Erfahrungsaustausch Spätberufene

Dieses Thema im Forum "Forum für Anfängerfragen" wurde erstellt von Sonnendeck, 21. Aug. 2016.

  1. espresso
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    espresso

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    @Klavirus Den kleinen Igel habe ich echt unterschätzt.
     
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  2. ann
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    ann

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    :bye:Darf man nicht ... Hier ...sagen ... :kuscheln::geheim:
     
  3. alba63
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    alba63

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    Ich glaube nicht mal, dass es länger dauert, von außergewöhnlichen jungen Talenten abgesehen. Es scheint nur länger. Wenn man - wie ich - jenseits der 50 anfängt, und 10J spielt, ist man halt plötzlich kurz vor der Pensionierung, fängt man mit 8J an (wie meine Tochter), wäre man erst 18. Es gibt ja diese einigermaßen bekannt gewordene Zahl, man wird dann richtig gut in was, wenn man der Sache 10.000 Stunden gewidmet hat. Bei durchschnittlich 1Std pro Tag wären das erschreckende 27J. Ich würde dieses Stadium bei diesem Übungspensum u.U. nicht mehr erleben.
    Aber natürlich glaube ich, dass man bereits lange vor den 10.000 Stunden gut spielen kann. Vielleicht nicht "meisterlich gut".

    Will man also in 15J dort hinkommen, müsste man knapp immer noch knapp 1,5 Stunden pro Tag üben. Erwachsene werden sich schwer tun, dies mit Beruf, Familie und sonstigen Verpflichtungen zu vereinbaren. Momentan schaff ich das, aber vermutlich nicht auf Dauer. Ich habe aber z.B. die Zeit deutlich reduziert, die ich mit letztlich überflüssigem "Rumsurfen" im Internet verbracht habe. Fernsehen sowieso. Da geht dann schon was. Umfeld muss es halt tolerieren. Junge Menschen haben andrerseits mehr Zeit, aber vielleicht weniger Motivation und Antrieb.

    Dazu kommt, dass das allgemeiner Verständnis für Musik bei vielen im Alter eh schon besser entwickelt ist als bei 10- jährigen. Bei mir sicher der Fall.

    Mir selbst ist es nicht ganz egal, wie lang ich brauche, um auf ein ordentliches Niveau zu kommen, da mein allgemeines Empfinden für Musik deutlich über meinen Klavier- Fähigkeiten liegt, da tut sich eine unbefriedigende Diskrepanz auf. Aber beliebig kann man die Sache halt nicht beschleunigen. Sonst verkrampft man sich und es wird nicht besser.

    Übrigens: Das Kabalevsky- Stück gefällt mir gut, hab mir heute Noten gekauft, und Opus 27 mit den 30 "Stücken für Kinder" gleich dazu. Im Verlag "Neil Kjos" kosten alle 30 Stücke nur 8,90 Euro. Dafür haben die ersten 2 Bände des Mikrokosmos in der Wiener Urtext- Edition mit über 50 Euro voll reingehauen!!

    Prosit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Feb. 2018
  4. Klavirus
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    Klavirus

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    Die schlechte Nachricht: mit 1,5 Jahren könnte es 20 Jahre dauern, doch der Olymp eines Meisters wird dir versagt bleiben, denn die 10000 Stunden musst du in die Hälfte quetschen.
    Das Thema ist hier schon des Öfteren beleuchtet worden, was aber nicht dazu geführt hat, dass sich was dran ändert.
     
  5. alba63
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    alba63

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    Naja, die Rechnung ist hinten und vorne fragwürdig, da sie ausblendet, dass "1 Stunde üben" bei 1000 Spielern höchst unterschiedliche Fortschritte - oder Stagnation - nach sich zieht. Je nach Art des Übens, Talent, Konzentration usw.
    Aber dein Einwand überzeugt mich ebenfalls nicht, denn Spieler, die es zu einer Art Meisterschaft bringen wollen, ohnehin mehr als 1 Stunde pro Tag spielen werden.Die Frage könnte demnach eher lauten, ob es schneller geht, wenn man 3-4 oder doch "nur" 2 Stunden pro Tag übt. Also rechnerisch grob 15 versus 10J.
    Ich strebe nicht an, ein meisterlicher Spieler der Klassik zu werden, sehr wohl aber, eine Art selbstverständlicher Geläufigkeit auf der Tastatur in möglichst allen Tonarten, Vertrautheit mit harmonischer Entwicklung in verschiedenen Stilen, die Fähigkeit, Klangfarben zu erzeugen, und letztlich die Fähigkeit, die im Kopf befindliche Musik ("Improvisation") auf der Tastatur umsetzen zu können.
    Die ganze Zeit nur Note für Note Kompositionen nachzuspielen, die bereits x-mal technisch perfekt gespielt wurden, finde ich nicht so reizvoll.
    Für jeden Pianisten ist es aber sicher mehr als hilfreich, sich ein gewisses Niveau auch in der Klassik zu erüben, damit habe ich gerade begonnen :-)
     
  6. Barratt
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    Barratt Lernend Mod

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    :super: Das ist der Weg! :super:
     
  7. Schimmelchen
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    Schimmelchen

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    Dieses denken, das Klassik einfach nur bedeutet, Note für Note Kompositionen nachzuspielen, haben Viele und das finde ich traurig, denn letztendlich endet das in dem Glauben, alle Stücke klingen am Ende des Tages gleich.

