chopin fantaisie - impromptu (timing)

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Rentierhund

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Nachdem bereits "Gerd" am Montag eine Frage zum Lernen dieses Stückes hatte (es ging hier darum, wie man den langsamen Mittelteil übt), hätte ich da auch ein ähnliches Anliegen.

Ich bin ebenfalls weitgehend Anfänger (mit Blick auf Tasteninstrumente im weitesten Sinne könnte man mich vielleicht auch als "Wiedereinsteiger" bezeichnen), sitze seit einem Jahr und zwei Monaten am Klavier (siehe Vorstellungsrunde) und bin vor einigen Wochen mit dem "fantaisie impromptu op. 66" angefangen.

Nun habe ich mir erst einmal, anders als "Gerd", den ersten Teil bis zum moderato cantibile vorgenommen. Die Klavierlehrerin war einverstanden, weil ich einige zweistimmige Inventionen Bachs inzwischen einigermaßen passabel auf die Reihe bekomme und die wirklich allmählich wie "Bach" klingen (sagt sie jedenfalls). Gut, dachte ich, dass motiviert - und so bin ich ans impromptu gegangen. Das funktioniert eigentlich auch nicht schlecht (bis auf das Tempo natürlich, aber das kommt wohl irgendwann allmählich dazu).

Bislang spiele ich allerdings noch komplett HS (wie Chang in seinen Fundamentals of Piano Practise dies vorschlägt). Und da liegt das Problem: Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie man die RH mit den Sechzehnteln und die LH mit den Sextolen irgendwann mal zusammenbringen kann. Ich habe mal den 5. Takt (bzw. jeweils die erste und zweite Hälfte des 5. Taktes) zusammenzubringen versucht. Es war das reine Grauen. Als ob ich noch nie ein Instrument gespielt und überhaupt kein Gefühl für Geschwindigkeit hätte. Das ging garnicht.

Meine Frage nun an einige Fortgeschrittenere hier ist also die danach, ob es irgendwelche vorbereitenden Übungen für das Problem gibt, um das timing in diesem Stück zu üben (Czerny, Hanon oder sonstwas). Meine (armenische) Klavierlehrerin hat das Stück als Kind selber wohl ohne vorbereitende Übungen direkt so gelernt - aber die war damals auch 10 oder 12 und ich werde im nächsten Jahr 60. Falls also jemand da einen Tip hat, wäre ich sehr dankbar dafür. Mir graut nämlich schon vor dem Moment des Zusammenbringens beider Hände (des HT-Spielens, wie Chang es beschreibt). Das sucht mich vermutlich wieder der komplette Demotivationsschub heim....

lG

Reniterhund
 
Mindenblues

Mindenblues

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Meine Erfahrung mit der Fantasie im speziellen und Crossrhythmus im allgemeinen ist, dass es leichter, viel leichter fällt, am Anfang erstmal im schnelleren Tempo zusammenzuspielen. Also erstmal HS üben, wie du es bereits tust, aber das bis zu einem Tempo, wo man nicht mehr auf die Einzeltöne achtet. Z.B. Tempo 60 für die halbe Note. Und das mit beiden Händen üben. Solange, bis du das auswendig kannst, beide Hände getrennt auswendig, und ohne Anstrengung. Und dabei das Gefühl des Loslassens entwickeln, wie in einem anderen Faden gerade diskutiert wird.

Wenn du das alles gemacht hast, dann in diesem Tempo oder etwas langsamer beides zusammen. Lass dich nicht davon irritieren, dass es am Anfang hakt und nicht jede Hand gleichmäßig spielt. Dieser Crossryhtmus muß sich mit der Zeit "einrütteln", finde ich. Es ist hilfreich, wenn du es schaffst, beim Zusammenspiel zwischen beiden Händen "durchzusehen", also nicht auf die eine oder andere Hand zu achten beim Zuhören. Wichtig ist, das Gefühl des Loslassens beizubehalten, dann wird es irgendwann schön rund.

Ganz davon abgesehen, ganz schön ambitioniert, nach dieser kurzen Zeit mit der FI anzufangen, aber wenn deine Lehrerin grünes Licht gegeben hat, warum nicht.
Die ersten gemeinsamen Takte sind die schwierigsten, finde ich, ein guter Fingersatz in der rechten Hand ist alles.

Viel Spaß!
 
B

Bachopin

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Hi,

kann Mindenblues nur beipflichten.

Es gibt eigentlich nur (?) 2 Methoden Polyrhythmen (Was sind Crossrhythmen? Moto Cross? ;-) ) zusammenzubringen:

  1. Einen Mikrotime finden der beide Rhythmen beinhaltet und dann zu diesem Mikrotime beides spielen. Dann kann man den Polyrhythmus auch ganz langsam zusammensetzen.
  2. Oder mehr die gefühlsmäsige Art, nur den Hauptschlag zu spüren/kontrollieren und das Ausführen der unterschiedlichen Schlaganzahl der automatischen Motorik zu überlassen. Das geht aber nur in einem schnelleren Tempo.

