einige Monate (mit Lehrer wohlgemerkt) Und Notenlesen und Notenumsetzen lernt der 08/15 Hobbyspieler auch nicht inert zwei Wochen (dauert eher Jahre).
 
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Lustknabe

Guest
Wobei @40er

Was machen die Fesseln? Kamen deine Finger schon in den Genuss?

Lg lustknabe
 
L

Lustknabe

Guest
Der echte Musikmacher macht die Musik für sich selbst und interessiert sich nen feuchten Dreck um die Meinung anderer,

Endlich mal Tacheles! Aber der wahrhaftig gemachte Musiker, hinterfragt auch ständig seine Musik und verherrlicht diese nicht! Und zuviele "echte" Musiker bleiben in ner "aller Kritik abschmetternden rosa Wolke hängen." Jedenfalls ist das bei so manchen Amateur/Späteinsteiger auszumachen. Kenne ja keine berufsmusiker!

Lg lustknabe
 
Barratt

Barratt

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Ach ja, das nette Off-Topic. :lol:

Ich habe mich auch dazu entschieden ab nächstem Monat mindestens 2 mal im Monat Klavierstunden zu nehmen damit ich mir nicht gleich Fehler aneigne die ich mir dann wieder abgewöhnen muss. Im Moment übe ich ca. 2-3 Stunden am Tag.

Das ist gut - unbedingt umsetzen/beibehalten. :super:

Bevor Du Dir neues Notenmaterial kauft, würde ich an Deiner Stelle erst den/die KL suchen. Der/diejenige hat sicher/hoffentlich ein Konzept, und das orientiert sich vielleicht nicht an Heumann.

Zwar ist ein "Privatlehrer" grundsätzlich besser (und zwar nicht wegen der - hoffentlich bezahlten - Überstunde), aber gerade für den Anfang ist eine Musikschule nicht verkehrt ("betreutes Üben" ist nicht jedermenschs Traumvorstellung beim Ergreifen des pianistischen Lehrberufs). Dabei kann man sich niedrigschwellig eine Meinung bilden und schnuppert ein wenig in die lokale Szene hinein, was für die Auswahl eines/r KL zur langfristigen Zusammenarbeit von Vorteil sein kann. Ich habe als Kind zunächst in einer Musikschule angefangen und die dortige Dozentin nach ca. einem Jahr (weiß nicht mehr so genau) als Privatlehrerin bekommen.
 
S

SaWa

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Also ich habe ja auch im Alleingang mit Heumann begonnen und bin ganz schnell vorangekommen - habe aber auch sehr viel geübt und konnte beide Notenschlüssel lesen - nur wird Heumann gegen Ende dann doch drastisch schwieriger.
Zb "Joshua fit the battle of Jericho" - da dachte ich das klappt schon einigermaßen. Mein Klavierlehrer hat mich dann drauf aufmerksam gemacht, dass ich das Staccato in der linken Hand wohl übersehen habe. Und damit wurde das Stück (ähm Stück? ist das nicht einfach ein Song???) soviel schwieriger! :puh:

Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie man als Anfänger ohne jegliche Vorkenntnisse in 2 Wochen mit Heumann fertig ist (naja, fertig schon, aber nicht wirklich durch gearbeitet).
Aber was weiß ich schon, vielleicht bist du ja ein Ausnahmetalent.

Ich würde jedenfalls raten mal eine Probestunde bei einem Lehrer zu nehmen, damit du sicher sein kannst, dass du tatsächlich so weit bist.

Und vom Heumann Band 2 rate ich ab. Ich habe den gekauft, weil ich gelesen habe, dass der Schwierigkeitsgrad zu Beginn nicht höher ist als im 1. Band.
Das stimmt auch. Der Schwierigkeitsgrad schwankt in für mich nicht nachvollziehbarer Weise hin und her... Du übst mit Heumann Band 2 viel Zeug, dass dich nicht wirklich weiter bringt.

Lg Sabine
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Zwar ist ein "Privatlehrer" grundsätzlich besser (und zwar nicht wegen der - hoffentlich bezahlten - Überstunde), aber gerade für den Anfang ist eine Musikschule nicht verkehrt ("betreutes Üben" ist nicht jedermenschs Traumvorstellung beim Ergreifen des pianistischen Lehrberufs). Dabei kann man sich niedrigschwellig eine Meinung bilden und schnuppert ein wenig in die lokale Szene hinein, was für die Auswahl eines/r KL zur langfristigen Zusammenarbeit von Vorteil sein kann. Ich habe als Kind zunächst in einer Musikschule angefangen und die dortige Dozentin nach ca. einem Jahr (weiß nicht mehr so genau) als Privatlehrerin bekommen.
Es hat alles seine Vor- und Nachteile, die ultimativ richtige Konstellation für guten Unterricht gibt es nicht so ohne weiteres. Der Privatmusiklehrer muss alle für den Unterrichtsablauf erforderlichen Räumlichkeiten und deren Ausstattung komplett selbst bereitstellen und unterhalten, meist ohne mit öffentlichen Mitteln unmittelbar unterstützt zu werden. Regulär ist daher Privatunterricht teurer als Unterrichtsangebote kompletter Institutionen, an denen sich mehrere Lehrkräfte zumindest eine Grundausstattung teilen können. Manches ist an Musikschulen schwieriger zu koordinieren (flexible Unterrichtszeiten), anderes wiederum einfacher (Ensemblemusizieren, Kammermusik), gerade wenn ein breites Basisangebot gewünscht ist und das Wunschinstrument noch nicht verbindlich feststeht (Früherziehung, Instrumenten-Karussell). Dafür ist gezielte individuelle Förderung oft bei Privatlehrern eher realisierbar, weil keine starren Lehrplanvorgaben existieren und die Lehrkraft organisatorische Belange vorrangig in eigener Verantwortung koordinieren kann. Letztlich müssen entsprechende Kapazitäten für die jeweilige Unterrichtsform verfügbar sein, sonst hilft alles Vergleichen nicht weiter.

LG von Rheinkultur
 
Ludwig

Ludwig

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Mal mein Senf:

Heumann hat vor allem zwei Fehler:
  • Die Schule liegt wenig wert auf die klangliche Erziehung
  • Die Schule erklärt nicht wie Du flexibel im Handgelenk wirst
Diese zwei Punkte sieht und hört man sehr deutlich und werden bei fortgeschrittener Literatur schnell zum Problem.

Mein Tipp: Probier ein paar Schnupperstunden bei einigen Lehrern durch und lass dein Status überprüfen.
Hast Du alles richtig gemacht, dann Glückwunsch.:-)
Ansonsten wirst Du zwangsläufig - wie von einigen schon angedeutet - weit zurückfallen und besser jetzt als in 10 Jahren.
 
 

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