    Vielmehr bedeutet "Klassik" zu spielen doch viel eher, vorliegende Noten zu interpretieren. Das ist für mich ein riesiger Unterschied. Selbst mit den einfachsten Anfängerstückchen kann man mit etwas Kreativität den Notentext ganz anders zum klingen bringen. Versuch dich doch mal dran.

    Ein gutes Beispiel ist das Stück "Die Krankheit der Puppe" die @backstein123 hier letztens eingestellt hat. Seine Version ist so, wie die meisten sie spielen. Aber man könnte da auch einfach mal ganz viel probieren und es anders zum klingen bringen.
     
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  8. Fou Lou
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    Fou Lou

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    Ist einer meiner Erkenntnisse die ich durch dieses forum erhalten haben. Ich Finde es ist irgendwo ein kleiner Widerspruch. Einerseits sind die Noten oft so schwammig notiert das Mann interpretieren muss. (Z.b. tempoangaben etc.) andererseits scheint man einen Anspruch auf Perfektion zu haben es so zu machen wie der Komponist es wollte.

    Auch findet man es öfter das bestimmte "regeln" der Musik schlichtweg gebrochen werden.

    Was mich zum persönlichen Schluss kommen lässt das es eh alles egal ist und ich es so machen kann wie ich es mag. Und das man Noten auch als Vorschlag sehen kann zu etwas was schön klingt. So Marke: "hey probiert mal das zu spielen das klingt toll" was man daraus macht ist dann jeden selbst überlassen.
     
  9. espresso
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    espresso

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    Das werde ich nächste Woche bei meinem Klavierlehrer mal anbringen. Der besteht darauf, dass ich das spiele was da steht...
    :-D
     
  10. ann
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  11. Marsupilami
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    Marsupilami

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    Das soll man ja auch. Dennoch bleibt Interpretationsspielraum.

    Die falschen Noten zu spielen und dies dann als eigene Interpretation auszulegen, wird der KL vermutlich nicht akzeptieren. :denken:
     
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  12. espresso
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    espresso

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    Davon gehe ich auch aus. Ich will es ja auch erstmal richtig lernen
    :heilig:
     
  13. Tanzpause
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    Tanzpause

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    Kommt auch immer drauf an welche Meinung der Klavierlehrer vertritt?
    Mein alter Klavierlehrer, der auch viel komponiert, sagte immer, dass man sich an das halten muss was dort steht, weil der Komponist das so wollte.
    Mein jetziger Lehrer, der selbst nicht komponiert, sondern auch viele Konzerte spielt sagt, dass es vor allem „singend“ sein soll. Und dass man in der Wiederholung schon anders spielen darf, weil man es da ja schonmal „gesagt hat“... ? :dizzy:

    Was ist denn die Meinung der hier vertretenen Klavierlehrer?
     
  14. Pedall
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    Pedall

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    Das kommt a) darauf an, um welchen Komponisten es geht und b) um welche Art von "falschen" Noten.
    Wenn ein Schüler etwas anderes spielen will, als da steht, verbiete ich ihm das nicht grundsätzlich. Aber ich möchte erst einmal hören, ob er das spielen kann, was da steht.

    "Ehe Sie etwas machen, wie man es nicht macht, müssen Sie erst einmal lernen, wie man es macht." (Alexander Spoerl)
     
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  15. DonMias
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    DonMias

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    Jub. Als Anfänger neigt man gerne dazu, etwas als künstlerische Freiheit zu bezeichnen, was eigentlich nur künstlerisches Unvermögen ist. Ich bin auch gerne mal der Meinung, dass sich ein Stück langsamer doch viel schöner anhört und grundsätzlich alle Stücke viel mehr Rubato vertragen könnten. :-D
     
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  16. kessel
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    kessel

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    Das finde ich auch am besten, erst die Regel kennen, bevor man sie bricht...

    ---

    Ich bin übrigens auch Spätanfänger und habe nicht den Eindruck, es ginge langsamer als wenn ich jünger war. Der Vergleich habe ich an der Gitarre. Da habe ich mit 13 angefangen zu lernen. Jetzt fange ich mit 42 ans Klavier und ich finde es im Gegenteil, denn viele allgemeine Grundkenntnisse der Musik habe ich bereits hinter mir. Ich bin zwar körperlich nicht so fit und beweglich, wie damals, aber das lässt sich nicht an den Fingern merken und im Gehirn würde ich sagen, dass ich sogar schneller bin als vor 30 Jahren.
     
  17. DonMias
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    DonMias

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    Das ist ja auch schon ein Späteinstieg.
    Was nicht gerade für Dein 13-jähriges Ich spricht. :-D
     
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  18. kessel
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    kessel

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    haha das stimmt, und ist auch wahr, ich finde im Vergleich zu damals, bin ich sehr viel konzentrierter und nicht mehr so faul :-D
     
  19. Klein wild Vögelein
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    Klein wild Vögelein

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    Ich lese gerade in dem Buch “Profi-Tipps “ von Ratko Delorko das Kapitel über Interpretation.

    Er beschreibt eine musikalische Phrase als einen musikalischen Satz mit Einzeltönen als den Buchstaben, einem Grüppchen von Tönen vielleicht als eine Silbe, einer Gruppierung als Wort.

    Dieses veranschaulicht er anhand des folgenden Beispiels:

    1FB4276F-6E0E-483F-8D7B-286B33489E69.jpeg

    Ich finde das einleuchtend.

    Wär schön, wenn sich unsere Profis dazu äußern würden, was sie davon halten!
     
  20. Schimmelchen
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    Schimmelchen

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    @Klein wild Vögelein vielen Dank für die Buchseite! Das ist im Grunde genau das, worauf ich hinaus wollte.
     
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