Methode 2 ist hier angebracht. Insbesonders da 4 gegen 3 einen sehr schnellen Mikrotime benötigt (12 Pulse)

Aber mit der ersten Methode kann man es auch mal probieren, um überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln.

Gruß
 
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B

Bachopin

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Hi Marcus,

Microtime ist ein Puls mit dem man die Haupt Takt Schläge nochmal unterteilt.

Beispiel 4/4 Takt mit 1/16 Synkopen (Funk):

Jedes 1/4 wird nochmal in 4 Pulse (weil 1/16 Synkopen) unterteilt, typische Zählweise: 1 e und e 2 e und e 3 ...
Jede Note fällt jetzt zumindestens auf einen Puls (-Schlag).

2. Beispiel 2 über 3 Polyrhythmus:

Beim 2 über 3 Polyrhythmus, also z. B. 2/8 über 1/8 Triole (siehe Fantaisie Imp. Largo, diese Schwierigkeit kommt noch auf Gerd zu. hihi ) kann man jedes 1/4 mit einem 6er Microtime unterlegen, dann Fallen die Noten dieses Polyrhythms jeweils auf einen Micro-Puls.

4 über 3 ist schwieriger. Das erklär ich jetzt nicht. ;-)

Gruß
 
R

Rentierhund

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Also danke erstmal für die schnellen Antworten. Ich werde mich morgen einmal (oder gleich nach dem Tatort aus Münster) mal dransetzen und vorsichtig schon mal das eine oder andere ein wenig ausprobieren von dem, was ihr mir da empfohlen habt. Gaaanz langsam und vorsichtig. Ich melde mich wieder, wenn die Sache mit den "Polyrhythmen" irgendwie funktioniert.

@ Mindenblues ("Ganz davon abgesehen, ganz schön ambitioniert, nach dieser kurzen Zeit mit der FI anzufangen, aber wenn deine Lehrerin grünes Licht gegeben hat, warum nicht."). Ja, ich finde mich auch irgendwie ambitioniert. Meine Frau allerdings formuliert das bisweilen anders. Sie sagt: "Du bist manchmal von Ehrgeiz geradezu zerfressen".
Der Begriff "ambitioniert" gefällt mir aber deutlich besser, weil mir seltsamerweise das herumdoktern an solchen Sachen einen Riesenspaß macht....

lG Rentierhund
 
.marcus.

.marcus.

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Hi Marcus,

Microtime ist ein Puls mit dem man die Haupt Takt Schläge nochmal unterteilt.

Beispiel 4/4 Takt mit 1/16 Synkopen (Funk):

Jedes 1/4 wird nochmal in 4 Pulse (weil 1/16 Synkopen) unterteilt, typische Zählweise: 1 e und e 2 e und e 3 ...
Jede Note fällt jetzt zumindestens auf einen Puls (-Schlag).

2. Beispiel 2 über 3 Polyrhythmus:

Beim 2 über 3 Polyrhythmus, also z. B. 2/8 über 1/8 Triole (siehe Fantaisie Imp. Largo, diese Schwierigkeit kommt noch auf Gerd zu. hihi ) kann man jedes 1/4 mit einem 6er Microtime unterlegen, dann Fallen die Noten dieses Polyrhythms jeweils auf einen Micro-Puls.

4 über 3 ist schwieriger. Das erklär ich jetzt nicht. ;-)

Gruß
Ah jetzt verstehe ich das. In den meisten Fällen würde ich aber nicht so üben, weil da schon ein komplizierter Rhythmus vorliegen muss, damit sowas notwendig wird, und gleichzeitig wird die Methode immer umständlicher je komplizierter der Rhythmus :D

Du meinst oben sicher "2/6" und "1/6". (?)

lg marcus
 
B

Bachopin

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Hi,
...
Du meinst oben sicher "2/6" und "1/6". (?)
...
sry, hab' alles nochmal mehrfach gelesen ;-)
Und nicht erkennen können, wo ich 2/6 und 1/6 hätte schreiben sollen.

Das Largo (wer hat das eigentlich so genannt, war ich das? ;-) ) ist in 4/4 (genauer alla breve = 2/2 ). Die Melodie spielt 1/8 und die Akkord Areggien sind 1/8 Triolen oder 1/4 Sextolen.

Gruß
 
.marcus.

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sry, hab' alles nochmal mehrfach gelesen ;-)
Und nicht erkennen können, wo ich 2/6 und 1/6 hätte schreiben sollen.

Das Largo (wer hat das eigentlich so genannt, war ich das? ;-) ) ist in 4/4 (genauer alla breve = 2/2 ). Die Melodie spielt 1/8 und die Akkord Areggien sind 1/8 Triolen oder 1/4 Sextolen.
EDIT: Ahhh jetzt hab ichs verstanden! :)

lg marcus
 
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