Bornefeld-Invention

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MartinH
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Hier eine kleine Fughetta von Helmut Bornefeld - taufrisch geübt, direkt vom Spielschrank der Mini-Orgel - eigentlich sollte man zu so einem Zeitpunkt nichts veröffentlichen - andererseits treten Probleme so deutlicher hervor. Ich meine, dass ich etwas zu stark nach dem Sopran ("Melodie", die keine ist) gehe, andere Stimmen könnten stärker ausgespielt werden. Was meint ihr? Gerne Kritik!
PS Traut sich wer zu, das als Gehörbildungsaufgabe zu notieren?
 
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MartinH
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Das stimmt. Gibt hier aber eine schöne Farbe, außerdem fällt die Verstimmung der kleinen aber feinen Orgel (mit 1'!) nicht so auf. Und das, obwohl der OB erst vor wenigen Wochen hier war, was ich leider nicht wusste. Auch die Traktur ist nicht nachreguliert, wahrscheinlich hat er nur unterm Pedal gesaugt.
Da der Organindex down ist, hier ein Bild - und bei Google Maps bekommt man eine Vorstellung von der (ähh, ausbaufähigen) Situation.
IMG_20210508_163018.jpg
 
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MartinH
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Hier übrigens noch das geOCRte Vorwort, diese Stückchen verdienten wirklich eine größere Verbreitung, auch gerade pädagogisch - so vielfältig wie alles ist, kann man mannigfaltige Probleme lösen und es wird nie langweilig. Harmonisch erfrischend sowieso, immer in bestens gestaltetem Tonsatz. Und einfacher ist Bornefeld auch nicht zu haben.

Die sogenannte ,Orgelbewegung" (Ende der Zwanziger- und Anfang der Dreißigerjahre) wird heute zum Teil kritisch betrachtet; das kann aber nichts daran ändern, daß sie allein es war, die wieder ein Bewußtsein schuf für die
(vergessenen) Voraussetzungen einer wahrhaft ,,organalen" Orgelkunst. Leider aber fand die Orgelbewegung damals nicht jenen Kontakt zu zeitgenössischer Säkularmusik, der
diese klanglichen Errungenschaften auch stilistisch hätte aktualisieren können. So ist es bis heute eine weithin offene Aufgabe geblieben, organale Klang- und moderne Kompositionsprinzipien in schöpferisch-zwingenden Kontakt zu bringen.
Die vorliegenden ,,Inventionen" entstanden mit dem Wunsch, in pädagogisch brauchbarer und aphoristisch anregender Form auf unabgegriffene Klang- und Spielmöglichkeiten
hinzuweisen. Ich hoffe, dabei ,,so frei" zu sein, daß eine historistische Dogmatik ebenso entbehrlich bleibt wie eine avantgardistische
In Kirchenmusik- und Konzertprogrammen spielt man diese Inventionen am besten in kleinen Gruppen von vier bis acht Stückchen. Bei dieser Musik stehen Satzgefüge und Klangstruktur allerdings in einem sehr genauen Verhältnis; die Sätze können deshalb nur klingen, wenn sie nicht bloß in sich selbst, sondern auch in der gewählten Anordnung zueinander betreffs Tempo, Registrierung, Artikulation und Raumklang aufs sorgfältigste durchgehört und ausgearbeitet
werden.
Helmut Bornefeld
Heidenheim-Brenz, im Juli 1980
 
 

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