Eure Lieblings-CD?

Dieses Thema im Forum "Klaviernoten, -CDs, -Bücher, -Software" wurde erstellt von clavio, 8. Mai 2006.

  1. clavio
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    clavio

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    Hallo an alle,

    ich möchte gerne eine Empfehlungsliste mit empfehlenswerten Klassik-CDs (mit Klavier) erstellen.

    Wenn Ihr eine (!) Klassik-CD empfehlen solltet, welche würdet Ihr aussuchen? Bitte begründet Eure Wahl mit 3-4 Sätzen.

    Ich bin gespannt auf Eure Beiträge :wink:
     
  2. Alex Schmahl
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    Alex Schmahl Guest

    Vielleicht hat man ja schon mitbekommen, dass ich ein großer Fan der Chopin-Etudes, eingespielt von Maurizio Pollini, bin. Für mich immer noch die beste Chopin-Etudes-Interpretation überhaupt. Die ist weder "zu perfekt" noch "ohne Gefühl". Für mich stimmt da einfach alles. Mit Chopin und Pollini kommt zusammen, was zusammen gehört.

    Ach ja, wer anderer (oder gleicher) Meinung ist, der soll doch in diesem Beitrag bitte seine CD-Empfehlung loswerden und dann einen neuen Beitrag über die Chopin-Etudes-Pollini-Einspielung eröffnen ;) .

    Alex
     
  3. Hartmut
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    Hartmut

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    im Jazz:

    Monty Alexander solo (Jeton)
    Die CD vermittelt für mich die unerträgliche Leichtigkeit des Seins :wink:
    Alexander wirkt da so locker und einfallsreich, seine Danebenlanger scheinen ihm vollkommen egal zu sein, das könnte ich ewig hören.

    in der Klassik:

    Horrowitz - The indispensible (RCA, glaube ich)

    Klasse Variante des Mephisto- Walzers, Horowitz- Transskription Variationen von Carmen, einige schöne Präludien von Rachmaninoff, Essenzialien von Chopin; eine schöne Mischung durch die ganze Horowitz- Palette.

    Der Hartmut
     
  4. slawa
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    slawa

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    Hallo allerseits!

    (auch schon älterer Thread, den ich mir hiermit erlaube, hoffentlich wieder aufzufrischen...)
    Dies Thema, wie auch 'beste/r Pianist/in' 'beste Einspielung' 'best/e Komponist/in' usw. immer wieder beliebt, immer wieder schwierig... finde ich zumindest. Es gibt ja so viel...

    Also gut: 4 Empfehlungen (ohne Reihenfolge)
    *M. Pollini_Beethoven_Späte Klaviersonaten (nr. 28-32)_DG (2 CDs)
    unglaubliche Klangpräsenz, souverän frisch (liegt vielleicht auch daran, dass ich durch ihn diese Musik entdeckt habe :wink:
    *L. Howard_Liszt_Rhapsodies hongroises_Hyperion (2 CDs)
    wurde u. a. von FonoForum etwas zerrissen. Howard nimmt sich Zeit, es verkommt jedoch nicht zur Analyse, jedenfalls jenseits der üblichen 'Hau Rein' Spielweise bei diesen virtuosen Klassikern. Jeno Jando bei Naxos hat es stylistisch ähnlich hingekriegt. Sehr erfrischend.
    *R. Serkin_Beethoven_The great piano sonatas_Sony (5 CDs)
    (nr. 1,6,8,11-14,16,21,23,24,26,28-32)
    Tja, was soll ich hier groß erzählen. Gilt ja noch immer als einer der ganz großen Beethovenkenner. First class!
    *S. Richter_Carnegie Hall dez.60_RCA (2 CDs)
    (Haydn, Chopin, Rachmaninov, Ravel, Prokofiev, Debussy)
    Auch hier: die Zeit (der 'Westen' entdeckt gerade Monsieur Richter) und der Name sprechen für sich. Sehr gute Klangqualität (Bonus: die 'beklatschten Pausen' sind als Countdown integriert, d.h. können ausgeblendet werden). Gerade seine 6. von Prokofiev nebst der 'Visions fugitives' sind Meilensteine der Interpretation.

    Soviel erstmal
    Grüsse
     
  5. slawa
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    slawa

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    Ups..

    mir ist erst vor kurzem aufgefallen, dass nur EINE CD erfragt wurde.
    (mille sorry, Fabian :oops:, so manche Ausrufezeichen werden immer wieder gerne überhört und -sehen)
    Also gut, dann... eine von den obigen Vieren :wink:

    Grüsse
     
  6. blancetnoir
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    blancetnoir

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    So etwas ist ja immer eine schier unlösbare Aufgabe... Für mich persönlich gab es eine CD, die einfach deswegen bedeutsam war, weil sie mir einen bis heute nicht verblassten Zugang zu meinem Lieblingskomponisten Brahms geebnet hat: Die Einspielung der Klavierstücke opp. 118/119 durch Radu Lupu. Als ich das mit 18, als ich mein Herz vollständig an Chopin (und da etwa an die Aufnahmen der Préludes mit Pollini oder die der Etüden mit einem relativ unbekannten deutschen Pianisten, an dessen Namen ich mich gerade nicht erinnern kann) verloren hatte, zum ersten Mal hörte, glaubte ich, in eine völlig neue Welt einzutreten: Diese ganz eigene Mischung aus Melancholie, Fülle, Abgeklärtheit, Wärme des Klangs, aber auch Ruppigkeit, Resignation, unstillbarer Sehnsucht... Höchste Emotionalität im Gewand stringentester Kompositionstechnik; Ökonomie der Mittel, die gleichsam nur die Spitze eines seelischen Eisbergs sichtbar macht, den gewaltigen Unterbau nichtsdestotrotz spüren lässt...
    Wie auch immer: Diese Aufnahme hat mich damals irgendwie musikalisch zu mir selbst geführt - was mich dazu brachte, mir sogleich die 1983 neu erschienene Gesamteinspielung des Brahms-Klavierwerks bei DGG zu kaufen. Eine weitere, für mich sehr prägende Entdeckung waren dort dann auch die unglaublich guten Einspielungen der Sonaten mit Krystian Zimerman.
     
  7. rolf
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    rolf

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    hallo,

    solche "Inselfragen" (was würde man in die Verbannung mitnehmen) sind nicht leicht zu beantworten...

    hier würde ich mich für Horowitz in Moskau entscheiden.

    die Gründe:
    1. es ist live und zwar mit allem, was dazu gehört (auch Horowitz ist keine Machine)
    2. das Programm enthälte kürzere und längere Stücke
    3. hochvirtuoses und schlichtes wechesln einander ab
    4. es ist schlichtweg wunderbar gespielt, und zwar alles
    5. von barock bis spätromantisch eine abwechslungsreiche Auswahl

    Gruß, Rolf