Frage zur Sichtbarkeit von Pausen

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Diese Frage bezieht sich auf das angehängte Bild.

Angenommen, ich habe einen 4/4 Takt und möchte auf dem Klavier in einem Takt folgendes spielen:

1) Nix
2) D
3) D und G
4) D, G und H

Wenn ein Finger unten ist, bleibt er bis zum Ende des Taktes unten. Ein Finger spielt also eine punktierte halbe Note, der zweite Finger eine halbe Note und dritte eine viertel Note.

Um sowas zu notieren, braucht man eine dreistimmige Notenzeile. Korrigiert mich bitte, wenn das nicht so ist.

Das würde aber bedeuten, dass man in jedem Takt für jede Stimme eine Pause einfügen müsste. Das wären drei Pausenzeichen pro Takt, womit das Notenblatt so aussieht, als wäre gerade ein Traktor mit matschigen Reifen darüber gefahren.
Würde ein halbwegs erfahrener Musiker auch verstehen, was ich meine, wenn ich die Pausen schlicht weglasse (d. h. in Capella, damit das Vorspielen weiter klappt, als unsichtbar formatiere)? Oder gibt es irgendeine andere Möglichkeit, diesen doch eigentlich recht alltäglichen Anwendungsfall so zu notieren, dass die Sache halbwegs übersichtlich bleibt?
 

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Viertelpause am Taktanfang genügt!
(man sieht, was gemeint ist)

Dann ist am einfachsten, g, gh, ghd in Vierteln zu notieren (Einzelton g, Terz gh, Dreiklang ghd) und Haltebögen einfügen.
 
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Man kann auch einfach eine Viertelpause und dann d-g-h als aufeinanderfolgende Viertelnoten schreiben. Kein Pianist, der halbwegs bei Sinnen ist, würde sowas ohne Pedal spielen. Und für die Dummen schreibt man con Ped. unten drunter.
 

Rheinkultur

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@rolf + mick: Beide Varianten sind verständlich und sinnvoll.

Um sowas zu notieren, braucht man eine dreistimmige Notenzeile. Korrigiert mich bitte, wenn das nicht so ist.
Auch das ist möglich. Dann musst Du aber die vertikale Position der Pausen so manuell ändern, dass man die drei Stimmen optisch klar voneinander unterscheiden kann, also die Viertelpause der unteren Stimme unter die erste Linie, die halbe Pause mittiger und die halbe plus Viertelpause der oberen Stimme nochmals deutlich höher. Ein vernünftiges Augenmaß kann einem auch ein gutes Notensatzprogramm nicht abnehmen, gerade wenn die drei Stimmen eines Notensystems recht eng beieinanderliegen.

LG von Rheinkultur
 
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Man kann auch einfach eine Viertelpause und dann d-g-h als aufeinanderfolgende Viertelnoten schreiben. Kein Pianist, der halbwegs bei Sinnen ist, würde sowas ohne Pedal spielen. Und für die Dummen schreibt man con Ped. unten drunter.
Es kann aber ja auch gewollt sein, dass ohne Pedal gespielt wird und die Töne per Finger gehalten werden!

Dann muss Rolfs Variante zum Einsatz kommen.

Und gerade im Einsteigerbereich ist es wichtig, dass man sich nicht angewöhnt, "Töne-weiter-Halten" einfach immer per Pedal zu erledigen, sondern es beherrscht, Töne auch per Finger zu halten. Das physische Per-Finger-Halten eines Tons ist überdies immer wieder ein wichtiges methodisches Mittel, um dem Schüler überhaupt ein (Ohr-)Bewusstsein dafür zu geben, was für verschiedene Stimmen in dem Stück überhaupt passieren und wie diese klingen (insbesondere Bassstimmen).
 
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Vielen Dank! Das sieht (siehe Bild) schon deutlich aufgeräumter aus. Bitte erlaubt mir noch zwei Anschlussfragen:
1) Schreibt man Voltenklammern immer über die oberste Zeile eines Sytems (wie im Bild), oder schreibt man die über die Notenzeile, bei der es tatsächlich etwas zu wiederholen gibt? Optisch finde ich die Version im Bild besser, aber die Notierung von Wiederholungen über einer Zeile, die nur aus Pausen besteht, ist ja gefühlt auch irgendwie merkwürdig.
2) Wie im Bild zu sehen habe ich die Viertelnoten im vierten Viertel jedes Taktes leicht nach rechts verschoben. Capella platziert sie normalerweise direkt über den Noten der anderen beiden Stimmen, was in diesem Fall für mein Empfinden irreführend wäre, weil man dann die Noten aus zwei Stimmen evtl. mit einem Akkord in EINER Stimme verwechseln könnte. Ist so eine horizontale Verschiebung schlau, oder lässt man da besser Capella seinen Willen?

