Chopin Nocturne Op. 27 Nr.2

Sven100

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Hallo zusammen,

nach längerer Zeit in der man nichts von mir gehört hatte melde ich mich auch mal wieder zurück.
Ich habe die Nocturne Op. 27 Nr.2 von F. Chopin aufgenommen und wollte sie euch präsentieren.
Mich interessiert neben der Spielweise jedoch vor allem die Qualität Klavierstimmung und die Aufnahmequalität.
Man muss jedoch dazu sagen, dass es sich um einen 1,64m langen Stutzflügel von Kawai handelt und die Raumakustik sehr trocken ist.
Bei der Stimmung habe ich versucht mehr Reinheit und Klarheit hinein zu bringen. Was sagt ihr zu dem Ergebnis?
https://dl.dropboxusercontent.com/u/27109716/Chopin Op 27 Nr. 2.mp3
 
pianochris66

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Hallo Sven,

schon 89 Aufrufe und noch kein Kommentar, dann gebe ich einfach mal meinen Senf als Amateur dazu:-).

Danke für die Einspielung, dieses Nocturne gehört ja sicher zu den bekanntesten und schönsten von Chopin und es gibt unzählige sehr unterschiedliche Interpretationen der großen Pianisten (höre Dir mal z.B. die von Pollini und von Kissin auf YT an, allein das sehr unterschiedliche Tempo sorgt für einen jeweils ganz anderen Charakter). Du spielst nach meiner Meinung bis auf einige Passagen sehr akkurat und gleichmäßig, für mich zu gleichmäßig und ohne große Dynamikunterschiede. Ruhig mal an den passenden Stellen ein Rubato einbauen, die linke Hand versuchen leiser zu spielen und insbesondere das Fortepedal so einsetzen wie es notiert ist (die Aufnahme klingt so, als würdest Du fast ohne Pedal spielen) und versuchen, die wunderbaren Kantilenen mehr singen zu lassen. Dieser Eindruck von mir kann aber natürlich auch der Aufnahmequalität geschuldet sein. Auf jeden Fall schön, nach längerer Zeit mal wieder eine Aufnahme von Dir zu hören an der man merkt, dass Du auf keinen Fall in Deiner Entwicklung stehen geblieben bist.

Liebe Grüße
Christian
 
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Walter

Walter

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Hallo Sven,

danke für Deine Einspielung.
Meines Erachtens bist Du noch einen Tick zu früh dran für die Veröffentlichung, in der Begleitung sind viele Töne einfach daneben (hörst Du sicher selbst).

Beim weiteren Üben solltest Du auf folgendes achten: Chopin liebte bekanntermaßen den italienischen Belcanto (Bellini & Co.), viele seiner Cantilenen sind von da her zu verstehen und zu musizieren.

Will sagen, spätestens vor jeder Wiederkehr des Hauptthemas eine Atempause oder kurz verhalten, vor jeder neuen Episode Atempause, nicht einfach durchspielen! Wie würdest Du Dir das Stück mindestens abschnittsweise von einem guten Sopran gesungen vorstellen?
Versuche, selbst so zu singen, Bel-Canto-Schmalz! (braucht ja niemand zu zu hören!).
Chopin sagt von seinen Nocturnes zwar, der Bass müsse Kapellmeister spielen und streng den Takt halten, die Cantilene dürfte rubato ausführen. Ich versuche selbst das auch zu befolgen, aber die Aussage Chopins halte ich für relativ.
(Vgl. in einer Bellini-Oper streng den Takt halten .... )

Wo sind die Höhepunkte?
Auf den Höhepunkt jedes Abschnitts zuarbeiten und diesen Höhepunkt auskosten.

Wo müssen Passagen ausklingen um auf einen neuen Abschnitt vorzubereiten?

Im letzten Takt glaube ich Deine Erleichterung über die abgeschlossene Aufnahme durchzuhören.
Beide Schlussakkorde superweich!
Ich habe das Nocturne auch schon in einem Chopin-Abend gespielt, der letzte Takt ist ein Moment, in dem man eine Stecknadel hätte fallen hören können.

Hoffentlich wirke ich nicht zu oberlehrerhaft, aber Du hattest ja um Rückmeldung gebeten.
Ein super Stück, arbeite weiter daran, Du bringst das sicher noch sehr gut hin!

Liebe Grüße!

Walter
 
Sven100

Sven100

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Vielen Dank an euch beide für die Rückmeldungen!
Mir selbst ist es gar nicht aufgefallen, dass ich so ein striktes Tempo habe und die Phrasen noch nicht zu Ende führe.

Was sagt ihr denn nun zu der Klavierstimmung an dem Flügel? Macht er für euch einen gestimmten oder leicht verstimmten Eindruck und wenn es verstimmt klingt liegt es an der fehlenden Chorreinheit oder an Oktaven etc. ?
 
Fips7

Fips7

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Hallo Sven,
die anderen beiden haben schon alles gesagt, was es zu deiner Interpretation anzumerken gibt. Das Stück ist grundsätzlich schon recht gut in deinen Fingern, so dass du eine gute Ausgangsbasis für die weitere Arbeit an dem Nocturne hast.
Mein Eindruck zur Klavierstimmung: ich bin kein Stimmer und mir fehlt deshalb vielleicht das Hören in Hertz-Bruchteilen, aber mir ist nichts Unangenehmes an der Stimmung aufgefallen. Klingt gut.

Grüße von
Fips
 
 

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