Vielen Dank!° 33187-7c565d8647678eeb37d15e892521f13c.jpg
 
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Da die Stimmen nicht im kontrapunktischen Sinne unabhängig sind, ist es wenig sinnvoll, hier streng stimmig zu notieren. Und die verschobene Viertel ist völlig irritierend, das sieht aus wie ein 5/4-Takt. Wenn man partout stimmig schreiben will, dann muss die Viertel nach links verschoben werden, so, dass nur eine kleine Lücke zwischen den Hälsen entsteht.

Aber ich finde die ganze Notation nach wie vor völlig unpianistisch. Schreibe einfach eine Viertelpause und dann d-g-h als Viertel. Jeder Pianist versteht in diesem Zusammenhang, wie das zu spielen ist - nämlich als aufgefächerte Begleitharmonie.

Die Voltenklammern schreibt man üblicherweise über jedem Instrument; in größeren Partituren meist nur über jeder Instrumentengruppe. Hier würde ich sie auch über das mittlere System setzen.
 

Rheinkultur

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1) Schreibt man Voltenklammern immer über die oberste Zeile eines Sytems (wie im Bild), oder schreibt man die über die Notenzeile, bei der es tatsächlich etwas zu wiederholen gibt?
Auch wenn die Lead Vocals nur Pausen und nichts zu singen haben, gehören die Voltenklammern über das System, sonst wären sie mit der Begleitung nicht synchron. Auch das lautlose Warten auf den nächsten Einsatz gehört zur Musik. Du kannst allerdings hier auch die nur aus Pausen bestehende Zeile weglassen und das Notensystem erst dann bringen, sobald die ersten Noten gesungen werden.

2) Wie im Bild zu sehen habe ich die Viertelnoten im vierten Viertel jedes Taktes leicht nach rechts verschoben.
Verschiebe diese lieber leicht nach links mit Halsrichtung nach oben. In Verbindung mit den unsichtbaren Pausen sieht das so wie ein missratener 5/4-Takt aus.

Edit: Hat mick schon so geschrieben - zu spät.

LG von Rheinkultur
 
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@Rheinkultur: Vielen Dank für dem Tipp mit dem Weglassen der ersten Zeile. Macht die Sache natürlich deutlich übersichtlicher und spart einiges an Platz.Ich hatte bisher immer geglaubt, dass Systeme immer die gleiche Anzahl an Notenzeilen haben müssen, damit jeder immer weiß, wann er Pause hat. Wenn man darüber mal richtig nachdenkt, erkennt man allerdings schnell, dass so eine Regel ziemlich blödsinnig wäre. Es reicht ja, die Sachen zu notieren, die die Leute SPIELEN sollen...

@mick: In dem neuen Bild bin ich in den Takten 2, 3 und vier dem Ratschlag gefolgt, die letzten Viertel nach links statt nach rechts zu verschieben. Im ersten Takt habe ich es mal so gelassen, wie Capella es platzieren würde. Sieht eigentlich auch am übersichtlichsten aus. Was mich daran gestört hatte, ist, dass es jetzt im letzten Viertel aussieht wie ein Akkord, obwohl es notationstechnisch ja an sich gar keiner ist. Aber vielleicht bin ich da auch päpstlicher als der Papst...
Ist der erste Takt der rechten Hand so, wie du es meintest, mick?
Sollte man die linke Hand auch in Viertelnoten notieren, also quasi alle ganzen Noten durch Viertelnoten mit Haltebögen ersetzen? Und, falls das sinnvoll wäre: Sollte man das Prinzip auch in der Singstimme so beibehalten?

Sorry für die blöden Fragen. Ich bin leider weder ein Pianist noch ein Notenschreiber. Mich kann man eher als jemanden bezeichnen, der zwar halbwegs brauchbar komponieren und Klavier spielen, aber kaum Noten lesen kann. Das, was ich auf dem Klavier spiele, könnte ich so niemals vom Blatt abspielen. Geschweige denn aufschreiben. Ist ja auch nicht nötig, so lange man es nur selber spielt. Aber dieser Song wird auch von anderen gespielt werden, was für mich neu ist. Deshalb die dusseligen Fragen...

:-)
 

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Wenn du unbedingt eine klingende Notation willst, dann so:

33193-88d37c013ee1bb2e0b2e5e14ffd378a3.jpg

Besser ist aber eine pianistische Notation. Ich würde das so notieren:

33194-a91fd4d619c2901663d373a55207642d.jpg
 

Rheinkultur

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Die pianistische Notation von mick sieht wunderbar aufgeräumt aus. Würde ein Pianist erkennen, dass das "con Ped." für jeden Takt einzeln gilt, d. h. dass er das Pedal am Ende jeden Taktes kurz loslassen und gleich wieder treten muss?
 
 

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